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Spionageverdacht: Ex-Chef des Geheimdienstes festgenommen

ARCHIV - 01.10.2015, Berlin: August Hanning, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), kommt im Bundestag in Berlin als Zeuge zum NSA-Untersuchungsausschuss. (zu dpa: «GBA: Ex-BND-Chef Hanning wegen Spionageverdacht festgenommen») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der ehemalige Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, ist am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden.

Außer Hanning wurde auch sein ehemaliger Büroleiter Manfred D. festgenommen, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte. Demnach steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Manfred D. wird Beihilfe vorgeworfen.

Laut Bundesanwaltschaft soll Manfred D., der während Hannings Zeit an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes dessen Büroleiter war, seinen ehemaligen Chef auch nach dessen Zeit beim BND weiter mit Informationen des Nachrichtendienstes versorgt haben. Den Ermittlungsbehörden zufolge arbeitete D. von März 2012 bis März 2026 weiter als Büroleiter für BND-Präsidenten.

– Weitergabe von Informationen gegen Geld? Nach dem Ende von Hannings Amtszeit beim BND sollen beide Männer verabredet haben, dass Manfred D. gegen Geld auch weiter Erkenntnisse des Dienstes an Hanning weitergibt. Diese soll Hanning für seine Beratertätigkeit habe nutzen können, hieß es.

01.10.2015, Berlin: August Hanning, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) kommt am 02.10.2015 im Bundestag in Berlin als Zeuge zum NSA-Untersuchungsausschuss. Foto: Michael Kappeler/dpa

Ein Sprecher der deutschen Regierung sagt zu den Festnahmen: :Die Bundesregierung wird das wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.“

Hanning leitete den Bundesnachrichtendienst von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im Innenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.

Gut 2.000 Dokumente soll D. laut Bundesanwaltschaft Hanning über die Jahre zur Verfügung gestellt haben. Viele davon seien als Verschlusssache eingestuft und ausschließlich für die interne Verwendung bestimmt gewesen, etwa für Lagebesprechungen verschiedener Spitzenbeamter im Kanzleramt.

– Ermittlungen kamen durch Block-Fall ins Laufen: In einem Fall soll Hanning laut Bundesanwaltschaft die Informationen auch dafür verwendet haben, um für Mitarbeiter eines fremden Nachrichtendienstes eine Analyse zu erstellen. Ob diese den Adressaten erreicht habe, sei bislang nicht festzustellen gewesen. Zudem soll Hanning über Jahre in engem Austausch mit einem Angehörigen eines anderen Nachrichtendienstes gestanden und diesen mit Informationen versorgt haben.

Zuletzt stand er auch wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block im Fokus. Hanning und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamtes Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt.

Durch die Ermittlungen in diesem Fall waren die Beamten Hanning und seinem Mitarbeiter auf die Spur gekommen. Das aktuelle Verfahren gehe auf Funde aus einer Durchsuchung bei Hanning im Zusammenhang mit dem Block-Fall zurück, teilte die Bundesanwaltschaft mit. (dpa)

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