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„Ich kann da nicht hinschauen“: Ex-Profi Deschacht wegen Äußerungen zum Frauenfußball in der Kritik

Die belgische Spielerin Tessa Wullaert (r) im Zweikampf mit der portugiesischen Spielerin Carole Costa. Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Der frühere belgische Nationalspieler und langjährige Anderlecht-Profi Olivier Deschacht sorgt wegen abfälliger Äußerungen über den Frauenfußball für Empörung.

Auslöser ist ein Ausschnitt aus dem Podcast „Ongefilterd“, in dem Deschacht und weitere Teilnehmer über die Chancen der Frauenmannschaft von OH Leuven in der Champions League sprechen.

Deschacht erklärte zunächst sinngemäß, dass er Frauenfußball nicht anschaue. Wörtlich wurde er mit der Aussage zitiert: „Ich kann da nicht hinschauen. Bei allem Respekt, aber ich verfolge es nicht.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde der Ton spöttischer. Auf einen Vergleich des Moderators Angel Redondo mit der Schauspielerin Sydney Sweeney reagierte Deschacht ebenfalls entsprechend; gerade diese Passage und das anschließende Gelächter sorgten für Empörung.

25.02.2016, Griechenland, Athen: Olivier Deschacht (im Vordergrund) in einem Spiel der Europa League mit dem RSC Anderlecht bei Olympiakos im Duell mit Ideye Brown. Foto: Shutterstock

Die Kritik richtet sich nicht allein dagegen, dass Deschacht persönlich keinen Frauenfußball sehen möchte. Mehrere Kritiker beanstanden vor allem die Art und den Kontext, in dem über die Spielerinnen gesprochen wurde.

Die belgische Nationalspielerin Tessa Wullaert reagierte in sozialen Medien kritisch. Auch die Moderatorinnen Flo Windey und Linde Merckpoel äußerten sich deutlich. Windey bezeichnete den Ausschnitt als abwertend und als Zeichen mangelnden Respekts gegenüber Fußballerinnen. Die Torhüterin und Sporza-Analystin Riet Maes kritisierte insbesondere das Gelächter und erklärte, sie habe zunächst positiv gefunden, dass Frauenfußball überhaupt Thema des Podcasts gewesen sei.

Indes vertraten nicht alle Teilnehmer des Podcasts dieselbe Haltung wie Deschacht. Stijn Stijnen, jetzt nur noch Technischer Direktor von Zweitligist Patro Eisden, sowie die ehemaligen Nationalspieler Thomas Buffel und Radja Nainggolan äußerten sich viel positiver zum Thema Frauenfußball.

31.10.2023, Belgien, Leuven: Das Team der Red Flames, wie die belgischen Nationalspielerinnen genannt werden. Foto: Belga

Besonders unmittelbar betroffen war OH Leuven Women, denn über dessen Champions-League-Auftritt wurde in dem Podcast gesprochen. Der Klub veröffentlichte eine Stellungnahme und betonte, dass seine Spielerinnen Hochleistungssportlerinnen seien, die täglich hart für ihre Leistungen arbeiteten. Dies verdiene Respekt.

Leuven-Trainer Ster Habibzadeh sagte nach dem Champions-League-Spiel gegen Paris SG, nicht jeder müsse Frauenfußball verfolgen. Man soll aber respektvoll darüber sprechen. Die Mannschaft brauche Menschen und Unterstützung, die den Frauenfußball „nach oben“ bringen und nicht nach unten ziehen.

Auch Torhüterin Louise Seynaeve äußerte sich nach der Partie. Sie bezeichnete die Vorgänge als enttäuschend, wollte ihnen aber nicht zu viel Aufmerksamkeit geben.

Deschacht selbst bestritt, dass er den Frauenfußball oder Fußballerinnen grundsätzlich respektlos behandelt habe. Gegenüber belgischen Medien erklärte er, er verstehe die heftige Reaktion nicht. Er habe lediglich gesagt, dass er Frauenfußball nicht gerne schaue. Als Vergleich nannte er andere Sportarten und Fernsehsendungen, die er ebenfalls nicht einschalte. (cre)

32 Antworten auf “„Ich kann da nicht hinschauen“: Ex-Profi Deschacht wegen Äußerungen zum Frauenfußball in der Kritik”

  1. Eifel_er

    Naja . Besonders viel Erfolg hatte er ja in seiner Karriere nicht. Ein bisschen in Zulte gelockt und dann mit Glück nach Anderlecht und ein paar Spiele in der Nationalmannschaft .
    Mehr aber nicht. Karriere ist anders

    • Ostbelgien Direkt

      @Eifel_er: Da irren Sie aber ganz gewaltig, wenn Sie schreiben: „Ein bisschen in Zulte gelockt und dann mit Glück nach Anderlecht und ein paar Spiele in der Nationalmannschaft“. In Zulte war Olivier Deschacht nur zum Ende seiner langen Fußballerkarriere, als er schon 40 Jahre alt war. Er hat 449 Spiele für den RSC Anderlecht bestritten. Mit Anderlecht wurde er achtmal Landesmeister und einmal Pokalsieger. Und er hat auch nicht „ein paar“ Länderspiele für Belgien bestritten, denn es waren immerhin 20. Gruß

  2. Akneverkäufer

    Wieso darf man nicht mehr seine Meinung äußern? Wieso darf man nicht sagen, dass Frauenfußball scheiße ist? 98 Prozent der Männer finden Frauenfußball Scheiße.

    N.B. das ist auch nicht anzuschauen. 85 Prozent der coolen Aktionen sind purer Zufall. Unästhetisch bis zum geht nicht mehr.

    Wieso soll Deschacht die Allgemeinheit belügen, nur damit Ruhe ist?

    • Alfons van Compernolle

      Akneverkàufer; weil Frauenfussball genau wie Herrenfussball mal gut und mal schlecht ist.
      Wo ist denn der Unterschied, erklàre mal???? Zum anderen ist eine derartige Aeusserung schlicht abwertend den Frauen gegenùber ! Mich interessiert Fussball nicht besonders , ich finde aber dass die Frauen im Sport und somit auch im Fussball ansehnliche Leistungen vollbringen UND GANZ SICHER
      IN JEGLICHER HINSICHT IN DIESER GESELLSCHAFT EMANZIPIERT UND GLEICHBERECHTIGT SIND.
      Ich verstehe nicht, wie wir die Mànner besser getellt sein sollen als unsere Partnerinnen , die Frauen.

      • @alfons:ich bin auch kein großer Fan des Frauenfußballs.
        Ich schaue mir kein Spiel der Frauen an,hat nichts mit Gleichberechtigung oder so zu tun.
        Ich akzeptiere ihn trotzdem.Es ist halt anders.Und das „Anders“gefällt mir halt nicht.
        Aber ich würde nie abwertend äußern wollen,so wie Eifel- er.
        Jeder so wie er/ Sie mag…

        • Alfons van Compernolle

          WK : mit welchem Recht, werden die Frauen in allen Bereichen des Lebens und im Sport
          noch immer fortwàhrend unterdrùckt ????
          Auf Ihre Antwort bin ich gespannt !! Ueben Sie gerade den vegementen Aufstand gegen die Gleichberechtigung der Frau , Herr / Frau WK ??

          • Sehr geehrter Herr Compernolle,
            ich gucke meist alle Spiele der Red Flames. Auch gucke ich Jugendspiele U17, U19,U21 so das denn übertragen wird.
            Wenn Sie sich nicht für Fussball interessieren können Sie den Unterschied nicht erkennen. Die Aussagen über Fraurnfussball Deschachts haben sicher nichts mit Frauenfeindlichkeit, Gleichberechtigung ,…zu tun.
            Ein paar Beidpiele: Die Frauen Nationalmannschaft der USA , zu der Zeit amtierender Weltmeister’in🫢, verlor in einem Testspiel gegen die U15 von Dallas 2-5. Also gegen männliche Kinder.
            Die Schweizerinnen verloren 2025 1-7 gegen die U-15 von Luzern.
            Die Australerinnen 0-7 gegen die U15 von Newcastle jets.
            Es gibt noch viele weitere solcher Beispiele, die verdeutlichen, dass sich der Frauenfussball im Vergleich immer noch in (den) Kinderschuhen steckt und sportlich für einen Fussballfan, oder gar einen Fussballprofi wie Deschacht, kein Leckerbissen ist.
            Um beim Vergleich zu bleiben. Schauen Sie mal ein WM- Spiel der U15-U17. Leere Stadien, weil das Niveau langweilt und nicht aus Jugendfeindlichkeit.
            Der Frauenfussball wird keineswegs unterdrückt.

            • Pitstop, naja, vielleicht wollen die Frauen nicht so hart mit den Jünglingen umgehen. Im Allgemeinen spielen die Frauen in Sachen Körperkontakt nicht so hart wie die Männer und, wenn sie dann hinfallen, scheinen sie mehr Schmerzen zu haben als die Männer. Bei den Männern scheint ja inzwischen so gespielt zu werden, dass man das legale Foul sucht und auch schon mal ne Schwalbe macht. Mir sind jedenfalls die Schiedsrichterentscheidungen bezüglich der Körperkontakte ein Buch mit sieben Siegeln.

              • @WK Sie können davon ausgehen, dass sich keine Damennationalmannschaft gegen 13-14 jährige Jüngelchen blamieren möchte und alles geben hat um zu gewinnen.
                Ihre Beoabchtung, dass Frauen wenn sie hinfallen mehr Schmerzen zu haben scheinen, ist ebenfalls absoluter Blödsinn – frauenfeindlicher als Deschacht.
                Scheinbar sind im Fussball nicht nur Schiedrichterentscheidungen ein Buch mit 7 Siegeln für Sie

          • Alfons van Compernolle,

            „werden die Frauen in allen Bereichen des Lebens und im Sport noch immer fortwàhrend unterdrùckt ????“

            Glauben Sie das wirklich? Es gibt überall im Westen Quotenregelungen, aber nicht andersherum. Sie jedoch hängen an die Aussage Deschachts allgemeine Überlegungen an, derweil Sie nicht auf meine Frage, ob wir gezwungen werden sollen, nach Frauenfußballspiele kucken zu gehen, antworten. Typisch Politiker, typisch linker Politiker.

            Ich gehe nie zu einem Fußballspiel, auch nicht von Männern. Ich schaue fast alle Spiele mit belgischen Mannschaften, auch anderer Sportarten, am Fernsehen an. Die belgischen Frauen spielen schlecht. Die Verteidigung ist schlecht. Mit den alten Trainern war das auch das Problem der Männer und auch der deutschen. Die Nationalfrauen sind nicht aufeinander eingespielt. Der Sturm basiert nur auf Mittelstürmerin Tessa Wullaert und, wenn die drei Stürmerinnen den Ball bis vor das Tor gespielt haben, wissen sie nicht, was zu tun und spielen Tessa an. Sie, der weibliche Lukaku, wird aber von drei Verteidigerinnen bewacht. Die Stadien sind klein und dabei nie mit Zuschauern gefüllt. Beim Basketball ist es umgekehrt, die Frauen sind Top, die Männer Mittelmaß. Einen Teil meiner Argumentation antworte ich Pitstop.

            Wie viele Frauenfußballspiele in echt oder am TV haben Sie denn gesehen?

    • Besorgte Mutter

      @Akneverkäufer, niemand zwingt Sie und Deschacht sich irgendetwas anzuschauen!
      Diese Mädels geben ihr bestes auf dem Platz, und dann ist es nicht schön auf so eine Art beleidigt zu werden. Einige Leute geben so ihren wahren Charakter preis.
      Nicht in Ordnung finde ich, dass gewisse Damenprofis die gleichen Gehälter wie ihre männlichen Kollegen haben möchten, obwohl sie es nicht durch Sponsoring, Fernsehgelder und Zuschauerzahlen erwirtschaftet bekommen.

      • Alfons van Compernolle

        Besorgte Mutter: Sie haben RECHT und das ist nicht nur im Frauen-Fussball so , sondern auch im
        alltàglichen Berufsleben. Und Der ALTE: Ohne unsere Frauen und deren somatische Fàhigkeit Kinder zu bekommen, keine Zukunft ! Ein anderer Fakt; wir die Mànner , die wir uns vielfach noch alls die „Krohne“ der Schoepfung sehen Flùstern unseren Partnerinnen von Liebe und wer weiss noch alles in ihren Ohren, damit sie ihre Beine breit machen. Wenn unsere Partnerinnen dann Schwanger sind beginnt das Theater dann zum Sozialen-Abstiegsdrame zu werden fùr die Frau.
        Ich kenne ein paar Frauen, diese haben 10 mal mehr auf den Kasten an Kenntnisse und Fàhigkeiten als so diverse mànnliche CEO’s , werden aber niemals deren Position geschweige denn wenn Sie CEO sind deren Vergùtungsklasse erhalten. Gerecht und Anerkennend sieht abnders aus!
        Was den Sport an geht , die Sportverbànde schwimmen im Geld, sind STEUERFREI , zahlen sich den Funktionàren Millionen Gehàlter , die Vereine zahlen Teilweise 100 derte Millionen Abloesesummen (Menschenhandel)und Gehàlter an Ihre mànnlichen Aktivisten und die Frauen werden mit Minigehàltern , wenn ùberhaupt, abgespeist. Und die Politik verkùndest Gleichberechtigung
        allerdings nur VERBAL , will dafùr einstehen / sorgen um dann wieder EINZUSCHLAFEN.
        Es wird echt Zeit , dass wir unsere weiblichen Mitmenschen unsere Frauen und Partnerinnen
        real und in jeglicher hinsicht Wertschàtzen und Behandeln und auch Bezahlen !!

    • Sagen wir mal, dass die belgische weibliche Nationalelf diplomatisch ausgedrückt nicht besonders gut ist. Da kann ich verstehen, dass ein Profi gar nicht zuschauen will. Bei den Spanierinnen ist das schon anders.

  3. meinemeinungdazu

    Hier im Artikel wie auch in den belgischen Medien ist genau angegeben, wie er es gemeint hat :
    Er habe lediglich gesagt, dass er nicht gerne schaue. Als Vergleich nannte er z.B. Rugby, Formel1, tanzen, die er ebenfalls nicht einschalte.
    Wenn sich dann gestandene Frauen über das Lachen über diese Aussage aufregen, dann zeugt das von einem sehr geringen Selbstwertgefühl.
    Aber so weit sind wir schon, man darf seine eigene Meinung öffentlich nicht mehr äussern, geschweige denn über Meinungsäusserungen lachen.

  4. Guido Scholzen

    Fängt nun auch die Cancel-Culture im Fußball an???
    Manche tuen so, als hätte man es mit böswilligen Hooligans zu tun, wenn man(n) den Frauenfußball meist nur besch…eiden findet.
    ich schaue mir manchmal Frauenfußball an, aber nicht um mitzufiebern, sondern um zu entspannen.
    😏😏😏

  5. Frauenfussball seh ich mir ab und zu an, aber jeder der ehrlich ist muss sehen dass die Qualität des Spiels schlechter ist als die jeder mittelmässigen Jugendmannschaft, mit Ausnahme der absoluten Spitzenmannschaften oder zb der spanischen Nationalmannschaft.
    Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen hat nicht das Nivesu der Jupiler League, von der belgischen rede ich erst gar nicht.
    Die sportlichen Frauen wählen nicht oft Fussball als Sporz, im Gegensatz zu den Jungen, so wird der Frauenfussball nie das Niveau des Männerfussballs erreichen.
    In vielen anderen Sportarten, zb Leichtarhletik ist das Niveau identisch, wenn man die Kraftvorteile der Männer mal “ abzieht“.
    Frauen sind anders als Männer, aber mindestens gleichwertig. Aber die Gleichmacherei verleugnet die biologische Realität.

  6. So what?

    Ach du meine Güte : mal wieder ein Thema worüber sich das „Volk“ quasi auf Knopfdruck (scheinheilig) entrüsten kann! Da sagt ein ehemaliger Fussballprofi, dass er keinen Frauenfussball mag. Na und? Wahrscheinlich war das, wie so oft, aus einem Kontext genommen worden und schon geht eine Protestwelle los. Ich sehe es so, wie einige andere hier : man kann Frauenfussball mögen oder auch nicht. Er hat einfach seine Meinung geäussert. Gut, dass niemand das in Deutschland von sich gibt; dann würde sofort die Nazi-Keule geschwungen, alle Feministinnen auf die Barrikaden gehen, und zum Abschluss die berühmten Kundgebungen von den (manipulierten) Omas gegen rechts stattfinden.

  7. Wir Männer sind die Verrückten was für ein Fussball spielen wir denn,ist der so wunderbar ?
    Die wenige kann man als Vorbild nehmen ,was wir gut können ist Krieg führen,Boxen,andere Schlagen oder Unterdrücken ,die Liste ist lang.
    Wer versorgt euch denn ,sollten euere Frauen nicht mehr dasein.

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