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Tanktourismus sorgt in Ostbelgien für einigen Unmut

An der Raststätte von TotalEnergies in Eynatten kommt man nicht einmal ungehindert zum Restaurant oder zu dem Shop, weil zig Autos mit Aachener Kennzeichen sowohl die Einfahrt als auch die Ausfahrt blockieren. Foto: OD

AKTUALISIERT – Die deutlich höheren Kraftstoffpreise in Deutschland führen derzeit zu einem verstärkten Tanktourismus aus dem Raum Aachen nach Ostbelgien. Besonders Tankstellen in Grenznähe verzeichnen einen starken Andrang deutscher Autofahrer, die von den günstigeren Preisen in Belgien profitieren möchten. Die Folge sind lange Warteschlangen und zunehmende Spannungen vor Ort.

Bereits am 5. März wies die Polizeizone Weser-Göhl auf die angespannte Situation hin. In ihrem Bericht heißt es: „Aufgrund des erhöhten Andrangs an den Tankstellen, ist es immer wieder zu Verkehrsproblemen und Problemen zwischen Personen vor Ort gekommen. Hier mussten die Dienste der Polizeizone Weser-Göhl mehrmals einschreiten.“

Nach Angaben der Polizei kommt es insbesondere zu Stoßzeiten zu Verkehrsbehinderungen rund um die Tankstellen. Fahrzeuge warten teilweise bis auf angrenzende Straßen, wodurch der Verkehrsfluss beeinträchtigt wird. Zudem seien wiederholt Streitigkeiten zwischen Autofahrern gemeldet worden, etwa wegen Drängelns, Vordrängens oder langer Wartezeiten.

Auf der Aachener Straße kommt es gelegentlich zu Beinahe-Unfällen, weil die rechte Spur von wartenden Fahrzeugen besetzt ist, wie dieses Bild zeigt. Foto: OD

Inzwischen macht sich vor allem bei den belgischen Autofahrern Unmut breit. Während Tankstellenbetreiber zwar von der erhöhten Nachfrage profitieren, bringt der starke Andrang auch organisatorische Schwierigkeiten mit sich. Für viele belgische Autofahrer ist die Situation jedoch zunehmend frustrierend, da sie teilweise deutlich länger warten müssen, um ihr Fahrzeug zu betanken.

An der Raststätte von TotalEnergies in Eynatten kommt man nicht einmal ungehindert zum Restaurant oder zu dem Shop, weil zig Autos mit Aachener Kennzeichen sowohl die Einfahrt als auch die Ausfahrt blockieren. Zudem kommt es des Öfteren auf der Aachener Straße zu Beinahe-Unfällen, weil die rechte Spur von wartenden Fahrzeugen besetzt ist.

Die Polizei appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, sich rücksichtsvoll zu verhalten und die Verkehrsregeln rund um die Tankstellen einzuhalten.

Ob sich die Lage in den kommenden Wochen entspannt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Kraftstoffpreise in Deutschland und Belgien ab. Solange der Preisunterschied bestehen bleibt, dürfte der Tanktourismus weiterhin für volle Zapfsäulen und zusätzliche Einsätze der Polizei sorgen.

Die Spritpreise in Deutschland sind zuletzt noch schneller als in den Nachbarländern gestiegen und treiben den Tanktourismus an. Diesel und Superbenzin sind jenseits der Grenzen teilweise um mehr als 50 Cent billiger zu haben als im deutschen Durchschnitt.

In Belgien ist Benzin mehr als 40 Cent und Diesel mehr als 30 Cent günstiger als in Deutschland. Für Benzin, Diesel und andere Erdölprodukte wird hierzulande an jedem Werktag ein Höchstpreis festgelegt, den die Anbieter laut Wirtschaftsministerium oft unterbieten. Der Mechanismus zur Höchstpreisbestimmung existiert seit 1974 und ist eine Folge der Ölkrise. (cre/dpa)

Zum Thema siehe auch folgende Artikel auf OD:

4 Antworten auf “Tanktourismus sorgt in Ostbelgien für einigen Unmut”

  1. Interessant ist wie die Tanktouristen sich bei Facebook Tankstellentipps , Preise weitergeben und noch interessanter ist, wie man im gleichen Atemzug über Belgier und Belgien das Maul zerreist.

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