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Ölpreise steigen wegen des Iran-Konflikts deutlich – Lange Warteschlange an Tankstellen in Ostbelgien

Zapfpistolen für Kraftstoff hängen an einer Tankstelle in der Halterung. An den Pumpstationen macht sich Panik breit, seit Montag nimmt die Zahl der Hamsterkäufe drastisch zu. Foto: Peter Kneffel/dpa

Nach Angriffen im Nahen Osten schnellen die Ölpreise in die Höhe. Wie reagieren Märkte auf die angespannte Lage an der Straße von Hormus?

In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl bei 75,33 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2025.

Zuletzt lag der Preis je Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.

27.12.2011, —, –: Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (zu dpa: «US-Ministerium warnt vor Schifffahrt durch Straße von Hormus») Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa

– Straße von Hormus wichtigste Meerenge für Öltransporte: Am Wochenende hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölverbunds Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, hatten am Sonntag auf einem planmäßigen Treffen beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.

Insgesamt will die Opec+ die Tagesproduktion um 206.000 Barrel steigern, wie der Verbund nach einer Online-Sitzung mitteilte. Den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten erwähnte die Gruppe jedoch mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Ölvorräten erklärt.

19.01.2012, Vereinigte Arabische Emirate, Ras Al Khaimah: Fischerboote vor Öltankern südlich der Straße von Hormus, vor der Stadt Ra’s al-Chaima in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Foto: Kamran Jebreili/AP/dpa

– Rohölpreis könnte bis 100 Dollar pro Barrel steigen: Nach Einschätzung von Analysten werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise „eine Deeskalationsdynamik auslösen“.

Experten gehen davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken.

Die aufgeheizte Stimmung auf den Ölmärkten machte sich bereits in Ostbelgien bemerkbar. Am Montag bildeten sich lange Warteschlangen vor den Zapfsäulen der Tankstelle von TotalEnergies in Eynatten, wo den ganzen Tag über vor allem Autofahrer aus dem Aachener Raum ihren Tank bis zum Überlaufen füllten. Dabei kam es sogar auf der Aachener Straße in Richtung Grenze zu Beeinträchtigungen, weil die Warteschlangen den aus Eynatten kommenden Verkehr behinderten. An anderen Pumpstationen in Ostbelgien war die Lage nicht viel anders. (dpa/cre)

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