Sport

FIFA-Spitze demonstriert Einigkeit trotz Kritik und neuer Vorwürfe gegen Präsident Gianni Infantino

05.08.2026, Marokko, Rabat: FIFA-Präsident Gianni Infantino (r) unterhält sich mit FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström (l), während sie ein Spiel der Frauen-AFCON 2026 zwischen Malawi und Sambia besuchen Foto: STR/AP/dpa

AKTUALISIERT – Die Führungsspitze des Fußball-Weltverbandes um den schwer in die Kritik geratenen FIFA-Chef Gianni Infantino hat nach einer Notfallsitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat Einigkeit demonstriert.

FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards hätten Infantino „ihre uneingeschränkte Unterstützung“ bekräftigt, „als den einzigen Amtsträger, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“, hieß es in einer Mitteilung.

Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Generalsekretär Grafström bekräftigt. Passenderweise saßen beide am Abend nebeneinander auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia.

05.08.2026, Marokko, Rabat: FIFA-Präsident Gianni Infantino (r) verlässt nach dem Besuch eines Fußballspiels der Frauen-AFCON 2026 zwischen Malawi und Sambia das Stadion. Foto: STR/AP/dpa

Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an FIFA-Mitarbeiter noch eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie einen „Aufruhr“ beklagt.

– FIFA räumt Fehler ein: Zudem räumte die FIFA Fehler bei den Investorenplänen ein. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem FIFA-Rat und den FIFA-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung in der Fußball-Welt gesorgt, als die Pläne bekannt wurden. Der FIFA-Chef lenkte zwar ein und verwarf die Idee – dennoch formiert sich vor allem in Europa heftiger Widerstand gegen ihn. Die aktuelle Krise könnte das Ende von Infantinos inzwischen zehnjähriger Amtszeit als FIFA-Präsident bedeuten.

Mit Blick auf die harsche Kritik teilte der Weltverband mit: „Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.“

19.07.2026, USA, East Rutherford: US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino (l) überreichen den WM-Pokal. Foto: Tom Weller/dpa

– Bericht der „Times“ sorgt für Wirbel: Zuvor hatte ein Bericht der „Times“ noch für weiteren Wirbel gesorgt. Die Zeitung schrieb, dass Infantino Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen habe, was Fußball-Weltverband umgehend dementiert wurde. Laut „Times“ solle nach dem Willen des stark in der Kritik stehenden FIFA-Bosses das Finale im neuen Hassan II Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden solle.

Dies wäre ein großer Affront gegen Spanien und damit auch Europa, das in den letzten Tagen Infantino nach dem umstrittenen und inzwischen verworfenen Investorendeal harsch attackiert hatte. Spanien trägt zusammen mit Portugal und Marokko die WM 2030 aus. Dazu finden die ersten drei Spiele in Südamerika (Uruguay, Argentinien und Paraguay) statt.

„Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der FIFA-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der FIFA zu gegebener Zeit getroffen,“ teilte der Weltverband auf dpa-Anfrage mit. (dpa)

28 Antworten auf “FIFA-Spitze demonstriert Einigkeit trotz Kritik und neuer Vorwürfe gegen Präsident Gianni Infantino”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Jeder scheint nur noch seine eigene Amtszeit mit krimineller Energie verlängern zu wollen.
    Und als danke schön, dass der Normalbürger dies zulässt, kostet es uns immer gleich mehrere Milliarden, die von unten nach oben gestemmt werden müssen.

    • Alfons van Compernolle

      Ja, Trump und Putin etc sind da nicht die einzigen !! Schlimm ist nur , das wir in unserer grenzenlosen blinden und somit dummen Unwissenheit, trotz mehr als reichlicher Infos ùber diese Al-Capones,
      mit unsere Wahlstimme eben dieses Typen gewàhlt haben , Beihilfe zur Selbstbereicherung Mord und Todschlag geleistet haben. Ich bin davon sicher, wir werden dafùr auch noch grùndlich bezahlen mùssen.

      • Wahlstimme?

        Ach AVC,

        Ich wüsste nicht wie ich ,Sie oder sonstjemand die von Ihnen genannten Personen wählen könnten. Nun denn, Sie sind hier im Forum nicht allein, trotzdem aber oftmals mit Kommentaren dabei, die absolut nichts mit dem infrage kommenden Themen zu tun haben.

  2. Spiegelbild

    Dieser Typ ist u a das reinste Fotokopie, unserer heutigen Politik-Gesellschaft! Auch da wird so ziemlich alles verkehrt gemacht, wie es zu machen gibt. Hauptsache die Diäten so dick wie möglich, Zusatzleckerlis en masse, und ne happige Rente bis zu Ende.

  3. Speck für die Mâuse

    So kanns auch gehn! Zuerst die dicken Happen, danach: ich weiss von nix!? Ein toller Verein diese FIFA!? Das sieht doch ein Blinder! Die FIFA gleicht Grossteils unseren Politikfreunde*innen. Die jonglieren auch mit dem was sie haben, zu Ende sacken die noch viel Knete ein, welche der gebeutelte Steuerzahler und Wähler, inklusiv mit den von denen verschuldeten und verbleibenden Schulden, wohl versehen mit einer Fetten Rente, auch noch aufgebürdet kriegt! FIFA ist gleich unwürdige Politik!

  4. Infantino. Wieder so ein egoistischer Alleingänger. Der macht was er will und die „Kollegen“ sind zu blöd, ihn vom Stuhl zu reißen
    Wie oben bereits erwähnt, genau wie die Politik. Und danach einfach abhauen, ohne Haftung

    • DG, „vom Stuhl reißen“? Wohl nur durch eine Drohung sämtlicher UEFA-Mitglieder aus der FIFA auszutreten. Ich denke eher, es wird, wenn der Termin dran ist, Infantino nicht wieder gewählt, auch mit besagter Drohung, denn die UEFA-Mitglieder sind in der Minderheit.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern