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Umfrage: 78 Prozent lehnen Merz als Kanzler ab – Selbst bei Wählern von CDU und CSU ist er unbeliebt

10.09.2026, Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verfolgt die Debatte im Bundestag bei den Beratungen zum Bundeshaushalt 2027. Foto: Michael Kappeler/dpa

Friedrich Merz ist unbeliebt, als Kanzler findet er nur noch wenig Rückhalt bei den Menschen. Das gilt sogar für jene Gruppe, wo man noch die meiste Unterstützung für ihn vermuten könnte.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland hält Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach einer aktuellen Umfrage nicht mehr für den richtigen Mann im Amt. Insgesamt 78 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Bild“ verneinten die Frage „Ist Friedrich Merz (noch) der richtige Bundeskanzler?“. Nur 14 Prozent beantworteten sie mit Ja. 8 Prozent machten keine Angabe.

– Sogar viele Wähler der Union lehnen Merz ab: Selbst bei Wählern von CDU und CSU ist Merz unbeliebt: 58 Prozent der Unionswähler sprachen sich demnach gegen ihn aus, nur 36 Prozent für ihn.

12.09.2026, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Zwei Teilnehmerinnen an der Demonstration „Projekt M1llion Berlin, Einigkeit für Deutschland, Rücktritt der aktuellen Bundesregierung + Friedrich Merz“ halten eine Deutschlandfahne und eine Karikatur von Bundeskanzler Friedrich Merz (l CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (r SPD). Foto: Christian Knieps/dpa

Damit geht es für Merz dem Bericht zufolge seit Mitte vergangenen Jahres in der Tendenz bergab. Damals waren noch mehr als 30 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden.

Auch SPD-Co-Parteichef Lars Klingbeil kommt bei den Befragten nicht gut an, wenn auch besser als Merz. Auf die Frage „Ist Lars Klingbeil (noch) der richtige SPD-Parteivorsitzende?“ antworteten 51 Prozent mit Nein und 24 Prozent mit Ja. Allerdings machten hier 25 Prozent keine Angabe.

– Viele lehnen die Brandmauer zur AfD ab: Im Umgang mit der AfD zeigten die Befragten wenig Verständnis für die sogenannte Brandmauer, also das Prinzip, wonach viele andere Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. Fast jeder Zweite (46 Prozent) hält die Brandmauer nicht mehr für zeitgemäß, rund jeder Dritte (34 Prozent) hält hingegen daran fest. 20 Prozent machten keine Angabe.

– Zu Merz schreibt der „Münchner Merkur“: „Allenfalls ein Rumms könnte Merz noch retten: die radikale Flucht nach vorn. Eigene Fehler furchtlos benennen, den Verzicht auf eine erneute Kandidatur aussprechen (derzeit eh abwegig), um den Rest seiner Amtszeit komplett den Reformen eines erstarrten Landes zu widmen. Tenor: Ich mache Deutschland zukunftsfest, diese unpopulären Entscheidungen werden mich das Amt kosten, so sei es. Merz bräuchte dafür Mut, wohl den Mut der Verzweiflung. Das kann krachend scheitern, denn er setzt der SPD damit die Pistole auf die Brust: Seid ihr dabei? Und ist Merz notfalls bereit, harte Reformen und dann einen Unionskurs pur in einer Minderheitsregierung durchzuziehen? Diesen Ungewissheiten steht eine Gewissheit gegenüber: Weiterzuwursteln mit dem trotzigen Unterton, er sei ja für vier Jahre gewählt, führt sicher in den Abgrund.“ (dpa)

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