Markus Lanz hat den Deutschen Fernsehpreis erhalten. Seine gleichnamige ZDF-Talkshow wurde in der Kategorie „Beste Information“ ausgezeichnet. Damit wurde ein Format geehrt, das seit Jahren zu den prägenden politischen Gesprächssendungen im deutschen Fernsehen gehört. Allerdings ist der Interviewstil des Moderators höchst umstritten.
Lanz‘ Befürworter schätzen den 57-Jährigen als hartnäckigen Interviewer, der sich mit ausweichenden Antworten nicht zufriedengibt und Widersprüche offenlegt. Seine Kritiker sehen in genau dieser Hartnäckigkeit dagegen eine Form der Gesprächsführung, die Gäste unter Druck setzt, sie immer wieder unterbricht und mitunter den Charakter eines Verhörs annimmt.
Diese Kritik ist keineswegs neu. Im Gegenteil: Sie begleitet Markus Lanz seit Jahren und führte 2014 sogar zu einer der aufsehenerregendsten Online-Petitionen gegen einen deutschen Fernsehmoderator.

09.09.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Markus Lanz, Moderator, spricht mit Ibrahim Naber, Preisträger, bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Confex nach der Auszeichnung in der Kategorie „Beste Moderation-Einzelleistung Information“. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Die Folge war eine Online-Petition mit dem Titel „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!“. Am Ende hatten 233.355 Menschen die Petition unterzeichnet. Lanz reagierte damals selbstkritisch. Wenn sein energisches Nachfragen „zu rustikal und sogar persönlich“ gewesen sei, bedauere er das.
Der Fall liegt inzwischen mehr als zwölf Jahre zurück. Die grundsätzliche Kritik an Lanz‘ Stil aber ist geblieben. Auch heute entzünden sich Diskussionen über seine Sendung regelmäßig an der Frage, wo die Grenze zwischen hartnäckigem journalistischem Nachfragen und einer unangemessenen Dominanz des Moderators verläuft.
Lanz lässt seinen Gästen oft wenig Raum, wenn er den Eindruck hat, sie wollten einer Frage ausweichen. Er unterbricht, widerspricht und kommt auf einen Punkt zurück, bis eine Antwort erfolgt, die ihn offenbar zufriedenstellt. Ein Kommentator auf X formulierte die Kritik einmal besonders drastisch: „Wer zu Lanz geht, kann nur verlieren. Seiner Verhör-Taktik im Stil eines Chefanklägers sind viele nicht gewachsen.“

09.09.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Stefan Raab und Markus Lanz machen bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Confex mit ihren Auszeichnungen ein Selfie. Foto: Henning Kaiser/dpa
Für seine Anhänger ist genau das eine Stärke. Sie sehen darin einen Moderator, der sich nicht mit vorbereiteten Sprechzetteln und politischen Floskeln abspeisen lässt.
Kritiker sehen es anders. Auch aktuelle Ausgaben der Sendung sorgen immer wieder für konfrontative Auseinandersetzungen zwischen Lanz und seinen Gästen. Seine Gesprächsführung bleibt damit ein Thema – unabhängig davon, wie sehr seine journalistische Arbeit innerhalb der Fernsehbranche gewürdigt wird.
Der Deutsche Fernsehpreis bestätigt die hohe Anerkennung, die die Sendung „Markus Lanz“ genießt. Er steht für die Bedeutung des Formats und für dessen journalistischen Anspruch.
Andererseits stellt sich die Frage, ob Lanz genauso den „Chefankläger“ abgeben würde, wenn ihm gegenüber nicht Sahra Wagenknecht, ein AfD-Mann oder eine junge Sprecherin der Klimabewegung „Fridays for Future“ säße, sondern der Intendant des ZDF. Wahrscheinlich wäre der Moderator dann ein gutes Stück moderater… (cre)
Denke dass man auf seinem Stuhl, setzen kann wen man möchte.
Kritik wird es immer geben, weil man es nicht jedem recht machen kann.
Von Lanz mal völlig abgesehen muss man es wenigstens als sehr zweifelhaft einordnen wenn eine Branche sich selbst Preise verleiht.
Von daher irrelevant.
Einzig der Herr Balter ist ebenbürtig, sonst keiner den ich kenne!?
Wer zu Lanz in die Sendung geht, weiß dass er auf die Frage antworten muss, die ihm gestellt wird. Rumdrucksen oder von der Frage abweichen gibt es bei Lanz nicht. So geht korrekter Journalismus. Wer sich daran stört, soll nicht kommen.