Der britische Premierminister und Labour-Chef Andy Burnham hat die Brexit-Debatte neu eröffnet. Auf dem Labour-Parteitag in Liverpool erklärte er, Großbritannien müsse sein langfristiges Verhältnis zur Europäischen Union grundsätzlich überprüfen.
Brexit habe dem Land „mehr geschadet als genutzt“, sagte Burnham. Am Mittwoch stellte er klar, dass dabei auch ein vollständiger Wiedereintritt in die EU zu den möglichen Optionen gehört.
Burnham nannte mehrere denkbare Wege: Großbritannien könnte beim heutigen Verhältnis zur EU bleiben, einer Zollunion beitreten, wieder Zugang zum EU-Binnenmarkt anstreben – oder „den ganzen Weg“ gehen und erneut EU-Mitglied werden. Welche Variante verfolgt werden soll, sei noch offen. Entscheidend seien die praktische Umsetzbarkeit sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung.
Damit geht Burnham über die bisherige Linie seiner Partei hinaus. Sein Vorgänger Keir Starmer hatte einen Wiedereintritt in EU-Binnenmarkt und Zollunion ausdrücklich ausgeschlossen. Noch im Juni hatte Starmer erklärt, Labour halte an dieser Position fest. Burnhams Vorstoß deutet nun auf eine grundsätzliche Neubewertung der Beziehungen zu Brüssel hin.

29.09.2026, Großbritannien, Liverpool: Premierminister Andy Burnham küsst seine Frau Marie-France Van Heel, nachdem er seine Grundsatzrede auf dem Parteitag der Labour-Partei im ACC Liverpool gehalten hat. Foto: Annabel Lee-Ellis/PA Wire/dpa
Am 23. Juni 2016 hatten bei einem Referendum 51,9 Prozent der britischen Wähler für den Austritt aus der EU gestimmt. Großbritannien verließ die Union am 31. Januar 2020. Seit dem 1. Januar 2021 gelten die heutigen Regeln für die Beziehungen zur EU.
Die Brexit-Befürworter versprachen mehr nationale Souveränität und eine stärkere Kontrolle der Einwanderung. Kritiker verwiesen dagegen auf neue Handelshemmnisse und wirtschaftliche Nachteile.
Für Burnham steht nun zunächst eine engere Zusammenarbeit mit Europa im Vordergrund. Beim geplanten EU-UK-Gipfel im November will die Regierung die verschiedenen langfristigen Modelle vorstellen. Dabei geht es unter anderem um Handel, Energie, Migration und die Mobilität junger Menschen. Eine tatsächliche Rückkehr in die EU wäre dagegen ein wesentlich weitergehender und langwieriger Prozess.
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum könnte damit eine Frage zurückkehren, die in der britischen Politik lange als entschieden galt: Wie eng soll Großbritannien künftig wieder an Europa gebunden sein? (cre)
Es wird ihm gelingen.
Denn der Plan ist wahrscheinlich, das Land für Bankrott erklären zu wollen, damit es der Irrenanstalt von Brüssel, wieder in die Arme fällt.
Denn dank guter Führung, hat diese Anstalt ja keine Schulden 😉
@ Hugo Egon Bernhard von Sinnen
Geniale Antwort ihrerseits. Und natürlich würzen Sie diese mit der nötigen Portion augenzwinkernden Humor.
Die Briten sehen heute den Brexit kritisch, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie wieder in die EU wollen.
Die britische Regierung hat diese wichtige Entscheidung dem Volk überlassen und hat sich damit ohne Not in die Brennesseln gesetzt. Mal schauen, wie sie da rausfindet. Für die EU und GB wäre es am besten, wenn sie wieder zusammen finden. Besonders wirtschaftslich aber auch im Personenverkehr. Alle wären Gewinner.
Adh, das Volk zu befragen ist also ein „sich ohne Not in die Brennnesseln setzen“, wenn das Volk nicht die Meinung des Sparwasser teilt. Interessante Interpretation von Demokratie. Aber in der EU sind wir ja einiges gewöhnt. Die Franzosen lehnen eine EU-Verfassung ab, da kriegt das Kind einen anderen Namen und heißt Lissabon-Vertraege.
Die Bandbreite, die ein EU-Exit mit sich bringt, kann der normale Bürger gar nicht überblicken. Wirtschaftliche Auswirkungen, Zölle, Sicherheitsbedenken, Austausch von Geheimdienstinformationen, Einwanderungsgesetze, Handelsunterbrechungen, Handelshemmnisse, Zollkontrollen, erhöhte Kosten für Unternehmen, Unsicherheit bei Investoren, Währungsschwankungen, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, usw.
Das ist nur ein kleiner Teil, die es beim Brexit zu berücksichtigen gab. Da blicken nicht mal mehr Experten durch und schon gar nicht der normale Bürger.
Das ist politisches Gesabbel von Antidemokraten.
Fakt ist, dass es GB nach dem Brexit schlechter geht als vorher.
Das liegt aber daran, dass die Regierung in GB sich nicht sonderlich bemüht hat. Wenn man aus der EU austritt, dann kann und muss man die Politik selber gestalten.
Der Alte, die Niederländer auch. Die Irländer auch, da hat man zusätzlich einen Kommissar pro Land gelassen, wovon jeder sich profilieren will.
Aber davon abgesehen, in der Schweiz, wo über alles vom Volk abgestimmt wird, kommt es durchaus vor, dass eine Vorlage immer wieder, manchnal leicht verändert, vorgelegt wird, bis dass sie angenommen wird. Quelle: Welschschweizer Kollegen.
@ WK, und trotzdem ist das SCHWEIZER MODELL zu bevorzugen!!! Wenn die MEHRHEIT des Volkes für eine Sache stimmt, die man persönlich NICHT gut findet, hat man das halt zu akzeptieren!!! So geht DEMOKRATIE!!!
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Das Zinsniveau britischer Staatsanleihen (sogenannter Gilts) befindet sich auf einem historisch hohen Niveau. Die Renditen für die richtungsweisenden 10-jährigen britischen Staatsanleihen bewegen sich aktuell bei rund 5,36 % bis 5,50 %. Dieser Anstieg spiegelt den anhaltenden Druck am Anleihemarkt wider, der vor allem durch hohe Energiepreise, Inflationssorgen und die Erwartung länger anhaltend hoher Leitzinsen angetrieben wird
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Also Panikreaktion einer abgewirtschafteten Linken Regierung die hofft unter dem Schirm der EU nicht an ihren Schulden zu ersticken. Dabei ist die EU genau so pleite….
Dax, meinen Sie linke Regierung in Großbritannien?
Ja.