In Belgien müssen mehr als 700 Häftlinge in Gefängnissen auf Matratzen auf dem Boden schlafen, weil es nicht genug Betten gibt. Ein Notstandsgesetz soll für Entlastung sorgen, doch die Kritik steigt.
Mit Zinnen besetze Mauern, ein breites Eingangstor unter einem Torbogen und hohe, graue Burgtürme – das Gemäuer der Haftanstalt Saint-Gilles in Belgien erinnert an eine Festung aus dem Mittelalter. Inmitten von Jugendstilbauten und Reihenhäusern in der Brüsseler Gemeinde wirkt das im Jahr 1884 in Betrieb genommene Gefängnis imposant. Die Wahrheit ist: Es ist marode und damit Sinnbild für die Probleme im belgischen Strafvollzug.
Eigentlich sollte das Gefängnis wegen seines schlechten und in die Jahre gekommenen Zustands bereits zum Ende des Jahres 2024 geschlossen werden. Im Februar dieses Jahres gab Belgiens Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) die Kehrtwende bekannt: Die Kapazität des Gefängnisses in Saint-Gilles solle von 515 auf 600 Häftlinge erweitert und der Betrieb der Haftanstalt bis 2035 verlängert werden. Der Grund: Es fehlt landesweit an Gefängnisplätzen.

22.01.2021, Belgien, Juprelle: Im Hintergrund erkennt man das Gefängnis von Lantin bei Lüttich. Foto: Belga
– Haftbefehle in Brüssel verdoppelt: Die Haftanstalten in Belgien platzen aus allen Nähten. Im April berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Zahlen der liberalen Gewerkschaft SLFP, dass landesweit 763 Häftlinge aus Platzmangel auf Matratzen auf dem Boden schlafen. Ein Rekordwert. Zellen, die eigentlich für zwei Insassen ausgelegt sind, werden demnach mitunter von drei Menschen bewohnt. Auf 11.000 Haftplätze in Belgien kommen etwa 13.500 Häftlinge.
Die Gründe für die Überbelegung der Gefängnisse sind vielfältig. Durch die zunehmende Strafverfolgung im Drogenmilieu habe sich allein in Brüssel die Zahl der Haftbefehle im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft in ihrem Jahresbericht mit.
Weil es außerhalb der Gefängnisse nicht ausreichend psychiatrische Einrichtungen und Pflegeplätze gebe, belaste zudem die Unterbringung von psychisch Kranken und als schuldunfähig erklärten Straftätern den belgischen Strafvollzug.
Gemeinsam mit dem Gefängnispersonal und mehreren Gewerkschaften riefen belgische Gefängnisdirektoren im Oktober 2025 in einem offenen Brief an die Politik um Hilfe. „Diesen Aufruf politisch zu ignorieren, ist keine Option mehr. Die rote Linie ist nun überschritten worden. Wir können das einfach nicht mehr ertragen“, hieß es in dem Brief.
– Anti-Folter-Komitee kritisiert Haftbedingungen: Mit seinen Problemen in der Überlastung von Haftanstalten ist Belgien in Europa keineswegs ein Einzelfall. Das Komitee zur Verhütung von Folter des Europarats kritisierte jüngst die Überfüllung von Gefängnissen in gleich mehreren Ländern.

18.12.2021, Belgien, Leuven: Eingangspforte zum Gefängnis von Löwen (Leuven). Die belgischen Haftanstalten sind überbelegt. Foto: Shutterstock
Überlastete Haftanstalten haben laut des Komitees diverse negative Folgeeffekte. So werde etwa die Kriminalität innerhalb der Gefängnisse begünstigt und die Beziehungen zwischen den Inhaftierten und dem Personal belastet. Außerdem würden die Gefangenen so potenziell unmenschlichen und erniedrigenden Behandlungen ausgesetzt.
Der zunehmende Verlust der institutionellen Kontrolle in einigen europäischen Ländern sei besonders in großen, städtischen Gefängnissen zu beobachten, so die Experten.
Um die Überbelegung in den Griff zu bekommen, trat in Belgien bereits im Sommer 2025 ein Notstandsgesetz in Kraft, das dafür sorgen soll, Häftlinge früher zu entlassen und neue Gefängnisplätze zu schaffen. Richter müssen beim Verhängen von Urteilen genau begründen, warum eine Haftstrafe wirklich nötig ist.
In einer Aktualisierung des Notstandsgesetzes verkündete die belgische Regierung auch den Weiterbetrieb und Kapazitätsausbau des maroden Gefängnisses Saint-Gilles in Brüssel. Das Notstandsgesetz soll bis Ende 2027 gültig sein.

Das Gefängnis von Brügge ist die einzige Haftanstalt in Belgien mit Hochsicherheits-Trakt. Foto: Belga
– Belgien prüft Nutzung von Gefängnisplätzen im Ausland: Premierminister Bart De Wever (N-VA) schlug im Januar 2026 vor, 1.300 verurteilte Straftäter nicht in Gefängnissen unterzubringen, sondern mit einer Fußfessel zu Hause zu überwachen. Justizministerin Verlinden geht auf der Suche nach Entlastungen einen anderen Weg. Gemeinsam mit Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) strebt Verlinden an, Gefängnisplätze für straffällig gewordene Menschen ohne Aufenthaltsrecht im Ausland anzumieten.
Im Februar reisten die Ministerinnen nach Estland, um die Möglichkeiten zu prüfen, Haftplätze in dem baltischen Staat zu nutzen. „Wenn eine hier verurteilte Person ohne Aufenthaltsrecht ihre Strafe in ihrem Herkunftsland oder in einer ausländischen Haftanstalt verbüßen kann, bedeutet dies sowohl die korrekte Vollstreckung des Urteils als auch gleichzeitig eine erhebliche Effizienzsteigerung für unsere Justizvollzugsanstalten“, erklärte Verlinden nach dem Besuch.
Zuvor hatten die beiden Ministerinnen bereits Kosovo und Albanien als mögliche Kooperationsstaaten für die Nutzung von Haftplätzen geprüft. Wegen zu hoher Risiken in der Zusammenarbeit mit den beiden Nicht-EU-Staaten gingen die Verhandlungen bisher jedoch nicht über eine technische Prüfung hinaus. (dpa/cre)
Matratzen auf dem Boden für alle. Betten-Problem gelöst.
Das Problem hat Belgien schon 25 Jahre, aber lieber teure Haftanstalten in anderen Länder mieten hätte der Staat besser vor 25 Jahren schon Haftanstalten bauen sollen. Ist das so schwer neue Gefängnisse zu bauen.
@ Pensionär , Belgien hätte besser Trump und Orban nacheifern sollen , diese beiden hatten sich schon längst von diesen zugezogenen entledigt .
Jetzt ist es zu spät .
# Pensionär/ Mal eben 1000 Gefängnisse bauen, ist nicht einfach, wenn die Fachkräfte dafür, bereits sitzen.
Deshalb haben wir ja nach wie vor, Fachkräfte Mangel, obwohl tausende hinzugekommen sind 😉
Jedenfalls könnten 1000 zusätzliche Gefängnisse zukünftig eventuell reichen.
Sicher ist das aber nicht, denn desto mehr politische Kriminelle Vorbilder es auf der Welt gibt, desto mehr Gefängnisse werden benötigt.
Und es ist doch klar, dass die Gesellschaft sich an den ganz großen in der Politik, ein Beispiel nimmt.
@ Pensionär, wie ist es denn mit den von Belgien in den Niederlanden gemieteten Containern, die als Gefängnis dienen sollen??? Sind die auch schon überfüllt??? Man hat doch angeblich Unsummen dafür bezahlt!!!
Problem? Ich sehe da kein Problem, die sollen auf dem Boden schlafen
https://www.polizei.be/untersuchungen/de/untersuchungen/most-wanted?page=1
Noch Fragen?
Da die Hälfte der Gefängnisinsaßen sowieso Migranten sind, käme eine Abschiebung vielleicht günstiger.
Vor einigen Montaten habe ich mit einem Polizissten der Drogenfahnu-dung gesprochen, der sagte, das den „kleinen“ Drogenkriminellen sowieso nichts passiere da die Haftstrafen unter 3 Jahren meist auf Bewährung ausgesetzt werden. Er hat dann über die Zustände in den Gefängnissen berichtet und meinte ca. ein Drittel aller Insassen in Belgien seien Migranten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung. Ich sehe da auch den einzigen kurzfristigen Weg etwas Platz in den Gefängnissen zu schaffen.
Lösung: Remigration!
„Gefängnisse im Ausland“ ist das hier noch nicht teuer genug ?
Keiner ist freiwillig dort, also soll er auch mit den Konsequenzen leben.
Ausländer zurück in ihre Herkunftsländer, die können auch da in den Knast, sie lassen sich eh nicht an unsere Werte anpassen.
Wie sagte zuletzt ein Bekannter aus Deutschland “ jeder Hund oder Katze muss gechipt sein, damit man sieht wohin oder woher,…….
Das ist doch normal weil 41% Ausländer sind und das kost Uns 1.100.000€ pro monat; und dann will die Regierung sparen? Hier kann man sparen und die in Ihr land im Gefängnis tun; dann hat diese Regierung schön viel geld bespart.
Alle nicht Belgier die in den Belgischen Gefängnissen sitzen in ihr Heimatland abschieben, dann haben Zimmer zu vermieten
Wenn schon mal die ausländischen Häftlinge ohne gesetzliche Aufenthaltserlaubnis sofort abgeschoben würden, wäre kein Platzmangel in den belgischen Gefängnissen.
Es wäre bereits ein wichtiger Fortschritt, sogenannte Opferlose Straftaten zu entkriminalisieren. Diese Handlungen, die keinen direkten Schaden für andere verursachen, sollten nicht strafrechtlich verfolgt werden. Durch die Entziehung des kriminellen Charakters solcher Verhaltensweisen könnte sich die Justiz besser auf Straftaten konzentrieren, die tatsächlich Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Dies würde auch dazu beitragen, die Überlastung der Gerichte zu verringern und unverhältnismäßige Strafen für Situationen zu vermeiden, die letztlich niemandem schaden.
Dies würde die Gefängnisse erheblich entlasten
Also doller geht nicht mehr. Opferlose Straftaten sollen also „Entkriminalisiert“ werden.
Dann dürfen z.B Ladendiebe, Diebstähle, Drogenkonsumenten, Hausbesetzer… also gefühlt täglich ihre Einbrüche und Taten begehen. Sie sind ja praktisch „vogelfrei“.
Was würden sie sagen, wenn täglich jemand in ihre Wohnung einsteigt und ihnen ihr gesamtes Hab und Gut gewahltlos entwendet.
Was für ein Glück, dass sie in dieser Welt bisher keine konkrete Möglichkeit haben, ihre Spinnereien in die Tat umzusetzen.
Jeder blamiert sich so gut, wie er kann. Dass Ladendiebstahl, Diebstahl und Hausbesetzung eben keine opferlosen Straftaten sind, könnte man wissen, wenn man sich nicht ganz dumm stellt und nur eine Polemik raushauen will. Drogenkonsum ist eine opferlose Straftat.
@Peter S.
Und mit diesen wenigen opferlosen Drogenkonsumenten, die tatsächlich in den Gefängnissen einsitzen wollen sie Platz in den Gefängnissen schaffen? Diese Drogenkonsumierer sitzen nicht im Gefängnis sondern eher in Entzugseinrichtungen.
Na ja, denken war noch nie ihre Stärke!
„Opferlose Straftaten“?
Interessanter Gedanke, aber was soll das sein?
Frau Beaudimont, welche Straftaten ganz konkret haben keine Opfer?
Chips
In der DDR 2.0 kenne ich einen Fall: Ein Rentner veröffentlichte auf Facebook einen Beitrag, in dem er das Wort „Lügenfritze“ verwendete. Dafür wurde er kürzlich zu 30 Tagessätzen verurteilt. Dabei hatte der Bundeskanzler seine Wähler tatsächlich bewusst belogen und betrogen. Dieser Sachverhalt kam nur durch den Einsatz einer KI von HateAid ans Licht. N.B. Das ist Antidemokratie in ihrer reinsten Form.
Beispiele für sogenannte „opferlose Straftaten“ gibt es viele. Nach Murray Rothbard sind das Handlungen, bei denen es kein konkretes Opfer gibt, dessen Person oder Eigentum geschädigt wurde.
Dazu zählen je nach Land und Gesetzgebung unter anderem:
Besitz oder Anbau bestimmter Drogen für den Eigengebrauch,
illegales Glücksspiel,
Steuerhinterziehung (wobei der Staat als Geschädigter angesehen wird),
Schwarzarbeit,
Besitz verbotener Waffen,
Fahren ohne Führerschein,
Prostitution oder Zuhälterei,
Homeschooling in Ländern mit Schulpflicht,
Verstöße gegen Meldepflichten und Verwaltungsvorschriften,
Verkauf oder Herstellung nicht zugelassener Heilmittel,
Sterbehilfe oder assistierter Suizid, wo diese verboten sind,
Besitz bestimmter verbotener pornografischer Inhalte,
und je nach Rechtsauffassung auch Abtreibung.
Gerade beim Thema Abtreibung sieht man, dass die Frage nicht immer einfach ist: Ist der Fötus bereits ein eigenständiges Opfer oder nicht? Genau darüber wird seit Jahrzehnten diskutiert.
Man muss mit dieser Sichtweise nicht einverstanden sein. Aber zu fragen, was eine „opferlose Straftat“ sein soll, ist ungefähr so, als würde man fragen: „Was soll ein Vegetarier sein?“ Der Begriff existiert schon lange und wird in der Rechtsphilosophie regelmäßig verwendet.
…die Politiker wollen für sich im Grunde nur die selbstorganisierte ‚Absolution‘ in Bezug auf die ‚Volksschäden‘ die ihre ‚Geld-ist-geil‘ Politik verursacht.
Baudimont, gut. Zu Steuerhinterziehung: Vor Jahren verkaufte eine Tankstelle in Brüssel bleifreies Benzin als verbleites, zum höheren Preis versteht sich. Eigentlich waren doch die Autofahrer die Betrogenen, denn sie tankten Benzin, das ihren Motor verschliss, und bezahlten auch einen Aufpreis dafür. Trotzdem hieß es, der Staat sei um Akzisen betrogen worden, obwohl er die vollen Akzisen auf Benzin bleifrei kassiert hatte.
Nein, alle Straftaten begangen von NICHT-BELGIERN( innen) in deren Heimatlànder absitzen lassen.
Aber Bitte dafùr auch Sorgen , dass dann dort auch ABGESESSEN wird, bis zum letzten Tag.
Wir sind doch gerade dabei die Gefângnisse zu renovieren. Emmaburg und so weiter. . Ein Kerker genügt, davon gibt es genug in Belgien. Man muss sie so unterbringen, wie sie es in ihrer Heimat gewohnt sind.
# Peter Müller/ Der größte Teil mag noch aus anderen Ländern kommen, ich würde mich aber nicht drauf verlassen, dass dem so bleibt.
Denn wir haben zwar bis jetzt den Menschenhandel zu spüren bekommen, aber warten Sie mal ab wenn Plan B in Kraft tritt und wir nicht nur von außen durch andere Menschen ersetzt werden, sondern durch Menschen ähnliche, elektronische gestalten.
Die werden auch trainiert, die Gefängnisse für uns zu bauen, in denen wir den Ruhestand genießen dürfen.
Dann können sie nur beten, dass die Roboter mehr Mitgefühl als sie selbst haben und etwas Vernünftiges bauen.
Frau Pascale Boudimont ,antworten Sie bitte mal auf diese Frage,was wollen sie mit Ihre Schrott Immobilie in der Gospert eigenlich anfangen.Vermieteten sie sie einfach an die Leute die eine Unterkunft suchen.
@Ermitler: gute Frage, aber darauf antwortet sie nicht, da KI die Problematik nicht kennt.
Wohnt jemand darin?
Ich finde es doch sehr fragwürdig dass die Gemeinde diese Imobilien noch nicht als Unbewohnbar ( zum Abriss frei gegeben hat ) deglariert hat !
Zahlt die auch die sogenannte Ruinensteuer ?
Bei den Imobilien bekommt man schon Panic dass man beim vorbeigehen von herunterfallenden Teilen erschalgen wird !
Wenn der Bürgermeisten Mum hätte, würde er diesen Schrott Abreissen lassen !
Belgien blamiert sich vor allen! Nicht mal konforme Prisons, und genug davon bei uns! wohl jede Menge Politiker die wir allemal gut bezahlen müssen sind da! Schämt euch was! Ihr taugt gar nichts!
Die Zahlen, auch Statistiken genannt, sprechen Bände. Wir wissen alle, aus welchen „Kreisen“ die 70-80% der Knastbrüder und Schwester stammen…
Lösung:
alle Migranten und Illegalen, nach Hause in die Heimat Abschieben !
Wie war dass laut Studie, 73% alleer Straftäter in belgischen Gefängnis sind Migranten !
PS: für die die Steuerzahelr blechen müssen !
Die machen sich im Knast ein schönes Leben, ( Vollpension inkl. aller medizinischen Versorgung ) usw..
Und wer hat dafùr gesorgt , dass eine solche Situation entsteht…………….. , nicht die Justiz oder die Polizei !!!!! Polizei und Justiz kommen erst dann mit der staatlichen Zimmervermietung , nach dem eben diese heutige Bewohner alles dafùr in bewegunggesetzt haben um eben dieses Zimmer zugeteilt zu bekommen.