Mit einem echten Spitzenspiel beginnt am heutigen Freitag offiziell die neue Saison im belgischen Profifußball. Im Supercup treffen Meister FC Brügge und Pokalsieger sowie Vizemeister Union Saint-Gilloise aufeinander. Anpfiff im Jan-Breydel-Stadion in Brügge ist um 20.30 Uhr (live auf DAZN via DAZN-App, Pickx+Sports, VOO und Orange).
Sportlich verspricht die Begegnung erneut Hochspannung. Beide Vereine dominieren den belgischen Fußball seit mehreren Jahren und standen sich bereits in den vergangenen beiden Supercups gegenüber.
2024 setzte sich Union Saint-Gilloise mit 2:1 durch, ein Jahr später revanchierte sich der FC Brügge mit demselben Ergebnis. Nun folgt das dritte Kapitel dieser inzwischen zu einem echten Klassiker gewordenen Rivalität.

Hans Vanaken und Simon Mignolet (Mitte) vom FC Brügge stemmen inmitten ihrer Mitspieler den Meisterpokal in die Höhe. Foto: Belga
Für Brügge kommt diese Begegnung etwas zu früh. „Blauw en Zwart“ stehen vor einem Saisonstart ohne den Stress der europäischen Vorrunden; die Mannschaft ist indes noch nicht ganz bereit, wie die drei Niederlagen in den letzten drei Vorbereitungsspielen (gegen Heerenveen, Feyenoord und Rennes) zeigen.
Es wird auf beiden Seiten zahlreiche Ausfälle geben: Aleksandar Stankovic und Christos Tzolis sind weg, Raphael Onyedika fehlt im Kader, um seinen Wechsel vorzubereiten, Joel Ordonez hat eine Fußverletzung, während die drei belgischen WM-Fahrer Joaquin Seys, Brandon Mechele und Hans Vanaken erst am Dienstagabend zurückgekehrt sind. Sie dürften nicht alle von Beginn an spielen.
Ganz besonders gespannt darf man auf Brüggew Neuzugang Yann Sommer sein (früher Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München und Inter Mailand). 94 Mal kam der heute 37-jährige Torhüter für die Schweizer Nationalmannschaft zum Einsatz. Über 800 Partien hat er als Profi insgesamt bestritten. In Brügge tritt Sommer die Nachfolge von Simon Mignolet an, der seine Profikarriere beendet hat.
– Eine gute Vorbereitung für die Union: Auf Seiten der Union muss David Hubert ebenfalls auf Kjell Scherpen und Christian Burgess verzichten, die beide den Verein verlassen haben. Außerdem gilt es, die Formentwicklung von Anan Khalaili im Auge zu behalten, der durch all die Turbulenzen rund um seinen gescheiterten Wechsel zu Inter Mailand etwas ins Hintertreffen geraten war.
Auch für Promise David und Kevin Rodriguez, die bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada jeweils bis ins Achtelfinale bzw. Sechzehntelfinale gekommen sind, könnte es noch zu knapp werden.
Da am Dienstag die dritte Vorrunde der Champions League gegen die Norweger von Bodø/Glimt ansteht, scheint die Mannschaft in ihrer Vorbereitung jedoch weiter fortgeschritten zu sein als Brügge. Zudem hat sie zuletzt einen überzeugenden Sieg gegen OSC Lille eingefahren. Massiré Sylla und Darius Olaru könnten dies weiterhin nutzen, um sich einen Platz in der Startelf zu sichern.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
FC Brügge: Sommer – Sabbe, Mechele, Spileers, Meijer – Vetlesen, Sandra – Forbs, Vermant, Diakhon, Tresoldi.
Union Saint-Gilloise: Chambaere – Mac Allister, Sylla, Sykes – Patris, Van de Perre, Zorgane, Olaru, Guilherme – Biondic, Florucz.
Konflikt zwischen Pro League und DAZN endlich beigelegt
Zwischen der Pro League und dem Streaminganbieter DAZN, Inhaber der Fernsehrechte für den belgischen Profifußball, war ein heftiger Streit um den bestehenden Medienvertrag entbrannt. Im Mittelpunkt standen wirtschaftliche Fragen und die Weiterverbreitung der Spiele über die großen belgischen Fernsehplattformen (Proximus, VOO, Orange). Zeitweise schien sogar ein langwieriger Rechtsstreit unausweichlich.
Wenige Tage vor dem Saisonstart gelang jedoch die Einigung. Pro League und DAZN haben ihren Konflikt beigelegt und sogar ihre Zusammenarbeit langfristig bis 2030 verlängert. Damit erhalten die Vereine wieder Planungssicherheit, denn die Einnahmen aus den Medienrechten zählen zu ihren wichtigsten Finanzierungsquellen. Zwar soll DAZN künftig geringere Garantiesummen zahlen als ursprünglich vereinbart, dafür ist die Vermarktung des belgischen Profifußballs nun wieder langfristig gesichert.
Auch für die Fans gibt es positive Nachrichten. Der Supercup wird kostenlos über DAZN übertragen; ein kostenloses DAZN-Konto genügt zum Zuschauen. Die Einigung sorgt zudem dafür, dass der belgische Profifußball auch weiterhin über klassische TV-Angebote wie Proximus Pickx, VOO, Orange Belgium TV und Telenets Sportplattform Play Sports empfangen werden kann. Für die Zuschauer bedeutet dies, dass sie die Spiele nicht ausschließlich über die DAZN-App streamen müssen, sondern sie diese wie gewohnt über ihre TV-Box verfolgen können. (cre)

