Politik

Antrittsbesuch des Aachener Oberbürgermeisters Ziemons in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Der Direktor der Euregio Maas-Rhein, Michael Dejozé (l), der Aachener Oberbürgermeister Michael Ziemons (M) und Ministerpräsident Oliver Paasch (r). Foto: Serge Heinen

Am Donnerstag machte Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons Ostbelgien seine Aufwartung.

Im Gespräch mit DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) tauschte der CDU-Politiker dabei in Eupen über grenzüberschreitende Handlungsfelder aus, etwa zu Fragen der Mobilität, der Gesundheit, des Unterrichts und der Ausbildung, der Hochschulen oder auch der Energieversorgung. Auch der Stand der Dinge in den Großprojekten Einstein-Teleskop und Gigafactory wurde – im Beisein des Direktors der Euregio Maas-Rhein, Michael Dejozé – erörtert.

03.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Blick auf den Aachener Dom. Foto: Oliver Berg/dpa

„Unsere Zusammenarbeit mit Aachen zeigt, dass Europa dort stark ist, wo Nachbarn gemeinsam handeln. In Zeiten großer Herausforderungen ist dies wichtiger denn je. Unsere guten Beziehungen sind Ausdruck einer lebendigen europäischen Freundschaft, die konkrete Vorteile für die Menschen, Einrichtungen und Unternehmen in unserer Grenzregion schafft“, so Ministerpräsident Paasch im Anschluss.

Oberbürgermeister Dr. Ziemons erklärte seinerseits: „Unsere Region lebt vom Miteinander über Grenzen hinweg. Was uns verbindet, ist weit mehr als geografische Nähe – es ist eine gemeinsame Lebenswirklichkeit. Ob Infrastruktur, Wirtschaft, Gesundheitliche Versorgung, Bildung oder Wissensaustausch: Wenn wir unsere Stärken bündeln, und die Erreichbarkeit und Durchlässigkeit verbessern, so dass Grenzen immer weniger hinderlich sind, schaffen wir konkrete Mehrwerte für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze. Wir haben eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit vereinbart für die Menschen und die Zukunft unserer europäischen Grenzregion.“

Es war der Antrittsbesuch des Aachener Oberbürgermeisters in Ostbelgien, der sich in der Bürgermeisterwahl am 28. September des vergangenen Jahres in der Stichwahl durchgesetzt und sein Amt in der Kaiserstadt am 1. November 2025 angetreten hatte.

13 Antworten auf “Antrittsbesuch des Aachener Oberbürgermeisters Ziemons in der Deutschsprachigen Gemeinschaft”

  1. Pascale Baudimont

    Trotz aller Bemühungen, die deutschsprachige Region Belgiens künstlich vom übrigen Umfeld zu trennen – kein direkter Zug, eine 45-minütige Busverbindung, das Verschwinden gemeinsamer Strukturen wie IZOM – ziehen sich unsere Regionen weiterhin wie Magnete an. Das ist nur logisch: Historisch gesehen bildeten Aachen, das Limburg, das Limburg und Lüttich einen zusammenhängenden Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum.
    Bis heute teilen wir dieselben Traditionen, Produkte und landschaftlichen Besonderheiten: den Sirop de Liège, den Herve-Käse, ähnliche Obstsorten, vergleichbare Tierrassen und eine gemeinsame kulinarische wie landwirtschaftliche Prägung. Diese Gemeinsamkeiten sind gewachsen – sie sind Ausdruck einer natürlichen, über Jahrhunderte entstandenen Verbundenheit.
    Die heutigen Grenzen sind keine gewachsenen, natürlichen Trennlinien, sondern politische Konstruktionen, die bis heute aufrechterhalten werden. Dabei ist diese Region seit jeher wirtschaftlich stark, innovativ und wohlhabend. Viele wollten und wollen an diesem Reichtum teilhaben – und so wurde der ehemals zusammenhängende Raum aufgeteilt.
    Doch jenseits administrativer Linien bleibt die Realität bestehen: Die Menschen, die Wirtschaft und die Kultur dieser Grenzregion gehören zusammen. Was historisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zusammengewachsen ist, lässt sich nicht dauerhaft auseinanderdividieren.

    • Na ja, das kann man auch anders sehen. Jeder der im Norden Ost-Belgiens bauen möchte schimpft über die „Prüsse“ aus Aachen die hier Mondpreise bieten und das Bauen immer unerschwinglicher machen. Jeder der einen Hühnerstall zu verkaufen hat fragt hingegen niemanden aus dem Dorf, er inseriert sofort in Aachen… Dann hat man die „Prüsse“ im Dorf, was auch nicht jedem gefällt; dass man ihnen die Häuser und Grundstücke vorher teuer verkauft hat, zählt nicht mehr. Die Einheimischen kaufen gerne billig im Deutschen Aldi, wenn in Eynatten die Deutschen die Tankstellen blockieren (0,3 €/L billiger aktuell) wird geschimpft „die sollen doch bei sich tanken….“. Das Engagement Deutscher Mitbürger in den Dorfvereinen ist für viele ein rotes Tuch (bei uns ist das…. sie wissen schon 😉), engagieren sie sich nicht heisst es „die kommen nur zum billig schlafen hierher und machen alle Immobilienpreise kaputt“. Man macht es eben nicht jedem recht, schon gar nicht in Ostbelgischen Grenzdörfern….

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      #Dax/Der Rummel an den Tankstellen, könnte zur Zeit auch mit dieser Meldung zu tun haben:

      《Einige große Ölkonzerne und Handelshäuser setzen wegen des Angriffs auf den Iran ihre Öl- und Treibstofflieferungen durch die Straße von Hormus aus. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vier Händler. „Unsere Schiffe werden für mehrere Tage stillliegen“, sagte ein leitender Manager eines großen Handelshauses》

      Gelesen bei der Tagesschau.

  2. Was bringen solche Treffen konkrey für den Bürger in Ostbelgien ? Mehrwert, Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft ?
    Nur Beschaeftigungsmassnahmen für Politiker und Angang ?
    Gerne einige Beispiele bitte ….

    • Pascale Baudimont

      Die gewählten Politiker haben keinerlei Grund, etwas Konkretes für die Bürger in Ostbelgien zu leisten – sie werden ohnehin bezahlt, und zwar gut, egal was passiert. Der eigentliche Zweck solcher Treffen ist kostenlose Werbung in der Presse: die Bürger sollen die Namen der Politiker lesen und wissen, für wen sie bei der Wahl stimmen sollten. Man wählt schließlich keine Unbekannten.

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        Wurger/ Ironisch gesehen könnten sie auch die KI befragen, was das Thema Arbeitsplätze betrifft. In diesem Fall, werden sie von ihr freundlichst belogen, oder sie fängt an zu rudern, wie die Weltmeister im Achter, mit Steuermann *Frau ;-)

      • Alfons van Compernolle

        Pascale B: ist das nicht eine hausinterne Angelegenheit der 78000 Belgischen DG Mitmenschen?
        Eben diese Wàhlen ihre Volksvertreter und schlussendlich auch ob sie zum Koenigreich Belgien
        gehoeren wollen oder sich wieder der Bundesrepublik Deutschland anschliessen moechten?
        Aber bis jetzt kommen aus de DG -siehe Osbelgien Direkt- namenlose und vielfach inhaltlose
        Motzkommentare und nur selten Ueberdenkenswerte und intelligente Kommentare.
        Ich bin 3 bis 4 mal pro Monat in Eupen BELGISCHE in der DG geborene Freude zu treffen und wenn ich diesen dann zeige was in den Kommentaren los ist, werde ich gefragt, warum ich mir das antue.

        • meinemeinungdazu

          @AvC
          Gut, dass sie sich mal bei Pascal B. ausweinen können.
          Kommentare, die ich so in meinem Eupener und auch Eifeler Umfeld so höre, gehen in etwa in die gleiche Richtung.
          Die Leute lachen über so viel Naivität oder Dummheit eines AvC, der seine Unwissenheit, z.B. in Bezug auf die Finanzierung der DG auch noch öffentlich in Kommentaren kund tut.

  3. N. A. Klar

    Seitdem Aachen in rot-grüne („parteilos“ haha) Hände gefallen war, habe ich die Stadt nicht mehr betreten. Und das als gebürtiger Aachener. Wie es dort zugeht, erfahre ich immer wieder von dort wohnenden Freunden und Bekannten oder von hiesigen Nachbarn, die sich noch hintrauen. Das reicht mir völlig, um meine Meinung zu bestätigen oder gar noch zu übertreffen. In Aachen will ich nicht mal tot überm Zaun hängen oder beerdigt werden.

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