Paris Saint-Germain bleibt die Nummer eins in Europa. Der Titelverteidiger besiegte am Samstag im Endspiel der Champions League Premier-League-Meister Arsenal London im Elfmeterschießen.
Die Titeljäger von Paris Saint-Germain haben sich in einem Elfmeterkrimi erneut zum Champion-League-Sieger gekrönt und Arsenals Traum vom historischen Triumph Millimeter vor dem Ziel zerstört.
Trotz eines frühen Treffers des deutschen Fußball-Nationalspielers Kai Havertz besiegte das französische Star-Ensemble die Herausforderer aus England mit 4:3 im Shootout und sicherte sich neben dem Titel auch die UEFA-Prämie in Höhe von 25 Millionen Euro.

30.05.2026, Ungarn, Budapest: Leandro Trossard (l, FC Arsenal) und João Neves (Paris Saint-Germain) kämpfen um den Ball. Foto: Tom Weller/dpa
Vor 61.035 Zuschauern in Budapest hatte es nach der regulären Spielzeit nach Toren von Havertz (6. Minute) und Weltfußballer Ousmane Dembélé (65./Foulelfmeter) 1:1 (1:0) gestanden. In der Verlängerung fielen keine Tore mehr.
Als erster Club seit Real Madrid verteidigten die Franzosen den Titel in der Königsklasse. Die Königlichen aus Spanien hatten zwischen 2016 und 2018 sogar dreimal in Folge triumphiert.
– PSG stellt Rekord ein: Für Arsenal war es im 15. Saisonspiel der Königsklasse die erste Niederlage. Die Londoner verpassten wenige Tage nach dem Titelgewinn in der Premier League die absolute Krönung und warten weiter auf ihren Premierentitel in Europas wichtigstem Vereinswettbewerb.
Mit insgesamt 45 Treffern stellte Paris zudem den Rekord für die meisten Tore in einer Champions-League-Saison ein und teilt sich die Bestmarke nun mit dem FC Barcelona. Besonders in Erinnerung bleibt das 5:4-Spektakel im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern München. Liverpool hatte 2018 zwar 47 Tore erzielt, allerdings fielen sechs davon in der Qualifikation und gehen daher nicht in die offizielle UEFA-Statistik ein.

30.05.2026, Ungarn, Budapest: PSGs Cheftrainer Luis Enrique geht nach dem Finale auf den Pokal zu. Foto: Petr Josek/AP/dpa
Schon Stunden vor Anpfiff versammelten sich Tausende Fans beider Lager, um sich auf das bedeutendste Saisonspiel einzustimmen. Knapp 4.000 Polizisten waren im Einsatz. Bis zum Anpfiff blieb es abgesehen von einer Schlägerei in der Nacht weitgehend ruhig.
Die Franzosen starteten mit exakt den zehn Feldspielern, die im Finale vor einem Jahr Inter überrannt hatten. Arsenal setzte in der Sturmspitze auf Deutschlands WM-Hoffnung Havertz. „Er hat diese Gabe, wichtige Tore zu machen“, sagte Arteta und bewies einmal mehr ein goldenes Händchen.
Auch wenn die Entstehung des Führungstreffers glücklich war: Marquinhos schoss den belgischen Nationalspielern Leandro Trossard von Arsenal an und der Ball prallte in den Lauf von Havertz. Aus spitzem Winkel hämmerte ihn der Ex-Leverkusener unter die Latte.
– PSG mit über 70 Prozent Ballbesitz: Der frühe Schock war den Parisern anzumerken. Die vermeintlich beste Offensive der Welt fand keinen Schlüssel für die Abwehr der Engländer, die unheimlich tief standen. PSG hatte quasi keinen wirklich gefährlichen Abschluss im ersten Durchgang – trotz mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Starstürmer Dembélé war zunächst überhaupt kein Faktor.

30.05.2026, Ungarn, Budapest: Cristhian Mosquera (l, FC Arsenal) foult Khvicha Kvaratskhelia (Paris Saint-Germain) im Strafraum. Foto: Tom Weller/dpa
Der Favorit erhöhte den Druck nach der Pause und schien dem Ausgleich immer näherzukommen. Bis zum Arsenal-Strafraum stießen die Franzosen oft mühelos vor, dann fehlte entweder die Genauigkeit oder ein Rot-Weißer warf sich in den Schuss. Ein Elfmeter brachte PSG schließlich zurück ins Spiel. Einige PSG-Anhänger sprangen vor Freude in den Innenraum – sofort rückte die Polizei an.
– Frust auf deutschen Schiedsrichter: Die Fans der Engländer brachten hingegen ihren Frust über den deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert lautstark zum Ausdruck. Schon am Ende der ersten Hälfte war Siebert ausgepfiffen worden, nachdem er auf Zeitspiel gegen die Gunners entschieden hatte und einen Eckball nicht mehr ausführen ließ.
In der Schlussphase der regulären Spielzeit wurde es dramatisch mit Riesenchancen für PSG durch Khvicha Kvaratskhelia, Vitinha und Bradley Barcola. Doch die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen. Arsenal hatte in der Verlängerung zwar wieder offensiver agiert, konnte das Spiel aber nicht mehr an sich reißen. (dpa/cre)
Das war fußballerische Magerkost in Vollendung. Zumindest hat die richtige Mannschaft im Elfmeterschießen gewonnen, was ja immer ein Glücksspiel ist.
Schlechtester Mann auf dem Platz war der deutsche Schiedsrichter