Mark van Bommel ist am Freitag offiziell als neuer Cheftrainer der belgischen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. In Beisein von Sportdirektor Vincent Mannaert stellte sich der Niederländer in Tubize den Fragen der belgischen, niederländischen und internationalen Presse.
„Ich freue mich sehr, hier zu sein. Das habt ihr euch sicher schon gedacht. Es ist anders als der Posten eines Vereinstrainers, aber ich glaube, diese Herausforderung passt gut zu mir“, so der 49-Jährige, der betonte, dass er nicht erst seit heute eine enge Verbindung zu Belgien habe.
„Ich habe zwei Jahre lang bei Antwerp gearbeitet, habe früher Rik De Saedeleer in der BRT gehört und bin fünf Kilometer von der belgischen Grenze entfernt aufgewachsen“, sagte der 79-malige holländische Nationalspieler.

Der neue belgische Fußball-Nationaltrainer Mark van Bommel hält ein Trikot der Roten Teufel mit seinem Namen und mit der Nummer 28 in der Hand (sein Vertrag läuft bis zur EM 2028). Foto: Belga
„Jeder Trainer will gerne Nationaltrainer eines Landes aus den Top 10 der Welt werden“, führ der ehemalige niederländische Nationalspieler fort. „In den letzten zwei Jahren habe ich viele Angebote erhalten, aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich es tun musste. Als ich den Anruf von Vincent (Mannaert, Anm. d. Red.) erhielt, habe ich nicht gezögert.“
Derweil wollten einige der zahlreich erschienenen Journalisten aus den Niederlanden wissen, ob van Bommel nicht eher einen anderen Anruf erwartet hatte als den von Belgiens Sportdirektor Mannaert. Gemeint war damit natürlich ein Anruf des niederländischen Fußballverbandes.
„Nein, absolut nicht“, lautete die Antwort des ehemaligen Fußballprofis von FC Baecelona, Bayern München und AC Mailand. „Ich habe in den letzten zwei Jahren viele Angebote erhalten, aber keines hat mich überzeugt. Eine Nationalmannschaft zu trainieren, insbesondere die von Belgien, ist eine große Ehre. Das ist der Traum eines jeden Trainers.“ und fügte hinzu: „Angesichts meiner Erfahrung als Trainer und meiner eigenen internationalen Karriere als Spieler finde ich, dass diese Position gut zu mir passt.“
Der ehemalige Mittelfeldspieler sprach auch über den Spielstil, den er gerne umsetzen möchte. „Ihr kennt mich seit meiner Zeit bei Antwerp. Ich will den Ball haben, das Spiel dominieren und das Geschehen vorwegnehmen. Für mich ist es wichtig, dass die Spieler wissen, was sie zu tun haben. Man muss spüren, dass es eine Leitlinie gibt und dass man sich sagt: ‚Das ist eine Mannschaft von Van Bommel‘“.
Van Bommel wurde auch zum heiklen Fall Thibaut Courtois befragt, der sich ein Sabbatjahr nehmen und die Nations League auslassen möchte, um dann in der Qualifikation für die EM 2028 in Großbritannien und Irland wieder zur Verfügung zu stehen. Er werde nach Madrid reisen und sich dort ausführlich mit Courtois unterhalten. Vorher werde er sich nicht dazu außern, stellte der neue Nationaltrainers der Roten Teufel klar.
Der ehemalige Cheftrainer von Antwerp ging auch darauf ein, ob er vorhabe, Französisch zu lernen. „Ich habe darüber nachgedacht. Hier gibt es mehrere Sprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch (er nannte sogar „de buurt van Eupen“, die Umgebung von Eupen, Anm. d. Red.). Wenn Belgien gewinnt, ist das ganze Land glücklich. Auch wenn es mehrere Sprachen gibt, machen wir alles gemeinsam. Als Nationaltrainer versuche ich, das Land glücklich zu machen. In welcher Sprache ich das tue, spielt für mich keine große Rolle.“
Der Nachfolger von Rudi Garcia will im Hinblick auf die EM keine Versprechungen machen. „Als Fußballer und Trainer will man immer gewinnen. Man weiß nicht, was auf dem Weg dorthin passieren wird, aber man will so weit wie möglich kommen. In den Niederlanden hört man oft: ‚Wir werden Weltmeister.‘ Doch es gibt viele Faktoren, die man berücksichtigen muss. Ich möchte daher nicht lautstark verkünden, dass wir die EM gewinnen werden, auch wenn wir natürlich genau dafür spielen.“ (cre)
Die ersten vier Spiele der belgischen Nationalmannschaft in der A-Liga der Nations League (Gruppe A1 mit Frankreich, Italien und Türkei):
- Fr. 25/09/2026 20h45 Italien-Belgien (Rom)
- Mo. 28/09/2026 20h45 Belgien-Frankreich (Brüssel)
- Fr. 02/10/2026 20h45 Belgien-Türkei (Lüttich)
- Mo. 05/10/2026 20h45 Frankreich-Belgien (Paris)