Topnews

Vincent Kompany zu Besuch bei seinem BX Brussels – Das Projekt ist längst mehr als nur ein Fußballverein

23.09.2026, Belgien, Anderlecht: Der ehemalige belgische Fußball-Nationalspieler und heutige Cheftrainer des FC Bayern München, Vincent Kompany, posiert mit Nachwuchsspielern von BX Brussels bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen dem Fußballverein BX Brussels und Foodmaker. Foto: Belga

Der ehemalige belgische Fußball-Nationalspieler und heutige Cheftrainer des FC Bayern München, Vincent Kompany, nutzte die zweiwöchige Länderspielpause, um sich in Brüssel intensiv um sein Herzensprojekt BX Brussels zu kümmern.

Trotz seiner internationalen Karriere hat „Vince the Prince“ nicht vergessen, woher er kommt. Das 2013 von ihm mit ins Leben gerufene Sozialprojekt BX Brussels liegt ihm nach wie vor sehr am Herzen. Am Mittwoch war der 40-Jährige beim BX Brussels zu Besuch.

Brüssel ist für Kompany weit mehr als nur seine Heimatstadt. Beim RSC Anderlecht begann seine große Fußballkarriere. Dort wurde er zum Profi, bevor er über den Hamburger SV und Manchester City zu einem der bekanntesten belgischen Fußballer seiner Generation wurde. Nach seiner Rückkehr zum Sporting Anderlecht übernahm er zudem die Rolle des Spielertrainers – und sammelte damit seine ersten Erfahrungen an der Seitenlinie.

Vincent Kompany zu Besuch beim BX Brussels. Foto: Belga

Seine Verbindung zu Brüssel ist deshalb bis heute eng. Einen Teil dieser Verbundenheit steckt Kompany in den BX Brussels, den er vor mehr als einem Jahrzehnt mit ins Leben rief. Der Verein hat seine Heimat in Anderlecht, im Südwesten der belgischen Hauptstadt. Auf den Plätzen an der Rue Pierre Schlosser werden Kinder und Jugendliche nicht nur sportlich gefördert. Im Mittelpunkt steht vor allem ihre persönliche und soziale Entwicklung.

Sportlich ist die erste Mannschaft derzeit in der 1. Provinciale Brabant des frankophonen Amateurverbandes ACFF aktiv, der sechsten Spielklasse des belgischen Fußballs. Doch die sportliche Einordnung sagt nur wenig über die Bedeutung aus, die BX Brussels für seine Mitglieder und das soziale Umfeld in Brüssel haben möchte.

„Wir investieren in die Entwicklung junger Menschen“, erklärt Kompany. Er komme weiterhin regelmäßig nach Brüssel und habe sich über die Jahre viel Wissen und Erfahrung angeeignet. BX Brussels spiele mittlerweile eine wichtige Rolle im sozialen Netzwerk der Hauptstadt. Dass das Projekt weiter wächst, erfüllt ihn mit Stolz.

Für Kompany wird die Bedeutung des Sports in den belgischen Großstädten noch immer unterschätzt. Nicht jeder Jugendliche habe zu Hause oder in der Schule die gleichen Voraussetzungen. Deshalb brauche es Orte, an denen junge Menschen positive Erfahrungen machen, Gemeinschaft erleben und Menschen kennenlernen können, die ihnen Orientierung geben.

„Die Jugendlichen sollen wissen, dass sie nicht auf sich allein gestellt sind“, sagt Kompany. Genau darin sieht er eine der wichtigsten Aufgaben eines Sportvereins innerhalb einer Gemeinschaft. Bei BX Brussels arbeiten zahlreiche engagierte Trainer daran, den Jugendlichen nicht nur Fußball beizubringen, sondern sie auch in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten.

Der 17-jährige Joshua Nga Kana schaffte den Sprung vom BX Brussels in die Profimannschaft von Rekordmeister RSC Anderlecht. Foto: Belga

– Joshua Nga Kana vom BX Brussels zum RSC Anderlecht: Dass aus dieser Arbeit auch sportliche Erfolge entstehen können, zeigt das Beispiel von Joshua Nga Kana. Der 17-jährige Flügelspieler des RSC Anderlecht hat seine ersten Schritte auf den Plätzen des BX Brussels gemacht. Für Kompany ist seine Entwicklung ein konkretes Beispiel dafür, welches Potenzial in den Jugendlichen steckt. „Ich sehe Brüssel als ein in Belgien unübertroffenes Humankapital“, sagt Kompany. Dieses Potenzial wolle man sichtbar machen und fördern. Nga Kana, davon ist Kompany überzeugt, werde nicht der letzte Spieler sein, dem der Durchbruch gelingt.

Indes ist der sportliche Erfolg nicht das eigentliche Ziel des Projekts. Der Schwerpunkt liegt weiterhin klar auf der sozialen Arbeit. Rund 90 Prozent des Budgets fließen laut Kompany in diesen Bereich. Insgesamt seien bereits 12 Millionen Euro in BX Brussels investiert worden – ohne Aussicht auf eine finanzielle Rendite.

„Wir glauben einfach an das Potenzial von Brüssel“, erklärt Kompany. Der Verein zählt mittlerweile rund 1.200 Mitglieder. Eine Obergrenze soll es nicht geben. Vielmehr gehe es darum, möglichst viele junge Menschen zu erreichen und langfristig etwas in der Gesellschaft zu bewirken.

– Foodmaker wird Hauptsponsor: Zu dieser Entwicklung gehört nun auch eine neue Partnerschaft. BX Brussels arbeitet künftig mit Foodmaker zusammen, das zum Hauptsponsor des Vereins wird. Dabei geht es um mehr als klassische Sponsorenwerbung. Die Zusammenarbeit soll insbesondere das Thema gesunde Ernährung stärker in den Mittelpunkt rücken.

Kompany sieht darin einen wichtigen Bestandteil der Arbeit mit jungen Menschen. In professionellen Sportvereinen sei eine gesunde Ernährung längst selbstverständlich. Foodmaker soll dazu beitragen, dass auch die Jugendlichen von BX Brussels Zugang zu gesunder Ernährung bekommen, ohne dass dies viel Zeit oder ein großes Budget erfordert.

20.09.2026, Bayern, München: Bayern-Trainer Vincent Kompany am vergangenen Sonntag mit seiner Frau Carla Higgs auf dem Münchner Oktoberfest. Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Partnerschaft passt damit zum grundsätzlichen Ansatz von BX Brussels: Sport soll nicht isoliert betrachtet werden, sondern Teil einer ganzheitlichen Entwicklung sein. Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte und persönliche Förderung gehören für den Verein zusammen.

BX Brussels ist damit längst mehr als nur ein Fußballverein. Der Sport bildet den Rahmen für ein umfassenderes soziales Konzept. Kinder und Jugendliche sollen einen Ort finden, an dem sie sich entwickeln können, Unterstützung erfahren und Perspektiven für ihre Zukunft bekommen.

Kompany selbst ist dabei das bekannteste Gesicht des Projekts. Trotz seiner internationalen Karriere und seiner heutigen Tätigkeit als Trainer ist die Verbindung zu Brüssel nie abgerissen. Er kehrt regelmäßig zurück, spricht mit Verantwortlichen und verfolgt die Entwicklung seines Projekts aus nächster Nähe.

Seine Botschaft ist klar: Brüssel verfügt über enormes Potenzial – und dieses Potenzial verdient eine Chance. BX Brussels möchte seinen Teil dazu beitragen. Nicht nur, um den nächsten Fußballer hervorzubringen, sondern vor allem, um jungen Menschen auf ihrem Weg Unterstützung, Gemeinschaft und neue Perspektiven zu geben.

Ein Kompany spielt übrigens derzeit in der ersten Mannschaft des BX Brussels: Bruder François. Der heute 37-jährige spielte früher u.a. für Sint-Niklaas, Aalst, Seraing, Roeselare und Lokeren. „Er macht das nicht für mich, sondern um fit zu bleiben“, sagt Vincent Kompany lachend. Und beim Besuch von Vincent Kompany am Mittwoch beim RX Brussels war noch ein anderer Kompany anwesend: Vater Pierre Kompany, der für „Les Engagés“ in der Abgeordnetenkammer sitzt. (cre)

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern