Der Kelmiser Bürgermeister Daniel Hilligsmann steht derzeit gleich an zwei Fronten in der Kritik.
Für politischen Zündstoff sorgte in dieser Woche zunächst die Nachricht, dass er sich um den Posten des Generaldirektors der Rennstrecke von Spa-Francorchamps beworben hatte.
Nachdem sein Name unter rund 200 Bewerbern aufgetaucht war, bestätigte Hilligsmann schließlich, seinen Lebenslauf eingereicht zu haben. Gegenüber dem BRF erklärte er, dies sei eher eine Art „Testballon“ gewesen. Aus dem Umfeld der Rennstrecke sei ihm nahegelegt worden, Unterlagen einzureichen. Er habe jedoch nicht ernsthaft damit gerechnet, unter den Bewerbern in die engere Auswahl zu gelangen.
Nachdem sein Interesse an dem Posten in der Presse publik geworden war, zog Hilligsmann nach eigenen Angaben die Reißleine. Er erklärte, für die Stelle nicht zur Verfügung zu stehen und Bürgermeister von Kelmis bleiben zu wollen.

Ministerpäsident Oliver Paasch (l) und sein damaliger Kabinettschef und heutiger Kabinettsmitarbeiter Daniel Hiligsmann (r) bei der Vorstellung der ProDG-Liste für die PDG-Wahl vom 9. Juni 2024. Foto: Patrick von Staufenberg
Die CSP-Lokalsektion Kelmis reagierte auf die Bewerbung mit scharfer Kritik. In einer Pressemitteilung stellte sie die Frage, ob Hilligsmann nach nicht einmal zwei Jahren bereits „amtsmüde“ sei. Die Partei verwies darauf, dass die angestrebte Funktion mit dem Bürgermeisteramt rechtlich nicht vereinbar sei. Gerade deshalb sei es aus Sicht der CSP erklärungsbedürftig, warum sich Hilligsmann überhaupt um den Posten beworben habe.
Die CSP sieht darin ein schlechtes Signal für die Gemeinde. Hilligsmann habe vor weniger als zwei Jahren einen Wählerauftrag erhalten, sich nun aber gleichzeitig um eine andere leitende Funktion beworben. Die Partei wirft die Frage auf, ob seine persönlichen beruflichen Ambitionen inzwischen schwerer wiegen als sein Engagement für Kelmis.
Neben der aktuellen Diskussion um Spa-Francorchamps steht Hilligsmann bereits seit Längerem wegen seiner Tätigkeit für die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der Kritik.
Nach seiner Wahl zum Bürgermeister hatte Hilligsmann sein Amt als Kabinettschef von Ministerpräsident Oliver Paasch aus deontologischen Gründen aufgegeben. Er blieb jedoch als Delegierter für institutionelle Angelegenheiten und Zusammenarbeit für die Regierung tätig.
Der Vivant-Fraktionsvorsitzende Michael Balter nahm diese Doppelrolle zum Anlass für eine parlamentarische Anfrage. Er wollte von Paasch wissen, nach welchen Kriterien die Regierung solche Ämterkombinationen beurteilt und wie mögliche Interessenkonflikte verhindert werden.Für Balter hat Hilligsmann Doppelfunktion ein „Geschmäkle“. Auch die Ecolo-Fraktionsvorsitzende Fabienne Colling hält die Kombination aus Bürgermeisteramt und Tätigkeit im Kabinett für bedenklich, selbst wenn sie rechtlich zulässig ist.
Paasch verteidigte seinerseits die Regelung. Kabinettsmitarbeiter seien Berater und keine Entscheidungsträger. Eine Tätigkeit im Kabinett sei deshalb grundsätzlich mit einem kommunalen Exekutivmandat vereinbar, sofern die Aufgaben klar voneinander getrennt würden.
Im Fall Hilligsmann sieht Paasch diese Trennung gewährleistet. Als Delegierter beschäftige sich der Kelmiser Bürgermeister mit den Beziehungen der Regierung zum Föderalstaat, zur Wallonischen Region und zur Provinz Lüttich sowie mit interföderalen Verhandlungen. Mit der Gemeindeaufsicht habe seine Tätigkeit nach Angaben des Ministerpräsidenten nichts zu tun. (cre)

Ich glaube, da ist jemand, der den Hals nie voll kriegt…
Da haben wir es wieder, diese Berufsausûbenden bekommen den hals nicht voll genug! Decken sich an der Quelle schon mal gut ein, und verlangen danach noch Nebenposten und Bonis, Rente nicht zu vergessen. Damit müsste endlich man Schluss sein! Es sind bereits seit vielen Jahren zur Genüge Grosse Überaschungen aufgetaucht! Dass sich keiner der vielen Politiker/innen dazu bemüht ist ja verständlich, denn damit schneidet er/sie sich ja ins eigene Fleisch. Da war doch mal vor einigen Monaten ein Skandal gewesen, aber niemals etwas konkretes bekannt geworden! Das stinkt gewaltig!
Schon wieder eine Tatsache,aber keiner ändert was!?
Sollte zur Privatwirtschaft wechseln, der Mann sieht nur Geld …. Bzw, sollte wechseln müssen , hat nicht die nötige moralische Einstellung um dem Volk ehrlich zu dienen !
Nach etlichen Enttäuschungen hat ein Großteil der Kelmiser Bevölkerung große Hoffnungen in diesen Mann gesetzt, und werden jetzt erneut schwer enttäuscht.
Ein ehemaliger Schöffe hat meinem Mann mal gesagt: „Wenn du die Sache ernst und aufrichtig machen willst, dann hast du mehr als einen Volltagsjob, denn es hat seinen Grund, dass vor Jahren die Vergütung extrem erhöht wurde“.
Lächerlich und scheinheilig fand ich die Kritik der CSP an Herrn Hilligsmann, denn all ihre Kelmiser Bürgermeister waren immer und überall unterwegs, aber kaum im heimischen Gemeindehaus zugegen.
Wir hatten schon von alles hier in der DG! Der Mann aus Schoppen war sogar noch bei der E U in Spitzenposition, und unser hoher Präses Posten liess er links liegen!? Sachen gibt es in dem Berufe, man muss nur wollen? Und ach so viele Möglichkeiten!? Wobei hier noch lange nicht alles „Einsichtig“ ist, da liegt noch so vieles verborgen?! In Kelmis gabs ja noch mal einen Bürgermeister, der auch Doppelgleisig fuhr, dazu seine Frauja dann auch noch einen guten Job hatte bei einer Krankenkasse. Politiker sollte man studieren, damit kommt man weit. Hier ist alles möglich.
Politiker kann man nicht studieren, höchstens Politikwissenschaft. Zum Politiker braucht es lediglich Redegewandheit und die Bereitschaft dazu, um 10 Uhr bereits kein Interesse mehr zu haben an dem was man um 9 Uhr gesagt hat. Zudem eine Prise Egomanie.
Werter Georg
Meine Frau ist seit 20 Jahren ehrenamtlich bei der Krankenkasse, aber das zu vermerken passt ja nicht zu Ihren Vorurteilen .
Mit besten Grüßen aus Kekmis
Wer sein Bürgermeisteramt wirklich ernst nimmt, kann dies nicht in Teilzeit machen. Diese Ämterhäufung ist nicht gut. Leider bewegen sich in der Ostbelgischen Politik nicht wirklich die richtigen Leute. Was hier in Ostbelgien abgeht, geht auf keine Kuhhaut. Nur der Wähler und der mündige Bürger ist leider auch verantwortlich an dieser Misere. Wieso wählt man einen Kandidaten einer Partei ohne wirklich Wirtschaftskompetenz? Die Politik der PRODG hat doch hinlänglich bewiesen, dass sie alles gegen die Wand fahren. Die Bildungspolitik beweist doch, wie unfähig diese Partei ist. Es geht doch nur um die Verteilung der Posten an Fründe. Herr Hilligsmann ist ein gutes Beispiel für eine Persönlichkeit, die eigentlich gar nicht so an einem Bürgermeisteramt interessiert ist? Es ist für ihn ein gut bezahlter Job.
Das System Paasch sichert sich Wähler über die Unterstützung der Vereine, Kultur und Bauprojekte.
Paasch umgibt sich mit Menschen, die politische Erfahrungen haben. Das wirkliche Leben interessiert diese Leute nicht.
Naja ein Herr J Franssen von der CSP, wurde vor ein paar Jahren (wie auch immer) Bürgermeister in Raeren.
Und obwohl dies nicht mit einem Ministerposten vereinbar ist, zog er als Spitzenkandidat für die CSP in den Wahlkampf!
Und wurde Minister!
Hat die CSP damals den Mund aufgemacht?
Nein, es war ja ihr Kandidat!
Und jetzt?
Großes Gebrüll!
Nur Herr Hilligsmann zieht zurück!
Franssen war es egal, ihm war der nächste Schritt auf der Karriereleiter wichtiger!
Danke CSP! 😉 für eurer Ehrlichkeit!
Gerade die CSP sollte den Mund halten u ganz ruhig sein
Ach! Wissen Sie was? Die gleichen sich allemal! Wenn die mal Oben- und Dran sind, ist keiner vor denen mehr sicher, gleich welcher Kulör!? Ran an die Buletten! Jetzt oder nie!
@Ausgleich
„Wenn die mal Oben- und dran sind, ist keiner vor denen mehr sicher,“
Sehr geistreich, was sie da schreiben. Fühlen sie sich dadurch etwa bedroht?
Obschon Politiker ein Job auf Zeit ist, darf man sich als solcher also nirgendwo mehr bewerben?
Quatschkopp, Sie schreiben ja fast so wie Ihren Namen!? Mal Nachdenken, es gibt ja schon so viele gegenteilige Beispiele, alleine in unserer DG!? Daher, erst denken, dann schreiben.
Die Hürden für eine komplette Neugründung einer Gemeinderatsliste wird bewusst schwer gemacht. Die althergebrachten Listen oder Parteien müssen nur ca. 3 oder 5 Unterschriften nachweisen. Ich weiss nicht mehr wie viele Unterschriften ich als Neugründerin haben musste. Dann kommt die Listenplatzierung: Wer mit einer Partei antritt wird bevorzugt. Wer keine vollständige Liste hat, wird bei der Platzierung benachteiligt. Darum ist es nicht verwunderlich, dass fast niemand ohne Parteibezug sich eine Kandidatur mit schlechten Erfolgsaussichten antut. Viele Wähler glauben politische Erfahrung sei gut für diese Ämter? Wie sie sehen ist eine Veränderung durch neue Inspirationen nicht gewünscht. Nur was qualifiziert einen jungen Mann, der folgendes studiert hat?“Der Kelmiser Bürgermeister studierte unter anderem Komposition und Orchesterdirigat in Lüttich.“ Zitat Grenzecho BWL lag diesem jungen Bürgermeister nicht. (Betriebswirtschaftslehre) Ein Bürgermeister/in sollte doch ein Mann oder Frau der Zahlen sein?
Ämter sollte einfach nicht gehäuft werden dürfen!
Dies wäre echte Demokratie, schmeckt den Parteien nicht . Geld und Macht, das Wohlergehen der Bevölkerung ist für den meisten Politikern kein Ziel….
Pfui !
Politische Ämter sind Schleudersitze, jeder der darauf Platz nimmt sollte einen Plan B haben für den Tag wo er einen Abflug macht.
Amaury Bertholomé soll(te) jetzt ersetzt werden, nicht nach irgendeinem Abflug…
Wenn man die Möglichkeit hat von Stuhl zu steigen bevor er wackelt sollte man nicht warten bis er umfällt… Alte Chinesische Weisheit 😉
Ich kann Hilligsman verstehen.
Warum darf er nicht „schonmal“ seine Fühler ausstrecken?
Nach den Wahlen ist vor den Wahlen und wer weiß ob er wieder BM wird und dann?
Jupp, dass sind alles Nestbeschmutzer, machen alles um an gute Posten zu kommen.
Jupp, „vor den Wahlen“: immerhin noch fünf Jahre.
Gut gebrüllt @Jupp .
“ Nach den Wahlen ist vor den Wahlen “
Bei uns hier am Büchel sind auch noch einige in den Jahren gekommene Politiker am wirken mit den Hintergedanken an das Wahljahr 2030 .
Die Frage ist, was wird nach der Amtszeit von Herrn Hilligsmann übrigbleiben. Auch er hat sicherlich erkannt, dass man mit Steuererhöhungen das strukturelle Finanzproblem von Kelmis nicht lösen kann. Letztendlich kann nur eine, zur Steigerung der Attraktivität führende, gezielte Investionspolitik mittelfristig aus der Misere führen. Dafür zu kämpfen scheint Herr Hilligsmann nicht bereit zu sein.
Dann lieber den bequemeren Weg gehen und dabei noch auf größerer Bühne präsent sein.
In was soll man denn investieren? In die Parkcafé-Ruine?
Bestimmt nicht in eine Formel 1 Rennstrecke für Bettenrennen ;-)
Die Bewerbung auf die Stelle in Francorchamps ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.
Weiterhin als Berater der Regierung tätig zu sein, die die Aufsichtsbehörde der Gemeinde ist, deren Bürgermeister man ist, geht einfach nicht.
Der Herr hat es halt etwas hoch im Giebel und keinerlei Hemmungen.
Und dann bekommt das Unterfangen der Bewerbung heute, nachdem bekannt wurde, dass die Neubesetzung des F1-Postens erst mal auf Eis gelegt wurde, noch mal mehr Geschmäckle! Also dann doch erstmal wieder, wahrscheinlich bis zum nächsten Anritt, zurück in den offensichtlich als 2. Wahl geltenden BGM-Stuhl.