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Bei Wahlsieg der Republikaner: Trump verspricht 5.000 Dollar für jeden erwachsenen US-Staatsbürger

10.09.2026, USA, Dallas: US-Präsident Donald Trump applaudiert auf dem Parteitag der Republikaner. Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat im Vorfeld der Kongresswahlen im November ein außergewöhnliches Wahlversprechen abgegeben: Sollte seine Republikanische Partei sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat behalten, will er jedem erwachsenen US-Staatsbürger 5.000 Dollar auszahlen (umgerechnet etwa 4.300 Euro).

Trump bezeichnet die geplante Zahlung als „Trump Dividend“ und stellt sie als Anteil der Bürger am wirtschaftlichen Erfolg seines Landes dar. Das Geld soll nach seinen Vorstellungen allerdings innerhalb der Vereinigten Staaten ausgegeben werden. Wie dieses Vorhaben genau funktionieren und kontrolliert werden soll, ließ Trump zunächst offen.

Gerade diese fehlenden Details werfen erhebliche Fragen auf. Die wichtigste lautet: Woher soll das Geld kommen? Bei rund 240 bis 245 Millionen erwachsenen US-Bürgern würde die Auszahlung nach Schätzungen etwa 1,2 Billionen Dollar kosten. Trump und sein Vizepräsident JD Vance haben unter anderem auf Einnahmen aus Zöllen verwiesen.

10.09.2026, USA, Dallas: US-Präsident Donald Trump steht auf der Bühne, nachdem er auf dem Parteitag der Republikaner eine Rede gehalten hat. Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Kritiker und unabhängige Faktenprüfer weisen jedoch darauf hin, dass die bisherigen Zolleinnahmen bei Weitem nicht ausreichen würden, um ein Programm dieser Größenordnung kurzfristig zu finanzieren.

Damit stellt sich unmittelbar die nächste Frage: Müssten die Vereinigten Staaten für Trumps Versprechen neue Schulden aufnehmen? Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten wäre dies wahrscheinlich, falls keine anderen großen Einnahmequellen oder Einsparungen gefunden werden.

Die USA haben bereits eine Staatsverschuldung von mehr als 40 Billionen Dollar, und eine zusätzliche Ausgabe von mehr als einer Billion Dollar könnte das Haushaltsdefizit weiter erhöhen. Auch die Finanzmärkte könnten auf eine deutlich höhere staatliche Kreditaufnahme reagieren, etwa durch steigende Zinsen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Inflation. Direkte Zahlungen in dieser Größenordnung würden die Kaufkraft der Bevölkerung erheblich erhöhen. Millionen Menschen hätten plötzlich zusätzliches Geld zur Verfügung und könnten dadurch mehr Waren und Dienstleistungen nachfragen. Wenn das Angebot nicht im gleichen Maße steigt, könnten Preise weiter zunehmen. Ökonomen warnen deshalb, dass die geplanten Schecks die Inflation anheizen und die Notenbank unter Umständen zu höheren Zinsen zwingen könnten

Auch politisch und rechtlich ist Trumps Ankündigung umstritten. Kritiker sehen in der Verbindung zwischen der Zahlung und einem republikanischen Wahlsieg den Versuch, Wähler mit einem finanziellen Versprechen zu beeinflussen. Andere Rechtsexperten unterscheiden jedoch zwischen einer direkten Bezahlung für eine einzelne Stimme – die rechtswidrig wäre – und einem allgemeinen Wahlversprechen über eine spätere staatliche Leistung. Allein die Ankündigung dürfte deshalb nicht automatisch illegal sein.

10.09.2026, USA, Dallas: Ein Anhänger der Republikaner auf dem Parteitag der Republikaner. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Sicher ist jedoch, dass Trump die mehr als eine Billion Dollar nicht einfach allein auszahlen könnte: Für eine solche Ausgabe wäre die Zustimmung des Kongresses erforderlich. Genau dort könnte das Vorhaben auf erheblichen Widerstand stoßen, auch innerhalb der Republikanischen Partei.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Versprechens. Trump hat bereits früher landesweite Direktzahlungen vorgeschlagen, darunter einen sogenannten Zoll-Dividenden-Scheck von 2.000 Dollar. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Auch deshalb bleibt offen, ob aus dem aktuellen 5.000-Dollar-Versprechen tatsächlich ein konkreter Gesetzesentwurf und schließlich ein beschlossenes Programm werden kann.

Trumps Ankündigung ist somit nicht nur ein spektakuläres Wahlversprechen, sondern vor allem ein politisches und wirtschaftliches Experiment mit vielen offenen Fragen. Wie soll die Auszahlung finanziert werden? Würde sie die ohnehin hohe Staatsverschuldung weiter vergrößern? Könnte sie die Inflation erneut beschleunigen? Und ist es politisch angemessen, eine Zahlung von 5.000 Dollar ausdrücklich an den Wahlerfolg einer Partei zu knüpfen?

Die Antworten auf diese Fragen dürften darüber entscheiden, ob die „Trump Dividend“ zu einem realen politischen Projekt wird – oder vor allem als eines der auffälligsten Wahlversprechen des amerikanischen Wahlkampfs 2026 in Erinnerung bleibt. (cre)

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