Politik

Kampagne „Pendeln neu rechnen“ soll die Vorzüge einer Arbeitsstelle in Ostbelgien sichtbarer machen

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (2.v.r.) mit Vertretern des Arbeitgeberverbandes AVED-IHK Ostbelgien und der Mittelstandsvereinigung Ostbelgien (MSVO) bei der Vorstellung der Kampagne "Pendeln neu rechnen". Foto: Kabinett Paasch

Jeden Tag pendeln mehrere tausend Menschen aus Ostbelgien zur Arbeit nach Luxemburg und Deutschland, während hiesige Unternehmen gleichzeitig Fachkräfte suchen. Eine neue gesetzliche Regelung, die seit Juni 2026 gilt, könnte diese persönliche Rechnung für viele Pendler verändern.

Mit der Kampagne „Pendeln neu rechnen“ laden die Regierung der DG, der Arbeitgeberverband AVED-IHK Ostbelgien und die Mittelstandsvereinigung Ostbelgien (MSVO) Arbeitnehmer, die täglich nach Deutschland, Luxemburg oder in andere Regionen pendeln, dazu ein, ihre berufliche Situation neu zu betrachten.

Willkommener Anlass ist die neue Regelung zu freiwilligen Überstunden in Belgien. Sie eröffnet Beschäftigten zusätzliche Möglichkeiten, ihr Nettoeinkommen zu erhöhen. „Und damit vielleicht auch eine gute Gelegenheit, die eigene berufliche Situation neu zu bewerten. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht allein die Frage, wo das höchste Monatsgehalt gezahlt wird, sondern was unter dem Strich von Einkommen, Arbeitszeit, Pendelaufwand und Lebenszeit bleibt“, so die Initiatoren der Kampagne.

– Arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen: Das Pendeln über die Grenzen gehört zur ostbelgischen Realität. Die Nähe zu Deutschland oder Luxemburg eröffnet Arbeitnehmern viele berufliche Möglichkeiten. Gleichzeitig verfügt Ostbelgien selbst über einen vielfältigen Arbeitsmarkt mit Familienunternehmen und Mittelständlern ebenso wie mit international tätigen Betrieben. Von Industrie und Logistik über Bau und Handwerk bis hin zu Dienstleistungen, Gesundheit und spezialisierten Nischen finden sich unterschiedlichste Berufsbilder und Entwicklungsmöglichkeiten.

Diese aktualisierte Grafik zeigt die Pendlerströme aus und zur DG. Zum Vergrößern Grafik anklicken. Quelle: Ostbelgien Statistik, Pendlergrafik 2026

Auch die Lebensregion Ostbelgien hat viel zu bieten: Natur, Kultur, Sport und ein dichtes Vereinsleben liegen für viele Menschen direkt vor der Haustür. „Ostbelgien ist eine Grenzregion. Es wäre falsch, grenzüberschreitende Mobilität als Problem darzustellen. Sie gehört zu unserer Realität und bietet viele Chancen. Aber gerade deshalb sollten die Menschen auch wissen, welche beruflichen Möglichkeiten hier vor Ort bestehen“, erklärt Ministerpräsident Oliver Paasch.

Denn der Arbeitsplatz ist nur ein Teil der persönlichen Rechnung. Die andere Seite beginnt nach Feierabend. Wer morgens zur Arbeit fahre und abends wieder nach Hause komme, investiere nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Zeit für den Weg dorthin. Diese Zeit stehe logischerweise nicht mehr zur Verfügung für die Familie, den Sport, den Verein oder einfach für das eigene Leben. Deshalb lohne es sich, die persönliche Rechnung nicht nur in Euro, sondern auch in Stunden aufzumachen.

– Fachkräfte werden gesucht und pendeln gleichzeitig aus: Diese Betrachtung gewinnt angesichts der Entwicklung des ostbelgischen Arbeitsmarktes an Bedeutung. In der DG liegt die Ersatzquote bei rund 0,4: Auf zehn Menschen, die den Arbeitsmarkt verlassen, rücken nur etwa vier nach. Ein Teil dieser Nachwuchskräfte arbeitet wiederum außerhalb Ostbelgiens. Gleichzeitig gaben 87 Prozent der befragten ostbelgischen Arbeitgeber in einer Erhebung des Wirtschafts- und Sozialrats 2025 an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein; 48,2 Prozent erklärten sogar, keine geeigneten Fachkräfte mehr zu
finden.

Für Unternehmen entsteht damit eine besondere Situation: Sie suchen händeringend Fachkräfte, während gleichzeitig viele Menschen täglich die Region verlassen, um andernorts zu arbeiten. „Wir wollen niemandem vorschreiben, wo er arbeiten soll. Aber wir wollen erreichen, dass eine berufliche Entscheidung auf der Grundlage der vollständigen Rechnung getroffen wird. Dazu gehört auch die Frage, was die Unternehmen in Ostbelgien zu bieten haben“, sagt Samuel Deneffe, Stellvertretender Geschäftsführer der AVED-IHK Ostbelgien.

Das Fachkräfebündnis bei seiner Gründung im Jahr 2018 (v.l.n.r): Oliver Paasch, Ministerpräsident, Roger Kniebs, WSR, Volker Klinges, IHK, Prof. Dr. Franz Palm, WFG, Robert Nelles, Arbeitsamt, Nathalie Klinkenberg, WFG, Dr. Verena Greten, IAWM, Ewald Gangolf, IAWM, Isabelle Weykmans, Vize-Ministerpräsidentin. Foto: Regierung DD

Auch für die hiesige Mittelstandsvereinigung MSVO ist die Kampagne deshalb mehr als eine klassische Standortwerbung. „Unsere Unternehmen bieten nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten, Verantwortung und interessante berufliche Perspektiven. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es wichtig, diese Möglichkeiten sichtbar zu machen und mit den Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen“, erklärt Daniel Pavonet, Vorstandsmitglied der MSVO.

– Neue Überstundenregelung ein Anlass zum Umdenken? Seit dem 1. April 2026 können Arbeitnehmer in Belgien durch eine neue Regelung bis zu 360 freiwillige Überstunden pro Kalenderjahr leisten. Für 240 dieser Stunden gilt das Prinzip „brutto = netto“: Sie werden ohne Lohnzuschlag, Sozialabgaben und Berufssteuervorabzug ausgezahlt. Grundlage bleibt eine freiwillige schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Beschäftigte können damit ihr Nettoeinkommen erhöhen, während Unternehmen zusätzliche Flexibilität erhalten. Hinzu kommen Faktoren, die auf den ersten Blick nicht immer sichtbar sind, wie unterschiedliche Stundenzahlen bei Vollzeitwochen oder zusätzliche Vergütungsmodelle wie Urlaubsgeld und Jahresendprämie.

– „Pendeln neu rechnen“ macht Möglichkeiten sichtbar: Genau hier setzt die Kampagne an. Sie sensibilisiert und stellt gleichzeitig die beruflichen Möglichkeiten in Ostbelgien stärker in den Mittelpunkt. Dazu werden in den kommenden Wochen verschiedene Formate eingesetzt: Video-Porträts geben Einblicke in ostbelgische Unternehmen und Berufsbilder. Ehemalige Pendler erzählen, warum sie sich für einen Arbeitsplatz in Ostbelgien entschieden haben. Im Arbeitgeber-Schaufenster der Standortmarke können sich regionale Unternehmen und öffentliche Einrichtungen präsentieren. Eine LinkedIn-Gruppe erleichtert ihrerseits den Austausch zwischen Fachkräften und Arbeitgebern.

27.05.2011, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Autos passieren die Grenze. Foto: Oliver Berg/dpa

„Die Kampagne soll keine Entscheidung vorwegnehmen. Sie soll eine Information liefern, die bei dieser Entscheidung vielleicht zu wenig berücksichtigt wurde: Was gibt es eigentlich direkt vor meiner Haustür?“, betont Ministerpräsident Paasch.

Auch die ostbelgischen Arbeitgeber sind eingeladen, sich zu beteiligen. Über die Kampagnenseite steht ein kostenloses Medienpaket mit Textbausteinen, Bildern und einem E-Mail-Banner zur Verfügung. Der Arbeitgeberverband AVED-IHK Ostbelgien stellt zusätzlich Badges bereit, mit dem Unternehmen in ihren Stellenanzeigen sichtbar machen können, dass sie die neue Überstundenregelung anwenden. „Je mehr Unternehmen mitmachen, desto sichtbarer wird, was der Arbeitsmarkt Ostbelgien tatsächlich zu bieten hat. Wir haben herausragende und zum Teil weltweit größte erfolgreich agierende Unternehmen mit anspruchsvollen, vielfältigen und spannendes Arbeitsumfeldern“, so Samuel Deneffe. „Pendeln neu rechnen“ soll in diesem Sinne dazu beitragen, dass bei der nächsten beruflichen Entscheidung alle Möglichkeiten auf dem Tisch liegen – auch und gerade die, die sich vor der eigenen Haustür eröffnen.

„Es geht nicht darum, einen auswärtigen Standort schlechtzureden. Entscheidend ist die persönliche Jahresrechnung: Was verdiene ich, wie viel arbeite ich dafür, wie viel Zeit verbringe ich auf dem Weg zur Arbeit und welche zusätzlichen Kosten und Leistungen kommen hinzu? Diese Rechnung kann für jeden Menschen anders aussehen“, sagt Pavonet. (cre)

57 Antworten auf “Kampagne „Pendeln neu rechnen“ soll die Vorzüge einer Arbeitsstelle in Ostbelgien sichtbarer machen”

  1. So what?

    Und warum haben etliche Ostbelgier ihr Unternehmen in LU angesiedelt? Genau, wegen der günstigen Steuerbedingungen, was auch für die Arbeitnehmer gilt (Lohnsteuer). Würden in Belgien diesbzüglich ähnliche Bedingungen herrschen, wäre das Problem gelöst. Was dieses“ Fachkräftebündnis“ da verlautbart, ist reine Augenwischerei, behandelt nicht den Kern des Problems.

  2. Eifel_er

    Was soll der Mist 💩? Es ist jedem frei gestellt wo er arbeiten.
    Man – kommt mal endlich in die Realität zurück liebe Politiker Profiteure ?
    Ihr fahr über kurz oder lang alles an die Wand .
    In welcher Welt lebt ihr eigentlich?

    Es reicht

  3. Noch so nebenbei zugeschustert

    Solange Belgien die hohe Anzahl an Beamten durch zu füttern hat nebst deren hohen Pensionen , ist kein Geld vorhanden um qualifizierte Arbeiter zurück nach Belgien zu holen .
    Es wirkt einfach eckelhaft , das das hier in unserer Gegend pensionierte Staatsprofiteuren noch herum am ludern sind und neben den hohen Pensionen noch attraktive Schöffenposten sich zugeschustert haben .

  4. delegierter

    Ich habe 40 Jahre in L. gearbeitet und will garnicht aufzählen was ist und bleibt, heute profitiere ich von der schönen Pension und den anderen Vorteilen.
    Ich bin Familienvater und muß und kann rechnen, das braucht und müßt ihr Politiker ja nicht. Ich muß und bin immer ausgekommen mit dem was ich eingenommen habe, das brauchen Politiker ja nicht, ist ja nicht ihr Geld wo sie mit um sich schmeissen.
    Finde auch komisch, wenn belgische Arbeitgeber mit gelbem Nummerschild durchs Land brausen und ihren Untertanen erzählen wollen das es sich dort nicht lohne.
    Ich war bei einer luxemburger Firma.

    • Na Ihr Helden, da seht Ihr mal was das Volk denkt von Euren Ideen? Wohlwissend vergleicht ihr nicht den Steuerzettel, Die Pension, und viele andere vorteilhafte Vergünstigungen aller Art!
      Bei den Renten steht ihr Politiker, sehr hoch über uns in Belgien?! Ihr unternehmt auch nichts dagegen, ist ja Selbstverständlich, diese Situation, obschon ihr nicht so lange eingezahlt habt wie der normale Arbeiter, wenn ihr überhaupt einzahlt !? Auch noch eine gute Frage? Unsere Medien wissen es sicher auch nicht, sonst würden sie endlich mal das Thema anschneiden?
      Vorschlag! macht doch einmal den realen Vergleich z Bspl eines Maurers hier in Belgien und in Luxemburg !
      Das wäre doch mal eine Idee, sehr wahrscheinlich eine bessere wie die eure.
      Verdienst-Steuern-Vorteile, Soziales wie Urlaubstage, Kinderzulagen, Krankenkasse- Rente!
      Aber dazu fehlt euch der Mut! Daher hinsetzen und Null auf Zehn! Hier mit euren paar Vorteilen werdet ihr rein gar nichts erreichen.

  5. Kurios, jetzt lauft ihr den Leuten nach, ihr habt vor +- 25-30 Jahren den Zug verpasst!? Damals verliess das Gros hiesiger Mittelständler unsere Heimat, anstatt z Bspl und unter anderm der „ISI“ von Lüttich
    Halt zu bieten! All diese „Flüchtlinge“ kommen nie wieder, unter unseren jetzigen Umständen.
    Zumal all die Pflegeleute, sowie noch viele andere, welche die u a im Staatsbereich des Ländchens arbeiten, all die kleinen, mittleren und Grossen Mittelständler und Firmeninhaber (Hiesige!), die lassen sich nicht mehr von euch umwickeln. Ein jeder hier hätte damals, sowie auch jetzt, hätte/würde, das Gleiche tun. Appel an die Politik: fangt mal bei euch an, und ändert den ganzen Laden, von ganz oben, bis ganz unten! Seht mal wo wir stehn! Ganz besonders in Sachen: Steuern, Soziales und nicht zuletzt Schulden! Ehedem könnt ihr „Einpacken“, da wird nichts geschehn!
    Eine Schande, die unsere Politiker alleine zu verantworten haben.

  6. Weiter So!

    Bemerkenswert, worüber bei dieser Kampagne komplett geschwiegen wird: die belgische Staatsverschuldung. 5,2 Prozent Defizit, das höchste der gesamten Eurozone, dazu fast 108 Prozent Schulden und Tendenz steigend. Wer ernsthaft glaubt, dass sich daraus in den nächsten Jahren bessere Bedingungen für Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ergeben, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Und ausgerechnet die Politik, die diese Bilanz mit zu verantworten hat, macht den Weg nach Luxemburg seit Jahrzehnten so mühsam wie möglich. Bestes Beispiel ist die N62 zwischen St. Vith und Weiswampach: Tausende Pendler quälen sich täglich über die alte, gefährliche Trasse durch die Dörfer, während die neue Strecke von Namur immer wieder verschoben wird, weil angeblich kein Geld da ist. Für Kampagnen mit Videoporträts und LinkedIn-Gruppen ist es dann aber plötzlich da. Danach stellt man sich hin, erteilt Lektionen und zeigt mit dem Finger auf Menschen, die sich für einen Arbeitsplatz in Luxemburg entschieden haben. Kein Wort über die attraktiven Unternehmen, die dort sitzen, von den finanziellen Vorteilen ganz zu schweigen. Die Leute können sehr wohl rechnen, genau deshalb pendeln sie ja. Wer die Ströme umkehren will, soll Straßen bauen und Rahmenbedingungen ändern, statt Steuergeld in Sensibilisierung zu stecken.

  7. Das ist eine Frechheit am Bürger diese Kampagne. Für so einen Müll werden wieder Steuergelder verschwendet. Ich arbeite auch in Luxemburg. Ich bin schon am arbeiten, dann kraulen sich andere noch die… Aber ich mache das garantiert nicht zum Spaß. Ich mache das für meine Rente. Das bisschen Rente was man in Belgien bekommt ist ein Witz und eine Frechheit. Der Belgische Staat sollte mal sein Lohsteuer und das Rentensystem mal Überdenken. Dann würden auch viele mehr hier in Belgien arbeiten. Übrigens die Luxemburger Unternehmen finden auch keine Fachkräfte. Wir können froh sein das wir Luxemburg haben, sonst hätten wir garantiert eine höhere Arbeitslosigkeit in Ostbelgien.

    • JoKrings

      Nicht zu vergessen, der regelrechte mafiöse Raub durch den Staat in Erbschatsangelegenheiten. Was sich dieser Staat krallt ist mehr als kriminell. Und die Rechtfertigung ist moralisch-ethisch unter aller Sau!

      • Ach Pierre

        Ach Pierre , Ihr Spruch mit „den vielen Lichtern die in der Eifel ausgehen „würden, nur soviel: die haben wenigstens noch Lichter. Sie haben nämlich keins was ausgehen könnte. 😜 Im übrigen ist es der Norden Luxemburgs der da infrage kommt und nicht der Süden. Ich hoffe Sie verstehen den Unterschied zwischen diesen Begriffen. Wenn ich mir vorstelle, Sie würden als designierter Teilnehmer für Eupen an einem Pisa Wettbewerb teilnehmen, Sie allein würden das zu erwartende Ergebnis in den Sand setzen. 👅

        • Pierre meinte nicht den Süden Luxemburgs sondern im Süden (der DG) Luxemburg. Sehen Sie den Unterschied @Ach Pierre?
          Aber Trotzdem, die Arbeitslosenquote im Eupener Taum ist höher wie im Süden der DG.

          • Bei mir gehen erst die Lichter aus wenn ich zur Simarstraße umziehe, ich hoffe dass das noch ein paar Jährchen dauert, bis dahin habe ich keinerlei finanzielle Sorgen, ich brauche werder den Spritpreis noch irgendeine andere Preiserhöhung zu betrachten, hier in Eupen ist alles vort Ort und wir haben gute öffentliche Verkehrsmittel, nach Aachen, Lüttich, Vaals oder Ostende. Es hapert etwas mit der Verbindung zur Eifel aber was soll ich da.
            Ansonsten verweise ich auf Mungos Kommentar.

            • @Mungo: die Arbeitslosenquote ist an die Zuwanderung gebunden. Hohe Arbeitslosenquoten hat man in fast allen urbanen Grbieten mit hoher Zuwanderung. Es ist auch unabdingbar, dass Zuwanderer arbeiten.
              Im Gegensatz zum Südrn der DG gibt es im Norden genügend Arbeitsplätze. Unsere Situation ist also besser, da jeder der Arbeiten will, auch innerhalb einer kurzen Zeitspanne Arbeit findet, ohne Pendeln zu müssen, wir sind vom Süden unabhängig, was umgekehrt nicht stimmt. In der Gemeinde Bütgenbach sähe es ohne Eupener Arbeitsplätze zT sehr schlecht aus.

  8. Der Patriot

    Diese Minster sollten ihre Gehälter definitiv an ihre Leistung anpassen, auch wenn sie dann zur Lebensmittelbank gehen müssen weil sie sonnst verhungern !
    Dann ist auch genug Geld für unsere EIGENEN Fachkräfte da um diese angemessen zu bezahlen.

  9. Ein weiser Philosoph sagte, nur dumme Schweine wählen sich ihren Metzger selbst aus.
    Höchste Steuern auf Arbeit in der Welt, also bitte schön bei Paasch einzahlen. Paasch muss mit eurem Geld seinen Schuldenhaushalt schönmachen.

  10. Ich fass es nicht

    „Ach du liebe Neune “ kann man beim Betrachten des Bildes dieses „Fachkräfte Bündnisses “ wohl meinen. Besonders die Dame des Bündnisses ganz rechts im Bild in der braunen Jacke könnte mMn eine sinnvolle Initiative ergreifen: wie wäre es wenn ein Arbeitnehmer anlässlich des Verlassens seiner Arbeitsstelle eine sogenannte Austrittspraemie erhalten würde? Es müssen ja nicht, wie in ihrem Fall ca 318.000€ Gesamtbrutto sein, eine schöne Summe wäre da sicherlich eine gute Sache. Aber wer soll diese bezahlen? Natürlich nicht der Arbeitgeber, das ist unrealistisch; der Steuerzahler käme da eher infrage, so wie das bei der sog Austrittspraemie betr den Politikern üblich ist,quasi ein Fusstritt für den Bürger für den Austritt des Politikers

  11. Das Personal der Alten- und Pflegeheime soll korrekt bezahlt werden. Es ist doch nicht normal wenn eine Étage geschlossen wird wegen Personalmangel. Das ist doch nicht normal.
    Hier ist die Politik gefordert, arbeitet mal dran anstatt zu mullen, jedoch seid ihr nicht dazu fähig.

    • So schauts aus

      @ Harald, zu Ihrem Kommentar ein kleines Beispiel: in einem Pflegeheim macht eine engagierte Mitarbeiterin ihrer Heimleitung Verbesserungsvorschläge was die Organisation der Arbeitsabläufe in ihrer Abteilung angeht. Die Führung nimmt das zur Kenntnis. Da aber nach geraumer Zeit keine Reaktion der Verantwortlichen erfolgt war, nahm die Mitarbeiterin den Kontakt zur Direktion wieder auf. Ihre Vorschläge wurden ohne irgendeine Erklärung einfach abgewiesen. Tief enttäuscht über diese Entscheidung „von oben “ erklärte sie den Herrschaften, dass sie dann bei einer solchen Ignoranz lieber kündigen möchte. Nun raten Sie mal, was Ihr daraufhin entgegnet wurde; „Reisende soll man nicht aufhalten “
      Und dann wundert man sich, dass engagiertes Personal anderswo hingeht.

  12. Bei soviel Kontra, könnte man …

    … wie schon vor einiger Zeit geschehen, nochmal darüber nachdenken, ob es nicht für die DG besser wäre, an Luxemburg angegliedert zu werden. Ok, für viele Politiker wäre das ein schlechtes Geschäft, aber die wertschöpfende steuerzahlende Gesellschaft stünde sicherlich besser da 🥂🤷‍♂️

  13. François

    Sowas aber auch! Wieviele AN aus Lux nach Belgien fahren finde ich gar nicht auf der Karte. Und 10 mal mehr fahren aus der DG in die RFA als umgekehrt. Das sollte der Politik zu denken geben.
    Anscheinend ist nicht nur der Finanzsektor die große Attraktion, sondern sogar NRW, das mit seinem Strukturwandel vom Ruhrpott zum modernen Industriestaat noch gar nicht durch ist oder übersehe ich was? Man müßte eine vergleichbare gesamtbelgische Pendlerstatistik anschauen, um der Sache auf den Grund zu gehen, z.B.: Wallonie Lux. Sieht die auch nicht besser aus?

  14. Entscheidend ist die persönliche Jahresrechnung:

    Schön, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft jetzt Überstunden entdeckt hat. Nur sollte man das Kleingedruckte lesen: brutto gleich netto klingt großartig, heißt aber schlicht, dass der Zuschlag komplett gestrichen wird. Der Arbeitnehmer bekommt 100 Prozent und soll dafür auch noch dankbar sein. In Luxemburg gibt es für jede Überstunde 140 Prozent, steuerfrei und weitgehend abgabenfrei, und zwar seit Jahren. Oder wahlweise anderthalb Stunden bezahlte Freizeit pro geleisteter Stunde. Die DG wirbt also mit einem Modell, das beim Nachbarn abgeschaut wurde und bei dem der eigentliche Vorteil fehlt. Und diese 140 Prozent werden wohlgemerkt auf luxemburgische Löhne gerechnet: Der Mindestlohn liegt dort bei 2.771 Euro brutto, für Qualifizierte bei 3.326 Euro, in Belgien bei 2.234 Euro. Das sind je nach Qualifikation 25 bis 50 Prozent Unterschied, bevor überhaupt eine einzige Überstunde geleistet wurde. Wer rechnen kann, und darum geht es in dieser Kampagne ja angeblich, kommt also gleich doppelt auf sein Ergebnis. Und als Bonus obendrauf: Wer in Weiswampach arbeitet, steht abends nicht im Stau… Pendeln neu rechnen? Gerne. Das Ergebnis dürfte den Initiatoren allerdings nicht gefallen.

    • Veronika

      @ entscheidend! Sehr guter Vergleich von Ihnen, dass ist der Deckel auf den Pott getroffen! Was die Vier in Eupen uns da Vorrechnen stimmt bei weitem nicht! So wie immer: wir sind die Besten!?
      Im Schulden machen ja, aber der Rest geht unter.

  15. Der Alte

    Was ist das denn? All jene, die sich wie Bolle freuen, dass sie einen Arbeitsplatz im L. ergattert haben irren sich und können nicht rechnen? Schaut euch die Nummernschilder soger Nord-Ostbelgischer LKW an. Jeder Fahrer, der im internationalen Gueterfernverkehr tätig ist freut sich wenn er mit gelbem Nummernschild von Eupen aus seine Arbeitswoche antreten kann, wohlgemerkt mit gelbem Kennzeichen. Von der sich erarbeiteten Rente ab 60 gar nicht zu reden.

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      # So schauts aus / Die Organisierenden achten immer auf maximale Rentabilität, damit keiner auf die Idee kommt, die Lohnerhöhungen der organisierenden, nicht mehr zu akzeptieren.

      Ein Beispiel: In einem zehn Mann Betrieb fordert die Belegschaft, eine der Arbeit entsprechenden, gerechtere bezahlung.
      Der Organisator, des Betriebs, hat eine Lohnerhöhung von 500 € gefordert, die Belegschaft insgesamt eine Lohnerhöhung von 1000 € gefordert, also durchschnittlich 100 € pro Mitarbeiter.

      1. Welcher Lohnforderung werden die Geldgeber wohl nachkommen, wenn der Organisator verspricht, sich um dieses Problem zu kümmern, in dem alle Forderungen der Belegschaft abgeweisen wird ?

      2. Wie viele Betriebe, bieten seit Einführung dieses Systems eine schlechtere Qualität ihrer Produkte oder Dienstleistungen an ?

      Dieses Modell, im Umgang mit der Belegschaft, basiert schon lange auf Ideen der Manager, In den größten betrieben, die flächendeckend in mehreren Ländern zu finden gewesen sind.
      Die Gewinnspanne wurde größer und die Unternehmen konnten es sich leisten, auch den größten Teil der Belegschaft mit Lohnerhöhungen dazu zu bewegen, ihre Arbeit gewissenhaft auszuführen.
      Doch dann kam der Globalisierungs-Wahnsinn, der heute unter anderem in Brüssel politisch gesteuert wird, von unfähigen Traumtänzern, wie Uschi & Co.

      Man fliegt beispielsweise nach China, angeblich aus Gründen von diplomatischen Beziehungen.
      Hat es wirklich mit Diplomatie zu tun, wenn man unmittelbar nach der Rückkehr der Diplomatin;-) erfahren muss, dass die Führung des einen oder anderen europäischen Unternehmens, durch die Besitzübernahme, jetzt in chinesischen Händen liegt ?
      Wer ist in diesem Fall zu verurteilen ?
      Der Chinese der versucht sich auf dem Weltmarkt zu behaupten, weil ihm die Möglichkeit geboten wird ?
      Oder vielleicht doch eher, die EU Persönlichkeiten, die dem Chinesen mit einer Scheinheilig-Einfuhrsteuer den Export genehmigen ?
      Muss man sich eingestehen, das für viele Produkte keine andere Wahl bleibt, als die genannte Methode?
      Ja muss man. Aber wer hat dafür gesorgt ?

      Des Weiteren ist anzumerken, das Diplomatie anders funktionieren sollte, als man sich das, bis jetzt vorgestellt hat.
      Denn die Wirtschaft Europas gegen die Wand zu fahren, hat ja nicht gereicht, man muss bei jeder diplomatischen Beziehung anderer Kontinente (nach dem Rückflug) leider auch in den Medien zugeben, dass die Korruption wieder erfolgreich zugeschlagen hat und man sich auf Rüstungsgeschäfte, erfolgreich geeinigt hat, mit dem Ziel Kriege weiterhin in die Länge ziehen zu dürfen.
      Peinlich ist das niemandem, vom politisch kriegsführenden teil, ganz im Gegenteil.
      Denn die privaten Einnahmen dadurch, steigen vermutlich (meiner Meinung nach) um ein Vielfaches, im Verhältnis zu dem Lohn, den sie von den Wählern erhalten.
      Fragliches, Resultat unter dem Strich.
      ————————————————————-
      Lohnt es sich auf Dauer, auch für die Justiz,
      bei diesem Resultat, nur Zuschauer zu sein ?

  16. Peter Müller

    Wie ist es denn mit ein wenig mehr arbeiten. Alle die hier schreiben, haben gute Vorschläge.
    45 Stundenwoche müsste Pflicht sein. Alles was drunter ist soll abgeschaft werden. Am Wochenende langweilen sich doch die meisten, und laufen durch die Geschäfte um die Zeit totzuschlagen. Das würde dem Land schon helfen.

  17. Na ja, wenigstens ist es in der Politik angekommen dass der Kern des Problems in der Belgischen Abgabenlast zu suchen ist. Die hilflosen Versuche daran etwas zu ändern, ändern gar nichts, Aktionismus und Hilflosigkeit. Nebenbei bemerkt, ich habe noch nie gehört dass die Belgischen Gewerkschaften nach niedrigeren Abgaben gerufen hätten, immer nur nach „mehr Brutto“ – wovon dann automatisch die mit ihnen fest verbrüderten Parteien die Hälfte einsacken. Dieses „Umverteilungssystem“ (Euphemismus für Wegelagerei) hat halt viele Profiteure….

  18. Arbeit, Einkommen und Abgaben ist eh eines meiner Lieblingsthemen. Bemerkenswert dabei dass die überwältigende Mehrheit der Leute die Sache mit dem Brutto versus Netto Einkommen nicht verstehen. PISA lässt grüssen…. So lassen sich alle Schlafschafe bei eine Inflationsrate von z.B. 3.5 % (wie „kreativ“ diese gerechnet wird, wäre einen eigenen Beitrag wert) eine Einkommenserhöhung von 3.5% als „Inflationsausgleich“ verkaufen 🤪🤪. 3.5% Inflation bedeutet 3.5% mehr Ausgaben an der Ladenkasse, aber 3.5% Einkommenserhöhung, Brutto, bedeuten, je nach persönlicher Steuerlast, 1.75% bis vielleicht 2.5% mehr Netto = Kaufkraft. Also ein realer Kaufkraftverlust! Es wird viel geschrieben und gesagt zu der Frage was unser System am Leben erhält, ich bin inzwischen soweit dass ich glaube es ist die Tatsache dass 90% der Leute die Zusammenhänge zwischen Brutto-Einkommen, „Arbeitgeberbeiträge“ und dem was sie schließlich auf ihrem Konto wiederfinden, nicht verstehen. Ja schlechter die PISA Resultate um so stabiler das System. Vielleicht agiert die Politik im Sinne dieser Überlegung; aber das ist jetzt eine Verschwörungstheorie…. 😁

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      # Dax/ ihre Kommentare finden Sie selber nur so lange gut, bis man sie an ihrer Arbeitsstelle ersetzt.
      Sollten Sie es trotzdem bis zur Rente schaffen, liegt es nur an der Tatsache, dass sie in den Augen von Jürgen, alt sind.
      Die Jüngeren, die an der Stelle von Fantasten wie Ihnen arbeiten, werden nicht das Glück haben, bis zur Pension, auf ihrem faulen Posten zu sitzen.

  19. Krisenmanagement

    Ich frage mich, warum immer noch Selbstständige, diesem Club in Eupen vertrauen. Seit Jahren wird von Fachkräften gesprochen. Belgien ist doch nicht mehr für junge Leute interessant. Die Steuerlast und die Zukunftsaussichten sind einfach nicht rosig. Wir brauchen keine Kampagnen, die vom Steuerzahler bezahlt werden. Es muss sich grundsätzlich etwas ändern im System. Belgien hat glaube ich pro 350 Einwohner einen gut bezahlten Politiker.

  20. Cocolöres

    Ostbelgien ich komme. Bin jetzt knapp 30 Jahre in Luxemburg und kann dort mit 60 in Rente, aber wenn ich pro Jahr 240 Überstunden zum Tarif Brutto=Netto in Ostbelgien bekomme, bin ich dabei.

  21. Kampagne

    Ich stelle diese Berechnung in Frage. Vielleicht gibt es im Ministerium ja eine Referentin außerhalb der Kampagnenabteilung von Herrn Paasch, die zu diesem Thema eine belastbare und präzise Berechnung vornehmen kann.

  22. Donald Duck

    Wie kann es sein, dass Belgien einer der höchsten Lohn-, Mehrwert- und Erbschaftsteuer in der EU hat und gleichzeitig einer der höchsten Schuldenberge? Wie viele Steuern sollen noch kommen?!

    • Der Alte

      20 % Arbeitslose in Charleroi. Ein Betrieb, der sich in Herbesthal in Autobahnnaehe ansiedelt und dies im Presseinyerview auch mit der besseren Arbeitsmoral in Ostbelgien im Vergleich zum Hennegau begruendet. Zwei Antworten auf Ihre Frage.

      • Donald Duck

        In Belgien liegt die gesamte Arbeitslosenquote bei ca. 6% (ca. 708Tsd. von ca. 11,8Mio.), woran liegt das? Ich würde mal darauf tippen, dass zu wenig Arbeitsstellen verfügbar sind, Stand heute sind es nur ca. 134Tsd. offene Arbeitsstellen.
        Tja, und wieso gibt es nicht genug offene Arbeitsstellen? Ich würde mal darauf tippen, dass Unternehmen lieber zu den Nachbarn gehen als sich mit diesen Horror-Steuern rumzuplagen ;) also liegt das Problem am Teufelskreis: mehr Steuern verursachen mehr Arbeitslosigkeit weil Unternehmen das Land verlassen oder pleite gehen, benötigen noch mehr Steuern um noch mehr Arbeitslose ernähren zu können!
        Lösung: Reduktion der Steuern um neue/alte Unternehmen ins Land zu bringen, um mehr Jobs zu schaffen um mehr Kohle zu schaufeln, um Arbeitslosenquote zu reduzieren.

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