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Aachen ab 11. August wieder Mekka des Pferdesports – Belgien setzt bei Reit-WM auf starke Springreiter

23.07.2017, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Blick auf das Reitstadion in der Soers. Foto: Friso Gentsch/dpa

Zwanzig Jahre nach den legendären Weltreiterspielen von 2006 richtet sich der Blick der internationalen Pferdesportwelt erneut nach Aachen. Vom 11. bis 23. August werden in der Soers die FEI-Weltmeisterschaften 2026 ausgetragen.

In den Disziplinen Springreiten, Dressur, Vielseitigkeit, Voltigieren, Fahren und Para-Dressur kämpfen dann die besten Reiterinnen und Reiter der Welt um die begehrten WM-Titel.

Rund 650 Athleten aus mehr als 30 Nationen sowie etwa 800 Pferde werden erwartet. Für Aachen ist es die Rückkehr eines Großereignisses, das bereits 2006 Maßstäbe setzte.

Der traditionsreiche Turnierplatz gilt seit Jahrzehnten als Mekka des Pferdesports. Der CHIO genießt weltweit einen einzigartigen Ruf, und die Atmosphäre in der Soers zählt zu den beeindruckendsten im internationalen Sport. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Organisatoren, die an 13 Wettkampftagen Spitzensport vor vollen Tribünen versprechen.

10.12.2022, Schweiz, Genf: Daniel Deußer ist zwar Deutscher und startet international für Deutschland, aber sein privates und berufliches Leben ist seit vielen Jahren eng mit Belgien verbunden: Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone/dpa

Sportlich stehen vor allem die olympischen Disziplinen Springreiten, Dressur und Vielseitigkeit im Mittelpunkt. Gleichzeitig geht es in Aachen bereits um wichtige Qualifikationen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Entsprechend hoch dürfte das Niveau vom ersten Wettkampftag an sein.

Im Springreiten zählen Deutschland, Großbritannien, die USA, die Niederlande, Schweden und Belgien zu den aussichtsreichsten Nationen. Die Leistungsdichte an der Weltspitze war selten so groß wie in dieser Saison, sodass sowohl im Einzel- als auch im Mannschaftswettbewerb enge Entscheidungen erwartet werden.

Aus belgischer Sicht ruhen die größten Hoffnungen auf den Springreitern. Belgien gehört seit Jahren zu den stärksten Nationen der Welt und reist auch nach Aachen mit einer hochkarätigen Equipe.

06.07.2025, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Der belgische Dressurreiter Justin Verboomen auf dem Pferd Zonik Plus. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Angeführt wird das Team von den erfahrenen Gregory Wathelet, Pieter Devos, Nicola Philippaerts und Abdel Said. Komplettiert wird die Mannschaft durch den aufstrebenden Thibeau Spits. Gemeinsam zählt das Quintett zu den aussichtsreichsten Kandidaten im Mannschaftswettbewerb und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Medaille machen.

Besonders schmerzlich ist allerdings der Ausfall von Gilles Thomas. Der Weltranglisten-Sechste hätte mit seinem Spitzenpferd Ermitage Kalone zu den Favoriten auf Einzelgold gezählt, musste seine Teilnahme jedoch verletzungsbedingt absagen.

Der Blick vieler Pferdesportfans aus Belgien richtet sich auch auf Daniel Deußer. Deußer ist zwar Deutscher (geboren in Wiesbaden) und startet international für Deutschland, aber sein privates und berufliches Leben ist seit vielen Jahren eng mit Belgien verbunden. Er lebt seit 2012 in Belgien, zunächst in Wolvertem und später in der Region von Mechelen. Deußer ist mit Caroline Wauters verheiratet, der Tochter des früheren belgischen Spitzenreiters Eric Wauters. 2019 dachte er aufgrund eines Konflikts mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sogar ernsthaft darüber nach, für Belgien zu starten. Letztlich kam es aber nicht zu einem Nationalitätenwechsel.

27.07.2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Gesprächsrunde zur Reitsport-WM in Aachen mit u.a. Isabell Werth (2.v.l.), der erfolgreichsten Dressurreiterin der Welt, und Henrik von Eckermann (r), dem amtierenden Springreit-Weltmeister. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Auch in der Dressur besitzt Belgien mit Justin Verboomen einen echten Hoffnungsträger. Der Dressurstar hat sich mit Zonik Plus in der Weltspitze etabliert und zählt zu den Anwärtern auf eine Einzelmedaille. Darüber hinaus ist Belgien auch in der Vielseitigkeit vertreten und verfügt im Fahrsport über erfahrene Gespannfahrer. Zwar sind dort die Medaillenchancen geringer als im Springreiten und in der Dressur, doch Topplatzierungen sind durchaus möglich.

Die Nähe zu Belgien dürfte zudem für eine außergewöhnliche Kulisse sorgen. Tausende Pferdesportfans werden aus dem Nachbarland nach Aachen reisen und für eine fast heimische Atmosphäre sorgen. Gerade für die belgischen Reiter könnte diese Unterstützung ein zusätzlicher Motivationsschub sein.

Wer die Weltmeisterschaften nicht vor Ort in Aachen verfolgen kann, muss dennoch nichts verpassen. Die wichtigsten Entscheidungen im Springreiten, in der Dressur und in der Vielseitigkeit werden unter anderem von ARD, ZDF, WDR und RTBF übertragen. Sämtliche Wettbewerbe aller sechs Disziplinen sind zudem live und auf Abruf über die offizielle Streaming-Plattform ClipMyHorse.TV (FEI.TV) zu sehen. (cre)

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