Wie lassen sich Ostbelgien und das Stadtgebiet Aachen künftig besser miteinander verbinden? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Arbeitstreffens zwischen DG-Minister Gregor Freches und dem Aachener Oberbürgermeister Michael Ziemons.
In Eupen sprachen beide Seiten über konkrete grenzüberschreitende Verkehrsprojekte, die Zusammenarbeit im Dreiländereck und gemeinsame Herausforderungen in der Grenzregion.
Ein Schwerpunkt war die mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers–Eupen–Stolberg. Bereits Ende Juni waren dazu Vertreter aus Belgien und Deutschland in Eupen zusammengekommen. Dabei wurde vereinbart, die Zusammenarbeit in einer deutschbelgischen Arbeitsgruppe fortzuführen und die Grundlagen für eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zu erarbeiten.

DG-Minister Gregor Freches (l) und der Aachener Oberbürgermeister Michael Ziemons (r) bei ihrem Treffen in Eupen. Foto: Kabinett Freches
„Die Reaktivierung der Strecke zwischen Stolberg, Eupen und Verviers wäre ein starkes Signal für ein Europa, in dem Grenzen verbinden statt trennen. Wir wollen deshalb gemeinsam mit unseren belgischen Partnern ausloten, was möglich ist – bei der Bahn genauso wie bei anderen Fragen, die unsere Region unmittelbar betreffen. Der Vennbrand hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir auch in Krisensituationen schnell und unkompliziert über die Grenze hinweg zusammenarbeiten können“, so Oberbürgermeister Ziemons.
Für Freches ist entscheidend, diesen Prozess gemeinsam mit den Partnern auf deutscher Seite weiterzuführen: „Wer in Eupen lebt, arbeitet, studiert oder seine Freizeit verbringt, schaut bei Mobilität nicht an der Grenze auf die Landkarte. Aachen und Ostbelgien gehören für viele Menschen längst zu einem gemeinsamen Alltag. Unsere Verkehrsverbindungen müssen dieser Realität besser entsprechen.“
Beide Seiten wollen den direkten Austausch fortsetzen und bei Themen mit grenzüberschreitenden Auswirkungen frühzeitig aufeinander zugehen. „Unsere Nähe zu Aachen ist für Ostbelgien ein konkreter Standortvorteil. Entscheidend ist, dass wir diese Nähe politisch nutzen: mit besseren Verbindungen, abgestimmten Projekten und direkten Ansprechpartnern auf beiden Seiten der Grenze“, so Freches.
„Das Dreiländereck ist für Aachen kein Randbereich, sondern zentraler Mittelpunkt unserer täglichen Lebenswirklichkeit und eine große gemeinsame Chance. Ob Wirtschaft, Tourismus oder zivile Verteidigung: Viele Herausforderungen machen an der Grenze nicht Halt und können deshalb auch nicht allein auf nationaler oder kommunaler Ebene gelöst werden“, betonte Ziemons. (cre)