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Nach sechs Jahren: Céline Dion feiert Comeback

12.09.2026, Frankreich, Nanterre: Die Sängerin Celine Dion tritt beim Eröffnungskonzert ihrer "Céline Dion Paris 2026"-Residency in der Plenitude Arena auf. Foto: Aurelien Morissard/AP/dpa

Nach jahrelanger Krankheitspause steht Weltstar Céline Dion wieder auf der Konzertbühne. Sie liefert eine lange und abwechslungsreiche Show. Dabei wird sie immer wieder ganz persönlich.

Als Céline Dion nach sechs Jahren erstmals wieder für ein ganzes Konzert auf die Bühne tritt, ist sie wohl selbst überwältigt. Der Superstar wischt sich bei der ersten Nummer Tränen aus dem Gesicht, manche Töne sitzen noch nicht ganz, als die 58-Jährige ihr Comeback wie mit einem Versprechen an ihre Fans beginnt. Denn der Titel des ersten Liedes in der gut 30.000 Besuchern ausverkauften Plenitude Arena bei Paris heißt „On Ne Change Pas“ („Man ändert sich nicht“).

„Ich hatte mir versprochen, nicht zu weinen“, gibt die Kanadierin vor ihren Fans zu. Halten könne sie das aber nicht. „Heute Abend will ich für euch singen, für mich singen, das Leben besingen.“

12.09.2026, Frankreich, Nanterre: Die Sängerin Céline Dion tritt beim Eröffnungskonzert ihrer „Céline Dion Paris 2026“-Residency in der Plenitude Arena. Foto: Thomas Samson/AFP/dpa

– „Der Weg war steinig“: Noch vor einigen Jahren war ein solches Konzert für Musikikone Dion undenkbar. Nachdem sie immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, machte sie 2022 öffentlich, an einer seltenen Autoimmunerkrankung zu leiden, dem Stiff-Person-Syndrom. Dion erzählte von schweren Krämpfen in der Kehle, einem Gefühl, als ob sie erwürgt werde, und von so starken Anfällen, dass sie sich dabei die Rippen gebrochen habe. Seitdem war sie nur noch selten für einzelne Songs aufgetreten.

Nun aber steht Dion wieder auf der Bühne, auf die zurückzukehren sie so sehnsüchtig gehofft hatte. „Der Weg war steinig, die Route länger als gedacht.“ Aber sie habe durchgehalten und daran geglaubt. „Ich habe gelernt, mit dieser Schwäche zu leben“, erzählt die Sängerin. „Und ich habe beschlossen, daraus meine Lebenskraft zu machen.“

Diszipliniert hatte Dion darauf hingearbeitet, wieder für ihre Fans singen zu können. Erst kämpfte sie mit Physiotherapie und Medikamenten gegen die Krankheit an. Dann bereitete sie sich mit Yoga, Krafttraining, Stimmtraining und Tanzen auf ihr Comeback vor. „Man muss immer träumen“, meint die Sängerin, und dankt ihren Fans für die Unterstützung und die Geduld.

12.09.2026, Frankreich, Nanterre: Die französisch-kanadische Sängerin Celine Dion steht bei ihrem ersten Konzert in der Plenitude Arena auf der Bühne. Foto: Thomas Samson/AFP/dpa

– Kleine Patzer, große Party: Während Dion zu Beginn ihrer Show gerührt wirkt und eher langsamere Balladen singt, scheint sie sich später mehr fallen zu lassen. „Wir feiern“, ruft sie aus und startet dann in eine Reihe rockige Songs. Dion covert „Sweet Dreams“ von Eurythmics. Ihr berühmtes „I’m Alive“ lässt sie in einer funkigen Schnellversion ganz neu erklingen. Sie tanzt, groovt, verzieht das Gesicht und hat sichtbar Spaß an der eigenen Show.

Gegen Ende des facettenreichen Konzertes bietet Dion gar ein Opernstück dar, wie um zu zeigen, was sie alles kann und vor allem, dass sie es noch kann.

Zwar rutschen ihr zu Beginn ein paar unsaubere Töne durch und einmal bricht sie ein Lied nach nur wenigen Zeilen ab, sagt: „Und ich beginne noch einmal. Es tut mir so leid. Ich habe einen Fehler gemacht“  und lacht leicht peinlich berührt.

Doch je mehr Dion an diesem Abend in Fahrt kommt, desto deutlicher kommt ihre starke Stimme zur Geltung. Immer wieder beeindruckt sie damit, wie lange und kraftvoll sie Noten hält. Die Fans jubeln, tanzen, applaudieren energisch – und verzeihen Dion die kleinen Patzer sowieso.

Am Ende ihres ersten Konzertes und damit ihrer Rückkehr auf die Bühne bleibt Dion nichts mehr übrig, als ihren Fans zu danken. „Ich liebe euch“, schließt sie, bevor sie unter tosendem Applaus die Bühne verlässt. (dpa)

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