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LESERBRIEF – Für lokale, dezentrale Energieproduktion

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Angesichts der aktuell hohen Energiepreise stellt sich eine einfache, aber entscheidende Frage: Ist es nicht an der Zeit, die Fehler der Vergangenheit ehrlich zu benennen – und daraus zu lernen?

In den letzten Jahren wurde massiv in erneuerbare Energien investiert, begleitet von großen Versprechen. Doch die Realität wirkt deutlich nüchterner. Denn gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage nach Erdgas weiter an – und das in einem Ausmaß, das zu denken geben sollte.

Zwischen 1970 und 2010 blieb die Gasproduktion weitgehend stabil. Danach jedoch kam es zu einem sprunghaften Anstieg: plus 70 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts, gefolgt von weiteren 20 Prozent bis heute. Prognosen gehen davon aus, dass die tägliche Produktion bis 2040 auf rund 4,5 Milliarden Kubikmeter steigen könnte. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind ausgerechnet moderne Infrastrukturen wie Datenzentren.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieser Anstieg trotz eines massiven Ausbaus erneuerbarer Energien erfolgt – und obwohl der Energieverbrauch in Europa und den USA insgesamt kaum wächst. Erdgas bleibt offenbar unverzichtbar, vor allem wegen seiner Stabilität und Verlässlichkeit im Stromnetz.

Die Entwicklung bei den Rechenzentren verdeutlicht diesen Trend eindrucksvoll: Innerhalb eines Jahres stieg die geplante Gaskapazität in den USA von 4 auf 97 Gigawatt – ein Faktor 25. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob die bisherigen Strategien wirklich ausreichen.

Auch bei uns in der Region gab es einst innovative Ansätze. In Recht bei Sankt Vith wurde mit der
Anlage der Familie Lenges eines der ersten Projekte zur landwirtschaftlichen Biomethanisierung in Belgien umgesetzt. Ein Beispiel für lokale, dezentrale Energieproduktion – lange bevor solche Konzepte breit diskutiert wurden.

Doch was ist daraus geworden? Und warum setzt man heute so wenig auf solche konkreten, bürgernahen Lösungen?

Vielleicht liegt ein Teil der Antwort darin, dass wir zu lange auf zentrale Steuerung und theoretische Konzepte gesetzt haben. Es wäre an der Zeit, den Menschen wieder mehr Vertrauen zu schenken – und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst zur Energieversorgung beizutragen.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme, mehr Pragmatismus und ein stärkerer Fokus auf lokale Initiativen könnten der Schlüssel zu einer sicheren und bezahlbaren Energiezukunft sein.

21.04.2026 Pascale Baudimont, Eupen

52 Antworten auf “LESERBRIEF – Für lokale, dezentrale Energieproduktion”

  1. Die „Energieproduktion“ ist physikalisch gesehen der falsche Begriff, richtig müsste es heißen die Energiewandlung denn Energie wird weder erzeugt noch vernichtet sondern immer nur gewandelt (1 HS der Thermodynamik). Noch korrekter wäre die Bezeichnung der „Exergie Bereitstellung“ denn es ist dieser Teil der Gesamtenergie eines Primärenergieträgers welcher Arbeit leisten kann. Elektrischer Strom ist die höchste Form der Exergie und kann nicht weiter „veredelt“ werden. Genug der Physik, bleiben wir auf dem Teppich, will sagen dass wir lokal gar keine Primärenergieträger haben aus denen sich die benötigte Exergie generieren ließe. „Wind und Sonne“ sind vom Potential und von der Verfügbarkeit her dazu nicht geeignet! Wurde schon oft erklärt aber augenscheinlich nicht verstanden. Der „energetische Rückzug“ auf unsere lokalen Ressourcen bedeutet ein Leben wie im 16. Jahrhundert. Wer das fordert ist entweder ein MINT-Versager oder ein Fall für den Psychiater. Wobei letzteres auf einen Großteil der Medien, Politiker und Kulturschaffenden zutrifft. Eine Katastrophe….

    • Pascale Baudimont

      Sehr geehrter Dax,
      vielen Dank für Ihre fachlich interessante Rückmeldung. Ihre Hinweise zum ersten Hauptsatz der Thermodynamik sowie zur Unterscheidung zwischen Energie und Exergie sind selbstverständlich korrekt und tragen zur Präzisierung der Debatte bei.
      Gerade wenn man jedoch den Begriff der Exergie konsequent anwendet, lohnt sich ein differenzierter Blick auf heutige Energiesysteme. Entscheidend ist nicht nur die Verfügbarkeit von Primärenergieträgern, sondern die Fähigkeit, Exergie effizient umzuwandeln, zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen.
      Es ist richtig, dass Regionen wie unsere nicht über bedeutende fossile Primärenergieträger verfügen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass keine relevante Exergiebereitstellung lokal möglich ist. Moderne Technologien ermöglichen bereits heute eine signifikante Dezentralisierung:
      Photovoltaik wandelt Strahlungsenergie direkt in elektrische Exergie um. In Kombination mit Batteriespeichern (z. B. Lithium-Ionen) lassen sich Lastprofile zunehmend glätten und Eigenverbrauchsquoten von über 60–80 % erreichen.
      Wärmepumpen erhöhen durch Nutzung von Umweltwärme (niedrige Exergie) die Effizienz der Endenergienutzung erheblich (COP > 3), wodurch der Bedarf an hochwertiger Exergie (Strom) insgesamt reduziert wird.
      Biogasanlagen bzw. Biomethanisierung ermöglichen die Umwandlung chemischer Energie aus organischen Reststoffen in speicherbare und regelbare Energieformen mit hoher Systemrelevanz.
      Power-to-Gas-Ansätze erlauben die saisonale Speicherung von Überschussstrom in Form von Wasserstoff oder synthetischem Methan, wodurch Exergieverluste zeitlich entkoppelt werden können.
      Ein zentraler Punkt ist dabei die Systemintegration: Fluktuierende Quellen wie Wind und Sonne liefern zwar keine kontinuierliche Leistung, wohl aber ein relevantes Energiepotenzial. In Verbindung mit Speichern, Lastmanagement und hybriden Systemen können sie sehr wohl einen substantiellen Beitrag zur Exergiebereitstellung leisten.
      Auch die von Ihnen angesprochene grundsätzliche Begrenzung wird durch aktuelle Entwicklungen relativiert. Im Bereich der Kernenergie entstehen derzeit Small Modular Reactors (SMR) sowie Mikroreaktoren, die gezielt auf dezentrale Anwendungen ausgelegt sind (Leistungsbereich von wenigen MW bis einige hundert MW). Diese Systeme könnten perspektivisch eine lokalere Bereitstellung von hochgradiger elektrischer Exergie ermöglichen – mit deutlich geringerer infrastruktureller Skalierung als klassische Großkraftwerke.
      Vor diesem Hintergrund erscheint die Schlussfolgerung, eine stärkere Nutzung lokaler Ressourcen führe zwangsläufig zu einem „Rückfall ins 16. Jahrhundert“, aus technischer Sicht nicht zwingend. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass zukünftige Energiesysteme hybride Strukturen aufweisen werden: zentrale Großanlagen kombiniert mit dezentralen, flexiblen Einheiten.
      Die entscheidende Herausforderung liegt somit weniger in der prinzipiellen Verfügbarkeit von Exergie, sondern in der Optimierung von Umwandlungsketten, Speichertechnologien und Systemintegration.
      Eine sachliche und technisch differenzierte Diskussion dieser Aspekte wäre aus meiner Sicht zielführender als pauschale Bewertungen.

      • Zu Ihren einzelnen Argumenten finden Sie hier detaillierte Analysen:

        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/die-illusion-einer-energiewende?authuser=0
        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/strom-aus-wind-eine-illusion?authuser=0
        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/sonnenstrom-mehr-wunsch-als-wirklichkeit?authuser=0
        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/stromspeicher-das-schilda-des-21-jahrhunderts?authuser=0
        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/norwegen-die-batterie-europas?authuser=0
        https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/wasserstoff-l%C3%B6st-keine-energieprobleme?authuser=0

        • Pascale Baudimont

          Sehr geehrter Dax,
          vielen Dank für die von Ihnen bereitgestellten Links. Ihre Ausführungen greifen wichtige physikalische und systemtechnische Aspekte auf, insbesondere hinsichtlich der Variabilität erneuerbarer Energien, der begrenzten Speicherfähigkeit sowie der unvermeidlichen Umwandlungsverluste im Sinne der Exergie.
          In diesen Punkten besteht kein grundlegender Dissens – die von Ihnen beschriebenen Grenzen sind real und in der Fachwelt bekannt.
          Allerdings wird Ihre Argumentation dort problematisch, wo Sie aus diesen Einschränkungen eine grundsätzliche „Illusion“ der Energiewende ableiten. Genau hier erfolgt ein Bruch in der Logik: Sie betrachten einzelne Technologien isoliert und ignorieren die Funktionsweise des Gesamtsystems.
          Energiesysteme waren nie monolithisch organisiert, sondern beruhen auf einem Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten – zunehmend auch in dezentralen Strukturen. Dass Wind- und Solarenergie allein keine kontinuierliche Versorgung gewährleisten, ist daher keine neue Erkenntnis, sondern eine Selbstverständlichkeit.
          Gerade die Kombination aus dezentraler Erzeugung, Netzintegration und flexiblen Verbrauchsstrukturen verändert jedoch die Systemlogik grundlegend – ein Aspekt, der in Ihrer Darstellung weitgehend unberücksichtigt bleibt.
          Entscheidend ist vielmehr, welchen Beitrag einzelne Technologien im System leisten. Und dieser ist nachweislich vorhanden.
          Am Ende bleibt von Ihrer Argumentation vor allem eines: Aus bekannten physikalischen Grenzen wird eine Schlussfolgerung konstruiert, die diese so nicht hergeben.


          • Sie betrachten einzelne Technologien isoliert und ignorieren die Funktionsweise des Gesamtsystems.
            ….
            ////
            Hier machen Sie einen Fehler denn die Summe aus 2 stochastischen Systemen ergibt kein regelbares System! Die systemimmanenten Probleme einer stochastischen Einspeisung in ein Stromnetz lassen sich durch Skalierung nicht lösen! Im Gegenteil, das Gesamtsystem wird dadurch immer instabiler. Es macht also wenig Sinn mir bei der Einzelbetrachtung recht zu geben, aber zu argumentieren dass diese Probleme sich durch Skalierung lösen ließen. Das ist derselbe Denkfehler wie der Ausspruch „irgendwo weht immer der Wind“, was das Problem nicht löst sondern nur auf die nächste Ebene (EU-Verbundnetz) skaliert. Die Systemlogik gehorcht einzig und alleine den durch Ohm und Kirchhoff formulierten Naturgesetzen nach denen ein Stromnetz funktioniert. Dass Sie Begriffe wie „flexible Verbrauchsstrukturen“, also ein Euphemismus für Stromrationierung, benutzen zeigt dass Sie sich dessen bewusst sind aber versuchen es zu verschleiern, warum auch immer. Es gibt nichts, weder technisch noch ökonomisch, was für eine Abkehr aus dem System Grundlast – Mittellast – Spitzenlast basierend auf Uran, Kohle und Gas + PSW spricht. Am Ende läuft jede Argumentation für diese „Energiewende“ auf die Bedrohung durch eine vermeintliche „Klimakrise“ hinaus, also dem Credo einer Klimasekte. Europa ruiniert mit dieser „großen Transformation“ seine Wirtschaft, wer es noch immer nicht versteht wird es lernen, auf die harte Art, durch wirtschaftlichen Niedergang!

            • Pascale Baudimont

              Ihre Anmerkungen zu den physikalischen Grenzen sind zutreffend
              Die europäische Realität scheint dies jedoch weniger zu sein: Dort verdrängt die Ideologie zunehmend die Technik, und energiepolitische Entscheidungen gleichen oft Zirkusnummern, bei denen die Ideologie Vorrang vor der Technik hat und energiepolitische Entscheidungen wie Clownnummern wirken.
              Während anderswo nüchtern auf Versorgungssicherheit, Rohstoffe und bezahlbare Energie gesetzt wird, gibt sich Europa kostspieligen Experimenten mit zweifelhaftem Nutzen hin. Man hat fast den Eindruck, dass man sich in Europa mit großem Enthusiasmus die Beine abschneidet, um die daraus resultierenden Probleme dann als Fortschritt zu präsentieren. Energie, vor allem wenn sie zuverlässig und günstig ist, bleibt jedoch das Rückgrat jeder funktionierenden Wirtschaft – und daran ändert kein noch so schön formulierter Slogan etwas. Das Ergebnis ist vorhersehbar: steigende Kosten, wachsende Abhängigkeiten – und letztlich die Verarmung der Bevölkerung.
              Deshalb müssen die Bürger aufhören, sich auf solche „Heldentaten“ zu verlassen. Ohne eine zuverlässige lokale Energieerzeugung bleiben wir den Entscheidungen auf europäischer Ebene ausgeliefert, mit all den Ungereimtheiten, die das mit sich bringt, und laufen mit offenen Augen dem Elend entgegen.
              Vor Ort verfügen wir über Wind, Sonne und Mikroreaktoren zur Energieerzeugung.

                • Pascale Baudimont

                  Kleine modulare Reaktoren: flexible und kostengünstige Stromerzeugung und sind eine Option, um den Bedarf an flexibler Stromerzeugung für ein breiteres Spektrum von Nutzern und Anwendungen zu decken. Sie können als Einzel- oder Mehrmodulanlagen eingesetzt werden und ermöglichen die Kombination von Kernenergie mit erneuerbaren Energien. Zudem bieten sie inhärente Sicherheitsmerkmale, potenziell geringere Investitionskosten und eignen sich für Kraft-Wärme-Kopplung sowie abgelegene Regionen oder hybride Energiesysteme.
                  Das weltweite Interesse daran wächst, da sie veraltete fossile Kraftwerke ersetzen und flexibel in moderne Energiesysteme integriert werden können.
                  Kernenergie wird bereits auf Schiffen und U-Booten genutzt, Militärische Nutzung: wo SMR tatsächlich relevant sind
                  Marine (Schiffe und U-Boote) – bereits Realität
                  Viele große Kriegsschiffe und U-Boote nutzen seit Jahrzehnten Kernreaktoren zur Antriebsenergie. Diese sind funktional sehr nah an SMR-Konzepten:
                  kompakt, langlebig (oft 20–30 Jahre ohne Brennstoffwechsel) extrem leistungsdicht
                  → Das ist im Prinzip eine „militärische SMR-Anwendung“, auch wenn sie nicht so genannt wird.
                  Mobile oder abgelegene Militärbasen (geplant / getestet)
                  SMR-Konzepte werden für folgende Zwecke diskutiert:
                  Stromversorgung entlegener Militärstützpunkte (Arktis, Inseln, Wüsten)
                  Reduzierung von Treibstofflogistik (kein ständiger Diesel-Nachschub)
                  stabile Energie für Radar-, Kommunikations- oder Droneninfrastruktur
                  Einige Projekte (z. B. in den USA) haben genau diesen „military microreactor“-Einsatz als Ziel.
                  Strategischer Vorteil
                  Für Militärs sind SMRs interessant, weil sie:
                  unabhängig von Treibstofflieferketten machen
                  sehr lange autark laufen können
                  hohe Energie für neue Systeme liefern (Radar, Laser, Sensorik)
                  Wichtige Einschränkung
                  Es gibt keinen breit eingesetzten SMR „im Feld“ bei Armeen als Standardtechnik.
                  Vieles ist noch Entwicklung, Prototyp oder Planung.
                  Sicherheits- und Nichtverbreitungsregeln (Atomwaffensperrvertrag etc.) begrenzen die Nutzung stark. https://www.iaea.org/topics/small-modular-reactors

  2. Joachim Wahl

    Herr Baudimont, korrekterweise beginnen Sie mit den „Versprechungen“ der Wind- und Solarmafia, bedauernswerterweise enden Sie selbst mit der Forderung nach diesen Systemen. Diese sind weder sicher noch bezahlbar.

  3. Guido Scholzen

    Und schon wieder so ein alternativer Leserbrief mit alternativen Fakten zu alternativen Energien.
    Zur Info: Erdgas wird auch in der chemischen Industrie gebraucht zur Produktion von Dünger, und vielen anderen Produkten des Alltags.
    Alternative Energie sind keine Alternativen.
    Der Glaube an eine Energiewende ist kein Glauben an die Zukunft, sondern ein Aberglauben in der Gegenwart.

    Was ist der Unterscheid zwischen Märchen und Ideologie?
    Märchen beginnen mit ‚Es war einmal‘, Ideologie beginnt mit ‚Es wird einmal‘.
    Politik hingegen ist die Kunst des Machbaren. Also hat die „grüne Energiewende“ in der Politik nichts verloren, da diese nicht realisierbar ist.

  4. Krisenmanagement

    Es gibt natürlich Menschen, die insgesamt gegen alternative Energien sind. Biogasanlagen sind auch nicht so einfach zu betreiben. Es ist technisch anspruchsvoll und diese Anlage müssen immer gefüttert werden. Es könnte durchaus möglich sein mit den heutigen Wechselrichtern Häuser relativ Energieautark zu machen. Natürlich muss der Eigentümer einer Immobilie dann über viel Idealismus verfügen. Bei der Speicherung der Energie wird sich noch viel tun. Die Lithium-Ionen Batterien sind vielleicht unter Sicherheitsaspekten nicht das Gelbe vom Ei. Die Preise für Speicher sinken. Die Windkraft ist unter vielen Aspekt absolut keine saubere Energie. Die Zerstörung der Landschaft ist ein grosser Aspekt. Schon alleine der Bau eines Windrades verbraucht enorme Ressourcen. Der Abrieb der Windräder verursacht enorme Verseuchungen mit der Ewigkeitschemikalie PFAS. Windstrom ist auch nicht gut steuerbar, wie Atomkraftwerke, Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke. Die Gegenpoler scheinen mir gegen alles Neue zu sein. Gegenpol verharrt in der Vergangenheit. Die Abhängigkeit von ausländischen Ressourcen ist immer eine unsichere Option.

    • ….
      Die Gegenpoler scheinen mir gegen alles Neue zu sein. Gegenpol verharrt in der Vergangenheit.
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      Dumm nur dass die Physik das was Sie als „Fortschritt“ bezeichnen nicht mitmacht. Sie brauchen dazu auch einen „neue Physik“, die aber schon in der Mache ist….
      https://shorturl.at/B8RY2
      😁😁🤦‍♂️

      • Mint–Versager

        @ DAX

        …“ Dumm nur dass die Physik das was Sie als „Fortschritt“ bezeichnen nicht mitmacht.“ …

        Könnten Sie bitte einem „MINT–Versager“ noch einmal erklären, „was die Physik nicht mit macht“.

        1) Produktion:

        PV–Anlagen liefern elektrische Energie, das sehe ich jeden Abend auf dem Zähler meiner PV Anlage. Bei Windräder wird das wohl auch so sein – kann ich aber nicht beweisen, da ich keins habe.

        Weder Wind noch Sonne liefern ständig Energie – einverstanden!

        2) Speicherung:

        Man braucht also Speichermedien – auch richtig!

        Elektrische Energie kann man seit langer Zeit speichern, früher in Blei–Batterien, heute in Silizium Accus, … .
        Elektrische Energie kann man auch via Elektrolyse in Wasserstoff umwandeln und somit speichern …
        Pumpspeicherwerk funktionieren auch … Vianden, Coo, …

        Bei den Speichermedien hapert es, nicht zuletzt weil riesige Mengen an elektrischer Energie erforderlich sind – einverstanden, ist aber kein physikalisches Problem.

        Jetzt die Frage des „MINT–Versagers“, wir können Strom mit Sonne und Wind produzieren und wir können die produzierte Energie speichern, beides ist nach physikalischen Gesetzen möglich und bewiesenermaßen machbar – wieso behaupten Sie stets, „dass die PHYSIK nicht mitmacht“ ?

        Mit anderen Worten, auf welches physikalische Gesetz basiert Ihre Aussage?

        Um möglicher Polemik vorzugreifen, wirtschaftliche Gründe gibt es zuhauf, physikalische ? … na ja, vielleicht können Sie mir welche nennen …

        • Mint–Versager 22/04/2026 15:25, nur eine Richtigstellung zur Physik: Die Elektrizitätsspeicher, die Sie beschreiben speichern keine Elektrizität. Nur Kondensatoren speichern Elektrizität, aber Gleichstrom. Bei den beschriebenen Speichermethoden wird elektrische Energie in chemische Energie oder mechanische Energie umgewandelt und nachher zurück. Immer gibt es Verluste (in Wärme) bei der Umwandlung in beiden Richtungen, sodass 50 % verloren gehen. Coo und Vianden speichern vielleicht einen Tagesverbrauch, obwohl sie riesig sind. Man plant in Belgien vier weitere, kleinere zu bauen.

          • Meint–Versager

            @WK

            Lieber WK (Herr Kollege?), vielen Dank für Ihre Belehrung! Alles was Sie schreiben ist mir seit mehr als 60 Jahren bestens bekannt. Es geht hier nicht um die „schulische Terminologie“ – die habe ich bis zum Ende meines Unistudiums gehört, aber später im praktischen Entwicklungs– und Forschungsbereich, braucht man sich damit nicht mehr zu profilieren, weil man mit Menschen zusammen arbeitet, die auf einem ähnlichen Level sind.

            In meinem Post geht es nicht um Polemik sondern darum, dass es kein „physikalisches Gesetz“ gibt, welches die DAX´sche Aussage „… es geht aus physikalischen Gründen nicht! …“, untermauert. Es sei denn, er oder Sie können mir dieses Gesetzt nennen … „man lernt ja bekanntlich NIE aus“.

            Es ist nicht so, dass ich den derzeitigen grünen Wahn unterstütze, der von einer geistig umnachteten ignoranten Polit–Clique diktatorisch vorangetrieben wird und ganz Europa in den Bankrott treibt!

            Ich bin mir aber sicher, dass es kontraproduktiv ist, die Physik „zu bemühen“ um den „No–Go“ zu beweisen. Das Problem ist der kostspielige und langwierige vollständige Umbau der Infrastruktur und die „noch unterentwickelte“ Speicherproblematik – und das sollte man auch so benennen.

            • Meint–Versager 23/04/2026 13:53, es gibt haufenweise Leser, die die Physik nicht verstehen. Deshalb ist es wichtig präzise zu bleiben. Glaubten nicht Leute mit einem Universitätsstudium – eine mit einem Londoner und einer hier aus Sankt Vith –, dass das Netz Strom speichert. Dax‘ Argumentation ist oft noch weniger präzise und noch öfter beleidigend – „MINT-Versager“. Was ich geschrieben habe, ist Ihnen und sollte Dax seit langem bekannt sein, jedoch ist es den anderen Lesern hier nicht unbedingt bekannt. In Ihren beiden Beiträgen ist der jeweils letzte Abschnitt der ausschlaggebende. Trotzdem betreibt die Politk einen zu schnellen und chaotischen Umbau.

              • Das Ohmsche Gesetz besagt dass die Energie immer von dem Einspeiser zur Steckdose fließt von dem aus die kleinste Netzimpedanz anliegt. Das Kirschhoffsche Gesetz besagt das in jedem Netzknoten die Vektorsumme aller zufließenden und abfließenden Strömen Null sein muss, sonst peng, black-out wie in Spanien. Damit sind den grünen Träumen von „Ökostrom“ aus Wind und Sonne sowie „ungebremster Zubau von WKA und PV sind gar kein Problem“ unverrückbare Grenzen gesetzt. Wenn Sie aber glauben eine „grüne“ Physik zu kennen die es erlaubt ein Stromnetz, nachfrageorientiert, mit fluktuierenden Einspeisern, betreiben zu können, dann nur her damit, ich lerne immer gerne was hinzu….

                • Mint–Versager

                  @ DAX

                  Vielen Dank für Ihre Antwort. Zusammenfassend entnehme ich Ihren Darstellungen kein „physikalisches“ aber ein großes technisches Problem durch aktuell fehlende Speicherkapazität und die erforderliche komplexe Regelung des Gesamtsystems. Das ist 100% richtig und sollte unbedingt auch so dargestellt werden, was Ihnen mit Ihrer Expertise auf diesem Gebiet auch sicherlich leicht von der Hand gehen würde.

                  Der Aufbau und die Optimierung von Speicherkapazitäten ist noch ein weiter und teurer aber physikalisch möglicher Weg.

                  Das Problem gilt aber nicht nur für „grüne“ Energie. Ein Bekannter (Atomphysiker) erklärte mir mal vor längerer Zeit, dass die Autbahnbeleuchtung auch zur Netzstabilisierung eingesetzt wurde, um das Überangebot der schlecht regelbaren Atomkraftwerke zu kompensieren. Sinnvoll war das auch nicht, aber billig. Heute kann (will) man sich solche Verschwendungen nicht mehr leisten … und das wird dann eben teuer.

                  • ….
                    Ein Bekannter (Atomphysiker) erklärte mir mal vor längerer Zeit, dass die Autbahnbeleuchtung auch zur Netzstabilisierung eingesetzt wurde, um das Überangebot der schlecht regelbaren Atomkraftwerke zu kompensieren.
                    ….
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                    Dann sagen Sie ihrem „Atomphysiker“ dass er keine Ahnung hat denn die gesamte Anschlussleistung der Autobahnbeleuchtung in der Wallonie betrug 63 MW. Alleine Tihange 2 hatte eine elektrische Leistung von 1000 MW. Können Sie rechnen? (63/1000)*100 = 6,3% der Leistung, damit lässt sich kaum etwas bewirken. Wer selbst rechnen kann muss nicht jedem „Atomphysiker“ jeden Blödsinn glauben.

                • DAX, es ist ja nett, wenn Sie das Ohmsche Gesetz bemühen und dabei den Elektrizitätsfluss für einen Verbraucher erklären. In Wirklichkeit geht es aber um die Summe aller Verbraucher und Einspeiser. Ihr Päng ist dann aber falsch. Auch bis dass der Knoten schmilzt oder brennt, bleibt die Vektorsumme null. So ein Netzeinsturz wie in Spanien geschieht dann doch durch Notabschaltungen einer Sicherung, was dann dazu führt, dass der Strom sich einen anderen Weg sucht, wo wieder Notabschaltungen stattfinden usw.

                  • Ein „black-out“ tritt ein wenn die Netzfrequenz aus der zulässigen Schwankungsbreite fällt. Da „brennt“ nichts durch. Entscheidend ist dass der Augenblickswert der Lastflüsse IMMER ausgeglichen ist und die Regelgrösse ist die Frequenz (50 Hz). ALLE Leistungsschwankungen, egal ob nach oben oder unten, können ein Stromnetz zusammenbrechen lassen. Deswegen ist der PV-Mittagspeak im Sommer genau so gefährlich für die Netzstabilität wie die Dunkelflaute im Winter. Das ist so wie der Seiltänzer, wenn er die Balance verliert ist es egal ob er links (PV-peak) oder rechts (Dunkelflaute) vom Seil fällt, er liegt immer unten. So lange Stromnetze von Spezialisten gemanagt wurden war alles gut, jetzt glaubt jeder grüne Hinz und Kunz in Politik und Medien er wisse wie es geht, das wird nicht gut enden….

                    • Dax, wenn der Black-out eintritt wenn die Frequenz zu sehr von 50 Hz abweicht, dann ist das keine Physik sondern Ingenieurkunst. Welche Anwendungen hängen denn noch heute von der 50 Hz-Frequenz des Netzes ab? Das Netz ist halt so gebaut und iregendein Mensch oder Automat schaltet ab.

              • Mint–Versager

                @ WK

                Mit der „verkomplizierenden“ Präzision ist das so eine Sache, damit kann man zwar seine wissenschaftliche Kompetenz zur Schau stellen, erreicht aber viele Leser nicht. OD ist kein Forum für Nobelpreisträger in Physik. Je einfacher man physikalische Zusammenhänge beschreibt, je mehr verstehen auch die Menschen ohne Physikstudium die Aussagen. Mein Vater erklärte mir als Kind den elektrischen Strom indem er ihn mit fließenden Wasser in einem Schlauch verglich. Als Kind „begreift“ man so etwas viel besser und ist bereit sich damit zu beschäftigen … .

                Zum Thema Verluste: Auch das ist so eine Sache, die meisten Verluste können mit einigem technischem Aufwand vermieden werden. Wärmepumpen z.B. eignen sich vorzüglich um Verlustwärme sinnvoll zu nutzen. Heerscharen von Ingenieuren sind seit Jahren damit beschäftigt, die Effizienz ihrer Produkte zu verbessern (siehe z.B. Automobilindustrie) – insofern sollte man das Thema Verluste nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellen, da ist technisch–physikalisch noch vieles machbar …

                  • MINT–Versager

                    @ DAX

                    “… Das sollten Sie vielleicht etwas genauer erklären, ich verstehe es nicht.“

                    Diese Frage aus Ihrem Mund, verwundert mich doch sehr, da Sie doch sonst in Sachen Physik auf höchstem Niveau agieren.

                    Wärmepumpen vergrößern das treibende thermische Temperatur Potential (Joule Thomson Effekt), dadurch kann man auch aus den meist niedrigen Temperaturen, die bei gewissen Prozessen entstehen, nutzbare Energie gewinnen.

                    Ist alles hinlänglich bekannt und kann als physikalisches Grundwissen eingestuft werden. Bei Defiziten kann man den Zusammenhang mit einem Click im Internet nachlesen – ich denke daher, dass ich deshalb an dieser Stelle nicht alles nochmal ausführen muss.

                    • Schön, aber bei der „Energiewende“ geht es nicht um Schneekanonen sondern um WP die an das Stromnetz angeschlossen werden und wie ein umgedrehter Kühlschrank funktionieren um Öl- und Gasheizungen zu ersetzen. Dabei nutzt man im Winter elektrische Energie aus dem Kraftwerk wo Gas mit bestenfalls 40% Wirkungsgrad verstromt wird um dann bei einer Luft-WP mit COP 2,5 (wenn es gut läuft !) zu heizen. Gesamtwirkungsgrad = meine Gastherme mit dem Propan-Tank im Garten. Aber das wissen Sie sicher auch, oder?

                    • Willi Müller

                      Dax,
                      Ein COP von 2,5 ist in extremen Wintermonaten für eine Luftwärmepumpe akzeptabel, sollte aber nicht der Jahresdurchschnitt sein (hier ist die Jahresarbeitszahl [JAZ] entscheidend).

                • Mint–Versager, es geht nicht darum, andere einfach als MINT-Versager zu beschimpfen. Da es aber hoch gebildete Leute gibt, die glauben „das Netz ist der Speicher“, praktischer: „Meine Sonnenpaneele speisen tagsüber, wenn die Sonne scheint, Strom ins Netz und nachts hole ich mir den Strom zurück, indem ich mein Auto lade“ muss man schon genau bleiben. Auch glauben viele Leute, dass, wenn ein Elektroauto beim Verlangsamen oder Bergabfahrt Strom generiert und „speichert“, dieser zu 100%. So färbt man den Energieumbau rosa. Natürlich besteht die Ingenieurkunst darin, Verlust zu minimieren. Aber werden die Rohre in Coo oder Vianden durch besser polierte ersetzt? Warum baut RWE denn kein neues Speicherwerk mit der Höhendifferenz, auf die es im abgebauten Braunkohlerevier verfügt.

                  • MINT–Versager

                    @ WK

                    Mit Verlaub, WO beschimpfe ich Jemanden als MINT–Versager, ich sage lediglich, dass es von Vorteil ist, sich allgemeinverständlich auszudrücken um mehr Menschen zu erreichen, die bei diesem Thema nicht soviel Erfahrung haben. Abgehobener Sprachgebrauch, wirkt elitär und kann sogar als arrogant daher kommen.
                    Ich bin überzeugt, dass die „hochgebildeten Leute“ von den Sie reden (sogenannte Geisteswissenschaftler 😂 – über diese Bezeichnung, geriet schon J. Keil am CP in den 60iger Jahren „ins schwäremen“) die Physikalischen Zusammenhänge erst verstehen, wenn man sie auf niedrigstem Niveau abholt.

                    • MINT–Versager, Sie wissen genau, wer andere hier als MINT-Versager beschimpft, und Sie bezeichnen sich selbst ironisch als einen. Wenn ich schreibe, dass man Strom nicht speichern kann sondern nur in andere Energieformen umwandeln, die man speichern kann, ist das doch kein Nobelpreisdeutsch sondern allgemein verständlich. Die hoch gebildeten Leute haben, bevor sie auf die Uni kamen, Abitur oder Matura machen müssen und da gehört Physik dazu.

        • Der Alte

          Was Physik (theoretisch) ermöglicht ist das Eine, was praktisch machbar ist, weil finanziell realistisch, ist das Andere. Wie beim Hochhaus: es kann „locker“ sehr hoch gebaut werden (siehe Golfmonarchien), ab einer gewissen Höhe ist es aber ökonomisch nicht mehr sinnvoll.

  5. Der Alte

    „Es wäre an der Zeit, den Menschen wieder mehr Vertrauen zu schenken – und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst zur Energieversorgung beizutragen.“
    Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn die dezentral produzierte Elektrizität, gleich welcher Quelle, kontinuierlich produziert wird. Zappelstrom braucht immer einen Backup durch relativ leicht zu- oder abschaltbare Kraftwerke, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Beim aktuellen Stand der Technik halt Gaskraftwerke (oder ev. Ölkraftwerke).

  6. Der Alte

    „Eine ehrliche Bestandsaufnahme, mehr Pragmatismus und ein stärkerer Fokus auf lokale Initiativen könnten der Schlüssel zu einer sicheren und bezahlbaren Energiezukunft sein“.
    Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist in der Tat der Schlüssel. Ob es in näherer Zukunft dazu kommt, unabhängig von Lobbygruppen und Intervention ideologischer Träumer, wird bestimmen ob der Kontinent seinen Wohlstand aus Produktion ziehen können wird oder ob wir uns ganz auf Haareschneiden, Tätowieren und auf Sozialarbeit zurückziehen werden. Frisöre, Tätowierer, Lehrer, Krankenpfleger und Familienhelfer leisten zwar wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen Leben, werden aber aus den Erträgen der Produktion, ob industriell, handwerklich oder landwirstchaflich finanziert.

  7. Manche tun hier so, als gäbe es nur einen Weg der Energieversorgung. Warum sollen nicht fossile Quellen dadurch ergänzt werden (und den Bedarf an fossilen Energiequellen senken), dass sich Leute Photovoltaik-Anlagen auf’s Dach schrauben lassen? Warum diese emotionalen Äußerungen? Dass die großen Energiekonzerne etwas dagegen haben, weil sie um ihre monopolistische Stellung und die sich teilweise selbstversorgende Kundschaft fürchten, ist logisch. Aber man muss diese Sichtweise vor allem als Verbraucher nicht übernommen, zumal eine Dekonzentration gerade in Krisenzeiten Vorteile hat.


    • Dass die großen Energiekonzerne etwas dagegen haben, weil sie um ihre monopolistische Stellung und die sich teilweise selbstversorgende Kundschaft fürchten, ist logisch.
      ….
      /////
      Gehen Sie mal in den Keller und klemmen ihren Netzanschluss ab, dann merken Sie schnell wieviel „Selbstversorgung“ eine PV-Dachanlage wirklich bedeutet, nämlich gar nichts! Die „grossen Energiekonzerne“ haben ihr Geschäftsmodell längst darauf umgestellt und verdienen weiter Geld, viel Geld, an dieser „Energiewende“. Wer zahlt drauf? Dreimal dürfen Sie raten….

      • Lesen Sie bitte, was ich geschrieben habe und legen Sie das Ihren Ausführungen zugrunde. Ich habe nicht dafür geworben, jemand möge seinen Netzanschluss abklemmen. Sie haben ein Feindbild, das Sie darin bremst, Realitäten unbefangen zur Kenntnis zu nehmen. Dass eine PV-Anlage „nichts“ bewirke, ist eine wunschgesteuerte Illusion.

  8. Guido Scholzen

    „Biogas“ ist wirklich ein Abfallprodukt unserer Wohlstandsgesellschaft, weil es eben genug Produktionsabfälle gibt.

    BRF: Strom aus Pizza und Marmelade: Zu Gast in der Biogasanlage Recht
    https://brf.be/regional/2061792/
    (da könnte es einem schlecht werden, aber genau das ist die Realität)
    Die Grünen wissen gar nicht, wie wohlstandsverblödet und wohlstandsverwahrlost die überhaupt sind.
    ok, es ist ein Recycling, aber ohne genug (nichtgrüner) Energie für die Herstellung dieser Bioabfälle gäbe es diese Abfälle nicht.

    @Pascale Baudimont: Meinen Sie auch das mit regional erzeugter Energie?
    Ihre Meinung bitte zu diesem BRF-Beitrag.

    • Pascale Baudimont

      Der Beitrag vom BRF zeigt sehr anschaulich, wie kreativ unsere heutige Energieproduktion bereits ist: Biogas aus Küchenresten, aus dem, was wir sonst wegwerfen würden. Das ist clever und sinnvoll im Sinne von Recycling – aber es bleibt ein System, das vollständig von unserem Überfluss abhängt.
      Gerade deshalb stellt sich die grundlegende Frage: Wie unabhängig wollen wir eigentlich werden? Und zwar nicht nur auf nationaler oder regionaler Ebene, sondern auch individuell. Denn echte Resilienz entsteht dort, wo Menschen und Haushalte zumindest teilweise selbst für ihre Energie sorgen können.
      Die völlige Autarkie eines einzelnen Haushalts ist heute noch nicht realistisch. Selbst moderne kleine modulare Reaktoren (SMR), wie sie von NuScale Power oder Rolls-Royce SMR entwickelt werden, bleiben große, zentrale oder regionale Systeme. Sie können jedoch helfen, Versorgung stabiler und weniger abhängig von wenigen großen Akteuren zu machen.
      Parallel dazu spielen erneuerbare Energien wie Solarenergie und Windenergie eine entscheidende Rolle – besonders wenn Speicherung und intelligente Netze weiter verbessert werden. Und genau hier entsteht die Perspektive: mehr Eigenproduktion, mehr Kombination, mehr Flexibilität.
      Auch wenn wir heute noch weit von echter individueller Energieautonomie entfernt sind, sollte sie langfristig ein Ziel bleiben: nicht im Sinne völliger Isolation, sondern als Fähigkeit, zumindest einen Teil des eigenen Bedarfs selbst decken zu können.
      Denn je mehr wir lokal und individuell beitragen können, desto weniger sind wir von zentralen Strukturen und Preisschwankungen abhängig. Und genau darin liegt vielleicht der wichtigste Schritt in Richtung echter Energieunabhängigkeit: nicht alles zentral zu lösen – sondern Verantwortung und Produktion breiter zu verteilen.

  9. ….
    Parallel dazu spielen erneuerbare Energien wie Solarenergie und Windenergie eine entscheidende Rolle – besonders wenn Speicherung und intelligente Netze weiter verbessert werden.
    ….
    ////
    Haben Sie den Beitrag von Gegenpol-Ostbelgien zur Stromspeichertechnologie nicht gelesen oder nicht verstanden? Und dass Sie weiter den Euphemismus „intelligente Netze“ für die Stromrationierung verwenden lässt auf eine gewisse Lernresistenz schließen….

  10. Wie absurd der Umgang mit der „Energiewende“ ist zeigt sich einmal mehr im Interview mit Fabienne Colling (ECOLO) im GE vom 23/03/2026, Seite 5 wo sie sagt:
    ////
    Wir können vielleicht auch ein bisschen Photovoltaik nutzen aber wir gehören zu den Regionen in Belgien mit einem exzellenten Windpotenzial….
    ////
    Das mit dem „bisschen PV“ aus dem Munde der ECOLO Co-Präsidentin zu hören wird den PV-Freunden sicher nicht gefallen… Was das „exzellente Windpotential“ angeht, das liegt irgendwo bei um die 20% Vollaststunden, stochastisch eingespeist. Wer das als „exzellent“ bezeichnet hat entweder keine Ahnung worüber er spricht oder will dem Volk bewusst einen alten Esel als Rennpferd verkaufen. Das lokale Energiepotential reicht für einen Lebensstandard wie man ihn im Freilichtmuseum Kommern besichtigen kann. Man müsste die Grünen einen Winter lang darin einsperren…..

  11. Joachim Wahl

    Etwas Physik und Mathematik, aber nur Basiswissen. Belgien benötigt 80 TWh el. Energie per annum. Das ist eine 80 mit 12 Nullen. Belgien hat ca. 12 Millionen Einwohner. Die DG hat 80 Tausend Einwohner. Die DG benötigt also 0,54 TWh. Diese Energiemenge entspricht 1.944.000 * 10^9 Nm. Der Bütgenbacher Stausee fasst 10,8 * 10^6 qbm = 10,8 * 10^9 kg Masse.
    Dividiert man beide Werte erhält man die geodaetisch erforderliche Höhe von 18.000 m. Will heißen, man hebt der See 18 km hoch und lässt ihn wieder absinken, versorgt dieses Potenzial die DG mit Strom, ein ganzes Jahr. Das ist physikalisch und rechnerisch korrekt, technisch aber nicht machbar, aber zumindest erhellend. Zu allem Übel erwarten Analysten eine Verdopplung des Verbrauches bis 2050.

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