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Krawalle nach Wallonie-Derby Standard-Charleroi: Fußballverband leitet Untersuchung der Vorfälle ein

23.05.2026, Belgien, Lüttich: Nach dem Schlusspfiff gerieten Fans von Standard und von Charleroi aneinander. Auf dem Rasen des Stadions von Sclessin ging es drunter und drüber. Foto: Belga

AKTUALISIERT – Der belgische Fussballverband hat nach den Vorfällen beim Spiel im Rahmen der Europe Playoffs der Jupiler Pro League zwischen Standard Lüttich gegen Sporting Charleroi (0:2) eine Untersuchung eingeleitet.

„Die Staatsanwaltschaft hat Kenntnis von den Vorfällen während und nach dem Spiel Standard-Charleroi“, erklärte Staatsanwalt Ebe Verhaegen. „Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, und die Staatsanwaltschaft hat bis einschließlich Samstag Zeit, um Disziplinarverfahren einzuleiten. Diese Untersuchung richtet sich nicht nur gegen die beiden Vereine, sondern auch gegen alle Beteiligten (Spieler, Mitglieder des Stabs usw.), die es für notwendig erachteten, sich provokativ zu verhalten und/oder an den Vorfällen teilzunehmen.»

Nach dem Schlusspfiff hatten die Spieler von Charleroi ihren 2:0-Auswärtsieg vor ihren Fans gefeiert, die ihnen eine Fahne zuwarfen, damit sie diese auf dem Rasen von Sclessin schwenken konnten.

Das Stadion von Standard Lüttich im Ortsteil Sclessin. Foto: Shutterstock

Ein Lütticher Supporter stürmte daraufhin aufs Spielfeld, um zu versuchen, die Fahne zu stehlen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Fans, Spielern und Betreuern, darunter Marc Wilmots, der Sportdirektor von Standard Lüttich.

Fans von Standard, die auf der ersten Tribüne saßen, gelang es anschließend, nach unten zu gelangen, um sich auf Lütticher Fans zu stürzen, während weitere Anhänger von Standard, die sich auf anderen Tribünen befanden, ebenfalls aufs Spielfeld stürmten. Es ging drunter und drüber. Die überforderten Ordnungskräfte brauchten einige Zeit, um die Kontrolle im Stadion wiederherzustellen.

Die Rivalität zwischen Standard und Charleroi hat in der Vergangenheit immer wieder zu Sicherheitsproblemen geführt. Es ist möglich, dass in der kommenden Saison die beiden Wallonie-Derbys ohne Gästefans oder sogar überhaupt ohne Fans stattfinden werden.

Lorin Parys, der CEO der Pro League, äußerte sich am Sonntag zu den Vorfällen nach dem Derby zwischen Standard und Charleroi. „Ich habe es satt, dass eine Gruppe von Idioten unseren Fußball als Geisel nimmt“, erklärte er gegenüber der Agentur Belga. Parys möchte die Urheber solcher Taten endgültig aus dem Fußball ausschließen und erwartet dafür ein strengeres Fußballgesetz.(cre)

Mario Kohnen und Charleroi vermasseln Standard Lüttich die Tour

Der SC Charleroi und Interimstrainer Mario Kohnen haben das Wallonie-Derby bei Standard Lüttich mit 2:0 gewonnen und den Gastgebern damit den entscheidenden Rückschlag im Kampf um den Gewinn der Europe Playoffs verpasst. Für den Eupener Interimstrainer Mario Kohnen war es ein weiterer Achtungserfolg an der Seitenlinie der „Zebras“.

Vor heimischem Publikum hatte Standard die Chance, sich die beste Ausgangslage im Rennen um das europäische Ticket zu sichern. Stattdessen erwischten die Gäste den besseren Abend und nutzten ihre Möglichkeiten konsequent. Die Niederlage kam für die „Rouches“ zur Unzeit – ausgerechnet im prestigeträchtigen Wallonie-Derby.

23.05.2026, Belgien, Lüttich: Mario Kohnen, Interimstrainer von Sporting Charleroi, gibt beim Spiel in Lüttich Anweisungen an seine Spieler. Foto: Belga

Von der Heimpleite von Standard profitiert der KRC Genk: Die Limburger sind die Gewinner der Europe Playoffs und bestreiten damit das Entscheidungsspiel um den letzten europäischen Startplatz gegen den Fünften der Champions Playoffs – entweder KAA Gent oder KV Mechelen. Dabei geht es um die Teilnahme an der Qualifikation zur UEFA Conference League.

Für Mario Kohnen und Charleroi endet die Saison damit nicht nur mit einem Derby-Erfolg, sondern auch mit dem Gefühl, im Saisonfinale entscheidend in das Rennen um Europa eingegriffen zu haben.

Vor dem Wallonie-Derby bei Standard Lüttich hatte Mario Kohnen seine Ambitionen auf den Trainerposten beim SC Charleroi für die kommende Saison noch einmal bekräftigt. Im Gespräch mit „La Dernière Heure – Les Sports“ erklärte der Eupener Interimstrainer: „Natürlich will ich Trainer bleiben. Sonst hätte ich das Angebot abgelehnt, als Mehdi (Bayat) mich anrief. Aber die Entscheidung liegt nicht bei mir. Ich kann mich nur voll und ganz für den Verein, meine Spieler und meinen Staff einsetzen, so wie ich es in den letzten Wochen getan habe. Ich glaube, meine Bilanz ist positiv, auch wenn ich gerne jedes Spiel gewonnen hätte.“

In der Tat kann Mario Kohnen in diesen Europe Playoffs mit fünf Siegen und zwei Unentschieden bei zwei Niederlagen eine sehr gute Bilanz vorweisen. (cre)

24 Antworten auf “Krawalle nach Wallonie-Derby Standard-Charleroi: Fußballverband leitet Untersuchung der Vorfälle ein”

  1. Georg Kremer

    Ich freu mich sehr über den erneuten Achtungserfolg von Mario Kohnen gestern Abend beim Standard Lüttich. Das ist kein Zufall und sicher auch das Resultat seiner beharrlichen Arbeit. Falls es mit der Weiterbeschäftigung als T1 beim Sporting Charleroi nicht klappen sollte könnte ich ihn mehr auch sehr gut als neuen Trainer der ASE vorstellen. Ok, das ist momentan zwar „nur“ Division 2, aber der Verein hat offenbar große Ambitionen und möchte so schnell wie möglich wieder aufsteigen. Das wär doch mal was! Ein (sportlich) runderneuerter Verein mit einem Eupener Trainer und im Idealfall auch mit mehr Spielern aus der Region als bisher.

    • Besorgte Mutter

      @Georg Kremer, ich denke, dass der 2-0 Sieg beim Standart de Liege deutlich mehr als ein Achtungserfolg war. Der Mario hat’s wohl richtig drauf, und ich bezweifle es sehr, dass der SC Charleroi ihn gehalten bekommt, denn solche Erfolge werden auch bei den Premiumclubs des Landes gut zur Kenntnis genommen.

    • Rundes Leder

      Georg Kremer! ich an seiner Stelle würde aber in Charleroi bleiben! Erst mal wegen der sehr viel besseren Fanbeteiligung, Stimmung im Stadion, und sehr viel bessere und aktivere Vorstände! In Eupen wird immer so bei 1.000 Zuschauern gespielt, wobei in Charleroi vor 15-20 mal mehr! Das zählt auch!
      Hier bei de inversen Szenen sollte der Verband radikalere Methoden anwenden! Dem Verein die Zuschauer beschränken, und Chaoten für ein Leben lang den Zutritt sperren! Dann hört diese Misere von selber auf! Schluss mit Lustig! Aber der Verband ist auch nur ne Nullnummer! Das sieht man an den tollsten rechenmethoden und Erfindungen der kuriosen Play offs! Zum sich kaputt lachen das Gedöhns!

      • Georg Kremer

        Sie dürfen getrost davon ausgehen, dass auch die Verantwortlichen der KAS Eupen nicht noch einmal solch eine Saison erleben möchten wie im vergangenen Jahr. Meines Wissens ist der Aufstieg und Verbleib in die 1. Liga fest eingeplant. Welches Interesse sollten die Kataris bzw. PSG sonst haben, diesen Verein auf Dauer zu unterstützen, der vor fast leeren Rängen spielt. Anders ausgedrückt: soo unattraktiv muss ein Trainer-Job am Kehrweg mittelfristig gesehen keineswegs sein. Und auf die „Bombenstimmung“ wie in Schallewa und Lüttich verzichtet man wohl auch als Trainer gerne.

        Noch ein Wort zu den „radikalen Methoden“: weder dem Verband noch den Vereinen ist es bisher gelungen, dem Zünden von Feuerwerk und der Pyrotechnik einen Riegel vorzuschieben. Auch das Innenministerium kriegt ein Verbot nicht auf die Reihe. Fakt ist, dass (trotz Kontrollen?) weiterhin Unmengen von illegalem Material ins die Stadien geschleust wird.

        • Ich empfehle Ihnen dringend mal ein Spiel im Stade du Pays de Charleroi zu besuchen, die Stimmung der Fans ist unvergleichbar. Darauf würde ich definitiv nicht verzichten wollen, Sie müssen es jetzt nicht so darstellen als gäbe es in Charleroi ständig solche üblen Szenen, völlig an den Haaren herbeigezogen!

        • Piersoul Rudi

          @ Georg Kremer(24/05/2026 17:46)

          Ich weiß nicht, ob Sie die AS Eupen die letzten 4 Jahren verfolgt, haben.
          Entweder gerettet im Vorletzten bzw. letztes Spiel oder wie dieser Saison nur gut geendet, weil andere Mannschafften zu doof waren den „Sack rechtzeitig zuzumachen“.
          Übrigens wurde gegen direkte Konkurrenten in der Tabelle wenig Punkte geholt…siehe die Heimspiele gegen deren.
          Warum so/zu wenig Zuschauer die Heimspiele besuchen (wollen) isr doch deutlich.
          Kein Einheimische Spieler, keine Identität mit dem Verein bzw. die Gegend.
          Übrigens ist die Stimmung bei 10.000 Zuschauer wohl „anders“ als bei 1000.

  2. meinemeinungdazu

    Ich habe das Spiel Charleroi- Standard in Charleroi vor Ort verfolgt.
    Einfach unmöglich, wie die Standardspieler dort aufgetreten sind.
    Diese Retourkutsche war vorhersehbar und vorprogrammiert.
    Auch gestern in Lüttich war ich vorort.
    Auf dem Spielfeld den Carolospielern die Charleroi-Fahne zu entreissen, die nachweislich vor ihren eigenen Fans feierten, ist schon ein starkes Stück.
    Die Carolo-Spieler haben sich dagegen gewehrt und dem Standard-Fanatiker die Fahne entrissen, was durchaus legitim war. Die Standard-Spieler sind dann umgehend auf die Spieler von Charleroi losgegangen, worauf es dann auch zu Tumulten zwischen Fans der beiden Lager kam.
    Der Fanatiker und Standardfan hatte nichts auf dem Spielfeld zu suchen.
    Die Fanszene in Belgien ist schon sehr gewaltbereit (insbesondere Lüttich und Anderlecht) und auch rassistische und rechtsradikale Gesänge (insbesondere Fc Brügge) sind an der Tagesordnung.
    So lange die Vereine nicht energisch in die Pflicht genommen und mit drastischen Geldstrafen und Platzverboten bestraft werden, wird sich sobald nichts daran ändern.

    • meinemeinungdazu

      @Peter Müller
      Toll, dass sie sich noch an meinen früheren Kommentar erinnern.
      Hier ein Auszug aus dem Interview von Lorin Parys, CEO der Pro League,
      „Dans une courte réaction, Parys a annoncé que des conséquences pourraient suivre. „Nous discuterons la semaine prochaine avec les deux clubs des mesures appropriées. Entre-temps, les fauteurs de troubles risquent dix ans d’interdiction de stade, les clubs des matchs à huis clos, trois rencontres sans supporters visiteurs et des amendes. Nous demandons au parquet fédéral les sanctions les plus lourdes possibles, car cela n’a tout simplement rien à voir avec le football. C’est de la criminalité pure.“

      Und etwas weiter liest man, „… Pour éviter ce type de débordements, Parys espère une loi football plus stricte. „À notre demande, le gouvernement fédéral travaille dessus. Nous soutenons cette démarche afin d’interdire à vie l’accès au football à ce genre de voyous. Cela permettra aussi aux sociétés de sécurité privées d’utiliser les images de caméras après les matchs pour identifier les auteurs…..“

      Ist zwar auf französisch, aber übersetzen dürfen sie selbst.

      Laut belgischem Innenminister ist u.a. eine drastische Verschärfung der nationalen Gesetzgebung in Vorbereitung.
      Auf ein Wort Herr Müller, ich halte sie auf dem laufenden.
      Zwischenzeitlich dürfen sie sich weiterhin die Pyros in Berlin und anderswo voller Begeisterung anschauen.

      • Peter Müller

        Danke für die Aufklärung. Ich bin gegen Pyros. Leider sehen sie, das es auch bei so einem grossen Event nicht möglich ist, dass zu unterbinden. Da wird sich nicht viel tun. Der Aufwand ist viel zu gross und zu teuer, und man hat kein Personal dafür.

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