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Akram Afif: Vom Talent der AS Eupen zum Gesicht des katarischen Fußballs – Heute gegen die Schweiz

10.02.2024, Katar, Lusail: Akram Afif jubelt nach einem Treffer. Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Wenn Katar am heutigen Samstag bei der Fußball-Weltmeisterschaft auf die Schweiz trifft (21 Uhr MESZ / live auf ZDF, RTBF2 „Tipik“ und VRT1), richtet sich der Blick vor allem auf einen Mann: Akram Afif. Die Fans der AS Eupen werden sich an den heute 29-jährigen Stürmer noch gut erinnern können.

Der Offensivspieler gilt als wichtigster Kreativspieler der katarischen Nationalmannschaft und als Symbol für den bemerkenswerten Aufstieg des Fußballs im Emirat. Für belgische Fußballfans besitzt seine Geschichte jedoch eine besondere Note, denn ein entscheidender Teil seiner Entwicklung fand in Ostbelgien bei der KAS Eupen statt.

Geboren am 18. November 1996 in Doha, durchlief Afif die renommierte Aspire Academy, das Herzstück der katarischen Talentförderung. Schon früh wurde er als eines der größten Talente seines Landes angesehen. Über die Jugend von Sevilla führte ihn sein Weg Anfang 2015 nach Eupen. Dort erhielt er erstmals die Möglichkeit, sich im europäischen Profifußball regelmäßig zu beweisen.

Akram Afif (rechts) im Spiel der AS Eupen gegen RC Genk im Duell mit einem anderen Ex-Eupener, Clinton Mata. Foto: Belga

Zwischen Januar 2015 und Juni 2016 entwickelte sich Afif zu einem der auffälligsten Spieler der Eupener Mannschaft, die am Ende der Saison auch den Aufstieg in die Jupiler Pro League schaffte. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Technik und seinem Mut im Eins-gegen-eins-Spiel begeisterte er die Zuschauer am Kehrweg. Er gehörte zu jener Mannschaft, die den historischen Aufstieg in die belgische Erste Division schaffte. Belgische Medien beschrieben ihn später als einen Spieler, der aufgrund seiner technischen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit bei den Fans besonders beliebt war. Seine Leistungen in Eupen machten auch größere europäische Vereine auf ihn aufmerksam.

Der nächste Karriereschritt führte ihn zum spanischen Klub Villarreal. Damit wurde Afif zum ersten Katarer, der bei einem Verein der spanischen Primera División unter Vertrag stand. Nach Stationen in Spanien kehrte er zur Saison 2017/18 noch einmal auf Leihbasis nach Eupen zurück. Die Rückkehr zeigte deutlich, welchen Stellenwert der Verein für ihn besaß.

Akram Afif in der Saison 2015-2016 im Trikot der AS Eupen. Foto: OD

Damals erklärte Afif, er freue sich, nach Eupen zurückzukehren, da ihm die erneute Zeit in Belgien bei seiner weiteren Entwicklung helfen werde. Zugleich betonte er, er wolle sein Bestes für den Verein, die Stadt und die Fans geben. Diese Aussagen gehören bis heute zu den wenigen dokumentierten persönlichen Äußerungen des Spielers über seine Zeit in Ostbelgien.

Insgesamt absolvierte Afif 42 Pflichtspiele für die AS Eupen und erzielte neun Tore. Zahlen allein werden seiner Bedeutung jedoch kaum gerecht. Eupen war die Station, an der aus einem vielversprechenden Nachwuchsspieler ein gestandener Profi wurde. Auch Jahre später erinnert der Verein regelmäßig an seinen ehemaligen Spieler und verweist stolz auf dessen internationale Karriere.

Den endgültigen Durchbruch schaffte Afif anschließend in seiner Heimat bei Al Sadd SC und vor allem in der Nationalmannschaft Katars. Beim Gewinn der Asienmeisterschaft 2019 war er bereits einer der Schlüsselspieler. Seinen größten internationalen Erfolg feierte er jedoch beim erneuten Titelgewinn 2024. Dort wurde er mit acht Treffern Torschützenkönig und zugleich zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Im Finale gegen Jordanien erzielte er sogar alle drei Tore Katars und führte sein Land damit zum zweiten Asienmeistertitel in Folge.

Akram Afif (im Hintergrund) im Gespräch mit Journalisten bei einer Spieltag-Pressekonferenz im Pressesaal des Eupener Kehrweg-Stadions Mitte September 2017. Foto: Edgar Hungs

Diese Leistungen brachten ihm auch individuelle Auszeichnungen ein. Zweimal wurde er zum Asiens Fußballer des Jahres gewählt und etablierte sich als einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des kontinentalen Fußballs. Heute gilt er als das Gesicht der katarischen Nationalmannschaft – ein Spieler, der Tore erzielt, vorbereitet und mit seiner Kreativität ganze Spiele entscheiden kann.

Bemerkenswert ist, dass Afif trotz seiner internationalen Erfolge nur selten ausführlich über seine Vergangenheit spricht. In Interviews konzentriert er sich meist auf die Nationalmannschaft, Al Sadd oder die Aspire Academy. Dennoch lässt sich aus seinen wenigen Aussagen herauslesen, dass er die Zeit in Eupen als einen wichtigen Entwicklungsschritt betrachtet. Für viele Beobachter war die ostbelgische Station sogar der entscheidende Wendepunkt seiner Karriere. Ohne die regelmäßige Spielpraxis und das Vertrauen, das er dort erhielt, wäre sein späterer Aufstieg zum Star des asiatischen Fußballs möglicherweise nicht in dieser Form möglich gewesen.

Wenn Afif heute gegen die Schweiz aufläuft, steht daher nicht nur ein katarischer Nationalheld auf dem Platz. Für viele Fußballfans in Belgien ist er auch ein ehemaliger Eupener, der am Kehrweg den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere legte. Seine Geschichte zeigt, wie ein vergleichsweise kleiner Verein wie die AS Eupen zum Sprungbrett für einen Spieler werden kann, der Jahre später auf der größten Bühne des Weltfußballs steht.

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