Die Nationalmannschaft von Katar hat bei der WM für eine erste dicke Überraschung gesorgt. Die Kataris waren lange Zeit der Schweiz haushoch unterlegen, wachten aber in der Schlussphase auf und erzielten noch den Ausgleich zum 1:1.
In der Startelf von Katar standen mit Akram Afif (früher AS Eupen) und Edmilson Junior (früher Sint-Truiden VV und Standard Lüttich) zwei ehemalige Spieler der Jupiler Pro League.
Im San-Francisco-Bay-Area-Stadion brachte Breel Embolo die Schweiz zunächst in Führung (17. Minute/Foulelfmeter). Boualem Khoukhi (90.+5) glich für Katar jedoch noch aus. Für das vom Spanier Julen Lopetegui gecoachte Team war es bei der zweiten WM-Teilnahme der erste Punkt.

13.06.2026, USA, Santa Clara: Breel Embolo (Schweiz) erzielt per Elfmeter das Tor zum 0:1. Foto: Eakin Howard/AP/dpa
– Kuhglocken und Gesänge in der Sonne: Bei strahlend blauem Himmel und rund 25 Grad versammelten sich schon vor 10 Uhr Ortszeit zahlreiche Fans am Stadion in Santa Clara. Mit Kuhglocken und Gesängen stimmten sich die Schweiz-Anhänger bei einem gemeinsamen Marsch auf die Partie ein. In der riesigen Arena, in der im Februar noch der Super Bowl stattfand, blieben beim Anstoß in der Mittagshitze allerdings zahlreiche Plätze leer.
„Wir haben Hunger wie nie zuvor“, hatte Kapitän Granit Xhaka vor dem Anpfiff verkündet. Der Mittelfeldstratege vom AFC Sunderland will mit der Schweiz die „beste WM aller Zeiten“ spielen. Bisher ist das Viertelfinale der größte Erfolg.
– Außenseiter hat die erste Chance: Fast wurden die Schweizer aber früh geschockt. Edmilson Junior tauchte frei vor Torwart Gregor Kobel auf, scheiterte jedoch am Keeper von Borussia Dortmund.
Der Favorit war nun wach. Die Schweiz baute Druck auf. Der sehr agile Dan Ndoye machte mächtig Alarm, konnte seine Chancen jedoch nicht nutzen. Embolo blieb vom Elfmeterpunkt dagegen ganz cool. Katars überragender Torwart Mahmud Abunada hatte Remo Freuler im Strafraum gefoult und der frühere Gladbacher verwandelte souverän.
– Irritation um Strafstoß: Dass es überhaupt Elfmeter gab, sorgte allerdings für etwas Verwunderung. Kamerabilder ließen eine Abseitsposition Freulers vor dem Foul erahnen. „Ich hätte mit einer Abseitsposition gerechnet“, sagte der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer im ZDF. „Ich kann mir nur vorstellen, dass die Kamera eine falsche Perspektive gezeigt hat oder die halbautomatische Abseitslinie ausgefallen ist.“

13.06.2026, USA, Santa Clara: Fans aus Katar sorgen vor dem Spiel für Stimmung. Foto: Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa
Die Schweiz beschwerte sich natürlich nicht, kontrollierte auch in der Folge das Spiel und hatte Chancen für weitere Tore. Der starke Abunada verhinderte jedoch eine schnelle Vorentscheidung. So hatte Katar bei einer seiner wenigen Offensivaktionen kurz vor der Pause die Ausgleichschance. Erneut blieb Kobel gegen Edmilson Junior der Sieger.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Die Schweizer ließen den Ball laufen, glänzten aber kaum. Phasenweise hatte die Partie etwas von Sommervorbereitung – auch stimmungstechnisch.
– Später Ausgleich schockt die Schweiz: Nach anfänglicher Euphorie war es auf den Rängen nun sehr still. Am lautesten wurde es in den Trinkpausen, als Musik aus den Boxen schallte und tanzende und winkende Fans von den Leinwänden lachten.
Als die Schweizer in Gedanken wohl schon beim Abpfiff waren, wurden sie spät geschockt. Nach einer hohen Flanke in den Strafraum kam Khoukhi zum Kopfball, der unhaltbar für Kobel im Eck einschlug. (dpa/cre)
Der Fussballgott hat Gerechtigkeit walten lassen und den unberechtigten Elfmeter korrigiert.
Gut so!
Bisschen langweilig war es sonst