Manchester City droht eine massive Strafe bis zur Aberkennung mehrerer Meistertitel. Der amtierende englische Pokalsieger wurde wegen Verstößen gegen die Finanzregularien der Premier League in 114 von 115 Fällen für schuldig gesprochen.
Ein Strafmaß hat die von der Liga eigens eingesetzte Kommission noch nicht verkündet. Auch bleibt dem Champions-League-Sieger von 2023 noch die Möglichkeit einer Beschwerde. Das Verfahren gegen Manchester City läuft bereits seit 2023 und der frühere Club von Pep Guardiola hat die Vorwürfe immer zurückgewiesen.
„Das Verfahren der Premier League dauert an. Es sind noch wesentliche Schritte zu absolvieren und es unterliegt strenger Vertraulichkeit“, sagte ein Sprecher des Clubs dem Onlinemagazin „The Athletic“.
15.05.2017, Großbritannien, Manchester: City-Trainer Pep Guardiola (l) spricht mit seinem Kapitän Vincent Kompany. Foto Martin Rickett/PA/dpa
Angeklagt ist Manchester City wegen möglicher Vergehen aus der Zeit von 2009 bis 2018, in der der Club drei englische Meistertitel in der Premier League gewann. 2009 hatte Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan aus der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi den Stadtrivalen von Manchester United übernommen.
Die Vorwürfe reichen von falschen Angaben zu den Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Alle denkbaren Sanktionen der Premier League liegen den Medienberichten zufolge weiter auf dem Tisch. Sie reichen von einer Geldstrafe über Punktabzüge und die Aberkennung von Titeln bis zu einem möglichen Zwangsabstieg.
2014 war Manchester City von der UEFA schon einmal wegen Verstößen gegen das „Financial Fairplay“ des europäischen Verbands angeklagt worden. Damals lautete der Vorwurf unter anderem, dass der Club verdeckte Zuwendungen aus Abu Dhabi erhalten habe, weil Sponsorengelder deutlich über dem eigentlichen Werbewert verbucht worden seien.
Auch damals wies City alle Anschuldigungen zurück. Ein zweijähriger Ausschluss aus der Champions League wurde vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro umgewandelt.
Selbst die mögliche Aberkennung mehrerer Meistertitel von Manchester City wegen Verstöße gegen die Finanzregularien würde nach Ansicht von Spaniens Weltmeisterkapitän Rodri das Selbstverständnis seines langjährigen Vereins nicht erschüttern.
„Was wir erreicht haben, kann uns niemand nehmen. Das ist etwas, das sich nicht mit Geld kaufen lässt, sondern mit Einsatz, mit Teamgeist und damit, dass wir jeden Tag Seite an Seite stehen“, sagte der zu dieser Saison zum FC Barcelona gewechselte Mittelfeldspieler.
„Wir hatten im Laufe der Jahre viele Erfolge, daher kann ich Ihnen versichern, dass alles verdient war, und ich bin froh, dass ich eine der besten Epochen des englischen Fußballs miterleben durfte“, sagte Rodri, der von 2019 bis zum vergangenen Sommer unter Pep Guardiola für Manchester City auflief.
Der 30-Jährige erinnerte an ein ähnliches Verfahren gegen den Premier-League-Verein 2020. „Auch dort wurden wir in erster Instanz für schuldig befunden, aber wir haben an den Verein und an die Unschuld geglaubt, die der Verein stets beteuert hat, und am Ende wurden wir freigesprochen“, erzählte Rodri. „Deshalb glaube ich an das Rechtssystem, und ich glaube an die Unschuld des Vereins.“
