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Patrick Bruel in Polizeigewahrsam – Sänger (67 Jahre) verteidigt sich: „Habe niemals eine Frau gezwungen“

14.05.2019, Belgien, Brüssel: De französische Sänger Patrick Bruel auf der Bühne von Forest National bei einem Konzert zu seinem 60. Geburtstag. Foto: Belga

AKTUALISIERT – Die Affäre um den französischen Sänger und Schauspieler Patrick Bruel spitzt sich weiter zu. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Nanterre wurde der 67-jährige Künstler am Montagmorgen im Rahmen einer laufenden Ermittlung wegen sexueller Gewalt in Polizeigewahrsam genommen.

Die Ermittlungen betreffen nach Angaben der Justiz derzeit 13 mutmaßliche Opfer. Die Maßnahme dient dazu, den Beschuldigten zu den zahlreichen Vorwürfen zu befragen und die verschiedenen Verfahren zusammenzuführen.

Die Vorwürfe gegen Bruel reichen teilweise bis in die frühen 1990er Jahre zurück. Ausgelöst wurde die Affäre durch Recherchen der französischen Investigativplattform Mediapart.

Zunächst berichteten acht Frauen über mutmaßliche sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung, versuchte Vergewaltigung oder Vergewaltigung. In den folgenden Wochen meldeten sich weitere Betroffene, sodass inzwischen etwa 30 Frauen von ähnlichen Erfahrungen berichten. Die geschilderten Vorfälle sollen sich zwischen 1991 und 2019 ereignet haben – bei Konzerten, Filmfestivals, beruflichen Treffen, Interviews oder im privaten Umfeld.

03.06.2026, Frankreich, Paris: Ein Mitglied des französischen feministischen Kollektivs „NousToutes“ (Wir alle) protestiert am 3. Juni 2026 in Paris vor dem Théâtre Édouard VII mit einem Plakat mit der Aufschrift „Bruel = Vergewaltiger“. Foto: Xavier GALIANA / AFP/Belga

– Mehrere Verfahren: Zu den bekanntesten Beschwerdeführerinnen gehört die französische Moderatorin Flavie Flament. Sie wirft Bruel vor, sie 1991 vergewaltigt zu haben, als sie noch minderjährig gewesen sei. Daniela Elstner, die heutige Generaldirektorin von Unifrance, beschuldigt ihn wiederum der versuchten Vergewaltigung und sexuellen Nötigung bei einem Filmfestival in Mexiko im Jahr 1997. Hinzu kommen weitere Anzeigen wegen mutmaßlicher Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Übergriffe in Frankreich und Belgien.

Die französische Justiz hat inzwischen mehrere Verfahren bei der Staatsanwaltschaft von Nanterre gebündelt. Dort werden unter anderem Vorwürfe wegen mutmaßlicher Vergewaltigungen aus den Jahren 1997, 2000, 2008 und 2015 untersucht.

Daneben läuft in Saint-Malo weiterhin ein Verfahren wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung während des Filmfestivals von Dinard im Jahr 2012. In Belgien wird wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs auf eine PR-Mitarbeiterin im Umfeld des öffentlich-rechtlichen Senders RTBF ermittelt.

– Bruel bestreitet Anschuldigungen: Die Aussagen der Frauen weisen nach Ansicht von Ermittlern und Anwälten der Klägerinnen teilweise ähnliche Muster auf. Mehrere Frauen berichten von aufdringlichem Verhalten, unerwünschten Berührungen, massiven Annäherungsversuchen und Situationen, in denen berufliche oder persönliche Abhängigkeiten ausgenutzt worden seien. Einige Frauen werfen Bruel zudem vor, sie unter Einfluss von Medikamenten oder anderen Substanzen gebracht zu haben. Diese sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

27.05.2012, Frankreich, Cannes: Patrick Bruel beim 65. Festival von Cannes am 27. Mai 2012. Foto: Shutterstock

Bruel erklärte öffentlich, er habe „niemals eine Frau gezwungen“ und niemals versucht, jemanden zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Seine Anwälte verweisen darauf, dass frühere Ermittlungen gegen ihn im Jahr 2020 mangels ausreichender Beweise eingestellt worden waren. Zugleich betonen sie, dass für ihren Mandanten die Unschuldsvermutung gelte.

Die Affäre hat inzwischen auch spürbare Folgen für Bruels öffentliche Karriere. Mehrere Konzerte, insbesondere in Québec, wurden abgesagt. In Frankreich forderten zahlreiche Bürgermeister und Frauenrechtsorganisationen eine Aussetzung seiner Tournee.

Auch in Belgien geriet der Sänger unter Druck. In Lüttich wurde diskutiert, seine Ehrenbürgerschaft bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen. Andere Auftritte – darunter Konzerte in Bastogne und in Forest National – sollen nach bisherigem Stand jedoch weiterhin stattfinden.

Musikalisch gilt Bruel seit Jahrzehnten als einer der populärsten französischen Chanson- und Popsänger. Im deutschsprachigen Raum wird er häufig mit Herbert Grönemeyer verglichen: Beide prägten über Jahrzehnte die Musiklandschaft ihres Landes und erreichten ein generationenübergreifendes Publikum. Gerade deshalb sorgt die Affäre in Frankreich und Belgien für besondere Aufmerksamkeit. Die nun erfolgte Ingewahrsamnahme markiert den bislang schwerwiegendsten Schritt der Ermittlungsbehörden in diesem Fall. (cre)

29 Antworten auf “Patrick Bruel in Polizeigewahrsam – Sänger (67 Jahre) verteidigt sich: „Habe niemals eine Frau gezwungen“”

  1. Mit Ausnahme von Vergehen an Kindern sollte man darüber diskutieren bis wann man zurückgehen muss oder kann um darüber zu diskutieren on man vergewaltigt oder missbraucht wurde. Ich finde es anormal dass sich jemand,der 1990 missbraucht wurde, erst heute meldet.
    Zusätzlich war die damalige Sexualmoral eine andere als jetzt.
    Davon abgesehen: die Art und Weise wie gewisse machthabende Männer mit Frauen umgingen war ekelhaft und respektlos, nicht nur in sexuellen Dingen.
    Ich möchte nicht wissen, wieviele Frauen damals von ihrem Ehemann sexuell missbraucht wurden.

  2. Allein schon aufgrund der Tatsache, daß seit den 90igern locker drei bzw. vier Jahrzehnte und länger vergangen sind, sollten diese mutmaßlichen Anschuldigungen unverzüglich eingestellt werden, weil sie mutmaßlich nach gut drei oder vier Jahrzehnten wohl eher nicht so schlimm gewesen sein können.

    Hier versuchen vermutlich mal wieder ein paar zu-spät-gekommene alte Jungfern, sich einen kleine Nebenverdienst einzuheimsen. Wäre nicht das erste mal im Showbusiness.

    Und wenn doch was dran sein sollte, sollte unverzüglich Strafanzeige gegen die mutmaßlichen und angeblichen Opfer-Frauen erstattet werden wegen NICHTANZEIGE!!! von Straftaten gegen die körperliche und seelische Unversehrtheit dieser Personen.

    Wieder so ein „Fall“, den ich nicht ernst nehme. Und ich nehme ernste!!! Fälle durchaus ernst …

  3. Ein alter Eupener

    Nicht böse gemeint: aber späte Erinnerungen können nach berühmten Psychologen auch als unvergessliche interpretiert werden. Was zahlt die Regenbogenpresse für ein Schäferstündchen in der Garderobe?
    Plötzlich soviele? Was haben die denn alle bei Bruel gesucht? Nur ein Autogramm..?
    Und wie sieht es in Belgien aus? Brel (Marike und Mathilde) oder Adamo königlich (Dolce Paola). Etwas älteren Datums: Der schmachtende Willy Schneider auf schwule Brautschau im Eupener Hospital. Ein pensionierter WDR-Talker soll an der Rue mitoyenne gastiert haben…

    Meist liegt das Problem nicht bei den Promis, sondern bei überdosierten Fans. Siehe die kreischenden Gören im Ansturm auf die Beatles oder die Teestunden einer späteren Staatspräsidentin bei Mik Jagger.

    Wie sagen wir lebensgeprüften Eupener Rentner? Märr heusch met dä auwe Mann.

  4. Alfons van Compernolle

    Wenn ich daran denke, wer alles in den letzten Jahren Frauen belaestigt und oder Vergewaltigt haben soll, stelle ich mir die Frage ob dann in dieser Zeit ùmberhaupt noch ernsthaft gearbeitet wurde oder ob
    die soganannte ehrliche Arbeit, in den Belàstigungen und Vergewaltigungen bestanden hat ?

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      #Eifl_er /Das war zweideutig, denn wenn es wirklich zur Vergewaltigung gekommen ist, haben die Frauen ja auch eine Entschädigung VERDIENT
      Sollte man aber glaube ich wirklich der Justiz überlassen, wer was verdient.
      Dass sich dadurch in der Vergangenheit und Zukunft, bei den wohlhabenden, die eine oder andere ungerechtfertigt bereichert, möchte ich deshalb aber nicht abstreiten.

    • Eine Vergewaltigung fängt eigentlich schon an, wenn ein Polizist einer Festgenommenen an die Brust fasst, Herr Eifel_er, oder wenn einer, der nicht der Polizist ist, damit prahlt, dass er sich an dessen Stelle so verhalten würde.

  5. Äusserst heikles und ernst zu nehmendes Thema.
    Eigentlich hochgespielt, weil Bruel zur Zeit für die nächsten Wochen in Paris in einem Theaterstück auftritt und eine sehr lange Konzert Tournee ansteht.
    Mittlerweile haben mehrere Bürgermeister darum gebeten, die Konzerte in ihrer Stadt abzusagen.

    Auch wenn er bis zu einer Verurteilung als „unschuldig“ gilt, wird er bereits durch die Öffentlichkeit „bestraft“. Und bei einem „Vorfall“ mit einer Minderjährigen wird’s recht schwierig werden, sich zu rechtfertigen.

  6. Nach 30 Jahren einen Menschen anzeigen ist unterste Schublade.
    Mir scheint es, dass die neue Prüderie gewisse in die Jahre gekommene Groopies dazu bringt, ihre eigenen Fehltritte vor sich selbst zu rechtfertigen und darauf zu hoffen, dass dabei auch noch abgesahnt werden kann.
    Ich habe in jungen Jahren auch nicht immer alles so gemacht wie ich es jetzt machen würde, stehe aber zu meinen Fehler und behaupte nicht, ich sei von anderen dazu gebracht worden.

    • @Carine,
      Ich gebe zu, dass auch mir „Zweifel“ bei Flavie Flament kommen, zumal sie ja vor einiger Zeit erklärte, mit 13 von David Hamilton vergewaltigt worden zu sein.
      Trotzdem bin ich gegen jegliche Form der Gewalt, physisch oder psychisch. Und die Altersgrenze ist schlicht und einfach Gesetz.
      Das Problem ist, dass im heutigen digitalen Rummel ein Jeder zerstört werden kann, bevor er überhaupt die Möglichkeit hat, seine Sicht der Dinge zu schildern.

    • Blaues Hufeisen

      Mit der zurückgekehrten Prüderie stimme ich Ihnen zu. Aufeinmal wird die Vergangenheit in ein „rechtes“ Licht gerückt und erscheint anders. Dinge die damals vielleicht unschuldig und freiwillig waren, werden im Jahre 2026 plötzlich als übergriffig und kriminell gedeutet.
      Am besten sollten wir in Zukunft vor jedem sexuellen Akt einen Vertrag mit Bedingungen unterzeichnen, damit es auch bloß keine Missverständnisse gibt Wo leben wir mittlerweile???

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        # Blaues Hufeisen / Nicht nur Vertrag.
        Am besten vorher einen Notar kontaktieren,
        der dann bei sexuellen Aktionen zusieht ?
        So hat man auch einen Zeugen wenn man Nachkommen zeugen möchte 😅
        😉

        • Blaues Hufeisen

          😂 wenigstens einer mit Humor. Aber kurz Spaß beiseite, – natürlich sollten sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen angemessen bestraft werden, wenn an den Vorwürfen tatsächlich auch was dran ist. Das muss dann die Justiz entscheiden.
          Wie uns aber die Vergangenheit bereits leider gezeigt hat, waren manche Vorwürfe im Endeffekt nur heisse Luft. Sowas nennt man Rufmord und die betreffenden Personen bekommen dieses Image nie mehr wirklich los.

  7. Allein schon aufgrund der beiden Tatsachen, daß sich die Aussagen der Frauen massiv ähneln, läßt Vermutungen zu, daß es hier im Vorfeld Absprachen untereinander gegeben haben könnte und des weiteren, daß alle Vorwürfe nahezu zeitgleich nach fast 30 Jahren erhoben worden sind, läßt ebenfalls vermuten, daß es hier zu einer konzertierten Aktion der mutmaßlich betroffenen Frauen handeln könnte.

    Das stinkt um Himmel! Bin erstaunt daß da die Ermittler und Staatsanwälte so mir-nichts-dir-nichts mitspielen.

  8. Peter Müller

    Sie sollen erstmal Beweise liefern die Tutzis. Versucht, bedrängt, belästigt. da müsste jede zweite Frau Klage einreichen. Die haben sich doch alle um seinen Hals geworfen. Sie waren doch dabei. Wie sagt man, jetzt treten sie nach , nach 30 Jahre. Hoffentich kommt jetzt meine ehemalige (Bekannte ) nicht auch auf krumme Gedanken, weil ich sie mal vor 25 Jahre am Hintern gefasst habe!. :-)))

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