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„Die Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers-Eupen-Stolberg ist für Ostbelgien von großer Bedeutung“

18.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Die Euregiobahn im Aachener Hauptbahnhof. Foto: Shutterstock

Letzte Woche sind DG-Tourismusminister Gregor Freches (PFF) und der nordrhein-westfälische Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen), mit Vertretern der EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH, der go.Rheinland GmbH sowie kommunalen und politischen Akteuren aus Deutschland und Ostbelgien zusammengetroffen.

Im Vorfeld kam es zu einem bilateralen Austausch zwischen Krischer und Freches. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die historische Bahnstrecke Verviers-Eupen-Stolberg künftig wieder als nachhaltige Mobilitätslösung für den grenzüberschreitenden Tourismus und als Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Euregio Maas-Rhein für den Personenverkehr nutzbar gemacht werden kann.

Das Treffen unterstrich den politischen Willen der deutschen und belgischen Partner, bestehende Infrastrukturen neu zu denken und klimafreundliche Alternativen zum Individualverkehr zu stärken.

V.l.n.r.: Thomas Fürpeil, Gregor Freches, Oliver Krischer, Dr. Tim Grüttemeier, Patrick Haas und Mario Pitz. Foto: Jennifer Kniepen/Kabinett Gregor Freches

Der Termin fand in Stolberg statt und diente insbesondere der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Thematisiert wurden der Stand der politischen Abstimmungen, ein schriftliches Bekenntnis beider Minister zur Reaktivierung sowie mögliche nächste Schritte hin zu einer aktualisierten Machbarkeitsstudie.

Minister Gregor Freches betonte die besondere Bedeutung des Projekts aus Sicht der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Bahnverbindung sei nicht nur ein verkehrspolitisches Vorhaben, sondern ein strategisches Instrument zur Stärkung des nachhaltigen Tourismus, der regionalen Erreichbarkeit und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

„Die Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers-Eupen-Stolberg ist für Ostbelgien von großer Bedeutung. Seit meinem Amtsantritt setze ich mich dafür ein, dieses Projekt politisch voranzubringen und auf allen Ebenen zu unterstützen. Eine moderne, grenzüberschreitende Bahnverbindung stärkt den nachhaltigen Tourismus, verbessert die Mobilität der Bevölkerung und verbindet unsere Regionen enger miteinander. Entscheidend ist, dass wir jetzt gemeinsam mit den Partnern im Inland und unseren Partnern in NRW konkrete nächste Schritte definieren,“ betonte Freches.

Der nordrhein-westfälische Minister Oliver Krischer. Foto: Jennifer Kniepen/Kabinett Gregor Freches

Minister Oliver Krischer (Bündnis90/Die Grünen) bekannte sich zu dem Projekt und befürwortete die Umsetzung einer Machbarkeitsstudie. Die Reaktivierung bestehender Strecken entspreche sowohl den Zielen der Verkehrswende als auch der geplanten Reform des Schienenpersonennahverkehrs im Rahmen von Schiene.NRW, mit der Zuständigkeit gebündelt und die Zuverlässigkeit des Systems verbessert werden sollen.

Im Anschluss an den bilateralen Termin fand ein Arbeitstreffen bei der EVS EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH statt, an dem auch Vertreter von go.Rheinland, dem Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in der Region Köln–Bonn–Aachen sowie die Bürgermeister der Gemeinden Stolberg und Raeren, Patrick Haas und Mario Pitz, teilnahmen. Der Bürgermeister der Stadt Eupen, Thomas Lennertz, war leider verhindert.

Dabei wurden unter anderem die Themenfelder Stand der Infrastruktur, Elektrifizierung, sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen sowie mögliche innovative Betriebskonzepte für eingleisige Strecken erörtert. Auch Fragen der Finanzierung, der Fahrzeugauswahl und der weiteren politischen Abstimmung wurden angesprochen.

Alle Beteiligten bekräftigten ihre gemeinsame Überzeugung, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers-Eupen-Stolberg ein zukunftsfähiges, realistisches und grenzüberschreitend relevantes Projekt sei, das nun auf die nächste politische und planerische Ebene gehoben werden soll.

– Thomas Fürpeil, Geschäftsführer EVS EUREGIO: „Eine Wiederherstellung der grenzüberschreitenden Bahnverbindung für den SPNV zwischen den Netzen der Infrabel und der EVS ist eine herausfordernde Aufgabe. Die Reaktivierung der Bahnverknüpfung zwischen Ostbelgien und der Städteregion Aachen ist eine große Chance für unsere Euregio, die wir nutzen müssen“.

Die EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH (EVS). Grafik: EVS

– Dr. Tim Grüttemeier, Städeregionsrat Aachen: „Wir haben im Schienenverkehr schon viele Puzzlestücke zusammengefügt, jetzt müssen und wollen wir aber noch mehr Fahrt aufnehmen. Die Reaktivierung der Strecke von Stolberg über Eupen nach Verviers ist für die Menschen in der StädteRegion Aachen ein wichtiger Schritt. Zum einen für Pendlerinnen und Pendler und die Wirtschaft, zum anderen als weiterer Schub für Tourismus und Naherholung, die wir ohnehin grenzenlos denken.“

– Mario Pitz, Bürgermeister der Gemeinde Raeren: „Die Gemeinde Raeren legt großen Wert auf Transparenz und Verständlichkeit bei geplanten Projekten. Daher soll die Machbarkeitsstudie die Auswirkungen auf das Umfeld beleuchten. Dazu gehören Themen wie Tourismus, Wandern und das Ravel-Netz, gesteigerte Mobilität, Wohnbebauung sowie technische Abschirmungen durch Zäune, Schallschutz oder Bepflanzung. Besonders am Bahnhof Raeren ist zu prüfen, wie touristische Infrastruktur betroffen sein könnte und inwiefern bisher uneingeschränkt nutzbare Bereiche künftig eingeschränkt werden. Die klare Darstellung dieser Punkte ist entscheidend, damit die Bürgerinnen und Bürger die Mehrwerte und Auswirkungen erkennen und Vertrauen in das Projekt gewinnen können.“

– Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wir befürworten die Bestrebungen zur Reaktivierung der Eisenbahnstrecke für den Schienenpersonennahverkehr ausdrücklich. Sie würde die grenzüberschreitende Mobilität zwischen Belgien und Deutschland verbessern. Ich bin überzeugt davon, dass wir dieses Ziel gemeinsam entscheidend vorantreiben können.“

17 Antworten auf “„Die Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers-Eupen-Stolberg ist für Ostbelgien von großer Bedeutung“”

  1. Neneewaa

    Eine Rentabilitätsstudie wäre sinnvoll. Als ökonomischer Laie und beobachtender Anwohner kann ich nur sagen : Lohnt sich nicht, ist wieder politischer Aktionismus und Steuergeldverschwendung.

  2. Gürgen Würgen

    Das Ganze scheint ja eine tolle Sache zu sein. Aber wenn man sämtliche Einwände des Raerener Bürgermeisters Pitz so liest, hat man den Eindruck, dass da nix draus wird.
    Das Ravelnetz hat übrigens zum Tod manch alter Zugstrecke geführt, ein Fehler, den man schnellstmöglich wieder rückgängig machen sollte.

  3. Krisenmanagement

    Die Rentabilität sollte in Frage gestellt werden. Wer glaubt denn, dass es Zukunft noch Arbeitsplätze in Stolberg gibt? Es scheint ein nettes Prestigeobjekt einiger verträumter Politiker.

  4. Es wird ein finanzielles Desaster werden. Eine Zugverbindung von Eupen über Raeren, Walheim, Stollberg nach Aachen?? Wer soll die denn nutzen? Höchstens Fahrradtouristen an den Sommerwochenenden an den RAVEL bringen könnte einen gewissen Zuspruch finden, ohne Güterverkehr ist die Strecke eh niemals wirtschaftlich zu betreiben.

  5. Der Alte

    Na dann, auf auf!
    Von klein Kabul (Verviers) über Raeren und Würselen zum Elisenbrunnen … oder umgekehrt. Da warten Massen von Touris und Pendlern drauf. Zudem können das Kabeles und auch NMC es kaum erwarten ihre Produkte per Eisenbahn zu versenden. T. Lennertz hat es begriffen und einen wohl wichtigeren Termin wahrgenommen.

  6. Pinke pinke

    Herr Freches, Sie kommen im falschen Moment mit dem Projekt! Bei den Hohen Schulden sollten wir solches Investieren dringend vermeiden! Da gibts viel wichtigeres! Krankenhäuser, Pflege- und Altersheimpe warten auf Vergrösserung etc…, danach Schulen usw! Die Zuffahrerei, u a auf solch kurzen Strecken bringt nix mehr, oder meinen sie vieleicht die deutschen zöge es vermehrt nach Eupen? Wofür, warum wohl?
    Bitte sofort Einstellen!

  7. Betrachter

    Ich finde die Idee nicht schlecht und bin überzeugt, dass nach einer gewissen Zeit auch viele diese Verbindung nutzen werden. Muss sich eben entwickeln.
    Als der Ravel entstand stellten viele auch den Sinn in Frage. Mittlerweile wird er sehr gut genutzt.
    Besser in solche Projekte investieren als Milliarden zur Kriegsverlängerung verschleudern.

    • Weggucker

      Den Ravel muss man nächstes Jahr neu teeren.
      Der war vor dem Winter schon voller Risse. Nach dem Winter und der nächstes Radsaison ist der fällig
      Dann ist die Kohle weg.

      Für ein Ende des Krieges müsste Russland nur aufhören. Ohne die Investitionen in die Verteidigung, würden nächstes Jahr Z-Fahrzeuge über den Ravel rollen.

  8. Was soll ich in Stolberg, wenn ich nach Aachen will?

    Da sitzen mal wieder gut bezahlte Staatsbeamte, die nichts zu tun haben und sich eine Beschäftigung suchen! Wahrscheinlich fahren sie alle aus ökologischen Gründen mit dem Fahrrad zu ihren Treffen, natürlich mit motorisierter Polizeieskorte – es sind ja schließlich wichtige „Minister“.

    Die haben offensichtlich den Knall noch immer nicht gehört – „Leute, die Kassen sind LEER, nein, nicht nur leer sondern mit 1,4 Milliarden Schulden „GEFÜLLT“!! Und damit das klar ist, auch wenn es dafür Subsidien gibt, Subsidien sind auch Steuergelder, die von der arbeitenden Gesellschaft erwirtschaftet werden müssen!

    Da stellt sich doch sofort die Frage nach der Rentabilität … wieviele Vervierser wollen nach Stolberg und wieviele Stolberger nach Verviers (um die rue de Dison zu bewundern)?

    Dazu kommt dann noch die Verlässlichkeit der Bahn. Ich sehe schon hunderte 🤣 Passagiere auf dem Bahnsteig in Verviers auf den Zug warten und aus dem Lautsprecher tönt: „Nö, heute fährt kein Zug, wir streiken und unser Chef ist gerade bei einer Teambuildingsmaßnahme auf einem Konzert von Lady Gaga“!

    Wann begreifen diese Herren, dass die Zeit der teuren Volksbelustigung zu ENDE ist? Wir brauchen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähige Arbeitsplätze, nur damit können wir, wenn wir den Schuldenberg abgebaut haben, wieder an Luxusprojekte denken!

  9. Der Termin fand in Stolberg statt und diente insbesondere der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.
    ////
    Es gab bestimmt etwas leckeres zu essen… 🍷🥂🍗🤤

  10. Nostradamus fragt

    Minister Freches setzt sich seit Beginn seiner Amtszeit für Projekt ein, das in der Bevölkerung nahezu einstimmig abgelehnt wird. Hat dieser Mann nichts Besseres zu tun?
    Bemerkung am Rande: Der Bürgermeister von Raeren sollte wissen, dass man zu solchen „bilateralen“ Terminen nicht im Hemd und Jeans erscheint. Oder liegt Stolberg im wilden Westen?

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