Eine ungewöhnliche Kunstinstallation hat in Washington große Aufmerksamkeit erregt. Auf der National Mall in der Nähe des Kapitols wurde eine rund 12 Fuß (etwa 3,7 Meter) hohe Skulptur aufgestellt, die den US-Präsidenten Donald Trump und den verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein in einer Pose zeigt, die an die berühmte Szene aus dem Film Titanic erinnert.
Die Installation stammt von der anonymen Künstlergruppe The Secret Handshake und ist als satirischer politischer Kommentar gedacht.
Die Statue zeigt die beiden Männer in der ikonischen „Bug-Szene“ aus dem Film von 1997, in der die Figuren Jack und Rose mit ausgebreiteten Armen am Vorderdeck eines Schiffes stehen. In der Skulptur hält Trump Epstein von hinten fest, während dieser nach vorne blickt – eine bewusst überzeichnete Anspielung auf die berühmte Filmszene.

10.03.2026, USA, Washington: Menschen fotografieren die satirische Skulptur der anonymen Künstlergruppe The Secret Handshake, die Präsident Donald Trump und Jeffrey Epstein in „Titanic“-Pose darstellen soll, auf der National Mall in der Nähe des Kapitols. Foto: Rod Lamkey/AP/dpa
– Politische Satire und provokative Botschaft: Die goldfarben gestaltete Skulptur trägt den Titel „King of the World“, ebenfalls eine Anspielung auf eine bekannte Filmzeile aus Titanic. Begleitende Tafeln und Banner verstärken die satirische Botschaft.
Eine Plakette beschreibt die Beziehung der beiden Männer ironisch als „tragische Liebesgeschichte“, die auf „Luxusreisen, wilden Partys und geheimen Aktzeichnungen“ beruhe – eine deutliche Anspielung auf die öffentliche Debatte über Epsteins Umfeld und Kontakte.
Zusätzlich sind rund um die Installation Banner mit Fotos von Trump und Epstein angebracht sowie der Slogan „Make America Safe Again“, eine satirische Variation politischer Wahlkampfslogans. Die Künstler erklärten, ihr Ziel sei es, Diskussionen über Macht, Verantwortung und die Verbindungen zwischen politischen Eliten und Epstein anzustoßen.
– Teil einer Reihe politischer Kunstaktionen: Die Installation ist nicht das erste Werk der anonymen Künstlergruppe. Bereits 2025 hatten sie auf der National Mall eine andere Statue aufgestellt, die Trump und Epstein Hand in Hand zeigte und den Titel „Best Friends Forever“ trug. Auch dieses Werk war als Kritik an der früheren Bekanntschaft der beiden Männer gedacht.
Die neue „Titanic“-Skulptur knüpft somit an eine Reihe von provokanten Kunstaktionen an, mit denen die Gruppe politische Debatten im öffentlichen Raum anstoßen will.

03.10.2025, USA, Washington: Im Oktober 2025 stand diese Kunstinstallation, die US-Präsident Donald Trump und Jeffrey Epstein Hand in Hand zeigt, auf der National Mall in der Nähe des Kapitols. Foto: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
– Geteilte Reaktionen: Die Reaktionen auf die Skulptur fallen stark unterschiedlich aus. Viele Besucher bleiben stehen, fotografieren die Installation und diskutieren über ihre Bedeutung. Einige sehen darin ein Beispiel für politische Satire und freie Meinungsäußerung im öffentlichen Raum. Andere kritisieren die Darstellung dagegen als geschmacklos oder als parteipolitischen Angriff.
Auch aus dem politischen Umfeld des Weißen Hauses kam Kritik: Dort wurde die Installation als parteiische Aktion bezeichnet, die vor allem politische Gegner mobilisieren solle.
Die Skulptur wurde am 10. März 2026 aufgestellt und sollte nur für wenige Tage auf der National Mall bleiben. Für die Installation wurde über einen Vermittler eine Genehmigung beantragt, was bei temporären Kunstaktionen in diesem Bereich üblich ist.
– Kunst, Politik und öffentlicher Raum: Der Fall zeigt, welche Rolle öffentliche Kunst im politischen Diskurs spielen kann. Gerade in Washington, wo symbolträchtige Orte wie die National Mall häufig als Bühne für Protest und Aktivismus dienen, werden Kunstwerke immer wieder genutzt, um politische Botschaften sichtbar zu machen. (cre)