In der ZDF-Talkshow Markus Lanz hat der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla überraschend deutliche Kritik am US-Präsidenten Donald Trump geäußert. Anlass war vor allem die aktuelle Eskalation im Konflikt mit dem Iran sowie die Rolle der Vereinigten Staaten dabei.
In der Sendung erklärte Chrupalla, er sei „maßlos enttäuscht von Donald Trump“. Besonders kritisierte er, dass Trump aus seiner Sicht zentrale Wahlversprechen gebrochen habe. Im Wahlkampf habe Trump seinen Gegnern vorgeworfen, sie könnten einen Dritten Weltkrieg auslösen – nun sehe er selbst die Gefahr, dass die Situation unter Trump eskaliere.

05.03.2026, Baden-Württemberg, Rottweil: Tino Chrupalla, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion und Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, beim Wahlkampfabschluss der AfD Baden-Württemberg in der Stadthalle Rottweil. Foto: Silas Stein/dpa
– Warnung vor größerem Krieg: Der AfD-Politiker äußerte sogar die Befürchtung, die Entwicklung könne zu einer globalen Eskalation führen. Wörtlich sagte er sinngemäß, man stehe möglicherweise „an der Schwelle“ eines großen Krieges.
Damit stellte er sich deutlich gegen den Kurs der US-Regierung und auch gegen Stimmen innerhalb der AfD, die Trump weiterhin unterstützen. In der Partei gibt es derzeit unterschiedliche Einschätzungen der amerikanischen Außenpolitik.
Die Äußerungen fielen in einer Sendung, in der Moderator Lanz die außenpolitische Linie der AfD hinterfragte. Neben dem Iran-Konflikt ging es auch um interne Spannungen in der Partei und Vorwürfe der Vetternwirtschaft.

14.12.2025, Italien, Rom: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni während der Veranstaltung „Fratelli d’Italia Atreju 2025“. Foto: Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Besonders auffällig ist Chrupallas Kritik auch deshalb, weil er noch Anfang 2025 zur Amtseinführung Trumps in Washington eingeladen war und zeitweise als politischer Sympathisant des US-Präsidenten galt.
– Meloni mögliches Modell für rechte Parteien: In der politischen Debatte wird dieser Punkt teilweise mit Entwicklungen in anderen europäischen Rechtsparteien verglichen. Ein häufig genanntes Beispiel ist die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der Partei Fratelli d’Italia. Obwohl ihre Partei ebenfalls dem rechtspolitischen Spektrum zugerechnet wird, verfolgt Meloni außenpolitisch einen klar prowestlichen Kurs. Sie unterstützt die NATO-Bindung Italiens, stellt sich deutlich gegen den russischen Präsidenten Vladimir Putin und unterstützt die Ukraine im Krieg gegen Russland.
Politikwissenschaftler sehen darin ein mögliches Modell für rechte Parteien, die Regierungsverantwortung anstreben: innenpolitisch konservativ oder migrationskritisch auftreten, zugleich aber außenpolitisch fest im westlichen Bündnissystem bleiben. (cre)
Trump ist ein Sicherheitsrisiko für die Welt, weil er China in Bedrängnis bringt. China bezieht einen Großteil seiner Erdöl Einfuhren aus dem Iran und hatte mit dem Land eine strategische Partnerschaft vereinbart.
Meloni mögliches Modell für rechte Parteien?
Warum nicht? Wenn sie brav den Maulkorb trägt und eine kurze Kette akzeptiert, an der VDL sie am anderen Ende dirigiert, dann passt das schon.