In Spiesen-Elversberg begann am Sonntag mit dem Abpfiff des klaren 3:0-Sieges gegen Preußen Münster die große Aufstiegsparty. Die Fans stürmten den Platz in dem kleinen Stadion, auch Trainer Vincent Wagner warf sich mitten in die feiernde Menge. Ein Jahr nach dem Relegations-K.o. gegen den 1. FC Heidenheim ist der Sprung ins Oberhaus nun perfekt.
Viele Traditionsklubs kämpfen gegen den Absturz in die Bedeutungslosigkeit, das kleine Elversberg wird dagegen ab August erstmals ganz oben mitspielen und Duelle mit dem großen FC Bayern oder Borussia Dortmund im Ligabetrieb bekommen.

17.05.2026, Saarland, Spiesen-Elversberg: In der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde halten Elversberger Fans Fanschals in die Höhe. Foto: Uwe Anspach/dpa
Das 15 Kilometer nordöstlich von Saarbrücken gelegene Örtchen mit gerade einmal 13.000 Einwohnern wird zum wohl ungewöhnlichsten Klub der Bundesliga-Geschichte.
Trainer Wagner folgte zu Saisonbeginn auf Horst Steffen und verzichtete zum Start seiner Amtszeit bis zur ersten Niederlage darauf, sich die Haare zu schneiden.
Obwohl die Saarländer vor der Saison zahlreiche Leistungsträger und den Trainer verloren haben, mischte die SVE bis zum Ende oben mit und schaffte diesmal den letzten Schritt. Dieser war Elversberg im Vorjahr gegen das nun direkt abgestiegene Heidenheim noch verwehrt geblieben.

17.05.2026, Saarland, Spiesen-Elversberg: Luca Schnellbacher (l, SV 07 Elversberg) jubelt mit Fans auf dem Spielfeld über den Aufstieg. Foto: Uwe Anspach/dpa
„Man kann es gar nicht realisieren, was hier gerade passiert“, sagte Stürmer Luca Schnellbacher inmitten der Feierlichkeiten, bei denen „Sweet Caroline“ aus den Boxen dröhnte. Künftig geht es nicht mehr gegen Münster oder den 1. FC Magdeburg, sondern gegen die ganz Großen in Deutschland. „Das ist ein Fiebertraum. Dass Harry Kane hier in den Container kommt, hätte ich mir auch nicht ausgemalt“, sagte Schnellbacher.
Es ist ein Fall für Fußball-Romantiker und erinnert an das, was man in Ostbelgien am Ende der Saison 2009/2010 beim erstmaligen Aufstieg der AS Eupen in die 1. Division erlebt hat. Auch die Vereinsfarben Schwarz-Weiß sowie einen Panda als Maskottchen haben Eupen und Elversberg gemeinsam.
Elversberg ist übrigens erst der vierte Verein aus dem kleinen Saarland, dem der Aufstieg in die Bundesliga gelungen ist. Der FC Saarbrücken (1963/64, 1976 bis 1978, 1985/86, 1992/93), Borussia Neunkirchen (1964 bis 1966, 1967/68) und der FC Homburg (1986 bis 1988, 1989/90) spielten bisher in Deutschlands Fußball-Oberhaus. Zudem ist der von Unterhaching im Kreis München (20.000 Einwohner) gehaltene Rekord für die kleinste Bundesliga-Stadt gebrochen. (dpa/cre)