Kurz vor der Bekanntgabe des belgischen WM-Aufgebots hat der belgische Fußballverband einen wichtigen Erfolg im Werben um internationale Talente erzielt: Offensivspieler Matías Fernández-Pardo vom französischen Erstligisten OSC Lille hat sich endgültig für die belgische Fußball-Nationalmannschaft entschieden.
Der 21-Jährige, der sowohl für Belgien als auch für Spanien spielberechtigt gewesen wäre, soll damit künftig für die Roten Teufel auflaufen und gilt als wichtiger Baustein für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada – nicht zuletzt auch wegen der fehlenden Spielpraxis des lange Zeit verletzten Rekordtorschützen Romelu Lukaku.
In der Vergangenheit hat der belgische Fußballverband etliche Fußballprofis mit doppelter Staatsbürgerschaft für die belgische Fußball-Nationalmannschaft gewinnen können.
Enzo Scifo in den 1980er Jahren und später Vincent Kompany oder Romelu Lukaku wurden als Rote Teufel zu Weltklassespielern.

Belgiens Fußball-Nationaltrainer Rudi Garcia gibt am Freitag sein vorläufiges WM-Aufgebot bekannt. Foto: Shutterstock
Das war zum Beispiel der Fall für Konstantinos Karetsas vom KRC Genk, der sich für Griechenland entschied, oder Bilal El Khannouss (früher Genk, jetzt VfB Stuttgart), Chemsdine Talbi (früher FC Brügge, jetzt AFC Sunderland) und Zakaria El Ouahdi (Genk) für Marokko sowie zuletzt auch Jorthy Mokio (Ajax Amsterdam), der vor wenigen Tagen ankündigte, für die DR Kongo spielen zu wollen.
Belgiens Sportdirektor Vincent Mannaert bekam nach seiner Verpflichtung zusammen mit Nationaltrainer Rudi Garcia die Aufgabe übertragen, dafür zu sorgen, dass diese für Belgien wenig erfreuliche Tendenz nach Möglichkeit unterbunden wurde und sich wieder mehr binationale Profis für die Roten Teufel entscheiden.
Am Dienstag, 12. Mai, konnte Mannaert kurz vor der Bekanntgabe von Garcias WM-Aufgebot einen wichtigen Erfolg verbuchen: Der 21-jährige belgisch-spanische Stürmer Fernandez-Pardo entschied sich für Belgien und wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit den Roten Teufeln zur WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada fahren.

29.01.2026, Frankreich, Lamorlaye: Matias Fernandez-Pardo (2.v.l.) in Aktion in einem Spiel der Europa League des OSC Lille gegen den SC Freiburg. Foto: Matthieu Mirville/ZUMA Press Wire/dpa
Fernandez-Pardo gilt als eines der größten Offensivtalente seines Jahrgangs. Der technisch starke Angreifer, der sowohl im Sturmzentrum als auch auf den Flügeln eingesetzt werden kann, wurde in Belgien geboren und durchlief mehrere Nachwuchsmannschaften des belgischen Verbandes.
Nach starken Leistungen in der französischen Ligue 1 und mehreren Einsätzen für die belgische U21-Nationalmannschaft intensivierten Mannaert und Garcia zuletzt die Gespräche mit dem Offensivspieler, der sich nun endgültig für die belgische A-Nationalmannschaft entschieden hat. Für Belgien ist die Zusage Fernández-Pardos auch deshalb von großer Bedeutung, weil die Roten Teufel nach dem schrittweisen Ende der Goldenen Generation verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler setzen wollen. (cre)