Die aktuellen Schülerproteste in Frankreich finden offenbar auch im französischsprachigen Teil Belgiens Nachahmer. Am Donnerstag kam es in Lüttich und Umgebung zu Aktionen von Schülern, die mehrere Schulen blockierten.
Nach Berichten des lokalen Senders Qu4tre wurden die Aktionen teilweise über soziale Netzwerke organisiert. Besonders am Institut Marie-Thérèse im Lütticher Stadtteil Hors-Château spitzte sich die Lage zu. Dort wurden Rauchkörper gezündet und Gegenstände wie Mobiliar, Verkehrsschilder und E-Scooter in Brand gesetzt. Die Polizei war vor Ort und beobachtete die Situation anschließend aus der Distanz.
Die Ereignisse erinnern deutlich an die derzeitige Protestwelle an französischen Schulen. In Frankreich hatten Schülerproteste Ende September zunächst in der Region Paris begonnen und sich anschließend auf zahlreiche weitere Gymnasien im Land ausgeweitet.

01.10.2026, Frankreich, Lille: Französische Polizisten stehen vor brennendem Müll, während Schüler demonstrieren. Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa
Die Jugendlichen protestieren unter anderem gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen, den Zustand der Schulgebäude und den zunehmenden Druck im französischen Bildungssystem. Ein wesentliches Merkmal der Bewegung sind Blockaden von Schulen, die vielfach spontan über soziale Netzwerke organisiert werden. Am 29. September waren nach Angaben des französischen Bildungsministeriums mehr als 330 Gymnasien von Blockaden oder anderen Störungen betroffen; am folgenden Tag wurden mehr als 350 betroffene Schulen gemeldet.
Die Proteste in der Wallonie haben allerdings eine eigene Vorgeschichte. Lehrer, Studierende und Eltern demonstrieren seit Monaten gegen die Bildungs- und Sparpolitik der Föderation Wallonie-Brüssel. In Lüttich waren bereits am 10. September zwischen 10.000 und 13.000 Menschen – je nach Quelle – an einer Demonstration beteiligt. Kritisiert werden unter anderem Einsparungen im Bildungsbereich, Veränderungen bei den Lehrerstellen, größere Klassen und eine zunehmende Belastung der Lehrkräfte. Die Gewerkschaften haben weitere Aktionen angekündigt.
Neu sind jetzt vor allem die stärkere Beteiligung von Schülern und die Form ihrer Aktionen. Während die Proteste in der Wallonien zunächst wesentlich von Gewerkschaften und Beschäftigten des Bildungswesens getragen wurden, greifen Jugendliche nun zunehmend selbst zu Schulblockaden und spontanen Aktionen. Damit übernehmen sie eine Protestform, die zeitgleich in Frankreich große Aufmerksamkeit erlangt hat.

01.10.2026, Frankreich, Bordeaux: Ein Radfahrer fährt in Bordeaux an der verkohlten Fassade eines Gymnasiums vorbei, das im Zuge anhaltender Protestaktionen durch Schüler blockiert wurde. Foto: Romain Perrocheau/AFP/dpa
Viel spricht vieles dafür, dass die französischen Ereignisse als Vorbild für die Aktionsform dienen, während die konkreten Forderungen in Lüttich aus einem bereits bestehenden belgischen Konflikt um die Bildungspolitik hervorgehen.
Von einem einfachen „Überschwappen“ der französischen Proteste nach Belgien zu sprechen, wäre daher etwas verkürzt. Treffender wäre die Beschreibung, dass eine bereits vorhandene Protestbewegung in der französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens durch die Ereignisse in Frankreich zusätzlichen Impuls erhält. Die Schulblockaden und die schnelle Mobilisierung über soziale Netzwerke erinnern stark an die französische Bewegung. Zugleich richten sich die belgischen Jugendlichen gegen konkrete Probleme und Reformen ihres eigenen Bildungssystems.
Die Entwicklung ist deshalb auch deshalb bemerkenswert, weil sich eine ähnliche Protestform innerhalb kurzer Zeit über die französische Sprachgrenze hinweg ausbreitet. Während in Frankreich die Schülerproteste inzwischen Teil einer größeren sozialen Auseinandersetzung geworden sind, treffen sie in Wallonien auf einen bereits bestehenden Konflikt zwischen Regierung, Bildungsverwaltung, Lehrkräften und Gewerkschaften. Ob daraus eine länger anhaltende eigenständige Schülerbewegung in Lüttich und anderen wallonischen Städten entsteht, ist derzeit noch offen. (cre)
Es ist Oktober.
Völker, hört die Signale!
Müssen uns Schüler jetzt zeigen wie’s geht?
Regierung Macht eine Reform nach der anderen, über die Köpfe der Bürger hinweg.
Gestern hörte ich mi Radio, dass jetzt auch Familien im Visier der Regierung stehen. Kindergeld Kürzungen sind auch schon beschlossen.
Sozialtariefe werden gekürzt. Arztbesuche werden teurer, aber nur für Einheimische. Wo geht das hin? Steuererhöhungen und zugleich Kürzungen in allen Bereichen, außer da wo’s richtig wäre.
Selenkyj macht auch schon wieder Druck, für mehr Geld.