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Brüsseler Autosalon im Zeichen der Elektromobilität

13.01.2023, Belgien, Brüssel: Ein Mitarbeiter poliert ein vollelektrisches Konzeptfahrzeug DS E-Tense Performance am Pressetag des Brüsseler Autosalons auf der Expo in Brüssel. Der Brüsseler Autosalon findet vom 13.01.-22.01.2023 statt. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

König Philippe und Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) haben am Freitagabend die 100. Ausgabe des Autosalons in Brüssel eröffnet, der seit Samstag auch für das breite Publikum zugänglich ist und bis zum 22. Januar dauert.

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Automesse 2021 und 2022 nicht stattfinden können. Der jetzige Autosalon ist auch etwas kleiner als gewöhnlich, denn er füllt nur 6 der insgesamt 10 Messehallen auf dem Heyselgelände aus, weil in den übrigen 4 Hallen bereits andere Veranstaltungen vorgesehen waren.

13.01.2023, Belgien, Brüssel: Ein Besucher testet das Cockpit des vollelektrischen Kleinwagens Microlino Pioneer bei seiner belgischen Premiere m Pressetag des Brüsseler Autosalons auf der Expo in Brüssel. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Dem Veranstalter Febiac ist es jedoch gelungen, fast alle Hersteller zu überzeugen, sodass über 95 Prozent des belgischen Automobilmarktes vertreten sind. Von den großen Marken fehlt nur Volvo, während Sportwagenfans vergeblich nach Ferrari suchen werden.

Während seiner Anwesenheit auf der Brussels Expo nutzte der König die Gelegenheit, den Patio zu besuchen. Der Ort bietet einen Einblick in die Geschichte des Automobils anhand von etwa 15 emblematischen Fahrzeugen. Anschließend wurde das Staatsoberhaupt von Mitgliedern der Fédération belge et luxembourgeoise de l’automobile et du cycle (Febiac), den Organisatoren des Autosalons, empfangen.

Bei allem Sinn für Nostalgie ist die 100. Ausgabe des Autosalons resolut nach vorne gerichtet – in die Zukunft. Die Elektromobilität ist das Schwerpunktthema dieser Messe.

13.01.2023, Belgien, Brüssel: Das vollelektrische Auto Citroën Ami Tonic wird m Pressetag des Brüsseler Autosalons auf der Expo in Brüssel. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Die Zahl der E-Autos ist in Belgien auch im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Es sind derzeit aber vor allem Unternehmen, die sich für ein Elektroauto entscheiden, obwohl dieses noch wesentlich teurer ist als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Privatleute hingegen sind noch zurückhaltend und entscheiden sich eher für ein Hybridfahrzeug. Offenbar fehlt noch das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur für einen höheren Absatz von 100-prozentigen Elektrofahrzeugen.

In Brüssel etwa gibt es derzeit derzeit nach Angaben der VRT nur etwa 2.300 öffentliche Ladestationen für E-Autos. Bis 2035, wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in der Hauptstadt nicht mehr fahren dürfen, soll die Zahl auf über 22.000 Lademöglichkeiten in der Region angestiegen sein – was aber wahrscheinlich angesichts der rasant steigenden Nachfrage nach Ladestationen nicht ausreichen wird. (cre)

18 Antworten auf “Brüsseler Autosalon im Zeichen der Elektromobilität”

  1. Die Technik steckt weiterhin in den Kinderschuhen, zumindest bleiben eventuelle Verbesserungen in den Schubladen der Hersteller.
    „Alles auf einmal“ wird man in so kurzer Zeit nicht hinkriegen: Ladestationen+Energieproduktion+vernünftige Preise.
    Aus 2030 oder 2035 wird mindestens 2050, und bis dahin hoffentlich etwas vernünftigeres.

  2. Druckluftantrieb

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tata_OneCAT

    Fahren mit dicker Luft…
    Schon Ende dieses Jahres sollen die ersten Autos mit Druckluftantrieb vom Band rollen – und sich als preiswerte Alternative zu Elektroautos positionieren. Der indische Tata-Konzern finanziert das Projekt, die Idee kommt ursprünglich aus Frankreich.

    https://www.spiegel.de/auto/aktuell/stadtwagen-onecat-fahren-mit-dicker-luft-a-539471.html

    „Und siehe da, es wird nichts mit Autos mit Druckluftantrieb!“

    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/angeblich-kein-mord-tata-chef-slym-stuerzt-in-den-tod-a-945698.html

    • Kevin Giebels

      Züfalle gibt es zu Hauf.

      „Die Zusammenarbeit ruht seit 2009, weil laut Tata „unüberwindliche Probleme“ technischer Natur auftraten.“

      Ich wage einfach mal die Vermutung, dass man die Tanks nicht klein genug bekommen hat. Früher gab es in Gruben und der Chemischen Industrie mit Druckluft betriebene Lokomotiven. Problem war aber auch schon damals, dass die Tanks zwangsläufig groß und dementsprechend schwer waren.

      Nicht alles ist eine Verschwörung, auch wenn manche im Internet das glauben mögen.

  3. Politikmüll

    Schon die Idee, Strom aus Gaskraftwerken zu produzieren, interassante Sache, die Gaslobby profitiert, die Stromlobby auch noch am Preis, also bleibt der Strompreis schön hoch, und der Endverbraucher schaut schön in die Röhre. Ja, ja, unsere tollen Politiker, die haben super Ideen .🤕👌😪😔

  4. Elektroautos sind der Wahnsinn. Wie soll das gehen? Die Kisten hängen an der Steckdose und haben riesige Kabeltrommeln am Heck. Sieht auch ziemlich unschön aus! Das kann doch nicht die Zukunft sein. Also wirklich, typisch grüne Träumer!

  5. besserwisser

    wir leben in einer Zeit wo uns nur noch Verbote für alles was mit Umwelt und Energie zu tun hat.
    Ich glaube man will den Menschen nur Angst und Panik einflössen.
    Von oben gesteuerte Richtlinien die meistenteils Utopisch sind.
    Wer soll sich das alles leisten können und bezahlen???

    PS: diese Zenario spielt sich nur auf unserem Kontinent ab, die andern wrten auf unseren Abfall.
    Es lebe die Umwelt und seine Aktivisten und Kleberclubs

  6. delegierter

    Hat noch keiner gemerkt, daß Engie lieber kassiert als mit dem Geld die Netze ausbaut?
    Die Drähte glühen doch jetzt schon wenn alles leuchtet. Die Besitzer von PV-Anlagen müssen teuer bezahlen, um ihren Strom ( grünen Strom ) überhaupt los zu werden. Verrückte Welt da draußen!!!
    Um eine Wallbox mit Power zu installieren muß man einen sehr teuren Anschluss zahlen, und wenn in der Nachbarschaft noch einer die Idee hat, dann flackern die Fernseher.

  7. Bei dem Thema eAutos ist ja nicht nur der Saft (wo soll der alle herkommen?) das Problem, sondern auch die Produktion der Akkus. Da werden ganze Gebiete (größer als BeNeLux) irreversibel für hunderte von Jahren platt gemacht. Chile usw. Aber hauptsache hier vor Ort werden Emissionen reduziert. Egoismus pur.
    Dann noch Kupfer in rauen Mengen. und und und……….

    • Robin Wood

      @Verzell
      So ist es, aber das interessiert die Grünen nicht.
      Es ist z.B. auch mit dem Fracking-Gas so – bloss nicht in Europa fördern, aber andere Länder wie u.a. die USA können sich ruhig den Boden verseuchen. Das nenne ich die westeuropäische Heuchelei.

  8. Die Elektromobilität kommt, soviel ist sicher. Die Automobilindustrie muss den schwarzen Peter loswerden, den die (grüne) Politik ihr dauernd und pauschal zuschiebt, dann darf diese Politik nämlich mal zeigen, wo sie den ganzen Ökostrom und die Netzwerke und Ladestationen dafür hernimmt.
    Für jeden erschwinglich und zugänglich wird individuelle Mobilität dann nicht mehr sein (weder finanziell noch aufgrund fehlender Lademöglich im urbanen Raum). Man geht davon aus, dass 10 bis 15% der heutige Autofahrer dann keinen Zugang zum individuellen Pkw mehr haben, insbesondere da auch der Gebrauchtwagenmarkt stets teurer wird und ein Batteriekit, auf das es so ca 8 Jahre Garantie gibt, mal schnell 8.000,- bis 10.000,- kostet, wenn überhaupt nachrüstbar.

    • Natürlich kommt die „Elektromobilität“. Bleibt die Frage, ob es wirklich möglich sein wird, gleichzeitig alle anderen Motoren zu verbannen oder zu verbieten.
      Und wie entwickelt sich der Gebrauchtwagenmarkt, was wird aus den Autowerkstätten, dem KFZ-Mechaniker?
      Solange das alte E-Auto noch vernünftig und technisch OK ist, kann man ja hierzulande noch damit fahren. Trotzdem finden irgendwann hunderttausende Gebrauchtwagen die wir hier abstossen (müssen), ihren Weg in „Entwicklungsländer“ und tun dort noch jahrelang ihren Dienst. Mit viel Rauch oder ohne Bremsen, aber auch ohne Ladestation.

  9. Die E-Mobilität ist der erste Schritt zur K(eine)-Mobilität. Das wird schon beim Blick auf die benötigte Ladeinfrastruktur klar:
    /////
    https://sites.google.com/view/gegenpol-ostbelgien/energie/e-mobilit%C3%A4t-die-wahrheit-%C3%BCber-die-ladeinfrastruktur

    In Sachen Ladeinfrastruktur wird von Politik und Leitmedien ständig erklärt dass bald landesweit genügend Ladesäulen zur Verfügung stehen damit sich jeder mit einem E-Auto problemlos durch Belgien bewegen kann. Aber was steckt wirklich dahinter? Lesen Sie selbst, es wird mal wieder Wein versprochen und Wasser ausgeschenkt….
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  10. In Brüssel etwa gibt es derzeit derzeit nach Angaben der VRT nur etwa 2.300 öffentliche Ladestationen für E-Autos. Bis 2035, wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in der Hauptstadt nicht mehr fahren dürfen, soll die Zahl auf über 22.000 Lademöglichkeiten in der Region angestiegen sein – was aber wahrscheinlich angesichts der rasant steigenden Nachfrage nach Ladestationen nicht ausreichen wird. (cre)
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    „En août 2020, on comptait 627 188 véhicules en Région bruxelloise.“
    Macht dann 1 Ladesäule für 35 Autos wenn in Zukunft keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen sind aber weiter 627000 E-Autos durch BX rollen. Die E-Mobilität ist das Ende der individuellen Mobilität und das Volk macht auch noch begeistert mit…. 🤦‍♂️

  11. https://eike-klima-energie.eu/2023/01/21/der-kollaps-von-britishvolt-signalisiert-ein-oekonomisches-desaster-fuer-net-zero-plaene-in-uk/
    …..
    In den letzten Monaten hat BMW angekündigt, die Produktion des elektrischen Mini vom Vereinigten Königreich nach China zu verlagern, wo die Energie zur Herstellung aus billiger Kohle kommt. Andere Autohersteller planen, die Anzahl der von ihnen hergestellten Elektrofahrzeuge zu reduzieren, weil die steigenden Preise und die steigenden Stromkosten sie für Autofahrer zunehmend unerschwinglich machen.

    Dr. Benny Peiser, der Direktor von Net Zero Watch, sagte:

    „Dieses Fiasko war völlig vorhersehbar und wurde in der Tat von uns und anderen Analysten vorhergesehen – aber nicht von selbstgefälligen Ministern und inkompetenten Staatsbeamten. Der Exodus von BMW nach China und der Zusammenbruch von Britishvolt werden nicht die letzten Opfer der grünen Kommando- und Kontrollwirtschaft der Regierung sein.“

  12. Norwegische Reederei verbietet Transport von E-Autos

    Ausgerechnet in dem Land, das E-Mobilität vorangetrieben hat wie kein anderes, werden E-Autos nun von einer Reederei verbannt. Havila untersagt den Transport aus Sicherheitsgründen – wegen möglicher Brände von Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffautos.

    Eigentlich sollte die Zukunft ja elektrisch sein, aber die Zweifel mehren sich. Höhere Stromkosten wegen der Energiekrise, Inflation, die Kürzung von Elektro-Subventionen und eine fehlende Infrastruktur mit Ladesäulen dämpfen die Begeisterung über die Elektro-Revolution. Auch der Produktionsstau bei den Unternehmen wegen Materialmangels hat mancher Fantasie den Stecker gezogen. In Norwegen erfährt der Hype um E-Fahrzeuge nun einen weiteren Rückschlag.

    Ausgerechnet in dem Land, das als Vorreiter in der Elektromobilität in Europa gilt, sind auf den „Postschiffen“ der Reederei Havila Kystruten, die vor der Küste fahren, keine Elektroautos mehr erlaubt. Havila ist der kleinere Konkurrent der bekannteren Hurtigruten-Linie und die erste Reederei, die den Transport von „Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos an Bord“ verbietet, wie das „Manager Magazin“ berichtet.

    Der entsprechende Hinweis findet sich auf der Internetseite von Havila: „Wir lassen Autos nur für die gesamte Strecke von Bergen nach Kirkenes oder von Kirkenes nach Bergen zu, nicht von einzelnen Häfen. Das Auto darf nicht länger als 5,2 Meter, maximal 2,25 Meter breit und maximal 2,1 Meter hoch sein. Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos sind an Bord des Schiffes verboten.“

    Zur Begründung führt Havila-Chef Brent Martini gegenüber dem Schifffahrt-Nachrichtendienst „Trade Winds“ Sicherheitsbedenken an. Ein möglicher Brand eines Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos würde einen aufwendigen Rettungseinsatz bedeuten und sei deshalb für die Mannschaft nicht zu bewältigen. Bei Privatfahrzeugen mit einem herkömmlichen, fossilem Antrieb, sei die Brandgefahr nicht gegeben.

    Anlass für die Entscheidung dürfte der spektakuläre Brand auf dem Autotransportschiff „Felicity Ace“ vor knapp einem Jahr gewesen sein. Das Schiff hatte Tausende Luxusautos an Bord, einige elektrisch mit Lithium-Ionen-Batterien. Das Schiff trieb zunächst manövrierunfähig vor der Küste der portugiesischen Azoreninseln. Dann sank es samt aller Porsches, Audis und Bentleys an Bord. Heute liegt es in 3000 Meter Tiefe auf dem Meeresboden. Die 22 Besatzungsmitglieder wurden evakuiert. Nach Angaben des Kapitäns hatten Lithium-Ionen-Batterien in den Elektrofahrzeugen das Feuer verursacht. Weil die nötige Spezialausrüstung fehlte, konnte es nicht gelöscht werden können, hieß es.

    Die International Maritime Organisation (IMO) reagierte mit weltweit schärferen Brandschutzvorschriften. Neue Frachter sollen künftig standardmäßig mit Wärmemeldern und Videoüberwachung ausgestattet und alte nachgerüstet werden. Die Schiffe haben zwar selbst große Batteriepacks an Bord – allerdings in feuerfesten Extra-Räumen. Für batteriebetriebene Fahrzeuge an Bord scheint das keine Lösung zu sein.

    Die Schiffe der Havila- und Hurtigruten-Flotte sind nicht nur bei Touristen, sondern auch bei den Einheimischen ein gängiges Fortbewegungsmittel – Autos werden gerne mitgenommen. Der Transport ist für norwegische Staatsbürger preisgünstig und spart viel Zeit, weil der Wasserweg die direktere Verbindung zwischen den Orten entlang der zerklüfteten Küste ist. Norwegen hat die E-Revolution in den vergangenen Jahren mit hohen Vergünstigungen vorangetrieben. Das Land kann sich die hohen Förderungen deshalb leisten, weil die Öl-Vorkommen vor der Küste viel Geld in die Staatskasse spülen. 80 Prozent der Neuwagen waren zuletzt E-Autos. Für die Norweger wird das Verbot eine Umstellung bedeuten.

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