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Umgehung N62: Minister Di Antonio entscheidet sich für Trasse 10

Seit vielen Jahren erhitzt die N62 in der Südeifel die Gemüter. Foto: privat

In Sachen Umgehung der N62 hat sich der wallonische Regionalminister Carlo Di Antonio (CdH) für die Trasse 10 als Verbindung zwischen St. Vith und der luxemburgischen Grenze entschieden. Diese Trasse war immer schon favorisiert worden. Sie würde das Ulftal zwischen Espeler Mühle und Oudler Mühle mit einem Viadukt überqueren. Für die Ortschaft Thommen ist eine Schallschutzwand angedacht.

Zuletzt war klar, dass der Minister die Wahl zwischen Trasse 10 und Trasse 3 hatte. Letztere war zwar interessant und preisgünstig, aber nicht umweltfreundlich. Die Trasse 7 hatte eh keine Chance, weil sehr teuer, nicht umweltfreundlich und wenig leistungsfähig.

Verkehrstechnisch interessant – hohe Investitionskosten

Zur Entscheidung zugunsten der Trasse 10 hieß es laut BRF, diese Trassenführung sei verkehrstechnisch interessant und überquere nur ein einziges Natura-2000-Gebiet, obendrein in großer Höhe. Angesichts der Brücke und anderer Arbeiten seien die Investitionskosten allerdings hoch, hieß es.

Die Kerngruppe der Bürgerinitiative "N62 - Jetzt reicht's!" beim  Aufstellen der Kreuze im Jahre 2009.

Die Kerngruppe der Bürgerinitiative „N62 – Jetzt reicht’s!“ beim Aufstellen der Kreuze im Jahre 2009.

Für die Bürgerinitiative “Thommen-Espeler” verläuft die Trasse Nr.10 zu nahe an den beiden Ortschaften Espeler und Thommen vorbei. Die Anrainer befürchten durch den Bau einer Umgehungsstraße einen deutlichen Verlust an Lebensqualität.

Die Trasse 10 führt über folgende Teilstücke: N62 Neubrück/Hohenbusch, Abzweigung nach Schirm in Höhe “Am Gericht/Windhof/Hochtumsknopf” mit Kreuzung auf der N827 Schirm-Maldingen mittels Brücke, östlich am Thommener Weiher vorbei, in Richtung Espeler Busch mit Brücke über das Ulftal am Eulenstein (Gemeindestraße zwischen Espeler-Mühle und Oudler-Mühle), Richtung Luxemburg zwischen Dürler und Espeler, an Lengeler vorbei mit Einmündung in die luxemburgische N7 auf Höhe “Huldingen/Schmiede”.

Als Nächstes wird es eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben und die Baugenehmigung beantragt. Für die Ortschaft Thommen werden Lärmschutzmaßnahmen überprüft.

Versammlung der Bürgerinitiative im Jahre 2010 zur Neu-Ankurbelung des Projekts.

Versammlung der Bürgerinitiative im Jahre 2010 zur Neu-Ankurbelung des Projekts.

Die Geschichte der N62-Umgehungsstraße:

  • 1952: Erste Planungen zum Bau einer neuen Straßentrasse
  • 1960er Jahre: ​Umgehung über “Hölzchen – Haus Calles – Vincent Messerich” in Oudler wird angedacht.
  • 1980er Jahre: ​Trasse quer durch Oudler, wobei das Dorf durch drei Brückenbauten regelrecht zerstückelt werden sollte. Die restliche Trassenführung ab Oudler Mühle blieb weitgehend unangetastet. Land- und Hausenteignungen in Oudler wurden getätigt; die Ruinen im Dorfzentrum sind heute noch zu “bewundern”.
  • 2004: Fünf Trassen werden vorgestellt, wobei die Trasse 3 als die “beste Variante mit dem größten Mehrwert für alle Bürger” vom Planungsbüro Greisch (Michel Leroy) dargestellt wird.
  • 2006​: Drei Trassen kommen in die engere “Studienwahl”.
  • 2008​: Tanklastwagenunfall in Dürler und die Gründung der Bürgerinitiative “N62 –Jetzt reicht’s!”.
  • 2008 bis heute: ​Verschiedene Aktionen (Wegkreuze, Online-Unterschriftenaktion, Trassenbegehungen, Informationsversammlungen, …), eine Petition sowie eine Informationsplattform www.n62.eu werden von der Bürgerinitiative angeregt, um endlich Bewegung in die “verstaubte Akte” zu bringen.
  • 2011: Alternativer Kompromissvorschlag des Regionalabgeordneten Edmund Stoffels – parallel zu den drei Trassen soll noch eine vierte. von den Naturschutzverbänden akzeptierte Streckenführung zusätzlich geprüft werden.
  • 2012/13: ​Warten auf die Entscheidung des Straßenbauministers Di Antonio aus Namur.
  • 1. Oktober 2013: Minister Carlo Di Antonio (CdH) entscheidet sich für Trasse 10. (cre/eb)

 

2 Antworten auf “Umgehung N62: Minister Di Antonio entscheidet sich für Trasse 10”

  1. Es reicht!

    Für ein paar Braunkehlchen musste am Ruhrhof eine Umgehungsstrasse gebaut werden. Jetzt muss die Bevölkerung der beiden Dörfer mit dem Lärm leben und NATURA 2000 sei Dank wird ein Schweineteure Brücke über das Natura 2000 Gebiet gebaut. Bin mal gespannt wiewet der Mensch noch DANK NATURA 2000 drangsaliert wird. Liebe Espeler und Thommener ihr könnt euch hier bei den NATURA 2000 Befürwortern bedanken.

    • Hallo „Es reicht“.
      Sie haben vollkommen recht.
      Und was das Braunkehlchen-Pärchen angeht, dieses hält sich meistens „privat“ bei einem Anwohner, in der Nähe des ehemaligen Bahnhofes in Sourbrodt auf.
      Das ist kein Witz! Wenn die Natur- bzw. Vogelschützer – Diktatoren diesen „Aufenthaltsort“ raus bekommen, wird der betreffende Anwohner bestimmt noch zwangs enteignet.
      In welch‘ einer verrückten Welt leben wir eigentlich?

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