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Umfrage von Forsa zur Corona-Krise in Ostbelgien: Ergebnisse liegen vor und sind wenig überraschend

Mit den Ergebnissen der Forsa-Umfrage glauben das Ministerium und die Regierung der DG Schlussfolgerungen zur Bewältigung der Corona-Krise in Ostbelgien ziehen zu können. Foto: Shutterstock

Das Institut Forsa führte im Auftrag der DG eine Umfrage durch. Zwischen dem 8. und 18. Juni 2020 wurden 1.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Der inhaltliche Fokus lag auf der Corona-Krise.

Die Ergebnisse der computergestützten Telefoninterviews wurden jetzt veröffentlicht. Zunächst wurden Bürger über ihre persönlichen und wirtschaftlichen Zukunftsaussichten befragt. Die Erkenntnisse weichen nicht wesentlich von denen bei früheren Erhebungen ermittelten Erwartungen ab. Lediglich der Anteil derer, die „sehr“ optimistisch in die Zukunft blicken, ist gegenüber 2018 etwas rückläufig.

Zu den positiven Seiten der Corona-Krise nannten die befragten Ostbelgier u.a. die „Entschleunigung“. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Weniger optimistisch empfanden die Befragten die Erwartungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung: Hatten sich in der letzten Erhebung 2018 noch 84 Prozent optimistisch gezeigt, beurteilten diesmal noch 64 Prozent die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten in Ostbelgien (sehr) optimistisch, 33 Prozent hingegen eher bzw. sehr pessimistisch.

Besorgt äußerten sich viele Bürger über das Virus und die gesellschaftliche Folgen. Lediglich 7 Prozent äußerten keinerlei Sorgen im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Indes berichtete eine große Mehrheit der Befragten auch von positiven Dingen. Mit Abstand am häufigsten wurden die „Entschleunigung“ und den Zuwachs an Zeit, insbesondere mit der Familie, genannt. Daneben wurden als positive Erfahrungen auch der Zusammenhalt sowie eine gestiegene Hilfsbereitschaft, die Pflege sozialer Kontakte und eine „Rückbesinnung auf das Wesentliche“ hervorgehoben.

Verteilung von kostenlosen Stoffmasken im Alten Schlachthof in Eupen. Foto: Gerd Comouth

Eine weitere Frage bezog sich auf das Krisenmanagement der Regierung und die Akzeptanz der Maßnahmen. Mit der bisherigen Arbeit der föderalen Regierung in Brüssel waren 58 Prozent der Bewohner in Ostbelgien (sehr) zufrieden und 37 Prozent weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der bisherigen Arbeit der DG waren sogar 78 Prozent der Bürger in Ostbelgien (sehr) zufrieden und nur 19 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.

Was die Akzeptanz der getroffenen politischen Maßnahmen Eindämmung der Corona-Pandemie betrifft, so bewertete eine Mehrheit der Bürger in Ostbelgien (66 Prozent) diese insgesamt als angemessen. Für 22 Prozent gingen die Maßnahmen zu weit, für 10 Prozent nicht weit genug. Konkret nach der Einschätzung zu einzelnen getroffenen Maßnahmen gefragt, zeigte sich bei allen Maßnahmen – mit Abstufungen – eine hohe Akzeptanz.

Schließlich ging es bei der Befragung auch um das Informationsverhalten der Ostbelgier. 78 Prozent haben sich (auch) über das Radio zur Corona-Krise informiert, 66 Prozent über Nachrichtenseiten im Internet und 60 Prozent mithilfe von Tageszeitungen.

Weniger als die Hälfte der Befragten hat sich über die Corona-Krise in sozialen Netzwerken (41 Prozent), über die Internetseite „Ostbelgienlive.be“ (38 Prozent) und über Internetseiten von wissenschaftlichen Einrichtungen (34 Prozent) informiert.

Nur eine Minderheit der Bewohner in Ostbelgien neige im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu Verschwörungstheorien, hieß es. Foto: Boris Roessler/dpa

Eine Mehrheit von 72 Prozent der Bewohner in Ostbelgien bewertete die Informationen der föderalen Regierung in Brüssel zur Corona-Krise als (sehr) glaubwürdig. 25 Prozent hielten die Informationen der föderalen Regierung für wenig oder gar nicht glaubwürdig. Diejenigen, die die Informationen der föderalen Regierung zur Corona-Krise für wenig oder gar nicht glaubwürdig halten, nannten dafür vor allem die empfundene Widersprüchlichkeit der Informationen (27 Prozent) und ihr Misstrauen mit fehlendem Vertrauen in die Politik (19 Prozent) als Gründe.

Das Vertrauen der Bewohner Ostbelgiens in die Informationen der DG zur Corona-Krise ist höher als in die Informationen der föderalen Regierung: 86 Prozent (gegenüber 72 Prozent) hielten die Informationen der DG für (sehr) glaubwürdig, nur 10 Prozent für wenig bzw. gar nicht glaubwürdig.

Nur eine Minderheit der Bewohner in Ostbelgien neige im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu Verschwörungstheorien, hieß es abschließend in Bezug auf die Ergebnisse der Forsa-Umfrage zur Corona-Krise in Ostbelgien. (cre)

Alle Ergebnisse der Forsa-Umfrage zur Corona-Krise in Ostbelgien können Sie nachlesen unter folgendem Link:

www.ostbelgienstatistik.be/umfragecorona

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

12 Antworten auf “Umfrage von Forsa zur Corona-Krise in Ostbelgien: Ergebnisse liegen vor und sind wenig überraschend”

  1. Ekel Alfred

    Um überhaupt genauere Ergebnisse über die weltwirtschaftlichen Folgen vorzulegen….bedarf es laut der Experten und fünf Weisen….noch mindestens ein Jahr….dann wird man sehen….

  2. Die Rede heute von Merkel hat gezeigt, dass sie die Chefin der freien Welt ist. Wir können von Glück reden das Deutschland nun den Ratsvorsitz übernimmt. Daher ist mir um Ostbelgien nicht bange.

  3. Dr. Joseph Meyer

    Hoffentlich hat die Mehrheit der ostbelgischen Bevölkerung mitbekommen, wie die WHO zuerst den Umgang Schwedens mit der Corona-Pandemie, nämlich ganz ohne Lockdown, siehe hier ‚Die Wahrheit über Schweden‘, als Desaster gegeißelt hat, und dann aber angesichts der harten nicht widerlegbaren Zahlen zurückrudern musste! Die Mehrheit der ostbelgische Bevölkerung würde nicht zu Verschwörungstheorien neigen, das ist natürlich lobenswert, es stellt sich aber die Frage wie unabhängig und wie recherchiert die Öffentlichkeit von den Medien informiert wird!

    • Dr. Joseph Meyer

      Dazu noch eine hochinteressante Analyse der EU-Planungen in Bezug auf eine generelle und massive Steigerung der „Vorbeugung durch Impfungen“, aller Art, inklusive der Impfung gegen das Coronavirus! Siehe unter . Im heutigen GrenzEcho, 08.06.2020, findet sich dazu eine vielsagende und bestätigende Meldung: „Der Milliardär Elon Musk will Minifabriken für die Produktion von Hunderten Millionen Dosen des Impfstoffes der deutschen Firma Curevac gegen Covid-19 auf dem Gelände der deutschen Tochter Tesla Grohmann Automation GmbH in Prüm errichten … “ Ich denke mal, ohne gute Gründe auf Erfolg macht so ein Geschäftsgenie wie Elon Musk das nicht …

    • Also ich war nicht zufrieden, der Witz ist aber das auch kaum jemand im Bekanntenkreis, so er/sie denn überhaupt den „Nichtsnutzladen“ in Eupen verfolgt hat zufrieden ist.
      Wer wurde ge – befragt?
      Mir fällt auch so nichts ein was man in Eupen geleistet hätte womit man zufrieden sein könnte.
      Mit Antonius schon mal gar nicht, der feine Herr hatte ja lieber Karneval gefeiert und Heringe gegessen anstatt sich über das Virus Gedanken zu machen
      Weg geworfenes Geld.

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