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Themenabend der CSP in Eupen und Kelmis: Warum in der DG heute kaum noch Französisch gesprochen wird

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Wie steht es um die Sprachen-Kenntnisse der Menschen in Ostbelgien für Ausbildung, Studium und Beruf? Haben wir es noch drauf? Warum sprechen junge Menschen in unserem Gebiet kaum noch Französisch? Was ist dagegen zu tun? Die CSP organisiert dazu in der nächsten Woche einen Themenabend jeweils in Eupen und in Kelmis.

In den letzten Jahren hätten diverse Studien und Lernstandserhebungen gezeigt, dass in der DG – insbesondere bei Lehrlingen, Schülern und Jugendlichen – die Fremdsprachenkenntnisse deutlich nachgelassen hätten, so die CSP. Insbesondere die Französisch-Kenntnisse seien stark zurückgegangen.

„Gerade in der dualen Ausbildung entwickelt sich das zu einem massiven Problem, da immer weniger junge Menschen Französisch so beherrschen, dass sie ohne Weiteres Aufträge im frankophonen Landesteil ausführen können“, so die Christlich-Sozialen.

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„Zudem beklagen sich viele, die sich für ein Studium in Lüttich oder Namur entscheiden, dass sie sprachlich mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Ein Trend, der viele Gründe und noch mehr negative Folgen für Ausbildung und Wirtschaft nach sich zieht“, heißt es in der Ankündigung der beiden Themenabende.

„Es gibt aber nicht nur wirtschaftliche Folgen. Die Folgen in Kultur, Politik und Soziales liegen ebenfalls auf der Hand. Die fehlenden Kenntnisse im Französischen lassen uns im Allgemeinen auch immer mehr auf Distanz zu unseren belgischen Brüdern in der Wallonie gehen. Wollen wir das? Warum ist das so? Und was können wir dagegen tun?“

Ein vielschichtiges Thema, über das die CSP an zwei Abenden mit namhaften Experten sprechen und diskutieren möchte. Am Mittwoch, 26.09.2018, im Kloster Heidberg (Eupen) und am Donnerstag, 27.09.2018, im Café Select (Kelmis) jeweils um 20.00 Uhr.

53 Antworten auf “Themenabend der CSP in Eupen und Kelmis: Warum in der DG heute kaum noch Französisch gesprochen wird”

  1. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Eine negative Konsequenz der Autonomie : mangelnde Franzoesischkenntnisse. Da kann man nur von einer Rueckwaertzentwicklung sprechen. Frueher gingen viele zum arbeiten in die Wallonie und verbesserten so ihr Schulfranzoesisch.

    • Früher war alles besser!

      Früher schrieben die Menschen in deutscher Sprache aber auch noch fehlerfreier! Bevor eine Fremdsprache gepaukt wird, sollte die Muttersprache sitzen. Gehen Sie mal selbst lieber mit dem guten Beispiel voran…

    • Anscheinend scheint es hier niemanden zu interessieren, dass deutschsprachige Kinder auch lieber in Deutschland arbeiten wollen und deshalb lieber besser die englische Sprache lernen sollten. Nicht jeder Belgier spricht zu Hause französisch und kann mit dieser Sprache etwas anfangen.

  2. Hier ist der deutschsprachige Landesteil und daher sollte es nicht verwunderlich sein, dass deutsch gesprochen wird. Aus Sicht unserer Verwalter ist dies natürlich fürchterlich. Sie befinden sich ja im französischsprachigen Landesteil, der ja nicht unbedingt dafür bekannt ist, sonderlich fremder Sprachen aufgeschlossen zu sein. Englisch ist und sollte Fremdsprache Nummer eins auf unseren Lehrplänen sein. Bezeichnend ist auch, dass man unsere Jugendlichen kritisiert, sie seien nicht in der Lage frankophone Kundschaft zu bedienen. Das es auch flämisch sprechende gibt, wird gerne untern Tisch fallen gelassen.
    Die Einheit Belgiens bleibt nur bestehen, wenn alle Landesteile gleichberechtigt die Sprache der anderen auf Ihre Lernpläne setzen. In der französischsprachigen Wallonie hält man sich bei so etwas die Ohren zu. In Flandern sieht das anders aus aber die haben weder ein Problem mit Fremdsprachen noch mit ausufernder Arbeitslosigkeit wie bei unseren westlichen Freunden , ob da ein Zusammenhang besteht sei dahingestellt.
    Übrigens halte ich englisch für einen guten Kompromiss für die Kommunikation innerhalb Belgiens.

  3. Deutsch und Französisch sind zwei Sprachen, die wir Ostbelgier seit jeher mehr oder weniger gut beherrschen, und für diese Kenntnisse beneiden uns viele Wallonen. Viele Wallonen würden gerne Deutsch sprechen, doch die Sprache ist für sie schwer zu erlernen.

    Für uns Ostbelgier ist das Erlernen beider Sprachen keine Hexerei. Wenn z.B. der Vater mit seinem Kleinkind Französisch spricht und die Mutter Deutsch, dann ist das Kind mit 5 Jahren zweisprachig. Mit dieser frühzeitlichen Sprachengewandheit wird es sich dann einige Jahre später einer dritten oder vierten Sprache widmen können.

    Also liebe Eltern, versucht es mal. Ihr werdet staunen, wie spielend Kinder die zwei Sprachen lernen.

      • @Walter Keutgen: Nicht alle, aber bei sieben oder acht von zehn Familien ist das bestimmt der Fall. Natürlich können auch die Grosseltern die jeweils andere Sprache mit den Kindern sprechen. Bei uns in der Familie klappt das von Generation zu Generation. Den Kindern im Vorbeigehen eine zweite Sprache aneignen, das ist einfach und für die Kinder eine enorme Erleichterung, denn später in der Schule Französisch zu lernen, ist wesentlich mühsamer und uneffizienter.

        • Walter Keutgen

          Ihre Ausführungen über die Erlernung von zwei Sprachen im Kindesalter sind natürlich richtig. Da Sie mit Zahlen gekommen sind: Ich bezweifele Ihre Statistik. Auch den Ausdruck „seit jeher“. Vor zweihundert Jahren sprachen die Leute nur Plattdeutsch oder Wallonisch. Die Hochsprachen sind erst mit der Schulpflicht dazu gekommen. Jetzt sind Plattdeutsch und Wallonisch größtenteils verloren. Zur Statistik fragt sich auch, wen Sie geografisch als „wir Ostbelgier“ bezeichnen. Der Artikel bezieht sich auf die Deutschsprachige Gemeinschaft. In meiner Bekanntschaft, auch wenn ich mal auf Ostbelgien begrenze, sind nur wenige zweisprachige Elternpaare.

          Die Politiker müssen sich aber zu Recht auch um die Kinder einsprachiger, manchmal aus Deutschland zugereister Elternpaare kümmern.

          • „Vor zweihundert Jahren sprachen die Leute nur Plattdeutsch oder Wallonisch.“

            @Walter Keutgen

            Welche Sprache(n) Kinder erlernen, ist eine Entscheidung der Eltern. Die Politik kann da zunächst nicht viel machen. Beispiel: In den Gemeinden Bleyberg und Welkenraedt wurde bis vor 30, 40 Jahren Platt gesprochen. Die Bewohner hatten somit auch keine allzu grosse Probleme, Deutsch zu sprechen oder es zumindest zu verstehen. Dann aber entschieden sich die Eltern grösstenteils, nicht mehr Platt mit ihren Kindern zu sprechen, mit der Folge, dass sie einsprachig aufwuchsen. Platt und Deutsch sind für diese Kinder mittlerweile Fremdsprachen geworden. Wenn sie also in das benachbarte Vaals oder Aachen gehen, können sie sich nicht verständigen. Eine Arbeit finden sie dort schon gar nicht. Die Konsequenz aus dieser elternlicher Dummheit ist also, dass man den Kindern den Weg zu mindestens zwei wunderschönen Nachbarnländern verbaut. Zwei- oder mehrsprachig zu sein, ist ein wichtiges Geschenk, dass man den Kindern nicht verwehren sollte, auch in der DG nicht. Deshalb sind alle Eltern in Ostbelgien (also nicht nur in der DG) in der Pflicht, ihren Kindern das wichtige Tor zu ihren Nachbarn nicht zu verbauen. Sie müssen ab der frühesten Kindheit alles dafür tun, dass ihre Kinder sich mit den Nachbarn verstehen. Die zweisprachigen Kinder sind später auch zugänglicher für eine weitere Fremdsprache, weil ihnen in der Kindheit die Angst dafür genommen wurde. Im Internet gibt es übrigens viele Seiten, die sich mit dem Thema Zweisprachigkeit ab dem frühesten Kindesalter beschäftigen.

            • Walter Keutgen

              Sie antworten wieder daneben. Ihre Ausführungen zur Zweisprachigkeit ab Kleinkindesalter habe ich nie bezweifelt. Das „seit jeher“ habe ich bezweifelt und sie haben es keineswegs entkräftigt. Jetzt legen Sie aber noch einen drauf: Sie behaupten, dass die Eltern die Sprachen, die ihre Kinder lernen, bestimmen und es ihrer Pflicht sei, ihre Kinder in den zwei Sprachen aufzuziehen. In Wirklichkeit bestimmen Eltern und durch die Schulpflicht der Staat, welche Sprachen Kinder erlernen. Sie antworten auch nicht, wie zugewanderte Deutsche es anstellen sollen, ihre Kinder zweisprachig deutsch-französisch zu erziehen. Übrigens, meine Eltern sprachen Platt miteinander, aber Hochdeutsch mit uns Kindern. Sie konnten beide Französisch, aber nicht gut genug, um das weiterzugeben. Französisch habe ich nur in der Schule gelernt. Es scheint mir, sie tun hier, was auch andere auf Ostbelgiendirekt zu anderen Artikeln getan haben, Verantwortung der Schule auf die Eltern abwälzen.

              Zur Statistik bleiben Sie auch stumm.

              • Mit „seit jeher“ meine ich seit der Nachkriegszeit. Viele Frauen gingen nach Verviers zur Fabrik und viele Männer aus dem Norden Ostbelgiens gingen zur Grube nach Battice, Melen oder Blégny. Dort lernten sie Französisch, insofern sie es nicht konnten.

                Doch jetzt zur aktuellen Situation: Wie beeinflussen Eltern die Sprache ihrer Kinder? Ich kann ihnen drei Fälle nennen. Céline Ruess, die neue Museumsdirektorin in Kelmis, wuchs in Gemmenich und Montzen auf und sprach mit etwa 5 Jahren Deutsch und Französisch. Das hatten ihr die Eltern gelernt, denn im Kindergarten wurde nur Französisch gesprochen. Frau Ruess beherrscht heute mehrere Sprachen perfekt. Sie könnte in Brüssel, Paris, Berlin, Wien, Bern und London arbeiten.

                Das zweite Beispiel: Der Bürgermeister von Bleyberg, Thierry Wimmer, wuchs einsprachig auf, obwohl beide Eltern Platt sprechen. Herr Wimmer ist u.a. Rechtsanwalt, kann aber wegen seiner mangelnden Deutschkenntnisse wahrscheinlich keine deutschsprachigen Klienten bedienen.

                Das dritte Beispiel: Michelle Habets, Rechtsanwältin in Gemmenich. Sie wuchs zuhause zweisprachig auf und kann jetzt Kunden aus Belgien, Niederlanden und Deutschland empfangen.

                Wie man sieht, beeinflussen sehr wohl die Eltern, in welche Richtung es sprachlich mit ihren Kindern geht. Noch ein Satz zu den deutschen Mitbürgern in Ostbelgien: In der Regel interessiert es denen nicht besonders, ob ihre Kinder Französisch lernen, denn spätestens ab dem 4. Schuljahr gehen ihre Kinder in Deutschland zur Schule, und dort spielt Französisch kaum eine Rolle. Wie die meisten Kinder in Deutschland wachsen sie einsprachig auf. Es sei denn, dass sie frühzeitig von ihren Eltern Englisch gelernt bekommen. Bevor sie dann in die erste Klasse kommen, sind diese Kinder den Einsprachigen weit voraus. Man sieht also, dass es sehr wohl an den Eltern liegt, wie sprachlich begabt die Kinder werden.

                Übrigens erlernen viele Kleinkinder in den USA Mandarin. Die wohlhabenden Chinesen wiederum bringen ihren kleinen Kindern so schnell wie möglich Englisch bei. Ehe diese Kinder eingeschult sind, sind sie sprachlich schon fit für den Weltmarkt. Heute kommt man mit einer Sprache nicht mehr weit.

                • Walter Keutgen

                  Nun wird einiges klar. „Seit jeher“ beziehen Sie auf eine relativ nahe Vergangenheit. Ich kenne solch einen Arbeiter, verbiete mir aber Angaben zu machen, die ihn identifizieren. Nie hat er oder seine Frau mit ihren Kindern Französisch gesprochen, seine Frau kann es nicht. Wohl ist er einer, der seinen Kindern ganz sicher bei allen Hausaufgaben geholfen hat, wenn er keine Überstunden machen musste. Das Gebiet, von dem Sie Ortsnamen zitieren, ist ausnahmslos außerhalb dessen der DG. Die Schulen funktionieren dort auf Französisch, was in der DG nicht mehr der Fall ist. Das heißt, dass das Problem des Studiums an belgischen Hochschulen, wie von der CSP erwähnt, nicht besteht. Dort heißt es, Französisch fast perfekt in Wort und Schrift zu kennen; was man in der Fabrik oder Kohlenmine lernen konnte, ist nicht genug dafür. In Ihrem Gebiet dürften mehr deutsch-französische sprachliche Mischehen bestehen als anderswo. Noch etwas: Die Personen, die sie auflisten, gehören alle zur oberen Mittelschicht, genau wie die Eltern, die ihren Kindern Englisch beibringen oder sie in Mandarinklassen schicken. Englische Immersion für Kleinkinder wurde auch im Gebiet der DG von Privatpersonen angeboten; ich habe aber schon seit einiger Zeit keine Annonce mehr gesehen.

                • Ekel Alfred

                  @ Logisch, die meisten der hier wohnenden Deutschen schicken ihre Kinder nach dem Verlassen des 4. Schuljahre nach Deutschland zur Schule….deshalb wird hier das 5. + 6. Schuljahr zwangsfolgend zusammengelegt….Belgien ist denen nur gut genug, um hier kostenfreie Kindergartenplätze zu erhalten, die sie drüben teuer bezahlen müssten….

    • Mischutka

      @ Logisch :
      Ist logisch, lieber Logisch. Stimmt aber haargenau. Selbst in folgender „Form“ erlebt : Meine Eltern haben immer gutes Deutsch mit mir gesprochen (und immer „normale“ Wörter gebraucht : Da war z.B. eine Kuh auch eine Kuh und keine „Muh“, es gab keinen „Wau-Wau“, sondern einen Hund …u.s.w…. Dann hatte ich einen (von der Tante geheirateten Onkel) der sprach nur Französisch. Auch mit mir – mit 5-6 Jahren konnte ich mich mit ihm schon gut unterhalten.
      Und wie du genau richtig formulierst : ein paar Jahre später konnte ich in der Schule Englisch lernen und von meinem Vater (aus seinen beruflichen Gründen) hatte ich es leicht, gut Niederländisch zu können. In der Schule kam dann die Perfektion hinzu.
      Dann hatte ich Riesenglück : ein (neuer) jüngerer Nachbar war Italiener…… der Ehemann einer guten Bekannten war, genau wie einer meiner besten Freunde …. Spanier. Und dann lernt man, wenn man sich interessiert, sehr viel von denen. Noch jetzt (allerdings mit etwas mehr Mühe) antworte ich an dieser Stelle schon mal der „al verde“ …. in ihrer Sprache (wenn auch nur ganz kurz).
      FAZIT : Je früher man Sprachen anfängt zu lernen, je leichter wird es später. Genau wie du schreibst.
      Ach ja : da kann ich noch (ein wenig) eine 7. Sprache – das hat „private“ Gründe…… (was ja nicht ausbleibt)..… (Nicht zu vergessen : die Dialekte : Öpener Platt, Kelmesser Platt und ziemlich gut Kölsch (durch die Freundin eines Freundes die aus Köln stammt…..). Nur täglich etwas in alle diesen Sprachen lesen (und Nachrichten hören) : ist gut für das Gehirn und bereitet viel Freunde.

    • DerPostbote

      Achtung! Die zweisprachige Spracherziehung sollte nur betrieben werden, wenn der jeweilige Elternteil die Sprache auch wirklich perfekt beherrscht, sonst schadet man dem Kind nur, indem man ihm falsche Strukturen vermittelt, die nur schwer wieder zu korrigieren sind (weil Mutter- oder Vatersprache).
      Also bitte hier keine Pseudowissenschaft verbreiten. Spracherziehung soll natürlich vonstatten gehen, das setzt natürliche und fundierte Sprachkenntnisse der Vermittler (= Eltern) voraus.

      Dem Kind „Deutzösisch“ einzutrichtern, das braucht man nun wirklich nicht…

      Gruß von einem Sprachwissenschaftler.

        • Graf Ortho

          Keine Sorge, die lese ich.
          Nicht nur dort, sondern auch in Foren, die angeblich von „gebildeten“ Leuten besucht werden (SPON, ZON) und auch in den redaktionellen Artikeln selbst kann man die unglaublichsten Schnitzer finden.

          Wie es um die „Lesekompetenz“ vieler Schüler bestellt, davon kann uns unsere Tochter, ihres Zeichens Sprachlehrerin im Collège St-Remacle in Stavelot, ein Lied singen. Manche Schüler sind im ersten Sekundarschuljahr unfähig, einfachste Texte zu begreifen.
          Heute erst erzähle sie, dass einer „femme“ nach Gehör „fam“ geschrieben hat. und das war keiner „mit Migrationshintergrund“, dem man das hätte nachsehen können.

          • Ein Lehrer, welcher es gut mit seinen Schülern meinte, erwähnte beim Vorlesen des Textes die in in dem Diktat anzuwendenden Satzzeichen gleich mit . Fragte doch eine Schülerin : “ Wie schreibt man Komma?“

            • Zaungast

              Ein Grund für viele Sprachprobleme ist meiner Meinung nach auch, dass – zumindest in der Wallonie – keine Diktate mehr gemacht werden.

              Unter unserem Klassenleiter und u.a. Französischlehrer in der „Quatrième“ (3. Jahr Unterstufe, man zählte rückwärts) der BS, Paul Bijvoet (ein Limmburger, Fan des FC Waterschei, manche werden sich an ihn erinnern), gab es mindestens ein Diktat pro Woche.

              Das ging so: Er las jeden Satz zwei Mal vor, und danach musste man ihn aus dem Gedächtnis niederschreiben. Jedes vergessene Wort und natürlich auch jeder Fehler kosteten einen Punkt. Das zwang zu höchster Konzentration.

              Allerdings muss man hinzusetzen, dass damals nur die „Elite“ überhaupt eine höhere Schule besuchte, und von dieser „Elite“ auch wieder nur die besten Schüler in die „Gréco-Latine“ gingen. Eine Auslese also, die heute undenkbar und auch nicht wünschenswert ist.

  4. Es reicht!

    Das wir Sprachendefizite haben ist ein Fakt jedoch müssen die Schulen zusammen mit den Eltern versuchen das ihre Kinder von klein auf zweisprachig aufgezogen werden? Auch der spätere Arbeitgeber ist gefordert durch Zweisprachigkeitsprämien Anreize zu schaffen damti der Arbeitnehmer eventuell durch Abendschulen sein Sprachdefizit verbessert. Allerdings sind den Sprachschulen Grenzen gesetzt durch die Sprachbegabheit ihrer Schüler.

  5. Walter Keutgen

    Auch Sie wollen Verantwortung der Schule auf die Eltern abladen.

    Sie bringen aber das interessante Thema der Prämien ins Gespräch. In Brüssel gibt (oder gab) es eine Niederlassung einer US-amerikanischen Firma, die allen Angestellten gleich welchen Ranges die gleiche monatliche Prämie pro beherrschte Sprache zahlt. Ich denke, es gibt eine Prüfung.

  6. Kritisch denken

    Was die CSP sich da zusammen reimt, ist unglaublich! Die letzten Vergleichsstudien zeigen genau das Gegenteil! Wieviele Dummheiten tischen die noch auf, bevor sie endlich merken, dass sie sich besser informieren sollten und dann mit vernünftigen Ideen nach vorne zu kommen!

  7. Viel gerede um nichts. Ostbelgien gehört zur deutschen Kultur. Es heißt bei uns Alaaf und damit ist unsere Identität klar. Belgien kam 1920 über uns und heute kommen wir damit klar, wobei sicherlich über 80% sich mittlerweile auch als Belgier fühlen. Wenn die Wallonen auch mal und wenn nur als Geste guten Willens etwas deutsch lernen würden, würden wir und doch freuen. Drei sprachen ein Land, muss es heißen. Daher NL, D und F in ganz Belgien! Ansonsten wird das nix mit La Belique:)

    • Mischutka

      @ Törö :
      Mein lieber Törö, hier mal was um 3 Mal „Törö“ zu machen : Du schreibst (richtig) bei uns heißt es Alaaf.
      Bei einem Rosenmontagszug in Eupen standen mal (vor ein paar Jahren) einige junge Leute kurz neben uns. Und die riefen „Hallaap“, Lallaap“ (und so’n Gedöns). Ich habe natürlich (anständig) versucht, denen zu erklären, daß „Alaaf“ richtig sei. Und weiste wat ? Die haben mich alle belacht und klar gemacht, WIR könnten kein richtiges…..Deutsch HABE DER LEHRER EINIGE MALE erklärt !!!!!!!! Und dieser „Lehrer“ habe auch klar gemacht, NUR in Deutschland könne mal richtig sprechen und schreiben. Die „Ostbelgier“ könnten lediglich ein „so’n komischer Dialekt“, damit „andere“ sie nicht verstehen würden. Und : wir würden den ganzen Tag über nur dieses „Leck mich a******* sagen“.
      Nochmals : VOR EIN PAAR JAHREN !!!

    • Graf Ortho

      „Es heißt bei uns Alaaf und damit ist unsere Identität klar.“

      In St. Vith heißt es aber „Zem Vegt, fahr’m daar!“
      Was haben die Leute denn dort für eine Identität?

      Daher NL, D und F in ganz Belgien!
      Dann fangen Sie selbst doch schon damit an, Ihre Muttersprache zu erlernen. Sechs Rechtsschreibfehler in fünf Zeilen, dazu die mangelhafte Zeichensetzung und der dürftige Satzbau. Aber wir Ostbelgier prahlen den Wallonen gegenüber ja so gerne mit unseren „geschliffenen“ (Dr. Hans Zehetmair bei einem Besuch in der DG) Sprachkenntnissen, waaaa?

      • Kolumnist

        Ach, Sie können es einfach nicht lassen, hier regelmäßig noch den klugen Graf Ortho zu spielen. Lassen Sie doch Ihr oberlehrerhaftes Gehabe was die Rechtschreibung der anderen Foristen angeht. Das gibt es nämlich nicht in anderen Foren, in denen noch mehr Rechtschreibfehler „produziert“ werden als hier bei OD. Wie gesagt, in anderen Foren würden Ihnen als Reaktion auf Ihre Belehrungen deftige Beschimpfungen entgegengebracht werden.

        • Graf Ortho

          Wer wie ‚Törö‘ die Wallonen überheblich auffordert, „auch mal und wenn nur als Geste guten Willens etwas deutsch [zu] lernen“ und selber seine Muttersprache nur mangelhaft beherrscht, muss sich schon vorwerfen lassen, im Glashaus zu sitzen und mit Steinen zu werfen.

          Nur bei solchen Gelegenheiten kehre ich den „Oberlehrer“ heraus, und das werde ich auch weiterhin tun, wenn ich es für richtig halte, Ihren „deftigen Beschimpfungen“ zum Trotz. Ich lasse mir nämlich von niemandem den Mund verbieten.

          • Kolumnist

            „….wenn ich es für richtig halte, Ihren „deftigen Beschimpfungen“ zum Trotz. “

            Meinen „deftigen“ Beschimpfungen zum Trotz? Da haben Sie was missverstanden.
            Ich habe von anderen Foren geschrieben, wo Sie dann ggfls. bei Ihren Rechtschreibbelehrungen mit Beschimpfungen rechnen müssten. Das war, zumindest bisher, bei OD nicht der Fall.

        • Graf Ortho

          @ Ekel Alfred
          „Sie sollten nicht immer so pingelich sein….“

          Wenn ich das wirklich wäre, würde ich anmerken, dass es „pingelig“ und nicht „pingelich“ heißt…

          P.S. Haben Sie nicht bemerkt, dass dieses Wort beim Schreiben des Textes rot unterstrichen war? Das ist es jedenfalls bei mir jetzt. Wenn Sie das dann mit der rechten Maustaste angeklickt hätten, wäre in einem kleinen Fenster ein Korrekturvorschlag erschienen. Mit der rechten Taste anklicken und schon ist der Fehler beseitigt. Das scheint leider noch immer nicht allgemein bekannt zu sein, oder aber es ist schlicht Bequemlichkeit, dass diese Hilfe so wenig genutzt wird.

            • Graf Ortho

              Welcher Einwand? Lesen Sie bitte meinen Satz nochmal.

              „Ortho“ ist in dem Zusammenhang hier ein Eigenname. Eigentlich eine Vorsilbe aus dem Griechischen, es steht für „recht, richtig, aufrecht“, „Graf“ (früher „Graph“) leitet sich hier vom griechischen Verb „graphein“ ab, das schlicht „schreiben“ bedeutet.

              Die latein-griechische Humaniora, unter der wir damals arg gestöhnt haben, ist doch noch zu etwas nütze.

              Weiterhin viel Spass (rot unterstrichen) oder Spaß, Hauptsache, es macht uns welchen…

    • Auf dieser Seite heisst es: „Die Schüler der DG schnitten in dieser Studie außerordentlich gut ab. In der ersten Fremdsprache Französisch belegten sie jeweils den 1. bzw. 2. Platz von 5 Ländern, in denen Französisch als erste oder zweite Fremdsprache unterrichtet wird.“

      Wie oben im Bericht zu erfahren ist, kommt die CSP zu einem anderen Ergebnis. Grund genug, dem Thema mal auf dem Zahn zu fühlen.

      • Walter Keutgen

        DELF-Studien vergleichen die zeitliche Entwicklung in der DG ohne Bezug auf andere Gebiete. Sie meinen die SurveyLang-Studien der EU. Einziges richtiges Vergleichsgebiet ist Flandern, die anderen haben Französisch als zweite Fremdsprache. Es stimmt, dass die DG meistens besser ist. Sehr gut finde ich auch die Resultate Spaniens, wo Französisch zweite Fremdsprache ist. Erstaunlich gut sind die Resultate der DG-Schüler in Englisch, zweite Fremdsprache , wenngleich die Flamen da die Nase vorn haben.

        • Marc Van Houtte

          Ist doch normal was Flandern angeht. Wie die Niederlande und alle Skandinavier.
          Von klein auf sehen die im Fernsehen alles im Original mit Untertitel und nicht alles deutsch oder französisch synchronisiert.

  8. geboren 60

    durch die Autonomie der DG , was ich generell nicht negativ bewerten will , ist es dazu gekommen, dass die Schüler heutzutage doch in den Schulen meistens deutschsprachige Lehrer haben.
    Als ich mein Abitur im Jahr 78 machte, wurden ich und meine Mitschüler im kalten Wasser geschmiessen. Will damit sagen, dass die Lehrer im Athenäum Eupen fast alle aus der Wallonie kamen und demenstprechend kaum ein Wort Deutsch sprachen. Somit waren wir quasi gezwungen die französische Sprache zu erlernen. Diese Anstrengung hat sich gelohnt.
    Ich vermute, dass man aber heute den Jugendlichen diese Anstrengung nicht zumutet . Warum weiss ich nicht. Vielleicht um sie zu schonen!
    Das Unterrichtswesen hat sich geändert …. ich kann mich noch erinnern, dass in der Gesellschaft Unmut herrschte, dass die „armen Kinder “ den Unterricht nur in französischer Sprache erhielten.
    Somit hat man ja dann alles geändert.
    Das Resultat ist, dass die Erlernung der französischen Sprache dabei zu kurz gekommen ist.
    Aus meiner Sicht war das ein Fehler .

  9. In einer Schule, in der während Jahren geschmunzelt wurde, als der Schuldirektor, auch vor Publikum, französisch sprach, wundert man sich also nun, wenn die Abiturienten teilweise nur sehr schlecht, wenn überhaupt, die französische Sprache beherrschen. Das grenzt nun aber wirklich gewissermaßen schon an Komik.

  10. Graf Ortho

    @Knusper
    „In einer Schule, in der während Jahren geschmunzelt wurde, als der Schuldirektor, auch vor Publikum, französisch sprach,…

    Nur geschmunzelt? Na ja, die Deutschsprachigen sind ja sooo tolerant und unterwürfig.

    In Flandern wären bei der Rede eines Schuldirektors, der nur Französisch gesprochen hätte, aber ganz sicher Tumulte ausgebrochen, und am Tag danach wären TAK, VMO und andere aufmarschiert, und der Direktor wäre wieder einen Tag später seinen Posten los gewesen, so er ihn denn überhaupt bekommen hätte.

    In der Wallonie wäre es vielleicht etwas weniger radikal abgelaufen, aber das Resultat wäre dasselbe gewesen. Wenn nun der Direktor gar seine Rede auf Deutsch gehalten hätte, die Reaktionen kann man sich vorstellen.

    Nur den braven ‚Ostbelgiern‘ (minus Malmedy und Weismes) kann man das zumuten. Die sind sogar noch froh darüber und beklagen sich eher, wenn ihr Schuldirektor sich in ihrer Muttersprache an sie wendet.
    Diese Form von sprachlichem Masochismus dürfte ziemlich einzigartig in Europa sein. Die Katalanen wären da jedenfalls fassungslos.

    @Geboren 60
    „…wurden ich und meine Mitschüler im kalten Wasser geschmiessen.“

    „…dass die Lehrer im Athenäum Eupen fast alle aus der Wallonie kamen und demenstprechend kaum ein Wort Deutsch sprachen.“

    Anscheinend auch der Deutschlehrer…

    • Walter Keutgen

      Ich frage mich, ob die Beiträge von „geboren 60“ und „Knusper“ zu 100% der Wahrheit entsprechen.

      Bezüglich der Präfekten habe ich die Webseite der Schule besucht: https://www.kae.be/index.php/infos/81-geschichte-des-kae/253-schulleitung-der-sekundarschule. Von 1948 bis 1972 war Camille Zacharias Präfekt, ein Doktor der germanischen Philologie. Er hielt alle Reden in Deutsch und Französisch mit dem gleichen Inhalt ab. Er stammte wohl wie viele Lehrer, die bei der Gründung der Schule engagiert worden sind, aus dem Grenzgebiet zum Großherzogtum Luxemburg, wo es auch eine deutschsprachige Minderheit, allerdings im moselfränkischen Dialekt, gibt oder gab, die nie zu Preußen und Deutschland gehört hat. Von 1972 bis 1973 war Roger Graas aus derselben Gegend stammend Präfekt. Er war davor Mathematiklehrer und sprach fließend Deutsch. Er hatte Zacharias auch während dessen Krankheitsabwesenheiten vertreten. Pierre Colla war Präfekt von 1973 bis 1975 und davor Französischlehrer, der (zum Teil?) an der Sorbonne studiert haben soll und kein Deutsch konnte. Roger Oth, von 1975 bis 1984, ist mir unbekannt. Das aber 1975, mehr als zehn Jahre nach der Sprachengesetzgebung, ein rein französischsprachiger Präfekt ernannt worden sein soll, ist kaum glaubhaft, denn in Brüssel gab es für Zacharias ein gewisses Kopfschütteln, weil er die Möglichkeit, einige Kurse auf Deutsch geben zu lassen, nicht beim Schopf fasste. Ich glaube jedoch, dass er keine Lehrerkandidaten fand. Man kommt aber auch nicht darum herum, dass die Frankophonen in Bezug auf Sprachengesetzgebung und Regionalisierung eine Hinhaltetaktik verfolgten – war nicht François Perin, im Grunde seines Herzens für den Anschluss an Frankreich, Minister geworden.

      Mit dem „ins kalte Wasser geschmissen“ kann ich nichts anfangen. Diejenigen, die im Alter von 6 Jahren ins Athenäum eingeschult worden sind, haben in den Vorbereitungsklassen Fach- und Sprachunterricht in beiden Sprachen erhalten. Hut ab vor solchen Primarschullehrern! In der Sekundarschule ging alles nur noch auf Französisch außer dem nur 4 Kursstunden umfassenden Deutschkursus. Ebenso am Anfang wie am Ende der Mittelschule kamen Schüler von anderen Schulen dazu. So wie ich es sah, hatten sie in ihren Schulen genug Französisch gelernt, um mitzukommen. Was „geboren 60“ schreibt „Als ich mein Abitur im Jahr 78 machte, wurden ich und meine Mitschüler im kalten Wasser geschmiessen“ macht für mich keinen Sinn. Wäre bis in die Sekunda alles auf Deutsch gemacht worden und dann das letzte Jahr alles auf Französisch? Sind einzelne Schüler, die in einer deutschsprachigen Schule waren, zum letzten Jahr ans KAE gekommen? Jedenfalls fürchte ich, dass so ein Sprung ins kalte Wasser nur einen Herzinfarkt gebracht hat.

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