Letzte Woche fand in den Räumlichkeiten der PFF in Eupen ein Kolloquium zum Thema „Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in der DG“ statt. Neben einer kurzen Ansprache von Gastgeber und Ex-Minister Bernd Gentges, Präsident von LIFE, stand ein Referat von Elfriede Lenz, Inspektorin und Sachbearbeiterin für Arbeitserlaubnis für ausländische Arbeitnehmer im Ministerium der DG, im Mittelpunkt.
Auch in der DG machen sich die Auswirkungen von Migrationsströmen zunehmend bemerkbar. Allerdings sind für alle Einwanderer die Voraussetzungen und Verfahren zum Erhalt einer Arbeitserlaubnis vielschichtig und hängen von zahlreichen Faktoren ab.
„Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema setzt die Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen voraus, die die Erteilung von Arbeitserlaubnissen regeln“, hieß es in der Einladung zu dem Vortragsabend.
„Vorab möchte ich sagen, dass Migration langfristig gesehen sehr positiv für uns ist“, sagte Bernd Gentges: „Einige große Ideen hätten sonst keine Beachtung gefunden.“ Außerdem betonte er, dass hiesige Betriebe mit der Arbeit ihrer ausländischen Fachkräfte mehr als zufrieden seien: „Migration hat es immer gegeben und wird es immer geben. Sie schafft nicht nur Probleme, sie bietet auch Chancen.“
Wer fällt in die Kategorie „Ausländer“?
Der Begriff „Ausländer“ müsse in der Thematik allerdings genau definiert werden, begann Elfriede Lenz ihren Vortrag. So betreffe die Problematik hauptsächlich Bürger aus einem NICHT-EWR-Land (EWR steht für Europäischen Wirtschaftsraum, EU plus Norwegen, Island und Liechtenstein). Asylbewerber fallen in der Regel ebenfalls in diese Kategorie, allerdings sei es ein verbreiteter Irrglaube, die beiden Begriffe gleichzusetzen.
Für die neuesten EU-Mitgliedsstaaten (Bulgarien, Rumänien und Kroatien) sieht das belgische Recht vereinfachte und abgewandelte Verfahren vor, die in der Übergangszeit greifen sollen.
Insgesamt gibt es je nach Herkunft, Berufsstand und Arbeitsmarktsituation mehrere Möglichkeiten, eine Arbeitserlaubnis in Belgien zu beantragen und ausgestellt zu bekommen. Die genauen Bedingungen und Maßnahmen sind in sämtlichen möglichen Fällen allerdings so zahlreich und komplex, dass es ohne genaue Erklärung und ausreichend Hilfe selbst für einen Muttersprachler beinahe unmöglich ist, die Gesamtheit der Bestimmungen zu erfassen.
Und trotz diverser Dienste ist es für ausländische Mitbürger und Asylbewerber ebenso schwierig zu begreifen, wann, ob und wie sie nun arbeiten dürfen oder nicht.
Schwierig wird es für Betriebe, die ausländische Arbeitskräfte in Bereichen einstellen wollen, in denen kein Arbeitskräftemangel herrscht. Denn sie sind dazu verpflichtet, sich auf dem gesamten EU-Arbeitsmarkt nach einer geeigneten Kraft umzuschauen und gegebenenfalls vom Arbeitsamt eine Arbeitsmarktanalyse durchführen zu lassen, ehe einem Nicht-EWR-Bürger eine Arbeitserlaubnis ausgestellt wird.
Dabei sei gesagt, dass eine Arbeitserlaubnis immer nur in dem Land gültig ist, in dem sie beantragt wurde. Für eine Arbeitsstelle im Ausland muss das gesamte Prozedere wiederholt werden.
Diskussion über Lohndifferenzen
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Karte des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). In Blau die EU-Staaten, in Grün die EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein. Grafik: Wikipedia
Zu einer lebhaften Diskussion kam es wegen der Lohndifferenzen zwischen hiesigen und ausländischen Dienstleistungsunternehmen. Zwar müssen Arbeitskräfte dieser Unternehmen nach belgischem Recht entlohnt werden, aber die Sozialabgaben werden im Land des Firmensitzes entrichtet. Folglich ist trotz gleichen Nettolohns der Bruttolohn bei ausländischen Dienstleistern niedriger, was günstigere Arbeit ermöglicht und zu Wettbewerbsverzerrungen geführt hat.
Besonders schwierig sind die Fälle von Jugendlichen, die von Sekundarschulen diplomiert sind, deren Eltern allerdings trotz eines negativ beantworteten Asylantrags widerrechtlich in Belgien geblieben sind. Denn trotz gültigem Schulabschluss besitzen diese nicht automatisch eine Arbeitserlaubnis und sind wegen dieser „Erbschuld“ in vielen Fällen zur Beschäftigungslosigkeit verdammt.
Kurzum, die Suche nach einer Arbeitsstelle gestaltet sich in der Regel schwieriger, als mancher Mitbürger vermuten könnte.
JANNIS MATTAR
Für mehr Details in dieser ebenso sensiblen wie komplexen Materie siehe anbei die Powerpoint-Vorlage der Referentin Elfriede Lenz:
Referat „Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer“
Siehe dazu auch Artikel „In der DG ist jeder Fünfte Ausländer, aber die meisten davon sind Deutsche“
…kann man auch Mal ein Bild einer amerikanischen Familie mit der Bildunterschrift: „Eine ausländische Familie“ benutzen? Das hier wurde doch schon recycled, oder?
So passt das Bild aber besser zu der hier vorherrschenden Stammtischmentalität.
*Satire an*
Wie heißt „Looking for a job“ eigentlich auf Deutsch …oder sogar auf Platt?
*Satire aus*
Öppe „still doing a good job, Mr Cremer and Mr Mattar“ Alaaf
1 Mann 3 Frauen ;-)
Besser der als die mit den 72.
„Besonders schwierig sind die Fälle von Jugendlichen, die von Sekundarschulen diplomiert sind, deren Eltern allerdings trotz eines negativ beantworteten Asylantrags widerrechtlich in Belgien geblieben sind.“
Von wieviel Illegalen reden wir denn hier. Dies würde sicher einige interessieren.
Ich finde wenn der Sohn volljährig ist müsste er in Belgien bleiben und arbeiten können. Wieder Mal ein gutes Beispiel dafür dass die Asylprozeduren zu lang sind. Zudem müsste mehr darauf geachtet werden dass Leute die keinen positiven Asylentscheid erhalten auch tatsächlich das Land verlassen. Anders rum müssten alle Ayl Antragsteller die einen positiven Entscheid erhalten uneingeschränkt Zugang zum Arbeitsmarkt haben.
„Anders rum müssten alle Ayl Antragsteller die einen positiven Entscheid erhalten uneingeschränkt Zugang zum Arbeitsmarkt haben.“
Ich glaub, das ist auch so geregelt. Würden Sie, als Arbeitgeber, den unerfahrenen jungen Menschen einstellen, der womöglich noch Verständigungsprobleme in der/den Landessprache(n) hat und/oder eine andere Mentalität hat und sich nur schwer in die bestehende Equipe integrieren kann? Wenn der natürlich etwas kann, was ein anderer nicht kann, dann gut. Aber glauben Sie, dass das die Regel ist?
„Für die neuesten EU-Mitgliedsstaaten (Bulgarien, Rumänien und Kroatien) sieht das belgische Recht vereinfachte und abgewandelte Verfahren vor, die in der Übergangszeit greifen sollen.“
Wenn man diese Wirtschaftsflüchtlinge aus den östlichen Ländern (abgesehen von den wirklichen Asylsuchenden) bei ihrer Arbeitssuche vorn und hinten unterstützt und die eigenen Leute müssen sich selbst durchboxen, dann öffnet man dem Fremdenhass Tür und Tor. Ich frage mich oft, was diese Politiker sich dabei denken. Warum werden die eigenen Leute schlechter behandelt als jeder x-beliebige Zuwanderer. Ich denke, dahinter stecken mal wieder die gut besoldeten Gutmenschen der EU.
Ich habe bereits mit Italiänern (die Kinder der Einwanderer, die in unseren Kohlebergwerken arbeiteten), Polen, Moldawen, Rumänen, Russen und Kongolesen und jetzt Spaniern (wegen der Wirtschaftskriese) gearbeitet. Alle waren/sind mir, als Arbeitskollegen, willkommen und geschätzt und ich habe von manchem noch was gelernt. Aber ich musste oft (nicht immer) härter arbeiten als diese Zuwandere, bei gleichen Arbeitsbedingungen! Es war für mich auch sehr viel schwerer überhaupt diese Arbeit zu bekommen als für gewisse Zuwanderer, weil diese damals schon Sonderbedingungen gemacht bekamen! Die Italiäner (die Kinder der ehemaligen Einwanderer) sagen mir sogar, dass sie es nicht für richtig fänden das heute so viel Soderregeln gemacht würden. Wer zuwandert muss sich anpassen und nicht umgekehrt! Es ist für alle schwer sich einen Platz in der Gesellschaft zu erarbeiten und ich verstehe nicht warum man Zuwanderern „Geschenke“ machen sollte die man den hiesigen Leuten nicht macht.
Italiänern ???? Oder meinten sie Italiener, das sind die,die Spaghetti und die Pizza bei uns eingeführt haben.
Italiäner oder Italiener. Ist doch „wurscht“.
Wie sagte doch mal ein bekannter Fußballer:
“ Ob Barcelona oder Madrid, Hauptsache Italien !“ Und weiter sagte er : “ Das ist wichtig, alles andere ist prioritär!
Das mit den Sonderbedingungen etwa für die „Italiäner“ verstehe ich nicht so recht.
Worum geht es da konkret?
Ich kenne mehrere „italiänische“ Familien. Deren Väter sind aus den sonnigen, aber armen Gegenden „Italiäns“ eingewandert und haben in den Lütticher Kohlengruben hart gearbeitet. Ihnen wurde wirklich nichts geschenkt. Im Gegenteil.
Die 2. Generation, als Kinder nach hier gekommen oder hier geboren, hat ebenfalls keinerlei Geschenke bekommen. Und dass sie einen leichteren Job als „belgische“ Arbeiter gehabt hätten, kann ich nicht feststellen.
Also?
Die Italiener haben damals KEINE Sonderbedingungen bekommen, das wollte ich sagen. Die haben gearbeitet, sich angepasst und sind jetzt stolz darauf in Belgien zu arbeiten. Jetzt aber hilft man den Zuwanderern mehr als den hiesigen Arbeitssuchenden. Es wird verlangt, dass sich das Umfeld anpasst …
…und dennoch sind gerade „Italiäner“ das schlechteste Beilspiel für gelungene Integration.
http://www.zeit.de/2008/07/B-Italiener-Integration-Kasten
Ich habe in Belgien das Gegenteil festgestellt.
Prima! Leider kannte ich keine entsprechende Information über Italiener in Belgien.
Wenn wir davon ausgehen, dass es keinen Unterschied bei den Italienern gibt, die nach B oder D gehen… Haben Sie eine Idee warum es in Belgien besser funktionniert hat?
Vielleicht ist’s wegen der romanischen Sprache für die Italiener in Belgien einfacher. (Sorry, Ihr lieben Flamen und DGler)
Gutes Argument, Karlh1berens.
Gilt aber auch für Spanien.
Ich weiss nicht, ob die Lösung unbedingt kompliziert sein muss, aber irgend etwas scheint, wenn Altweltenaffe recht hat, in Belgien anders zu sein.
Kann es die Einstellung der Belgier an sich sein?
Der Belgier (mit Ausnahmen) tickt anders. Und das ist gut so.
Sehr gut kommentiert,danke!
Unsere gut Besoldeten Volksvertreter sollten aber mit gutem Beispiel vorangehen und einerrumänische Romafamilie zuhause aufnehmen. Ein wahrer Akt der Nächstenliebe und ich denke mir das dann das Asylverfahren Recht schnell bearbeitet würde.
@es reicht, „ich finde, wenn der Sohn volljährig ist, müsste er in Belgien bleiben und arbeiten können“ Und die Tochter darf dann abgeschoben werden, oder?
Die Töchter sind doch längst schon durch die Familienclans verheiratet oder zumindest schon versprochen?
@es reicht, Sie verallgemeinern charmant, was die Töchter von ausländischen Familien angeht, denn: Sie wissen genauso wie ich, dass dies nicht immer der Fall ist, dass diese schon vorab „verheiratet bzw. versprochen“ werden, Gott sei Dank übrigens! Persönlich sind mir schon Fälle bekannt, die sich relativ gut unserer Kultur angepasst haben, mit Ausnahme von Schweinefleisch essen.
Schweinefleischessen gehört zur belgischen Kultur?! Was Sie wieder für einen Unsinn verbreiten!
Jetzt wird mir klar, worauf sich ihr Name bezieht, nixverstehen.
Sie haben es auf den Punkt gebracht! Ihr Post ist ein echter Lichtblick.
Öppe „reibt jetzt den Kaffee wieder vom Bildschirm“ Alaaf
@nixverstehen, seit wann essen denn Belgier kein Schweinefleisch mehr? Könnte ja auch sein, dass Sie „nixverstehen“ wollen, oder?
Die Entourage von Nixverstehen besteht aus Lammfleischessern. Zumindest tut er so.
Frau Kerstges,
Sie schrieben sinngemäß : Der Verzehr von Schweinefleisch gehört zur belgischen Kultur.
Das „Praktizieren “ dieser Kultur ist aber für Belgier, welche in Belgien eine Haftstrafe verbüßen,scheinbar nicht möglich. Siehe nachstehenden Auszug aus einem Grenz-Echo-Artikel:
“ Im Gefängnis von Forest (wo 80% der Häftlinge Muslime sind) wird beispielsweise generell einfach kein Schweinefleisch mehr serviert, um den Speiseplan nicht unnötig zu verkomplizieren.“
Sehen Sie, solche Maßnahmen haben Vorrang vor“ kulturellen Angelegenheiten“,
wie etwa der Verzehr von Schweinefleisch,
durch eine geringe Anzahl Belgier (20%), , die in ihrer Lebensweise eingeschränkt sind.
…also für mich ist Muscheln mit Fritten, Vol au vent, Waterzooi,etc. eindeutig kein schweinefleisch.
Im Gegensatz zu den preussischen Wurstliebhabern isst man in der Tat mehr Fisch in Belgien. Bis auf ein paar Rezepte mit Schinken oder Speck hält sich der Schweinefleischkonsum in Grenzen.
…aber ich habe mich dann auch gefragt, was Schweinefleischessen mit Kultur zu tun hat ;)
Öppe „wieder mal nixverstehen hier“ Alaaf
..wieder mal ein gehässiges Klima hier. Unglaublich höflich!
Das frag ich mich auch manchmal. Ekelhaft, wie manche Leute anderen ihre Lebensart aufzwingen wollen. Das hat mit Integration nichts mehr zu tun.
was ich nicht ganz verstehe….
die Arbeitslosenzahl ist noch immer sehr hoch, aber trotzdem fehlen Arbeitskräfte (auch für unqualifizierte Berufe)
Dann wird es wohl so sein, dass die unqualifizierten Arbeitskräfte an unqualifizierter, anstrengender Arbeit nicht interessiert sind, …Vater Staat ernährt sie ja auch so !
noch schlimmer – nicht der Vater Staat ernährt sie, sondern die Leute, die arbeiten.
Richtig! Aber nur die die Arbeiten und Steuern zahlen!! Frauen haben bei den beschriebenen Volksgruppen null Rechte, wie wäre es mit etwas Aufklärung bei den betroffenen Familienclans…ist die Frage wer sich das traut??