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„Weltknuddeltag“: In Zeiten von Corona sehnen sich die Menschen nach Umarmungen – Wichtig für Leib und Seele

Werden wir umarmt, schüttet der Körper zudem Botenstoffe aus, die im Volksmund als „Glückshormone“ bezeichnet werden. Foto: Pixabay

In Zeiten von Kontakt-Sperren und Abstands-Regeln wächst die Sehnsucht nach Nähe, nach Körperkontakt, nach Umarmungen. Der „Weltknuddeltag“ am 21. Januar steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von Corona.

Im dunklen Corona-Winter ist ausgerechnet das einfachste Heilmittel gegen Angst und Stress für viele Menschen besonders schwer zu bekommen: eine feste Umarmung. Glücklich sind jene, die den „Weltknuddeltag“ (Englisch: National Hugging Day) am 21. Januar ohne Distanzgebote begehen können.

Forschungen bestätigen: Umarmungen können helfen, vor Krankheiten zu schützen. Wer in dem Arm genommen wird, fühlt im besten Fall Vertrauen, Zuneigung, Sicherheit und Trost – das ist gut für die Psyche, und damit auch für das körperliche Wohlbefinden.

Ein Kind umarmt einen Hund. An der Hochschule im schwedischen Skövde wurden positive Effekte beim Kuscheln mit Hunden festgestellt. Foto: Vadim Ghirda/AP/dpa

Werden wir umarmt, schüttet der Körper zudem Botenstoffe aus, die im Volksmund als „Glückshormone“ bezeichnet werden. Oxytocin etwa entfaltet eine beruhigende Wirkung, hilft beim Stressabbau und stärkt zwischenmenschliche Bindungen.

Jeder Mensch hat sein eigenes Empfinden, wie nah er andere gerne an sich heranlässt. Wissenschaftler haben aber auch objektive Faktoren gesucht, die Hinweise auf die ideale Umarmung geben könnten. So wiesen Forscher der japanischen Toho-Universität durch Überwachung der Herzfrequenz von Neugeborenen nach, dass die Umarmung eines Elternteils mit „mittlerem Druck“ am besten beruhigt – und zwar sowohl die Babys wie die Eltern. Länger als 20 Sekunden dauerte die Knuddelei in den japanischen Familien nicht, berichteten die Forscher. Dann würden die Kinder unruhig.

Menschen haben sich schon in der Jungsteinzeit umarmt

Umarmungen müssen nicht lang sein. Durchschnittlich 3,17 Sekunden haben Wissenschaftler der schottischen Universität Dundee registriert, als sie während der Olympischen Sommerspiele 2008 spontane Umarmungen zwischen Athleten und ihren Trainern, Konkurrenten und Unterstützern unter die Lupe nahmen. Die Ergebnisse seien dabei weder durch die Nationalität der beiden Umarmer beeinflusst worden noch durch ihre Identität als Männer oder Frauen.

Ein Neurologe gibt Menschen, die alleine leben und keinen festen Partner für gesundheitsfördernde Umarmungen haben, den Tipp, einen Baum zu umarmen. Foto: Pixabay

Der Bochumer Biopsychologe Sebastian Ocklenburg weist darauf hin, dass sich Menschen nachweisbar schon in der Jungsteinzeit umarmt haben – Beleg dafür sei der Grabfund von Valdaro. In dem Örtchen nahe Mantua wurden 2007 die Überreste zweier Menschen entdeckt, die vor mindestens 5000 Jahren einander zugewandt und in einer engen Umarmung begraben worden waren.

Gemeinsam mit Kollegen hat Ocklenburg untersucht, ob der emotionale Kontext einer Umarmung ihre Ausführung beeinflusst. Aus der Beobachtung hunderter Begegnungen an den Ankunfts- und Abfluggates eines Flughafens schlossen sie: Wenn Gefühle im Spiel sind, nimmt man das Gegenüber eher in den linken Arm. „Die linke Körperhälfte wird von der rechten Gehirnhälfte gesteuert – die stark an der Verarbeitung von positiven und negativen Emotionen beteiligt ist“, schreibt der Wissenschaftler dazu.

Millionen Menschen leben allein – was nicht automatisch heißt, dass sie keinen festen Partner für die gesundheitsfördernden Umarmungen haben. Wer tatsächlich auf sich gestellt ist, kann andere Wege zu mehr Wohlbefinden suchen: An der Hochschule im schwedischen Skövde wurden etwa positive Effekte beim Kuscheln mit Hunden festgestellt. Auch langsames, genussvolles Essen kann den Oxytocin-Ausstoß erhöhen, meinen schwedische Forscher.

Der Bremer Neurologe Sebastian von Berg gibt noch den Tipp: einen Baum umarmen. „Das klingt jetzt witzig, aber wenn man das mal gemacht hat, dann merkt man: Das macht ein gutes Gefühl, das fühlt sich groß und stark an“, sagte er Radio Bremen. (dpa)

Weitere Infos zum „Weltknuddeltag“ unter www.weltknuddeltag.de

17 Antworten auf “„Weltknuddeltag“: In Zeiten von Corona sehnen sich die Menschen nach Umarmungen – Wichtig für Leib und Seele”

  1. Ohweh ohweh

    Hab 24 Std auf 24 Std 7 Tage die Woche permanenten kuschel und knuffelkontakt und das war auch schon weit vor diesem Virus so, also nen extra Tag dafür ist unnötig und dabei bin ich auch noch alleinstehend, Single, solo und vermisse nichts ausser vllt mal ein tiefsinniges / tiefgründiges Gespräch.

    • Bin ja auch der Meinung, daß das Schwachsinn ist, weil inszeniert – nicht die Tatsache, daß „Kontakt“ an sich gut ist.
      Aber, verraten Sie uns doch bitte mal wie Sie „Hab 24 Std auf 24 Std 7 Tage die Woche permanenten kuschel und knuffelkontakt und das war auch schon weit vor diesem Virus so“ schaffen, wenn „bin ich auch noch alleinstehend, Single, solo“?
      Wie, „vermisse nichts ausser vllt mal ein tiefsinniges / tiefgründiges Gespräch“? Sie reden nioch nicht mit sich selber? Oweia…

      • Ohweh ohweh

        So wie es da steht, so ist es…. Schaffen Sie sich doch bitte 3 Hunde verschiedenen Alters und Rasse an und los geht’s mit dem knuffeln und kuscheln rund um die Uhr. Ist echt empfehlenswert.

  2. Joseph Meyer

    Wenn die Menschen sich gegenseitig schon vor 5000 Jahren eng umschlungen haben begraben lassen, und also schon damals das gleiche Bedürfnis wie wir heute empfanden, dann besagt allein dieser Blick in die Vergangenheit, dass Umarmungen und Berührungen zwischen Menschen gut sind für Körper, Seele und Geist. In unserer modernen Gesellschaft werden die positiven Effekte von Umarmungen, von Küssen und Berührungen zwischen Menschen dann in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen: Ausschütten von Glückshormonen, Senkung der Stresshormone, Entspannung von Atmung, Herz- und Kreislauf, Stärkung der Widerstandskraft gegen Krankheitserreger, Verminderung der Aggressionen, usw.
    Man fragt sich deshalb, warum unsere Regierungen dann noch immer als Maßnahmen bei der „Bekämpfung“ des Corona-Virus gerade diese persönlichen Kontakte unterbinden – Gesichtsmasken, Abstandhalten, Versammlungsverbot, Besuchsverbot, Verbot von gemeinsamen sportlichen und musikalischen Aktivitäten, usw. – vor dem Hintergrund, dass Personen ohne Vorerkrankungen durch dieses Coronavirus und die Covid-19 Erkrankung nicht außergewöhnlich gefährdet sind und ganz besonders von einer gestärkten Immunabwehr profitieren! Genau das fordern inzwischen sehr viele Initiativen von Ärzten: Besondere Schutzmaßnahmen für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen, ja, aber ansonsten normale Kontakte und Tätigkeiten für die Gesamtbevölkerung, Abschaffen der Gesichtsmasken und aller Kontaktbeschränkungen für gesunde Personen in der Gesellschaft! Als jüngste Initiative vom 09.Januar 2021 fordert das eine Gruppe von über 30.000 Ärzten und über 30.000 Beschäftigten im Gesundheitswesen in Frankreich. (*)
    Nun kommt außerdem eine Autorengruppe um den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Sachverständigenrates Gesundheit Prof. Dr. med. Matthias Schrappe zu dem Ergebnis, dass »die Lockdown-Politik gerade für die vulnerablen Gruppen wirkungslos ist! In einem Thesenpapier vom 10. Januar 2021 schreiben sie im Klartext: »Die Folgen der bisherigen Politik treffen vor allem die älteren Menschen, die wegen des Ausbleibens gezielter Präventionsmaßnahmen die Hauptlast von Morbidität und Mortalität zu tragen haben. Allein die Pflegeheimbewohner machen ein knappes Drittel aller Sterbefälle in Deutschland aus, 88 Prozent aller Todesfälle treten bei Personen über 70 Jahre auf. Die Prognose jüngerer Infizierter ist dagegen sehr günstig (z.B. Sterblichkeit weit unterhalb einer Promille).
    Da stellt sich tatsächlich als Nächstes auch die Frage: Wie notwendig ist dann überhaupt ein experimenteller, potentiell hochgefährlicher weil zeitlich ungenügend lange erprobter Impfstoff gegen dieses von den Gesamtzahlen her eher schwaches Coronavirus?!
    (*) https://www.youtube.com/watch?v=uwXVAr8lHLQ

    • Gewiss, Herr Meyer, aber wenn es nur dazu dient dabei ein „Selfie“, bzw. ein „Twotie“ (?) zu machen, wenn es darum geht einen natürlichen Akt zu inszenieren, dann ist das alles für die Tonne.

    • hallo Kaputt

      Kaputt; wow ,wo haben sie diesen Wortschatz gefunden . Verstehen sie eigentlich selber was sie da geschrieben haben. Außerdem heist das neusprachlichen Konzeptualisierung und nicht neusprechlichen Konzeptualisierung. Die Erklärung finden sie unter wikipedia.tz tz

      • Ich verstehe schon was ich schreibe, Sie anscheinend nicht. Woran mag das liegen? An Ihrer mangelnden Intelligenz? Was ist da nicht zu verstehen? Schauen Sie doch bei Wiki nach, ich bin sicher, daß die Begriffe (Sie wissen was ein Begriff ist? Bin mir nicht sicher, da Sie anscheinend nicht verstehen was ein Konzept ist)) „Neusprech“, „Konzeptualisierung“ und „Dekadenz“ dort erläutert werden.

  3. Knuddel oder Fummel...

    Ob Knuddel- oder Fummeltag… Erst müssen die dummen Säugetiere, die sich Menschen nennen, entwöhnt werden vom genetischen Unterprogramm des Herden/Fortpflanzungs-triebes… Danach kommt die politisch/wirtschaftliche Meldepflicht/Erlaubnisspflicht, und dann kann abgezockt werden ! Wer dann Knuddeln will, wird zahlen müssen begründet mit dem Argument dass die Allgemeinheit aus angeblichem Gesundheitsgrund ein Recht auf Einmischung in die Privatsphäre hätte … eine Hundemarke ins Ohr geshippt, so wird sich dann 5G auch rentabilisieren !

    • George Huxley

      Genau, steht alles S auf W bei Huxley und Orwell. Damals, in den 40ern, war es nur dystopische Theorie, nun ist es die verschwörerische Realität.
      Und Burgess (Uhrwerk Orange) kommt auch noch dazu.

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