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Vor 30 Jahren „Exxon Valdez“-Ölpest: Eine der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA

28.03.1989, USA, Prinz-William-Sund: Arbeiter reinigen Steine vom Öl an einem Küstenabschnitt, nachdem aus dem Tanker „Exxon Valdez“ im Prinz-William-Sund vor der Küste Alaskas Tausende Tonnen von Öl ausgetreten waren. Foto: US Coast Guard/epa/dpa

Es war die bis dahin schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA: Vor 30 Jahren lief der Tanker «Exxon Valdez» vor Alaska auf ein Riff und schlug leck. Rund 40 000 Tonnen Öl verseuchten die Küste – noch heute gibt es Spuren.

Auf den ersten Blick wirkt alles wie früher: Leuchtend weiße Eisberge schwimmen im dunkelblauen Meer, in den Wellen lassen sich Seeotter treiben. Aber hinter der scheinbaren Idylle des Prinz-William-Sund vor der Küste Alaskas verbergen sich immer noch Spuren einer der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA.

An diesem Sonntag (24. März) vor genau 30 Jahren rammte der US-Tanker „Exxon Valdez“ dort das Bligh-Riff und schlug leck. Rund 40.000 Tonnen Rohöl liefen aus und verseuchten einen rund 2.400 Kilometer langen Küstenstreifen.

01.04.1989, USA, Prinz-William-Sund: Ein Helfer hält einen Seevogel, dessen Gefieder durch die von der „Exxon Valdez“ verursachte Ölpest in Alaska mit Öl verklebt wurde. Es war die bis dahin schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Foto: DB/dpa

Von dem Öl des Frachters „Grande America“, der vor wenigen Tagen vor der französischen Atlantikküste gesunken ist, erwarten Experten dagegen weniger schlimme Auswirkungen. Er enthielt nach Medienangaben rund 2.200 Tonnen Schweröl und hatte Container und Fahrzeuge transportiert.

Die französische Küste könnte zumindest in den nächsten Tagen von einer Ölpest verschont bleiben, hatte die zuständige Seepräfektur Anfang der Woche mitgeteilt. Weil sich das Wetter verbessert habe, hätten die Einsatzkräfte viel effektiver arbeiten können.

Am 24. März 1989 ist es kurz nach Mitternacht, als der mit 163.000 Tonnen Rohöl aus der Trans-Alaska-Pipeline beladene Tanker auf dem Weg nach Kalifornien bei ruhiger See auf das Riff läuft. Der Kapitän schläft, er hat einem weniger erfahrenen Offizier das Kommando überlassen.

Die Gegend ist schwer zugänglich, nur per Flugzeug, Hubschrauber oder Schiff erreichbar, darum gestaltet sich der Noteinsatz schwierig. Die Folgen des Unglücks sind dramatisch: Die Fischerei kommt zeitweise zum Erliegen. Viele Familien, ganze Orte stehen vor dem Ruin. Der Ölkonzern Exxon wird mit Klagen überzogen und muss schließlich Milliarden für Säuberungen, Schadenersatz und Geldbußen zahlen.

Viele neue Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen werden danach eingeführt: In der Gegend sind nur noch doppelwandige Öltanker zugelassen, zudem müssen die Schiffe von mehreren Schleppern begleitet werden. Das Bligh-Riff ist mit einem Warnlicht markiert.

Die Folgen der Ölpest sind bis heute spürbar

Besonders dramatisch – und bis heute spürbar – sind die Folgen für die Natur im Prinz-William-Sund, vor dem Unglück eines der unberührtesten und artenreichsten Ökosysteme der USA. Rund 250.000 Seevögel und tausende weitere Tiere sterben an den Folgen der Ölpest, darunter Seeotter, Robben, Grauwale und Pazifische Heringe.

28.03.1989, USA, Prinz-William-Sund: Arbeiter reinigen Steine vom Öl an einem Küstenabschnitt, nachdem aus dem Tanker „Exxon Valdez“ im Prinz-William-Sund vor der Küste Alaskas Tausende Tonnen von Öl ausgetreten waren. Foto: US Coast Guard/dpa

Die Auswirkungen der Giftstoffe machen sich bis heute bemerkbar: Vor allem in den Sedimenten der Uferzonen lagern Rohölreste, Forscher untersuchen die Gegend nach wie vor intensiv.

„Ein wichtiger Faktor ist das verbleibende Öl“, sagte der Wissenschaftler Jeffrey Short, der im Auftrag der US-Regierung die Untersuchungen nach dem Unglück leitete, kürzlich dem Lokalsender KTUU. „Wir haben herausgefunden, dass das Öl an den Küsten viel länger blieb als irgendwer vermutet hatte. Deswegen gab es langanhaltende Auswirkungen, denn die Tiere wurden dem immer wieder ausgesetzt.“

Einige Bestände wie die der Seeotter haben sich weitgehend erholt. Andere wie die Pazifischer Heringe, Lachse und Orcas noch nicht. „Die Erholung von Arten, die sehr sensibel in Hinblick auf die Langzeiteffekte von Ölverschmutzungen sind, kann Jahrzehnte dauern“, sagt Forscherin Brenda Ballachey, die vor rund fünf Jahren eine Bestandsaufnahme im Prinz-William-Sund gemacht hat.

Das „Exxon Valdez“-Unglück schockierte Menschen weltweit und brannte sich ins Gedächtnis ein – wurde aber schon einige Jahre später von einer anderen Öl-Katastrophe übertroffen: 2010 explodiert die Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Fünf Monate lang sprudeln insgesamt rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer – ein Vielfaches der bei der „Exxon Valdez“ ausgelaufenen Menge. (dpa)

6 Antworten auf “Vor 30 Jahren „Exxon Valdez“-Ölpest: Eine der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA”

    • Herr Müller – Dummkopf – nein die Welt ist nicht untergegangen. Aber ein großer Teil der Nahrungskette. Sie haben sicher noch jeden Tag genug zu Essen . Ich würde wetten, daß sie einen dicken Bauch haben und pensioniert sind. Und sie werden kein Bestandteil unserer Erde bleiben . Haben sie auch Nachkommen ????????

      • @ as53

        Ich kann Ihre Empörung verstehen, aber Beleidigungen bringen da nichts. Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Einschätzung der Lage, aber verbohrte Menschen gab es schon immer. Peter Müller ist kein Einzelfall.

        @ Peter Müller

        Wenn Sie in der Schule waren, wovon ich ausgehe, haben Sie doch sicher gelernt, wie schädlich auch nur ein Tropfen Öl für sauberes Wasser ist.
        Ja, Sie haben Recht, Öl ist natürlicher Bestandteil der Erde. Plutonium und Uran auch. Trotzdem würden Sie sich doch keine Kiste davon in Ihre Küche und ins Wohnzimmer stellen, oder?

    • Ihr versteht alle den Müller nicht. Er möchte einfach anders sein. Nicht immer nach dem Mainstream gehen, sondern hier einfach mal gerne auf die Kacke hauen. Seine Kommentare zu jedem Thema sind eben anders, darüber sollte man sich nicht aufregen, sondern sich über Meinungsvielfalt freuen. Müller hat viel Sinn für Humor und Ironie, da muss man einfach mal mit lachen und gönnen können. Drücken wir bei Müller einfach beide Augen zu und erfreuen uns darüber, dass auch Menschen bei OD zu Wort kommen, die intellektuell eben nicht ganz so stark sind, diese Schwäche aber durch durchtriebenen Wortwitz und Fremdschäm-Charme wegmachen. Ach, was wäre OD nur ohne Müller und seine Kumpels

  1. abendland

    @achgott
    plutonium ist KEIN bestandteil unserer alltaeglichen umgebung. in der natur gibt es auf 100 milliarden uran-atome vielleicht ein einziges plutonium-atom. diese plutonium-atome entstanden dadurch, dass freifliegende neutronen (kernspaltungsprozesse) oder heliumkerne (alphastrahlung) ein uranatom aus lauter zufall traffen. plutonium ist das wohl seltenste in unserem sonnensystem vorkommende element ueberhaupt. das plutonium, dass den menschen gefaehrlich werden kann, ist ausschliesslich ein produkt menschlicher aktivitaet.
    @peter mueller
    schon paracelsus meinte „gift? alles ist gift! nur auf die dosis kommt es an.“
    bei der exxon-valdez-katastrophe war wohl ein bisschen viel oel an die kueste alaskas im spiel, oder was meinen sie?

  2. Peter Müller

    Da gebe ich Ihnen Recht. Ich würde mir auch wünschen ,dass solche Katastrophen nicht passieren würden. Aber es sind schon so viele Katastrophen seit bestehen der Erde passiert, und es werden noch mehr kommen. Bis heute hat die Natur immer noch alles geregelt. über die lustigen Antworten kann ich mich nur amüsieren.

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