Die Ratingagentur Moody’s stuft die Kreditwürdigkeit Belgiens herunter, von bisher Aa3 nach A1. Es ist das erste Mal in 15 Jahren, dass sich Moody’s dazu entscheidet. Zur Begründung werden Sorgen um das Wirtschaftswachstum an, die Verschlechterung der steuerlichen Situation und die Zunahme der Staatsschuld angeführt.
Die Herabstufung der belgischen Kreditwürdigkeit durch Moody’s von Aa3 auf A1 markiert tatsächlich einen bemerkenswerten Einschnitt, da eine solche Maßnahme zuletzt vor rund 15 Jahren erfolgt ist. Auch wenn beide Ratings weiterhin im Bereich der sogenannten „oberen Mittelklasse“ liegen und Belgien damit als kreditwürdig gilt, signalisiert die Abstufung doch eine gestiegene Risikoeinschätzung seitens der Agentur. Durch die Herabstufung wird der Staat künftig zu schlechteren Konditionen Geld leihen können.
Im Zentrum der Begründung stehen mehrere strukturelle Herausforderungen. Zum einen verweist Moody’s auf ein vergleichsweise schwaches Wirtschaftswachstum in Belgien. Die belgische Wirtschaft ist stark von externen Entwicklungen abhängig, insbesondere vom europäischen und globalen Handel. In einem Umfeld gedämpfter Konjunktur – etwa durch geopolitische Spannungen oder eine schwächelnde Industrie in wichtigen Partnerländern – fällt es Belgien schwer, dynamisch zu wachsen.

19.12.2025, Belgien, Brüssel: Der belgische Premierminister Bart De Wever spricht während einer Pressekonferenz anlässlich des EU-Gipfels in Brüssel. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Hinzu kommt die angespannte Haushaltslage. Moody’s sieht eine kontinuierliche Verschlechterung der öffentlichen Finanzen, was sich in steigenden Defiziten widerspiegelt. Die Staatsausgaben – etwa für Sozialleistungen, Pensionen und den öffentlichen Dienst – wachsen seit Jahren schneller als die Einnahmen. Politisch ist es zudem schwierig, tiefgreifende Reformen durchzusetzen, da das Land komplexe föderale Strukturen und häufig fragile Regierungskoalitionen hat.
Ein besonders gewichtiger Faktor ist die hohe und weiter steigende Staatsverschuldung. Belgien gehört innerhalb der Eurozone bereits zu den Ländern mit einem relativ hohen Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Moody’s erwartet, dass diese Quote in den kommenden Jahren weiter zunimmt, was die finanzielle Flexibilität des Staates einschränkt – insbesondere in Krisenzeiten oder bei steigenden Zinsen.
Die Herabstufung bedeutet nicht unmittelbar eine Krise, kann aber konkrete Folgen haben. So könnten sich die Refinanzierungskosten für den Staat erhöhen, da Investoren bei niedrigerem Rating tendenziell höhere Zinsen verlangen. Auch sendet die Entscheidung ein politisches Signal: Reformdruck und die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Finanzpolitik nehmen zu.
Bereits im Vorfeld möglicher Ratingentscheidungen hatte Premierminister Bart De Wever (N-VA) im Parlament betont, dass die Regierung alles daransetze, eine Herabstufung zu vermeiden. Er verwies dabei auf eingeleitete Reformen, etwa bei Pensionen und Arbeitslosigkeit, und machte deutlich, dass diese Zeit bräuchten, um Wirkung zu zeigen. Gleichzeitig schlug er aber einen ungewöhnlich ernsten Ton an: Ohne zusätzliche Anstrengungen drohe Belgien „ins Visier der internationalen Märkte“ zu geraten, und es wäre „ein schuldhaftes Versäumnis“, jetzt nicht nachzulegen.
Auch aus Regierungskreisen hieß es sinngemäß, dass die bisherigen Reformen zwar anerkannt würden, aber keineswegs ausreichen würden. Man sei „voll verpflichtet“, die Haushaltslage deutlich zu verbessern und weitere Maßnahmen zu ergreifen, hieß es.
In seinen jüngsten Stellungnahmen zur Haushaltslage beschreibt Haushaltsminister Vincent Van Peteghem (CD&V) die Situation ungewöhnlich offen: Die öffentlichen Finanzen Belgiens stünden „unter Druck“, und dieser Druck werde in den kommenden Jahren trotz bereits beschlossener Maßnahmen weiter zunehmen. Van Peteghem verweist dabei auf mehrere strukturelle Probleme, die sich fast deckungsgleich mit den Argumenten von Moody’s sind:
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- steigende Kosten durch die Alterung der Bevölkerung,
- wachsende Zinsausgaben auf die Staatsschuld
- schwächere Einnahmen als erwartet
- ein sich verschlechterndes Haushaltsdefizit
So rechnet das Haushaltsministerium für 2026 mit einem Defizit von rund –3,8 Prozent des BIP, während gleichzeitig zusätzliche Milliarden eingespart oder kompensiert werden müssten. Politisch zieht Van Peteghem daraus eine klare Schlussfolgerung, Belgien müsse „den Kurs der haushaltspolitischen Verantwortung beibehalten“ und sogar zusätzliche strukturelle Maßnahmen ergreifen. (cre)

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt!
Nur weiter die Sozialgelder bezahlen die nicht an Wohlstand beigetragen haben und noch mehr Emigration dann werdet ihr noch sehen und spüren wo das hinführt.
Nanu , nun müssen die “ Gemeinsamen “ vom Büchel noch schnell Ausschau halten , bevor auch an der Weser “ Prinz schmalhans “ Einzug hält und auch dort nichts mehr zu holen ist .
Wenn man sieht, wie hier das Geld in den Gemeinden und beim Staat mit der PLATTSCHAUFEL rausgeschmissen wird, braucht man sich über diese Herabsetzung nicht zu WUNDERN!!! Von wegen, der Bürger wird ernst genommen!!!
A1 hört sich 1A an.
Das nennt man Bankrotterklärung eines politischen Systems.
Die Postenjäger dieses Landes haben ganz klar versagt.
Ohne die großen Probleme kleinreden zu wollen, denen sich Belgien stellen muss: ich bin neugierig ob es den großen Ländern, die auf dem gleichen Boot (Galere?) sitzen ebenfalls so ergeht oder ob die Herabstufung nur Gratismut gegen ein kleines Land mit einer kleinen Volkswirtschaft ist.
verklagt der Staat diese Rating-Agenturen nicht wegen ‚wirtschaftlichem mobbing und terrorisierung der/seiner Bürger‘ !? Wenn diese selbsternannten Agenturen soviel Geld haben um es sich erlauben zu können, Staaten (und damit sind deren Bürger gemeint) zu bewerten, dann sollte unser Staat das selbe Spiel spielen und die DSGVO Artikel 82 bemühen, und auf Schadenersatz klagen !…und damit zeigen, dass er seine Bürger in Schutz nimmt !
Bevor Sie jemand verklagen wollen, versuchen Sie herauszufinden, welchen Zweck Ratingagenturen erfüllen.
Sie haben rein gar nichts verstanden… 🤦♂️. Leuten wie Ihnen verdanken wir die aktuelle Situation, Leute die an die Allmacht des Staates (und somit der eigenen) glauben und meinen wenn die Finanzen aus dem Ruder laufen verklagt man den Boten statt die Politik zu ändern….
@Der Alte
„Gratismut gegen ein kleines Land“: Diese Bezeichnung finde ich gut und ich denke so könnte es sein!
Und richtig finde ich auch den Vorschlag von @…Warum, unser Staat solle gegen „diese selbsternannten Agenturen … auf Schadenersatz klagen !…und damit zeigen, dass er seine Bürger in Schutz nimmt !
Die Argumente von Moody´s lassen sich einzeln zerflücken:
* steigende Kosten durch die Alterung der Bevölkerung:?
Mit einer echten Vorbeugungsstrategie in Gesundheitsfragen könnten viele Milliarden an Krankheitskosten eingespart werden! Und die Zunahme der Rentner ist nicht an sich ein Problem, denn die Rentner bringen das Geld der Pension wieder in den Wirtschaftskreislauf, anders als viele Reichen die sehr oft ihr Geld in reinen Geldgeschäften verschwinden lassen!
* wachsende Zinsausgaben auf die Staatsschuld?
Nachdem Belgien bei seiner Geschäftsbank „Belfius“ Geld leihen kann, erhält er die gezahlten Zinsen zum Ende des Jahres als Gewinn seiner eigenen Bank wieder zurück!
* schwächere Einnahmen als erwartet?
Das hat ganz sicher auch mit der Belastung vieler Unternehmen durch die unsinnigen Sanktionen gegen russisches Öl und Gas, welche sich Belgien und die gesamte EU, durch die USA, auf die Nase haben binden lassen, zu tun! Wobei, und das muss man sich durch den Kopf gehen lassen, die USA sich selber gar nicht an diese Sanktionen halten! Da sollte Herr De Wever doch Manns genug sein, um endlich bei der EU dazu auf den Tisch zu hauen!
* ein sich verschlechterndes Haushaltsdefizit?
Wenn die Einnahmen fallen, dann müssen auch die Ausgaben entsprechend gedrosselt werden. Vivant-Ostbelgien mahnt oft genug berechtigte Sparmassnahmen in der DG an! Und deren gibt es viele in Belgien!
Leute wie Meyer würden unsere Freiheit an die Russen verraten und mit ihren merkwürdigen Ansichten die Wirtschaft in den Keller schicken.
Könnte der sprichwörtliche Wink mit dem Zaunpfahl sein; man nimmt Belgien, ein kleines, aber doch zentrales, Land der EU um zu signalisieren dass auch für die Großen die Schuldenuhr immer lauter tickt….
solte dieses kleine Land Belgien dann den Grossen nicht mal ordentlich zeigen, dass man sich diese Rating-Agenturen (Systemische Mittläufer und Profiteure) auch mal zur Brust nehmen kann, mit der Strategie, wenn die Politiker dieses nicht tun wollen, das System es doch erlaubt und es ja offensichtlich so haben will…. Aber dass verstehen Leute wie Sie, die sich ‚Dax‘ nennen nicht… Ihnen ist es lieber, dass die vielen Kapitäne auf der Brücke die Ruderer von Bord werfen lassen, um mehr Platz für Wahr zu haben… und gerne vergessen was den Kahn antreibt…
Warum…, so weit ich weiß, muss das Rating der Agenturen für Kreditaufnahmen der Staaten laut EU-Vorschrift herangezogen werden. Wieder einmal Privatunternehmen, die mit einer hoheitlichen Funktion beauftragt sind. Es handelt sich da um EU-Filialen dieser US-amerikanischen Unternehmen.
Man betrachte sich die politisch ausgelöste Corona-Krise an: danach gab’s ne (eher kleine) Inflation, und angesichts des Ukraine-Krieges wurden ‚Sondervermögen‘ zur Verfügung gestellt, um noch mehr Geld zeitversetzt unters Volk zu bringen.
Schulden? Kein Problem, wenn das in einem Fiat-Money-System gesteuert werden kann durch die Erhöhung der Geldmenge. Rating-Agenturen braucht niemand.
Das diese beiden Artikel untereinander stehen spricht schon für sich.
https://ostbelgiendirekt.be/paasch-zunehmend-genervt-438478
Belgien ist ein seltsames Land. Seit Jahrzehnten gibt der Staat mehr aus als er hat und macht mehr und mehr Schulden. Von den 5 Parteien in der jetzigen Regierung tragen 3 mehr als grosse Schuld an dieser Situation.
Wir haben z.B. 3 x mehr Justizgebäude als in den Niederlanden, wir haben 60 Bahnhöfe in den weniger als 100 Menschen täglich verkehren, die Hälfte der Langzeitkranken könnte arbeiten gehen, wir haben Krankenhäuser die auf 100 m voneinander liegen, speziale Pensionsregelungen, zuviel bezahlte Politiker, Gewerkschaft die Milliarden erhalten um Stempelgelder auszuzahlen, Krankenkassen die sich reich rechnen, ein Beamterapparat der 4x grösser ist als in den 60er Jahren, usw. usw. aber wir haben kein Geld.
Die belgische Bevölkerung ruft immer nach dem Staat, kaum geboren gibt es einen Teddybär, Kindergeld, Kinderauffang, Schulgeld, Sonderbehandlung. Geht der Benzin oder Diesel in die Höhe ruft man sofort nach Vater Staat. Nur, der hat nichts mehr, hat zuviel ausgegeben und gibt immer noch zuviel aus. Wann werden die Menschen begreifen dass einmal Zahltag ist.
Alles schlimm, seit Jahrzehnten geht Belgien unter und ist trotzdem eins der reichsten Länder weltweit.
@Politik
Auf Ihrer guten Liste der öffentlich-rechtlichen Verschwendungen fehlt ein sehr hoher Posten!, nämlich die riesigen Summen an Steuerhinterziehung in den Steueroasen dieser Welt!
Nur die gewählten Regierungsmitglieder haben die Macht diesen Sumpf anzugehen!
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Die belgische Bevölkerung ruft immer nach dem Staat, kaum geboren gibt es einen Teddybär, Kindergeld, Kinderauffang, Schulgeld, Sonderbehandlung. Geht der Benzin oder Diesel in die Höhe ruft man sofort nach Vater Staat.
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Das ist zutreffend, besonders in der Wallonie und BX glaubt ein Großteil dass der „Staat“ dafür da ist seine Bürger zu versorgen ohne dass diese sich dafür irgendwie anstrengen müssten. Fairerweise muss man aber auch sagen dass die Parteien genau diese Einstellung massiv fördern indem sie sich mit Zuwendungen an die Bürger gegenseitig übertrumpfen. Man darf sich nicht über den Zuckerkonsum seiner Kinder beschweren wenn man sie mit Zuckerwatte füttert…. Es ist diese gegenseitige Abhängigkeit in einer gemeinsamen Lebenslüge die das „Volk“ und seine Politiker gefangen hält. Die eine fordern ständig mehr von dem was die anderen nicht aufhören zu versprechen. Und alle wissen dass die Zuckerdose eigentlich leer ist, aber das verdrängt man nach Kräften….
Aber keiner spricht sich aus wo richtig und sichbar gespart werden sollte.
Fangen wir doch mal an bei einer Verwaltungsreform. Belgien hat sich zu Tode föderaliziert. Kein vergleichbares Land hat soviele Strukturen, Geimeinschaften, Provinzen etc. Kl. Beispiel aus Sicht der DG; Eben jene gehoert (und zahlt) trotz Autonomie in vielen Bereichen immer noch bzw. ´doppelt´auch noch zur Provinz Lüttich. Brabant wurde geteilt wegen des unsinnigen Sprachenstreits, also ne zusätzliche Provinz usw. usw.