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Duell Pogacar vs. van der Poel bei der „Ronde“ – Evenepoel und van Aert wohl nur Außenseiter

21.03.2026, Italien, Sanremo: Der Slowene Tadej Pogacar vom UAE Team Emirates XRG (r) wird von Mathieu Van Der Poel von Alpecin-Premier Tech beglückwünscht, nachdem er das eintägige Radrennen Mailand-Sanremo (298 km) von Pavia nach Sanremo gewonnen hat. Am Sonntag treffen beide in Flandern aufeinander. Foto: Marco Alpozzi/LaPresse/AP/dpa

Die Flandern-Rundfahrt steht am Sonntag wieder im Mittelpunkt der Radsportwelt und gilt als eines der prestigeträchtigsten Eintagesrennen überhaupt.

Die über rund 270 Kilometer von Antwerpen nach Oudenaarde führende „Ronde van Vlaanderen“ verlangt den Fahrern alles ab: Kopfsteinpflaster, kurze, steile Anstiege und ein extrem hektisches Finale machen das Rennen jedes Jahr zu einem echten Klassiker-Drama.

Die Flandern-Rundfahrt (im TV live auf RTL Club/RTL-TVI und Canvas/VRT1) ist eines der fünf Monumente im Profiradsport zusammen mit Mailand-Sanremo, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt.

Die Strecke folgt dem bewährten Muster: Nach einem vergleichsweise ruhigen Beginn verschärft sich das Rennen im zweiten Teil deutlich. Dann reihen sich die berühmten „Hellingen“ aneinander – darunter der Oude Kwaremont, der Paterberg und der Koppenberg.

23.03.2026, Spanien, Sant Feliu De Guixols: Radsport, UCI WorldTour – Katalonien-Rundfahrt, Sant Feliu de Guíxols (172,80 km), Etappe 1, Remco Evenepoel aus Belgien von Red Bull-Bora-Hansgrohe geht nach der Teampräsentation vor der Etappe vom Podium. Foto: Nicolás Carvalho Ochoa/dpa

Besonders im Finale, wenn Kwaremont und Paterberg noch einmal kurz hintereinander befahren werden, fällt meist die Entscheidung. Hier zeigt sich, wer nach über sechs Stunden im Sattel noch die nötige Explosivität besitzt, um sich entscheidend abzusetzen.

Im Fokus stehen auch in diesem Jahr wieder die größten Stars des Pelotons. Tadej Pogačar geht als einer der Topfavoriten ins Rennen, nachdem er in den vergangenen Jahren bewiesen hat, dass er die entscheidenden Attacken am Kwaremont setzen kann. Sein wohl größter Rivale ist Mathieu van der Poel, der mit seiner explosiven Fahrweise wie geschaffen für die kurzen, brutalen Anstiege ist und sowohl solo als auch im Sprint kleiner Gruppen gewinnen kann.

Komplettiert wird der engste Favoritenkreis durch Wout van Aert, der mit seiner Vielseitigkeit und Renntaktik jederzeit in der Lage ist, das Rennen zu kontrollieren oder selbst zu entscheiden. Kurzfristig sorgt Remco Evenepoel für zusätzliche Spannung, da sein offensiver Fahrstil das Rennen frühzeitig aufbrechen könnte.

01.04.2026, Belgien, Waregem: Radsport: Der Belgier Wout van Aert vom Team Visma-Lease a Bike in Aktion. Foto: Jasper Jacobs/Belga/dpa

Taktisch ist die Flandern-Rundfahrt ein extrem anspruchsvolles Rennen. Die Positionierung vor den engen Kopfsteinpflaster-Passagen ist entscheidend, da Stürze und Defekte jederzeit passieren können. Teams versuchen häufig, Fahrer in Ausreißergruppen zu platzieren, um im Finale strategische Optionen zu haben.

Die großen Attacken erfolgen traditionell an den steilsten Anstiegen – insbesondere am Koppenberg oder später am doppelten Kwaremont-Paterberg-Komplex. Von dort aus entwickelt sich oft entweder eine kleine Spitzengruppe oder ein Solovorstoß in Richtung Ziel.

Insgesamt deutet vieles auf ein erneut hochklassiges und intensives Rennen hin. Die Kombination aus ikonischer Strecke, enormer physischer Belastung und einem herausragend besetzten Starterfeld verspricht ein spannendes Duell der besten Klassikerfahrer der Welt. Vieles spricht dafür, dass sich der Sieg erneut zwischen Pogačar und van der Poel entscheidet – doch gerade die Unberechenbarkeit der „Ronde“ macht ihren besonderen Reiz aus und lässt immer Raum für Überraschungen. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD

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