Politik

Luc Frank (CSP): Französische Sprache in der DG stärker fördern

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Mangelnde Kenntnisse der französischen Sprache sind ein politischer Dauerbrenner in der DG, was neben hiesigen mittelständischen Betrieben auch Eltern und Schüler immer deutlicher bedauern.

Da ab September 2018 das Welkenraedter „Institut St. Joseph“ seinen Schülern den Erwerb eines Deutschen Sprachdiploms (DSD) anbietet, bringt CSP-Parlamentarier Luc Frank dieses Thema erneut ins PDG. Durch dieses Sprachdiplom wird die Voraussetzung für den Zugang zum deutschen Hochschulsystem geschaffen.

Der CSP-Abgeordnete Luc Frank. Foto: OD

„Unsere Nachbargemeinde ist die erste nicht-deutschsprachige Schule Belgiens, die dieses Angebot eröffnet, und deshalb werde ich die Regierung auffordern, selber wesentlich stärker als bisher im Bereich der Sprachförderung aktiv zu werden“, so Frank.

Im Mai 2016 unterzeichneten die DG und die Republik Frankreich ein Abkommen im Bildungsbereich, das den Zeitraum 2016 bis 2018 betrifft. Schwerpunkt dieses Arbeitsprogramms war eine weitreichende Kooperation auf Ebene des Fremdsprachenunterrichts.

Damals erklärte die DG-Regierung, dass der Fremdsprachenunterricht besonders wichtig sei, da die Mehrsprachigkeit, und insbesondere die französische Sprache, im Leben der deutschsprachigen Belgier einen festen Platz habe und ein wichtiges Identitätsmerkmal sei.

„Das ist über zwei Jahre her und wirkt auf mich wie ein Lippenbekenntnis. Denn offenkundig bleiben deutliche Entwicklungskorrekturen aus, die unserer Jugend einen möglichen Vorteil bringen könnten. Dem gegenüber wird klar, dass sich unsere Nachbarn in Aachen und im frankophonen Landesteil sehr anstrengen und unser Bonus bald nicht mehr der ist, der er einmal war“, fürchtet Luc Frank.

  1. Es wäre schön wenn in der DG konsequent das deutsche umgesetzt würde! Ich habe Respekt vor unseren Wallonischen und Flämischen Nachbarn und fordere dies auch umgekehrt ein. Ein Land drei Sprachen das muss doch möglich sein. Wir haben doch nicht so lange für Autonomie gearbeitet um dann uns wieder französisch aufs Auge drücken zu lassen.
    Übrigens ist mein Identitätsmerkmal nicht die französische Sprache wie im Text beschrieben, sondern Oepener Platt!

      • Ich sitze grade draußen im schönen Eupen und trinke, Achtung, deutsches Bitburger.
        Fritten mag ich immer noch am liebsten und ich bin und bleibe Lokalpatriot. Oepe zuerst!! :)))

    • Hallo Törö, an deinem Kommentar sieht man; wie blöd das denken in der DG ist.Heim ins Reich und so! Wir sind hier eine Minderheit und sollten doch versuchen, davon zu profitieren eine fremde Sprache lernen zu können.Wir hatten in den siebziger Jahren in Bütgenbach fast alle Unterrichtsstunden in Französich; was so manchem im Unistudium eine Hilfe war.
      Aber heute müssen Uni-Studenten erst mal Französich lernen,bevor sie überhaupt etwas von der Materie an der Uni mitbekommen.Verlorene Zeit.
      Zu danken sind dieses Denken den Anfängen einer gewissen PDG unter L. Paasch.

      • Oh eddy, du hattest also in Bütgenbach Französischstunden, die dir hilfreich beim Studium waren. Begrüßenswert.
        Jedoch. Sind diese seitdem abgeschafft worden?
        Klagte man nicht damals, dass mangelnde Französischkenntnisse ein erfolgreiches Studium für Deutschsprachige nahezu unmöglich machen? Klagte man nicht auch, dass unsere Alten (mangels Sprachkenntnissen) bei den Behördengängen fast keine Chance hätten?
        30-35 Jahre später. Der selbe Diskurs.
        Lorenz ist Schuld. Aha. Weil er nicht den selben Weg gegangen ist bzw. gehen musste, wie die Deutschsprachigen im Elsass?
        Kein Problem. Empfehle schnellstens seinen Sohn zu beerben und dann konsequent die Wallonisierung der deutschsprachigen Gemeinschaft einzuleiten.
        Heim ins Reich? Nicht etwas überstrapaziert die Redewendung oder (wie so oft) der Versuch sich elegant von der Vergangenheit oder noch billiger vom „Verbrechervolk“ zu distanzieren?

  2. Die DELF-Tests haben doch stattgefunden. Wie viele Kinder und Jugendliche hat man letztlich getestet und was kam dabei rum?
    Hat man den Probanden schon ihre Resultate mitgeteilt?

  3. Le Cul de sac

    Werter Mr Frank.
    Je vous souhaite grand succes avec votre initiativeIch gehöre noch zu den Leuten die das Glück hatten zweisprachig aufzuwachsen. Sans aucune importacne que ca soit Eupen, La Calamine, Raeren ou St. Vith.
    Leider verkennen fast alle Beteiligten die Chance die unsere Region bietet.
    Wenn Sie sich aujour’hui in a International Company bewerben you can be sure to obtain la place parce-que vous ėtes mehrsprachig.
    Greetings …

    • Das Gejammere „wenn jeder Belgier“ (der theoretisch alle Chancen vor die Füße gelegt kriegt) ist ermüdend. Deutschsprachige argumentieren damit den Wert des belgischen Abenteuers, Wallonen ziehen sich weiterhin sprachlich auf die Minimalposition zurück, Flamen verleugnen seit 20 Jahren …
      Grundsätzliche Ausnahme: Brüssel.

  4. Was immer wieder gerne klein geredet wird: Man sollte an der Basis beginnen und erst einmal die deutsche Sprache richtig erlernen, bevor man sich an Fremdsprachen wagt. Sowohl die Eifel als auch das Eupener Land sind nicht gerade bekannt dafür, dass gepflegtes Deutsch gesprochen wird. Hinzu kommt noch, dass bei den Deutschsprachigen zumindest noch eine Zweitsprache erlernt wird. Viele Wallonen aber, die in DG-Ortschaften wohnen, zieht’s in die Wallonie wenn es um den Schulbesuch geht. Immer wird sich beklagt, wie schlecht wir doch Französisch können, dabei schaut doch der eine andere Wallone neidisch auf uns, wie gut wir Französisch können. Also sollte man nicht immer alles klein reden! Und dass Paasch an der – möglichen – Entwicklung Schuld ist, dass die Kenntnisse des Französischen immer schlechter werden, ist doch stark vereinfacht dargestellt. Wenn es eine solche Entwicklung gibt, dann hat sie ganz sicher schon damals eingesetzt, als die CSP noch das Sagen hatte. Aber die Wahlen stehen in nicht allzu ferner Zukunft an und dann kramt man gerne in der Mottenkiste.

  5. Freizeit Lobyistin

    Bei all dem Französischgedöns wird vollkommen vergessen, dass man in der DG mal gut daran täte zuerst die Muttersprache deutsch anständig zu lehren. Zweitens darf man auch nicht vergessen, dass die Welt immer schneller zusammen wächst und hier die erste Sprache das Englische ist. Mit französisch kommt man in der Welt nicht viel weiter als mit dem Deutschen oder dem Niederländischen. Deshalb ist es unabdingbar das Französische durch Englisch als Zweitsprache zu ersetzen, denn Englisch wird fast überall in der Welt als Zweitsprache gelehrt, außer in klein DG.

      • Pensionierter Bauer

        @Dax, richtig, die eine Sprache darf nicht gegen die Andere ausgespielt werden. Es stimmt aber auch, dass das Englische für die Zukunft unserer Jugend immer wichtiger werden wird. Französisch bleibt natürlich die Sprache unserer Nachbarn.

    • Klasse Analyse.
      Als erstes gilt es deutsch zu lehren und anstatt französisch kommt englisch als erste Fremdsprache auf den Lehrplan. Wer dann noch mag kann ja gerne französisch, niederländisch oder hindi lernen.
      Das wäre konsequent und der Chancen im Berufsleben gerechnet.
      Außerdem, wer hier „unzureichend“ französisch spricht und studieren möchte, kann dies glänzend in Aachen tun. Prima Uni , dort ist deutsch völlig ausreichend.

  6. Dem gegenüber wird klar, dass sich unsere Nachbarn in Aachen und im frankophonen Landesteil sehr anstrengen und unser Bonus bald nicht mehr der ist, der er einmal war“, fürchtet Luc Frank.

    Irrtum! Die werden nicht besser, wir werden schlechter….

  7. Die französische Sprache müsse gefördert werden, heisst es in dem Artikel. Wennn ein in Ostbelgien „hochrangier“ deutschsprachiger Politiker über BRF-Antenne einen gravierenden Deuschfehler macht , das wird unterm Teppich gekehrt.

  8. Reiner Mattar

    Alle Wahlen wieder… kommt der gleiche Slogan der CSP
    Es stimmt, die Französischkenntnisse unserer Jugendlichen (und nicht nur der Jugendlichen) sind verbesserungswürdig. Die ersten Schritte wurden mit den Rahmenplänen, die sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen orientieren, gemacht.
    Bis davon Effekte zu spüren (bzw. zu hören) sind, das dauert erfahrungsgemäß leider. Weniger Grammatik, mehr Wortschatz, kommunikative Fähigkeiten und weniger Angst davor, Fehler zu machen…
    Noch wichtiger ist es allerdings, die Motivation für das Französische zu fördern: Bei Englisch, der Sprache des Internets und der Hitparaden, hat man das Problem nicht.
    Im Gegensatz zu etlichen anderen Kommentatoren habe ich dazu auch kein Patentrezept, denn dazu ist der Sachverhalt zu komplex, aber wenn wir es nicht schaffen, den Mehrwert der französischen Sprache für uns wieder deutlich zu machen (auch wenn eigentlich jedem klar ist, dass jede zusätzliche Sprache ein Trumpf ist), dann führen weder Rahmenpläne noch bilinguale Klassen zum Ziel; noch viel weniger die bei jeder Wahl vorgetragene Leier der CSP.

    • Endlich mal ein nützlicher Kommentar. Französisch lernt man nur durch Praxis. Die Schulen sind einfach überfordert, die Welt ist im Umbruch, die Politiker denken aber nur bis zur nächsten Wahl. Und noch eins: In welcher Sprache kann man denn schöner fluchen als in Französisch?

  9. Kaum das Gregor Freches von der PFF sich für die deutschen Sprache einsetzt fällt der CSP ein das wir ja auch Französisch sprechen könnten.

    Gregor FRECHES zum Dekretentwurf zur Abänderung des Dekrets vom 26. Oktober 1998 über die Einführung der Neuregelung der deutschen Rechtschreibung

    Habt ihr keine eigenen Ideen?

  10. @EU
    wie wahr, wie wahr.
    Nichts Neues, nur sich wieder kurz vor den Wahlen in Szene setzen, danach wird wieder Ruhe sein. Versprechungen über Versprechungen, klagen, dass die Kassen leer sind, aber wenn sie dran sind, wird alles ???? besser und verteilt. Nur wie??
    Optische Täuschungen gibt es viele in unserer Zeit

  11. Spaßvogel

    Die Flamen denken in punkto Sprachförderung fortschrittlich in einer anderen Richtung. Ab jetzt kann der flämischer Internetuser nämlich alle Inlands – und Auslandsnachrichten auch in deutscher Sprache bekommen. So entdeckte ich letztens flanderninfo.be, wodurch Schüler deutschsprachige Inhalte aller aktuellen Nachrichten einfach nutzen können (natürlich nicht nur die Zielgruppe Schüler) … ein ähnliches Angebot in der Wallonie : Fehlanzeige…

    • Wenn die Lehrer nichts können, wie Sie hier rausposaunen, dann liegt es unter anderem an den „französischsprachigen Universitäten und Hochschulen“, denn innerhalb der DG kann nur ein Lehramt im Primarschulbereich angestrebt werden… wenn dann noch Französisch als Zweitsprache unterrichtet werden sollte, bedarf es eines Zusatzdiploms.

  12. L'ENTENTE

    Kurz ein paar Fakten:
    1. Perfektes Deutsch: schon mal Urlaub in Bayern, im „Ländle“, in der Schweiz oder in Österreich gemacht?
    2. Eine Sprache lerne ich für mich, für meine Bildung und nicht, um Anderen zu gefallen.
    3. Diejenigen, die sich immer wieder sträuben, wenn sie das Wort „Französisch“ lesen oder hören sind entweder intellektuell unterversorgt oder nicht mehr jung genug oder einfach zu faul, um die Sprache zu lernen.
    4. Sprachen lernt man am besten, im Alter zwischen 3 und 7 Jahre.
    Mehrere gleichzeitig. Wer glaubt, er würde sein(e) Kind(er) überfordern, unterschätzt es/sie gewaltig. Das beste Beispiel sind Flüchtlingskinder. Wenn nach 6 Monaten die Eltern einen Satz mit Mühe stottern, sprechen die Kinder schon fließend die Sprache ihrer neuen Heimat.
    5. Notre pays et en particulier notre région offrent des chances exceptionnelles à nos enfants, alors profitons-en et n’écoutons pas les idiots d’avant-guerre.

  13. Meiner Meinung nach sollten die Franzosischkenntnisse deutschsprachiger Abiturienten ausreichend sein um in Franzosisch zu studieren. Das wird immer weniger der Fall. Auch in Englisch sind wir etwas kurz. Daran muss dringend gearbeitet werden. Alle Deutschpatrioten in OB schiessen sich eine Kugel in den Fuss. Wie ist im Forum zu lesen: in Aachen gibt es eine tolle Uni. Stimmt, aber das Argument ist einfach lacherlich.

  14. gegenseitiger Respekt

    Natürlich sind Fremdsprachen von enormer Wichtigkeit in unserer globalisierten Welt. Doch bedarf es doch eines gegenseitigen Respektes im Umgang mit Nachbarn und deren Sprachen. Gerne habe ich Französisch als Zweitsprache, Englisch als Drittsprache und Niederländisch als Viertsprache neben Latein und Griechisch gelernt. Auch mein Studium in französischer Sprache hat mir gefallen, wenngleich es für mich als „Nicht-Muttersprachler“ erheblich schwieriger war als für einen frankofonen Kommilitonen. Doch würde ich es begrüßen, wenn dieses Mehrsprachigkeitsgetue, das von der CSP immer wieder gerne als Wahlkampfthema aufgegriffen wird, endlich aufhört. Die Schulen unterrichten nach wie vor Französisch und begabte Schüler (das ist identisch mit der Situation in der Vergangenheit – also deutlich vor Lorenz Paasch & Konsortien) werden ihren Weg machen. Die Schulpflicht damals gab es noch nicht und so tauchten diese Jugendliche auch gar nicht in der Statistik auf!
    Es wäre mal an der Zeit, dass der Herr Frank, der ja als Weltverbesserer in vielen Bereichen auftritt und sich gerne als „Heilsbringer“ nach den kommenden Wahlen sieht. auch die wallonischen Kollegen auf seinen Kieker nimmt: Wie viele institutionelle Webseiten sind nach wie vor dreisprachig – aber nur in Französisch, Niederländisch und … Englisch? Wie viele Helpdesks (Belgacom, VOO, Proximus usw.) geben zwar an auf Deutsch helfen zu wollen, aber bei der Durchwahl merkt man schnell, dass Deutsch nirgendwo vorgesehen ist… Wie kann es beispielsweise sein, dass unzählige Deutschsprachige in teilweise deutschsprachigen Kasernen ihren Militärdienst leisteten, die Webseite der Belgischen Armee dies aber nicht berücksichtigt?!?
    Da helfen auch keine Delft-, Pisa-, uns sonstige Studien.
    Die CSP hat den Wahlkampf aufgenommen und der Bürger muss sich also jetzt auf einen langen Schlagabtausch einstellen, der aber nichts Neues bringen wird. Oder wie verstehe ich den Vorstoß des Herrn Frank, unnötige WM-Kalender mit „tousensemble“ durch die gesamte DG zu versenden. Wer hat diese Kampagne bezahlt und was hat sie gekostet? Papierverschwendung, Ressourcenverschwenung, Sinnlosigkeit par excellence…

  15. Richtig! Gegenseitiger Respekt wäre eine schöne Sache.
    Leider wird die deutsche Sprache in Eupen immer mehr mit Füßen getreten.
    Ich finde es nicht normal, dass viele meiner langjährigen Kollegen in Eupen noch immer kein Deutsch sprechen.
    Für solche Fälle ist unsere zwei- oder Mehrsprachigkeit wichtig.
    Mein Sohn, der sehr gut Französisch spricht, aber leider einen kleinen Akzent hat, bekam in einer Schule in Verviers schlechte Noten, weil er deutschsprachig ist. Und der Lehrer sagte ihm ins Gesicht:“Je déteste les germanophones, ce ne sont pas des belges“

  16. Führen etwa mangelnde Kenntnisse der französischen Sprache zu einer Arbeitslosenrate von nur 3,5% im Süden der DG ? Die CSP stellt immer wieder unter Beweis, dass sie schlicht und ergreifend weder politischen Pläne noch Visionen vorlegen kann, die eine Regierungsverantwortung rechtfertigen könnte, und das trotz langjähriger Daueropposition als zahnloser Löwe.

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