Lange galt der europäische Fußballverband UEFA als Inbegriff eines überkommerzialisierten Fußballs: Immer mehr Geld, immer mehr Macht für die großen Klubs, immer mehr Entfremdung vom eigentlichen Sport. Inzwischen sorgt die UEFA für eine Belebung des Fußballs – anders als der Weltfußballverband FIFA mit seinem peinlichst umtriebigen Präsidenten Gianni Infantino. Ein Zwischenruf.
Während die UEFA mit der Reform der Champions League versucht, ihre Wettbewerbe wieder spannender und dynamischer zu gestalten, wirkt die FIFA zunehmend wie ein Konzern, der den Fußball vor allem als globales Vermarktungsprodukt versteht.
Die neue Champions League wurde zunächst heftig kritisiert. Viele sahen in ihr nur den nächsten Schritt zu noch mehr Kommerzialisierung. Doch inzwischen zeigt sich, dass die Reform sportlich durchaus funktioniert, wie das vermeintliche „Jahrhundertsspiel“ zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München (5:4) am 28. April in Paris eindrucksvoll gezeigt hat.

Die Titelseite der französischen Sportzeitung „L’Équipe“ am Tag nach dem „Jahrhundertspiel“ zwischen PSG und Bayern München. Foto: Screenshot L’Équipe
Genau solche Duelle, in denen zwei europäische Schwergewichte frühzeitig mit maximalem Druck aufeinandertreffen, verleihen der reformierten „Königsklasse“ eine Intensität, die vielen der alten Gruppenphasen zuletzt verloren gegangen war. Natürlich geht es auch hier um Fernsehgelder und Marktanteile. Dennoch bleibt der sportliche Kern erkennbar.
Das gilt auch für die anfangs in der Kritik stehende Nations League, die sich inzwischen als attraktive Alternative zu den oft langweiligen Freundschaftsspielen für Nationalmannschaften erweist.
Ganz anders erscheint derzeit die Entwicklung bei der FIFA. Die WM 2026 mit 48 Mannschaften steht exemplarisch für deren Denken, das vor allem auf Expansion setzt: mehr Teams, mehr Spiele, mehr Einnahmen, mehr globale Reichweite.
Sportlich jedoch droht eine Verwässerung des Turniers. Die Belastung für Spieler steigt weiter, die organisatorischen Dimensionen werden gigantisch, und der besondere Charakter einer Weltmeisterschaft droht verloren zu gehen. Wo früher Exklusivität und sportliche Qualität im Vordergrund standen, entsteht zunehmend der Eindruck eines XXL-Events, das vor allem wirtschaftlich wachsen soll.

05.12.2025, USA, Washington: Fußball: WM, Auslosung der Vorrunde im John F. Kennedy Center for the Performing Arts. US-Präsident Donald Trump (l) erhält den FIFA-Friedenspreis von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Foto: Chris Carlson/AP/dpa
Infantino präsentiert sich damit weniger als unabhängiger Hüter des Sports denn als globaler Netzwerker, der sich mit politischen Schwergewichten arrangiert, solange es dem Wachstum der FIFA dient. Gerade in einer politisch hoch polarisierten Zeit verstärkt dieser demonstrative Schmusekurs den Eindruck, dass es der FIFA immer weniger um den Fußball selbst geht.
Indes könnte Infantino in seinem Größenwahn sein blaues Wunder erleben. Seit längerem steht die FIFA in der Kritik wegen der viel zu hohen Ticketpreise. Infantino hatte die Preispolitik jüngst als marktgerecht verteidigt. Doch selbst Donald Trump ist das zu viel.
In einem Interview der „New York Post“ zeigte sich der US-Präsident erstaunt darüber, dass Zuschauer für das erste Spiel der USA bei der Fußball-Weltmeisterschaft am 12. Juni in Los Angeles gegen Paraguay mehr als 1.000 Dollar (850 Euro) für eine Eintrittskarte zahlen müssen. „Diese Zahl war mir nicht bekannt“, sagte Trump und ergänzte: „Ich wäre sicherlich gerne dabei, aber um ehrlich zu sein: Ich würde diesen Preis auch nicht zahlen.“ Auch der erhoffte und von Infantino versprochene Geldregen in den WM-Spielorten in den USA, Mexiko und Kanada droht auszubleiben. (cre)
Wer auch nur einen Cent für diese korrupte, asoziale Verberecherbande zahlt, sollte sich schämen. Egal ob es sich um Nationen, Spieler oder „Funktionäre“ handelt. Früher, und ich bin von „Früher“ nannte ma diese „Vereinigungen“ ganz einfach D…..pack,
Pecunia non olet. Die Redewendung hat sich bis heute gehalten, um den Besitz oder Erwerb von Geld aus unsauberen Einnahmequellen zu rechtfertigen. Die öffentlichen Toiletten in Paris heißen noch heute Vespasienne. Auch in Italien werden die öffentlichen Toiletten Vespasiani genannt.