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„Das IZOM-Abkommen endet: Was nun?“

Blick auf die Veranstaltung der CSP in Kelmis.

Das IZOM-Abkommen wird diesen Samstag beendet sein. Die CSP Ostbelgien hat in den vergangenen Wochen drei Veranstaltungen zu diesem Thema organisiert, die mit über 300 Gästen auf großes Interesse stießen.


„Ende IZOM-Abkommen: Was nun?“ lautete das Thema der Veranstaltungen in Kelmis, Walhorn und Eynatten. Ziel der Abende war es, über die politische Dimension dieser Angelegenheit aufzuklären und die bis dahin bekannten Informationen der sogenannten „Ostbelgien-Regelung“ mitzuteilen.

„Der Standpunkt der Partei war vorher schon klar“, erklärten die beiden CSP-Gastgeber Patricia Creutz und Jérôme Franssen. „Daher ist es uns bei unseren Veranstaltungen immer wichtig, unabhängige Experten einzuladen, um auch eine Kontroverse zum Thema herzustellen.“

Die beiden CSP-Abgeordneten Patricia Creutz und Jérôme Franssen.

Mit den Vertretern Heike Au, Expertin für Europaverträge, und Hans-Willi Schemken, Bevollmächtigter des AOK-Vorstandes, waren zwei Vertreter der AOK-Rheinland-Hamburg vor Ort, die damals auch das IZOM-Abkommen mitverhandelt hatten.

„Wir haben schon viele grenzüberschreitende Verträge mit Drittstaaten ausgehandelt. Das IZOM-Abkommen mit Belgien war stets ein, wenn nicht sogar DAS Vorbild in der Gesundheitsversorgung. Umso trauriger ist nun das Ende“, drückte Heike Au ihr Bedauern über die Entwicklung aus.

Der Aachener Arzt Rudolf Henke, Mitglied des Bundestages und 1. Vorstandsmitglied der Ärztegewerkschaft „Marburger Bund“, erklärte: „Die Menschen der Euregio können wählen, wo sie wohnen, arbeiten, lieben und einkaufen. Warum also nicht auch bei der ärztlichen Behandlung?“

„Bei allen drei Veranstaltungen machten sich die Gäste lautstark Luft über ihren Ärger, dass augenscheinlich das Geld wichtiger als die Gesundheit der Bürger ist. Nicht selten merkten Bürger an, dass so kurz vor Schluss selbst die Krankenkassen nicht wüssten, wie es weitergeht“, so das Fazit der CSP nach den drei Veranstaltungen.

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

14 Antworten auf “„Das IZOM-Abkommen endet: Was nun?“”

  1. Gemein(d)e

    Fact 1: ist das die Deutschen nicht weiter volle Erstattung zahlen wollten für Belgier die viel weniger einzahlen ins Gesundheitssystem,besonders betroffen sind Brillen, Medikamente und Hardware wie Einlagen, Prothesen oder Orthesen.
    Fact 2 :Diese Erstattungen waren nur einem kleinen Teil der Belgier möglich jemand der in z.B. Lüttich wohnte konnte sich keine Orthesen oder Einlagen für lau aus Deutschland besorgen .
    Daraufhin ist das Abkommen als unfair eingestuft worden.
    Eine ganze Weile hatten einige wenige Belgier große Vorteile dadurch und die gibt es nun nicht mehr.
    Ab nun sind alle Belgier wieder gleich gestellt.

    Wer jetzt nach Deutschland geht bekommt nun das gleiche zurück, was er in Belgien zurück bekommen würde.Sofern es einen Arzt gibt, der den Patient nach Deutschland überwiesen hat.
    Wer auf eigene Kappe ins Ausland zum Arzt geht, anstatt hier zu gehen muss 25% selber tragen.Auch das ist fair, weil man hier auch einen Teil selber zahlt.
    Wo ist das Problem? Die einzigen die jetzt jammern, sind die Menschen die seit Jahren die Lücke ausgenutzt haben.

    • R.A. Punzel

      „… Die einzigen die jetzt jammern, sind die Menschen die seit Jahren die Lücke ausgenutzt haben… “

      Das waren bestimmt keine Lütticher, da diese den germanischen Sprachen nicht mächtig sind. Bevor ich von frankophonen Akademikern (u.a. ausgebildete Ärzte) statt eines Geschwulst am Ellbogen zu behandeln, ein neues Hüftgelenk eingesetzt bekomme (läuft u.a. unter Sprachlichen Kommunikationsproblemen) täusche ich doch lieber einen Unfall in der Nähe eines deutschen Klinikums vor…….

      • Gemein(d)e

        Es steht jedem frei, andere zu betrügen, aber diese Menschen sollten hinterher nicht weinen, wenn es in die Hose geht und die Krankenkasse auf einmal gar nicht mehr zahlt wegen Betrugsversuch.
        Glauben sie etwa die Ärzte und Krankenkassen sind doof?
        Sofern sie transportfähig sind, werden sie nach der Erstbehandlung einfach nach Belgien zurückgebracht, und möglicherweise müssen sie den Transport zum Teil auch noch selber zahlen.
        Es sind die Deutschen die nicht mehr für Belgier zahlen wollen, nicht andersrum.
        Außerdem, wenn man etwas vortäuscht ,was man nicht hat ,kann es schnell passiert das etwas operiert wird was nicht sollte.
        Sie sprechen immer wieder an, dass sie Französisch nicht so gut genug verstehen, um ein Gespräch mit einem Arzt zu führen , wenn sie das doch wissen, warum arbeiten sie nicht an ihrem Problem, sie wohnen ja nicht erst sein heute in Belgien.Immer wieder sollen andere sich bewegen, um die Lösung zu finden, aber selber etwas machen liegt ihnen meisten fern.
        Genau das ist das Kernproblem, ihre Frankophobie.

        • @ Gemein(d)e

          Das hat überhaupt nichts mit „Frankophopie“ zu tun. Vielen fehlen einfach die Vokabeln die ein Muttersprachlicher hat. Die wichtigsten anatomischen Begriffe hat wohl jeder der Französisch gelernt hat parat, aber wenn es tiefer geht ist mit „Schulfranzösisch“ nichts mehr auszurichten.
          Man kann es natürlich machen wie beim Metzger und auf das (schmerzende) Stück Fleisch zeigen. Aber wie erkläre ich einem der meine Sprache nicht spricht die Art des Schmerzes? Wie komme ich mit seinen, meist akademischen, Antworten zurecht?
          Ein Arzt der meine Sprache versteht kann mir im Gespräch die Details entlocken die er für seine Diagnose braucht, umgekehrt verstehe ich seine Diagnose und seine Anweisungen.

          • Wer hat keinen Familienangehörigen, der die französische Sprache beherrscht? Es waren ja nur die Einwohner des Nordens (Eupen und Umgebung), die von den günstigen Konditionen profitierten. Für die Einwohner des Südens waren die Wege zu weit. Endlich herrscht wieder Gerechtigkeit!

              • @EdiG. „das“ ist nicht „dass“! „Absenkung des Niveaus“ ??? Für mich ist nichts abgesenkt worden. Kann Ihre Argumentation nicht verstehen. Und was soll bitte angehoben werden?

                • So ist das Bernard, wenn die Argumente ausgehen muß die Rechtschreibung herhalten. Unter Absenkung des Gerechtigkeitsniveaus verstehe ich das der kleinste gemeinsame Nenner um Standard erhoben wird. Dabei ist mir die Anzahl der „s“ in „das“ genauso egal wie alle anderen Rechtschreibregeln.
                  Wollen Sie Andeuten das Andere Nachteile in Kauf nehmen müssen nur weil Sie nicht in den Genuss der Vorteile kommen? Sind Sie neidisch auf „die aus dem Norden? Oder sind Sie nur aus Prinzip dagegen?
                  Ich möchte keinen Dolmetscher mitnehmen müssen wenn ich zum Arzt gehe, so einfach ist das.

    • Marc Van Houtte

      „Diese Erstattungen waren nur einem kleinen Teil der Belgier möglich jemand der in z.B. Lüttich wohnte konnte sich keine Orthesen oder Einlagen für lau aus Deutschland besorgen .“ Falsch.
      IZOM galt für die Provinz Limburg und Lüttich.
      Abgesehen davon ist es ebenfalls falsch das jetzt alle gleich sind.
      Jetzt bezahlen sie erstmal einen Facharzt hier für die Überweisung. Danach dann den deutschen Arzt.

      • Gemein(d)e

        Gut dann eben die 2 Provinzen,diese Aussage war ein Beispiel, ich hätte auch sagen können jemand aus Brüssel, das ändert aber nichts am Kern der Aussage, dass die Belgier unterschiedlich beizahlen mussten.
        Sie müssen ja eh erst hier zum Facharzt um festzustellen welche Sprache er spricht, dabei können sie ja veranlassen, dass er ihnen eine Überweisung macht, wenn er nicht die richtige Sprache für sie spricht,vielleicht kann er ihnen auch kurz und unkompliziert helfen und sie müssen gar nicht nach Deutschland.
        Es gibt auch Menschen die zahlen ihre Krankenversicherung in Deutschland und bekommen auch wenn sie in Belgien wohnen die volle Erstattung in Deutschland, die Bedingungen sind mit aber gerade nicht bekannt. Das wäre natürlich die andere Möglichkeit an die Leistungen im Ausland zu kommen, das steht ihnen ja frei dort auch dort zu wohnen und zu arbeiten, um die günstigeren,fraglich besseren Leistungen aus Deutschland zu bekommen.
        Sie können den Staat doch nicht dafür verantwortlich machen ,dass sie kein französisch können bzw die Ärzte kein Deutsch sprechen.
        Was haben sie den vor dem IZOM Abkommen gemacht?
        Hatten sie damals auch schon Probleme mit dem Französisch ?
        Wenn ja, warum haben sie damals nicht schon angefangen ihr Problem mit der Sprache zu lösen, dann wäre es nun keines mehr.
        Belgien ist nun einmal mehrsprachig das weiß jeder.Deswegen lernen alle Kinder seit Jahrzehnten mehrere Sprachen. Sich mit nur einer Sprache zu begnügen, ist schlicht weg bequem und naiv.
        Warum soll die Allgemeinheit denn dafür zahlen ?

    • Tatsache

      Das stimmt was sie behaupten , nur diejenige die extra Behandlungen in Anspruch haben wollen jenseits der Grenze , das sind in Mehrzahl die gut Betuchten die von ihren Hausärzten meist abgeschrieben sind , da keine Besserung in Sicht mehr ist . Aus diesem Grunde versuchen diese noch mit sturer Gewalt irgendwo noch die Bleibe zu retten , aber wenn die Zeit vorbei ist , dann soll man sich damit abfinden und das ist sehr positiv gedacht .

  2. Publi(fin)zist

    Ist euch aufgefallen, dass Pascal Arimont am 15. November im Triangel bei Juncker (natürlich juristisch verdreht und verklausuliert) gefordert hat, das IZOM wieder neu auflegen, so wie es war ?! Was aber war denn IZOM ? Es war das Publifin/Nethys für den kleinen Ostbelgier mit IZOM Freifahrtkarte ! (ausgehändigt durch eine einzige der ostbelgischen Krankenkassen) ! Noch einmal zum Mitschreiben: seit besagte Krankenkasse mit sehr hohen moralischen Anspruch in ihrem Namen (in großer Nähe übrigens zu Arimonts Partei) rund 8.000 Blankoscheine verteilt hat, mit denen man sich in Deutschland als Privatpatient verwöhnen lassen konnte, OHNE auch nur den geringsten Beitrag dafür an irgendjemand zu leisten, haben fast 20.000 Leute jährlich davon profitiert, Tendenz zuletzt sogar exponentiell steigend. Ein Paradies für alle kleinen Möchtegern-Lecerfs ! Sogar Akupunktur und Wellness-Massagen ließ man sich verabreichen, der wallonische, flämische und Brüsseler Bürger bezahlte ja großzügig dieses Geschenk an die deutschsprachigen Belgier mitsamt horrenden Honorarforderungen deutscher Ärzte. Letztere zählten dann z.T. zu den „Experten“ die dieses System auf den CSP-Versammlungen (im Norden der DG !!!) als europäische Errungenschaft lobten und seine erneute Einführung ohne Wenn und Aber forderten ! Wo liegt der Unterschied zwischen beiden folgenden Haltungen: Erstens: „Geh nach Aachen, da brauchst du nur deine Izom Karte abzugeben und schon wirst du kostenfrei behandelt wie ein deutscher Privatpatient (der übrigens dafür monatlich horrende Summen bezahlt)“ Zweitens: „Lass dich als Gemeindevertreter in den Sektorenausschuss von Nethys/Publifin schicken, da kannst du Anwesenheitsgelder kassieren ohne anwesend zu sein“ Ich sehe außer einem quantitativen Unterschied keinen einzigen weiteren. Abschließende Frage: Sind also alle Nutzer des IZOM korrupte Schweine gewesen ? Sicher nicht. Viele brauchten und brauchen immer noch gewisse zukunftsweisende deutsche Behandlungsmethoden, die in Belgien noch immer nicht anerkannt sind (Warum, verdammt nochmal ?). Aber es ist nicht zu leugnen, dass der verantwortungslose Umgang der besagten ostbelgischen Krankenkasse mit dem IZOM-Freischein all die kleinen schlafenden Lecerfs geweckt hat: „Warum soll ich zu einem Eupener Facharzt gehen und ins Eupener Krankenhaus, wo ich das Gleiche OHNE Eigenbeteiligung in den A… gestopft kriege und wo mich die Ärzte auf Händen tragen (schließlich haben sie ja davon den Privatpatienten-Bonus) ?“ Ist das etwa das solidarische europäische Verhalten, von dem Arimont und seine Partei mehr als einmal täglich schwadronieren ?

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