Politik

In der Coronakrise erleben wir die Rückkehr des starken Staates – „Es ist die Stunde der Amtsträger“

22.03.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), spricht bei einer Pressekonferenz. Deutschland lehnt Corona-Bonds strikte ab. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Wie nie zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren greift der Staat in der Corona-Krise in das Leben jedes Einzelnen ein. Der größte Teil der Bevölkerung trägt das bisher mit. Was wir erleben, ist die Rückkehr des starken Staates. Die Neoliberalen, die für den Rückzug des Staates stehen, sind zumindest jetzt die Verlierer. Das gilt auch für die Rechtspopulisten. Doch wehe, in den nächsten Wochen zeigt sich, dass der Staat versagt hat.

Wie hätte man wohl reagiert, wenn vor drei Wochen jemand gesagt hätte, dass man in Kürze nicht mehr ins Ausland reisen, nicht mehr ins Restaurant gehen und nicht mehr mit Freunden Fußball spielen darf? Die meisten hätten das wohl für unmöglich gehalten. Und doch ist es nun so.

Wesentliche Grundrechte wie die Versammlungs-, die Bewegungs- und die Religionsfreiheit sind aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt, und es ist unklar, wann diese Eingriffe wieder zurückgenommen werden. Kann davon eine Gefahr für die Demokratie ausgehen? „Nein, derzeit nicht“, meint der Soziologe Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Obwohl der Neoliberalismus auf dem Rückzug ist, zählt die liberale belgische Premierministerin Sophie Wilmès (MR) momentan zu den Gewinnern der Coronakrise. Foto: Shutterstock

„Die Bewährungsprobe für die Demokratie besteht ja darin, schwierige Entscheidungen zu erklären, plausibel zu machen und auch wissenschaftlich zu begründen.“ Eine Gefahr ergäbe sich erst dann, wenn die Ausnahmeregelungen auch nach der Krise beibehalten würden, so Nassehi.

Eben dies sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in einigen Ländern geschehen, warnt der Politologe Andreas Maurer. Parlamente und Zivilgesellschaft seien deshalb zur Wachsamkeit aufgerufen: Man denke an die diskutierte Ortung von Corona-Infizierten über Handy-Daten nach dem Modell von Südkorea.

Umfragen zeigen, dass die meisten Bürger die Maßnahmen bisher mittragen und das Krisenmanagement der Regierungen unterstützen. „Ich denke, so wie die Kurve der Infizierten exponentiell angestiegen ist, ist auch – mit einer gewissen Verzögerung – unser Verständnis für exponentielle Maßnahmen angestiegen“, sagt die Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele, Professorin an der Berliner Hertie School.

Eingriffe in persönliche Freiheiten zeitlich befristet?

Wichtig ist – in diesem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig – dass die Eingriffe in die persönliche Freiheit des Einzelnen zeitlich befristet sind und regelmäßig überprüft werden.

„Was wir erleben, ist die Rückkehr des starken und auch selbstbewussten Staates“, glaubt Römmele. „Der starke Staat mit seinen Hilfspaketen und Rettungsschirmen.“ Friedrich Merz, der in erster Linie für Neoliberalismus und den Rückzug des Staates stehe, werde unter diesen veränderten Bedingungen kaum noch Chancen auf den CDU-Vorsitz haben. Angela Merkel erlebe dagegen ein Comeback: „Es ist die Stunde der Amtsträger.“

17.03.2020, Belgien, Brüssel: Der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (l), DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (M) und Belgiens Premierministerin Sophie Wilmès (r) nach einer Pressekonferenz, bei der die jüngsten Beschlüsse des Nationalen Sicherheitsrats erläutert wurden. Foto: Belga

In Belgien ist Premierministerin Sophie Wilmès die „Frau der Stunde“. Die resolute Vorgehensweise der MR-Politikerin an der Spitze des Nationalen Sicherheitsrates und die Art und Weise, wie sie direkt im Anschluss daran die gefassten Beschlüsse der Bevölkerung erläuterte, haben Eindruck gemacht.

An der Coronakrise kann man als Politiker aber auch zerbrechen, wenn man die in schwierigen Zeiten gefragten Qualitäten vermissen lässt. Die föderale Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) befindet sich weiter im Sinkflug, was ihre Popularität betrifft. Ihr früherer drastischer Sparkurs im belgischen Gesundheitswesen entwickelt sich in der Coronakrise als Bumerang.

Dass Wilmès als frankophone Liberale für eine Politik steht, die alles andere als einen starken Staat will, spielt momentan keine Rolle. Gefragt sind jetzt Politiker oder Politikerinnen, die das Land in unruhigen Zeiten führen können. Aus diesem Grunde ist in Deutschland Kanzlerin Merkel plötzlich wieder hoch im Kurs.

Die Stärkung des Nationalstaats geht einher mit einer Schwächung der Europäischen Union: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel zählen heute zu den Verlierern der Coronakrise. Aber morgen und erst recht übermorgen kann schon alles wieder ganz anders sein. (cre/dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

64 Antworten auf “In der Coronakrise erleben wir die Rückkehr des starken Staates – „Es ist die Stunde der Amtsträger“”

  1. Matthias Grüner

    Die Grenze zwischen Richtig und Falsch verlaufe viel mehr entlang dem Graben zwischen Föderalismus und Internationalismus einerseits und Nationalismus andererseits, was einen weiteren wichtigen Gedanken miteinschliesst: Die Abschaffung nationaler Heere und die Bildung einer europäischen Streitmacht!!!

  2. Besorgte Mutter

    Das die Machtbesessenen, die uns schon immer vorschreiben wollen, wie wir zu Leben
    haben, jetzt versuchen werden die Macht zu ergreifen macht mir ganz große Sorgen.
    Mit großer Besorgnis sehe ich schon seit Jahren, wie unsere Freiheit Stück für Stück eingestampft wird.
    Ist dieses Virus denn wirklich soviel schlimmer als eine normale Grippewelle?
    Fast jedes Jahr wurde doch darüber berichtet, dass so und so viele Menschen an der Grippe gestorben seien.
    Wer sind denn nun die Scharlatane, die jetzigen Berichterstatter oder die der vergangenen Jahre?
    Ich bleibe kritisch und versuche meine und die Freiheit meiner Nachfahren zu retten.
    Eine Freiheit die ich in meiner Jugend so richtig genießen durfte!

  3. Ekel Alfred

    @ Matthias Grüner, weder chemische noch technische Waffen haben den Hauch einer Chance gegen diesen Virus….die führenden Weltmächte werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt….wir brauchen keine europäische Streitmacht….sondern gesunden Menschenverstand….die bisherigen Milliarden Gelder der Waffenindustrie wären sicherlich besser in Sozialleistungen und Gesundheitssysteme gesteckt worden, sowie Brot und klares Wasser für alle Menschen in der Welt….

  4. Gerade unser Land zeit in sehr vielem die Grenzen einer effektiven und Bürgernahen Politik seitens der Regierung auf! Genug Beispiele zeigen deren Unfähigkeiten und Resultate zur höchsten Ungenüge aus. Die Schulden, trotz all zu hohen Steuern, die Skandale, und Selbstbedienenden Praktikanten, die viel zu hohe Zahl an Staatspostenjägern und vieles mehr, ziert den Weg der letzten Jahrzehnte unserer maroden Politiker. Nicht mal eine richtige Regierung kriegten sie seit Monaten nicht hin.
    Aber geändert wird da nichts! Alles läuft munter weiter wie bisher!
    Die Melkeimer sind mittlerweile dermassen gross das sie fast zerbersten. Aber denen sind sie immer noch nicht voll genug.
    Aber kein einziger wagt es denen den Hahn zu zudrehen.
    Wer, welche Partei nimmt das Heft in die Hand, und sägt all die vielen faulen Äste ab, auf denen die Rabenvögel sitzen?

    • Ich bin konsequent,sonst werde ich wieder zensiert

      @BilanZ
      geh in die Politik und mach es besser ,anstatt große Reden zu schreiben, das Problem ist, dass es anders keiner macht und viele wie du nichts machen außer rummaulen.

  5. Andre Hermann

    ZAHLEN, ZAHLEN, ZAHLEN: Die andere Wahrheit ?
    https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/

    „Normaler“ Sterblichkeiten in ITALIEN (vor dem Coronavirus): 2000 Toten PRO TAG.
    Davon 330 (PRO TAG) durch Lungenentzündung.
    Seit Ende Januar 70 Coronavirus-Toten PRO TAG.
    80% dieser Verstorbenen hatten zwei oder mehr chronische Vorerkrankungen. 50% der Verstorbenen hatten drei oder mehr chronische Vorerkrankungen. Zu den chronischen Vorerkrankungen zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemprobleme und Krebs.
    Bei weniger als 1% der Verstorbenen habe es sich um gesunde Personen gehandelt, d.h. um Personen ohne chronische Vorerkrankungen. Nur circa 30% der Verstorbenen seien Frauen.
    Bei den zwei italienischen Verstorbenen unter 40 Jahren (beide 39 Jahre alt) habe es sich um einen Krebspatienten sowie um einen Diabetes-Patienten mit weiteren Komplikationen gehandelt. Auch hier sei die genaue Todesursache noch nicht klar (d.h. ob am Virus oder an den Vorerkrankungen).

    Italien 60.000.000 Einwohner (2018).
    „Normaler“ Sterblichkeiten in Italien (vor dem Coronavirus): 2000 Toten = 0,0033 % PRO TAG
    Davon 330 durch Lungenentzündung = 0,00055 % PRO TAG
    Coronavirus 70 Toten PRO TAG seit Ende Januar = 0,00012 % PRO TAG
    Coronavirus 0,7 (?) gesunde Person gestorben = 0,0000012 % PRO TAG

    Mit China spielen ?
    1.400.000.000 Einwohner.
    Oder die Planet „ERDE“ ?
    7.700.000.000 Menschen / Seit Ende Januar INSGESAMT 425.000 Covid19 Toten = 0,0056 %
    Schwierigen Zeiten ?
    🤣🤣🤣

      • Andre Hermann

        Ja liebe ‚Familie‘, das habe ich schon ein Paar zu hören bekommen.
        Und was machen SIE mit den anderen „NORMALEN“ Toten ?
        Wenn wir wiederum ITALIEN als Beispiel nehmen vergessen SIE die 2000 Toten PRO TAG, die „NORMAL“ sterben.
        Die Zahlen die wir jeden Tag lesen / hören / schlucken sind außerhalb der konzeptuellen Realität entnommen.
        Warum? Wofür?

    • Entweder, Oder

      Entweder, Sie haben die „üblichen“ Todesfälle berücksichtigt, in dem Fall wären die Leute ja sowieso gestorben. Oder Sie haben sie vergessen, dann wären’s doppelt soviel wie „üblich“.
      Kurzum: solange Sie nicht alle Todesfälle berücksichtigen, erzählen Sie Quatsch…

      • Andre Hermann

        @ Entweder. QUATSCH ?
        Natürlich habe ich alle Todesfälle berücksichtigt.
        Die Coronavirus Zahlen sind zur Zeit katastrophal schrecklich …
        Und für die nächste Virus-Krise (2021?) als normale Todesfälle eingestuft.
        So wird Politik gemacht !

          • Jockel F.

            Dass Sie Zahlen und Fakten nicht mögen, ist bekannt. Was schlagen Sie als Maßnahme gegen COVID19 vor? Die Abschaffung des privaten Waffenbesitzes in den USA vielleicht? Oder mit der Frau einmal wöchentlich einkaufen? Ich bin gespannt auf Ihre Lebensweisheiten.

            @ Familie
            Es zeugt von totaler moralischer Verkommenheit, trauernde Familien gegen Statistik ins Feld zu führen.

    • Wir sind aber noch lange nicht durch, dann Rechnen Sie mal neu. Dann in 1 Jahr nochmal wenn es Schätzungen gibt wieviele in Indien, Pakistan, Afrika (Auch EU und USA, China) wirklich gestorben sind. dad es noch immer Idioten gibt die nicht erkennen das die Gesundheitssysteme weit überlastet sind. Und ich glaub die Masken träger von den Masken die Belgien nicht verbrannt hat greifen zusammen mit Experten stärker ein als die Amtsträger. Die plaudern denen jetzt alles nach, da Sie im Vorfeld versagt haben und wissen, dass man jetzt drauf schauen wird, werden Sie sagen sich im vollem Umfang mit Experten ausgetauscht zu haben. Dann sind die raus. In Belgien fasr genau soviel tote wie in Deutschland! Super Leistung!

  6. Alfons van Compernolle

    Die Regierung macht , was sie machen kann. Ob das genug ist wird sich zeigen !
    Ich denke aber in der jetzigen Krise bemuehen sie sich ehrlich, dass uns alle betreffende Problem in den Griff zu bekommen. Unsere neue P.-Ministerin macht einen guten Job, finde ich!

  7. Corona2019

    Zu Andre Hermann
    Bemühen sie sich nicht
    Jeder der versucht die Corona
    Katastrophe runter zu spielen gefährdet möglicherweise das Leben anderer Menschen
    Einfach nur weiter schlafen !!

  8. @Andre Hermann: endlich mal jemand der den Mut hat über Fakten zu sprechen….
    Der Virus sollte für uns nicht das eigentliche Problem sein….Die Regierungen in Europa werden sicher noch auf den Geschmack kommen wie schön und einfach es ist, ein ganzes Volk zu gängeln…..

  9. Johann Klos

    Wie war das mit dem starken Staat?

    Einfach lächerlich wie man – nicht nur in Belgien – sich in die eigene Tasche lügt.

    Non-respect même en cas de symptômes
    Pire, l’étude réalisée montre „seuls 24% et 39% des gens ayant présenté un symptôme ou plusieurs symptômes respectent une quarantaine stricte. Les autres ne la respectent soit pas du tout, soit continuent à sortir pour les besoins essentiels ou le travail. On sait pourtant l’importance de s’isoler au maximum en cas de contamination suspectée“.

    Pour Julie Frère, porte-parole de Test Achats, “ ce type de comportement risque de compromettre la santé de la société belge dans son ensemble. Nous appelons tous les citoyens à faire preuve de discipline individuelle en ces temps difficiles afin que l’on puisse sortir le plus rapidement possible de cette crise „.

  10. Corona2019

    Ich kann jetzt leider manchen Menschen nicht mehr weiter helfen . Die verstehen es erst wen sie selber im Krankenhaus liegen , oder einem anderen Gebäude wegen Kapazitäten Mangel . An einem Beatmungs Gerät , insofern ein solches vorhanden ist . Wirklich schade . Bleiben Sie hoffentlich trotzdem gesund .
    Auch wenn es ihnen egal ist das andere Menschen durch ihre Ungeduld sterben .

    • Jockel F.

      Immer schön das Schlimmste hoffen, gell?
      Wussten Sie eigentlich, wie das Robert-Koch-Institut die Zahl der jährlichen Grippetoten ermittelt? Da bekanntlich nicht jeder verdächtige Todesfall getestet wird, da zu teuer und aufwendig, hat man sich eine totsichere Rechenmethode einfallen lassen. Man nimmt die Zahl der Verstorbenen der Wintermonate und zieht davon die grundsätzlich niedrigere Zahl der Sommermonate ab. Die Differenz ist an Grippe getorben. Genial wissenschaftlich, oder?
      Und jetzt vertrauen Sie mal weiter Leuten wie Van Ranst, der sich gerade eine goldene Nase verdient und sich für höhere politische Weihen empfiehlt.

  11. In der Coronakrise erleben wir die Rückkehr des starken Staates – „Es ist die Stunde der Amtsträger“.

    Das ist ja wohl nicht euer ernst! Die Stunde der Amtsträger zeigt bitter auf was verschlafen wurde und wie marode z.B. das Gesundheitssystem in vielen Staaten ist. Weiter das wir alleine nichts mehr auf die Reihe bekommen und uns beim Chinesen bedanken können das er uns mit Material aushilft.
    Das ist eine sehr blamable Stunde der Amtsträger!!

  12. und weiter verspricht der Staat Milliarden Hilfen.
    Woher sollen die denn kommen, wann kommen die,….?
    Aber vor allem, wie werden die zurückbezahlt?
    Klappt nur durch eine größere Entwertung des Geldes, die die davon jetzt noch ein wenig haben und eben noch nicht jammern haben danach auch nichts mehr…

  13. Es ist wohl eher primär der Einsatz der Mediziner und des Pflegepersonals und Sekundär der Einsatz der Wissenschaft. Jeder Politiker, egal welcher Couleur, ksnn sich in seiner Arbeit nur auf das Wissen diese Fachleute stützen. Ich glaube das die wenigsten unserer Minister einen Eindruck von den Möglichkeiten haben die unser Gesundheitswesen bietet. Hinter jeder politischen Entscheidung steht das Fachwissen von Beratern.

  14. Aus aktuellem Anlass möchte ich hier einmal die Schwarmintelligenz des Forums bemühen.
    Ich versuche für meinen Nachbarn herauszufinden welche Regeln nun definitiv gelten. Es geht darum, verlässliche Informationen zu erhalten, wo man denn noch Spazieren darf. Gibt es eine präzise Angabe zur erlaubten Entfernung vom Wohnort (Stadt) oder der Anschrift? Kann er dort auch mit Hund in seinem Auto hinfahren? Er ist gehbehindert, kann also kein Fahrrad fahren.
    Was ist mit Binstert? Dort stehen keine Autos mehr.
    An der Talsperre war die rechte Seite der Mauer mit rot/weißen Plastikband (sehr umweltfreundlich) abgesperrt. Die restlichen Fetzen flattern nun im kalten Wind.
    Was ist mit der Talsperre?
    Der Parkplatz sieht aus als wäre gerade Volkswandertag. Jede Menge Autos und Fahrradfahrer, sogar einzelne Motorradfahrer verirren sich dort oben. Kann man nun mit dem Auto dorthin um zu Wandern oder nicht.
    Mein Nachbar hat sicherlich keinen Bedarf, seine Rente zu verballern.
    Bitte keine Empfehlungen von GAIA etc.
    Es sollten schon prüfbare und für jeden einsehbare, also öffentliche Dokumente sein.
    Ich kann mir vorstellen, dass mancher froh wäre, eine ordentliche Vorgabe zu erhalten.
    Nun noch eine kleine Bemerkung zu der 1 oder 1,5 bzw. 2 m Regelung.
    Hat schon einmal jemand versucht beim Metzger oder Bäcker die 2 m einzuhalten?

    Vielen Dank für eure Infos, auch im Namen meines Nachbarn.

  15. Paul Siemons

    Wer in China etwas über einen der einschlägigen Onlineversender bestellt, wird kribbelig, wenn er nach zwei Wochen Wartezeit seine Ware immer noch nicht hat. Die Welt ist nun einmal sehr viel kleiner geworden. Politisch Verantwortliche lassen hingegen völlig tatenlos Monate verstreichen, bis sie wach werden und peu à peu Maßnahmen gegen Corona in Angriff nehmen. Wohlgemerkt, ich spreche nicht explizit von Belgien, auch wenn man sich dort nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch andere Nationen, Merkelland allen vorweg, haben sich statt mit der heran ziehenden Epidemie mit den fixen Ideen eines gestörten Kindes beschäftigt, wodurch wertvolle Zeit und wertvolles Geld verschwendet wurde. Ich würde keinem der Verantwortlichen diesseits und jenseits der Grenze auch nur mein Auto leihen; um so schlimmer, dass wir ihnen politisch so ausgeliefert sind.

  16. Ekel Alfred

    @ Realist, warum soll Ihr Nachbar nicht mit dem Auto zum Binstert fahren, um dort mit seinem Hund spazieren zu gehen?….mit dem Fahrrad (MTB, E-Bike u.a.) auf dem Fahrradtransportträger am Auto darf man es doch auch….wo ist denn da ein Unterschied?….

      • Der Link zum Glück

        Es handelt sich um einen ministeriellen Erlass vom 23. März 2020, bereits abgeändert ,was die Friseure betrifft.
        Das Verbot:
        „Les personnes sont tenues de restées (der Fehler stammt nicht von mir…) chez elles. Il est interdit de se trouver sur la voie publique et dans les lieux publics, sauf en cas de nécessité et pour des raisons urgentes telles que:“ (…)
        „- Une promenade extérieure avec les membres de la famille vivant sous le même toit en compagnie d’une autre personne, l’exercice d’une activité physique individuelle ou avec les membres de sa famille vivant sous le même toit ou avec toujours le même ami, et moyennant le respect d’une distance d’au moins 1,5 mètre entre chaque personne.“
        Unter Vorbehalt weiterer Verbote, scheint es also erlaubt, mit seinem Auto zwecks Ausübung der „activité physique individuelle“ auf der öffentlichen Strasse angetroffen zu werden.
        Im Zweifelsfall müsste die gehbehinderte Person natürlich seine Absicht zu wandern plausibel erklären können…
        Den vollen Text finden Sie über die Suchmaschine des Moniteur Belge, vielleicht hat sich ja auch die Task Force des Sanatoriums die Mühe gemacht, den Text zu übersetzen und auf „Ostbelgienlive.be“ zu veröffentlichen und zu erklären…

        Suchen Sie nicht nach „DG“, Sie würden bei Dolce&Gabbana landen. Wobei dann jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen rein zufällig wäre…

  17. @Andre Hermann
    Der größte Haken an Ihrer Berechnung der Fakten ist, dass das Ende noch nicht erreicht ist. Sie vergleichen mit Zahlen eines durchschnittlichen Jahres, es ist aber noch kein Jahr mit Corona um. Wenn Sie Fakten bemühen wollen, dann nehmen Sie die exponentielle Kurve und verlängern sie diese bis März 2021. Und schwups ist Ihre Berechnung für die Tonne. Der größte Fakt ist aber die Belegung der Krankenäuser. Vielleicht machen Sie hier auch mal eine Berechnung, warum bei einer normalen Grippe die Krankenhäuser nicht voll sind und bei Corona schon.

    @Sebastien Mertens
    Sie müssten das gleiche tun und dann die Grippetoten hinzurechnen. Es scheint leider nicht möglich eine Annahme zu treffen, ob derjenige der Corona überlebt hätte an Grippe gestorben wäre. Die Diskussion finde ich jedoch übelst makaber. Holland, England und die USA machen gerade eine Kehrtwende. Gestern war ein schöner Bericht über Tuppes Trump. Seine erste Stellungnahme, eine chinesische Grippe. Dan hat er es verharmlost. Dann sich als Experte erklärt und jetzt läuft er rum wie gefährlich der Virus doch sei. Auch die Engländer. Erst beim Brexit alle europäischen Krankenschwestern aus dem Land jagen und jetzt kolabiert deren Krankensystem.

  18. @Rechner, “der größte Haken an ihrer Berechnung ist, daß das Ende noch nicht erreicht ist“.. es gibt ein nettes Buch über ‚Stilblüten‘ “ Es fängt damit an, daß am Ende der Punkt fehlt“ das! gehört unbedingt dazu !!
    Scherz beiseite..Wir WISSEN nicht was noch auf uns zukommt. Sicher ist aber, daß die Briten besser dastehen als der Rest Europas –
    finanziell ! Sie müssen nicht die Gesamtschuldenlasten teilen, die auf Europa zukommen… Nach der Schuldenverteilung haben jetzt schon die Italiener gerufen .
    Was nach dem Virus kommt….
    Ich befürchte Schlimmeres!!

  19. Zur Info:

    Indien versorgt Millionen von Menschen mit kostengünstigen Generika – nicht nur im eigenen Land. Indien exportiert weltweit. Allerdings: Indien ist dabei abhängig von China, von wo es 70 Prozent seiner Wirkstoffe bezieht – dort ist die Produktion wie immer günstiger.

    Die SARS-CoV-2-Epidemie wirkt sich schon jetzt auf die Arzneimittelversorgung aus:

    Indien stoppt Arzneimittel-Exporte für 26 Arzneistoffe, darunter auch Paracetamol, Antibiotika wie Erythromycin, Clindamycin, Metronidazol und das Virostatikum Aciclovir.

  20. Pandemie läuft

    Erst helfen jetzt wohlwollend andere Staaten aus Südostasien mit Schutzausrüstung und Medikamenten die wir dringend brauchen, weil eine eigene Produktion aus Kostengründen längst ausgelagert wurde um noch den letzten Cent rauszuholen. Aus Dankbarkeit übergeben wir diesen Staaten dann auch weil wir keine andere Wahl mehr haben, unsere in der Krise marode gewordenen Unternehmen. So verschiebt sich nun mal im 21 Jahrhundert das Macht und Herrschaftsgefüge zu Gunsten Anderer deren politische Führer nicht so durchschnittlich und schläfrig sind wie die hiesigen abgehalfterten Politdarsteller die diese Krise nicht kommen sahen so wie die Titanic Offiziere den Eisberg nicht sahen der sich 1912 vor ihnen aufbaute.

    • karlh1berens

      Der Herr Lesch hat ja im Prinzip recht : Die Maßnahmen müssen (bei unserem jetzigen Gesundheitssystem) sein …. wenn sie denn richtig umgesetzt würden.

      ABER : Wie läuft’s wirklich ab ?

      Die ganzen Leute, welche wirklich arbeiten müssen (Arbeiter in der Lebensmittelproduktion, Krankenpflegepersonal, Ärzte, Lehrer(und sei es nur für Betreuung)) kehren täglich ungetestet in Ihre Familien zurück. Wenn die sich auf der Arbeit anstecken, stecken die unbemerkt ihre ganze Familie an.
      Wenn die Maßnahmen des Regimes wirklich undurchlässig sein sollen, müssten diese ganzen Arbeiter zumindest Schutzausrüstungen und wöchentliche Tests zugestanden bekommen und bei positivem Befund in Quarantäne verbracht werden.
      Da das nicht geschieht, sind die ganzen Maßnahmen trotzdem für die Katz – wenn nicht gar kontraproduktiv.
      Oder glauben Sie, dass bei Beendigung der Zwangsinternierungen die Entlassenen getestet werden ?

      Soweit reicht die Konsquenz nun auch wieder nicht.

      Ich plädiere für eine Aussetzung der Zwangsinternierungen und wenn dann die Beatmungskapazität nicht mehr ausreicht, zuerst die COVID19 Fälle (zuerst die ältesten) von den Beatmungsmaschinen abzuklemmen (mit Ausnahme jener, welche sich auf der Arbeit angesteckt haben) – auch wenn wir dann wieder bei Herrn Lesch und der Triage sind.

      • Gefährlich !

        Mir scheint es gefährlich, die Zwangsinternierungen auszusetzen. Eine solche Massnahme muss für Personen welche, so wie Sie, abstruse Plädoyers halten, unbedingt aufrecht erhalten werden.
        Sie können sich natürlich auch auf freiwilliger Basis behandeln lassen. Garantiert Virenfreie Zelle …

        • karlh1berens

          Sie werden’s glauben oder auch nicht : ich hätte nichts gegen eine Infizierung.
          So könnte mein Immunsystem Antikörper entwickeln und Leute wie Sie würden mir aus der Sonne gehen

          ( ͡° ͜ʖ ͡°)

    • Na das ist doch der TV Professor Lesch, der den Menschen auch noch weismachen will die Ausbreitung des Virus sei Klimabedingt.
      Nicht jeden Quark glauben nur weil sich der Verbreiter Professor nennen darf

  21. Falsche Betitelung!

    Von wegen Starker Staat! Was erleben wir denn hier in Belgien? Einen Staat der nur für seine Erfinder da ist. Der nicht mal eine Regierung zustande bringt! Der ausser vielen Schulden, grossen Schaden für das Land hinterlässt. Und die immer wieder neu gewählten Prahlhänse und Vielversprecher ihre Vorhersagen niemals einhalten! Aber wohl sich majestätisch für ihre Taten selber belohnen.
    Sehr starker Staat! Wohl eher schwacher Titel!?

  22. DG oder OB ?

    Interessanter Link, leider sind die Richtlinien ohne Bezug auf die gesetzlichen Bestimmungen. So soll z.B. der Scooter verboten sein. Und Autofahrten sind „unbedingt zu vermeiden“ ?
    Auch muss man wissen, dass man die Infos nicht über die DG findet, sondern unter „Ostbelgien“ surfen. Es ist zwar bekannt, dass man mit OB alles kann, trotzdem verwirrend…

  23. Nachgefragt

    Die Betitelung führt in die Irre:
    Es muss nicht heißen „starker Staat“.
    Es sollte heißen „autoritärer Staat“.
    Diese Regierungsmechanismen sind systemähnlich à la Putin, Xi oder Erdogan.
    Ist dies vielleicht eine starke demokratische Regierung in Brüssel, die derweil handelt?
    Wäre mir neu.

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