Politik

CSP beklagt erneut: „Kenntnisse in Französisch in Ostbelgien rückläufig“

Treffen in Saarbrücken (v.l.n.r.): Jolyn Huppertz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Pascal Arimont, Nicole De Palmenaer und Jérome Franssen.

Anlässlich eines Besuchs ihrer Delegation in Saarbrücken bei der saarländischen Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die CSP erneut gefordert, dass die französische Sprache in Ostbelgien unbedingt gefördert werden müsse.

Das Thema Mehrsprachigkeit war eines der Themen bei dem Treffen der Delegation der CSP Ostbelgien am Sitz der saarländischen Regierung.

Der Delegation gehörten der EU-Abgeordnete Pascal Arimont, PDG-Mitglied Jérôme Franssen, die Provinzialrätin Nicole De Palmenaer sowie die Vorsitzende der Jungen Mitte, Jolyn Huppertz, an.

Foto: Shutterstock

Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, die seit ihrem Wahlsieg im Frühjahr 2017 an der Spitze einer schwarz-roten Koalition steht, erläuterte gegenüber den Christlich-Sozialen aus Ostbelgien ihre so genannte „Frankreich-Strategie“ für den Ausbau der Mehrsprachigkeit in der Region.

In den kommenden dreißig Jahren soll sich das Saarland demnach zu einem multilingualen Raum entwickeln, in der sich das Französische als zweite Verkehrssprache etabliert.

Dies gab dem PDG-Abgeordneten Jérôme Franssen die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass die Verbesserung der Französisch-Kenntnisse auch der CSP ein wichtiges Anliegen sei.

„Die Mehrsprachigkeit ist ein absoluter Mehrwert für jede Region“, betonte Franssen: „Genau wie das Saarland wollen wir die Kenntnisse des Französischen auch für unsere Region verbessern, damit dieser große Standortvorteil für uns erhalten bleibt. Aktuell erleben wir leider, dass diese Kenntnisse bei uns eher zurückgehen, was nicht zuletzt auch zahlreiche hiesige Betriebe beklagen.“ (cre)

Die vollständige Pressemitteilung der CSP über den Besuch in Saarbrücken lesen Sie unter folgendem Link:

CSP-Delegation bei Arbeitsgespräch mit Annegret Kramp-Karrenbauer

  1. Diese Entwicklung hat die Politik ja mit verursacht, Stichwort Abiturientenquote. Passen die Noten nicht zur Quote, wird eben das Niveau so weit gesenkt dass die Noten wieder zur Quote passen. Und anschließend das beklagen was man selbst verursacht hat. Politik eben….

  2. Auf welchem Planeten leben sie? Fragen sie mal die Geschäftsleute und Händler hier bei uns welche Sprache sie am nötigsten kennen müssen, Englisch oder Französisch. Die werden ihnen eine klare Antwort geben. In Luxemburg stellt man die Wichtigkeit von Französisch übrigens auch überhaupt nicht in Frage. Und wir pennen!

    • Ja klar, Weltsprache französisch. Dummerweise ist die Welt größer als Frankreich und die Wallonie. Nur weil man sich dort weigert englisch oder deutsch zu erlernen. Soll erstmal hier JEDER deutsch können, dann kann man gerne über alles andere diskutieren.

      • Zappel B.

        Törö, das war mal die Position der „Germanisten-PDB“ von der sich Paasch Junior – gottseidank – schnell verabschiedet hat. Könnte vielleicht schon sein dass der Schnitt „schlecht Französisch sprechender Jugendlicher und Absolventen“ leicht gesunken ist, aber das braucht noch Zeit und Mühen um hier weiter voran zu kommen.
        Uns hat man früher (Humaniora 1959-1965 für mich) einfach ins „kalte Wasser“ geschmissen und Fachunterrichte fanden teilweise in der Sprache des Profs und nicht in unserer Muttersprache statt (heute auch Immersion genannt). Das hat uns nicht geschadet und spätestens zum Abitur waren wir „perfekt zweisprachig“, ohne die Muttersprache vernachlässigt zu haben. Selbst Englisch (Nijns, später Krott) und Niederländisch (Nijns) konnte man – ‚trotz‘ Nijns und seiner Sprüche wie „geste rituel“, den „wandernden Wäldern“ (den Kaperberg runter…), „vieux“ und den „Würmern im Grab“ („wuff, wuff und der Sarg kracht zusammen“) – sogar leidlich brauchen, wenn auch ggf. erst nur mit ausbaufähigen Kenntnissen. Da sollten wir m.E. auch wieder hinkommen.

  3. Frankenbernd

    Wieso muessen eigentlich immer nur die Deutschsprachigen (hier) und die Deutschen (z.B. saarland, BW) immer die Sprache unserer Nachbarn lernen, waehrend die sich beharrlich weigern unsere zu lernen?
    Auf Belgien bezogen, wenn schon dann lernt jede Sprachengruppe die jeweils 2 anderen Sprachen des Landes, wie in der Schweiz. Und Hollaendisch wird in Belgien immer wichitiger, dort spielt die Musik in Belgien heute. Abgesehen davon, ohne Englisch geht doch im Wirtschaftsleben gar nichts, lebe ich jeden Tag.

    • Holländisch gibt es gar nicht. Wenn schon, dann Niederländisch. Ist aber eine schwere Sprache, wenn man bedenkt, dass die Niederländer sich untereinander nicht verstehen, soviel verschiedene Dialekte gibt es.

    • LosKotzos

      Warum das so ist, ist einfach zu erklären Frankenbernd,
      Es ist ein Gendefekt.
      Der Wallone neigt dazu alles an sich zu reißen und sich danach prinzipiell um nichts mehr zu kümmern.
      Der deutsche Gendefekt ist Einfältigkeit.

  4. Bestell mal in der Frittüre Richtung Stadion mal auf Hochdeutsch, dann versteht dich nur eine der ( immer freundlichen) Bedienung. Nur ein Beispiel wie es um das Deutsche in Eupen steht. Andere Beispiele lassen sich locker finden. Ich bin für Vielsprachigkeit aber bitte die 3. Landessprache erstmal respektieren! Französisch hat man uns schon genug versucht aufzudrängen. Wirtschaftlich wäre englisch, selbst niederländisch sinnvoller. Denn mit dem Arbeitsmarkt ist es in der Wallonie nicht so gut bestellt. Würde man dort etwas offener gegenüber englisch, deutsch und niederländisch sein, würde es den Wallonen gut tun. Übrigens in Flandern ist englisch Standard, dies spiegelt sich dann auch in der Wirtschaft sowie der Arbeitslosigkeit wieder. Also muss die Frage lauten “ Sprechen Sie deutsch Madame?“

  5. Bevor Fremdsprachenkenntnisse gefördert werden sollen, wäre es sinnvoll die „Muttersprache“ zu pflegen. Was in Sachen Ausdruck und vor allem Rechtschreibung bei vielen Jugendlichen zu sehen und zu lesen ist, spottet jedweder Beschreibung. Der Herr Arimont sollte vielmehr darauf pochen, dass die offiziellen Instanzen in Belgien wenigstens eine deutschsprachige Webseite anbieten. Selbst die belgischen Streitkräfte haben nur eine Internetpräsenz auf Französisch, Niederländisch und …. Englisch! Und das obwohl es eine deutschsprachige Einheit gab und gibt!! Ähnliches gilt für Proximus, Electrabel, … Selbst Anbieter wie Netflix wissen nichts von Deutsch als Amtssprache in Belgien. Filme sind nur auf Französisch, Niederländisch und Englisch erhältlich.

    • Pascal Arimont

      @Blabla: Machen sie sich die Mühe und schlagen Sie die Seiten der Stellenanzeigen des Kurier Journal oder des Wochenspiegels auf. Dort können Sie lesen, welche beiden Sprachen in Ostbelgien auf dem Arbeitsmarkt gesucht werden. Und dies jede Woche, in fast jeder Stellenausschreibung. Beste Grüße

      • Pensionierter Bauer

        BlaBla hat recht Herr Arimont. Sorgen Sie und Ihre Partei bitte mal endlich dafür dass ALLE Webseiten im Föderalstaat und in der Région Wallon auch in der offiziellen Landessprache Deutsch aufgebaut werden. Die gleiche Forderung stelle ich natürlich an ALLE Politiker in der DG insbesondere an diejenigen welche oberhalb des PDG tätig sind.

      • @Pascal Arimont: Sie scheinen etwas nicht recht verstanden zu haben: natürlich möchten Arbeitgeber Arbeitnehmer mit Fremdsprachenkenntnissen. Demnächst auch noch mit Chinesisch, Japanisch und Russisch, denn Englisch ist ja laut Aussage Ihres EU-Parteikollegen und EU-Kommissionspräsidenten demnächst in Europa „out“. Aber eine Fremdsprache erlernt man nur auf Basis einer soliden Muttersprache – und gerade hier liegt doch der Hase im Pfeffer, denn in der Grundschule wird oftmals versäumt, diese Basis aufzubauen. Gesundes Frühstück, Zähneputzen und vor allem der „pädagogische orthografische Supergau“ mit „Schreiben nach Gehör“ sorgen dafür, dass die Grundkompetenzen dieser Schüler auf der Strecke bleiben. Und diesem Rückstand hinken die Kinder und Jugendlichen dann während ihrer gesamten Schulzeit hinterher.
        Als vor dem Wunsch nach Mehrsprachigkeit stelle ich den Wunsch nach einer „soliden“ Einsprachigkeit (Muttersprache) // Lesen Sie doch einfach Schüleraufsätze oder schauen Sie sich die Lehrstandserhebungen doch an! Diese sprechen Bände. // Diese Arbeit wäre effektiver als der Versuch hier „Sommerlöcher“ zu füllen.

    • Vielleicht sollte man endlich mal das Deutsch-Programm/Rahmenplan der Oberstufe im Sekundarunterricht anpassen, damit die Studenten endlich etwas sinnvolles in Schrift und Sprache lernen?

    • Réalité

      Ich denke da ist vielmehr unser grosser „Möchtegerne“ gefragt in Eupen!? Er lädt ja gerne ein, oder wird eingeladen von den Chefs, u a Mme Proximus etc…..!? Das sind dann willkommene Medienereignisse um sich in Szene zu bringen.
      Was danach aber da herauskommt, kann man sich danach an alle zehn Fingern abzählen!? Nicht viel….! Wohl viel Tamtam gemacht vorher!?
      Na ja….

    • marcel scholzen eimerscheid

      Wo gibt es denn noch eine deutschsprachige Armeeeinheit ? Die einzige, die es gab war in Vielsalm bei den 3. Ardennenjägern. 1994 aufgelöst gleichzeitig mit der Abschaffung des Militärdienstes.

      So weit ich weiß, müssen Deutschsprachige, die sich freiwillig melden, entweder sich für eine französisch- oder niederländischsprachige Einheit entscheiden.

  6. Die Diskussion Französisch oder Englisch ist müßig, es kommt immer darauf an wo man was beruflich macht. Wer in einem hiesigen Geschäft arbeitet, keine Frage, Französisch und Flämisch, Englisch braucht da niemand. Industrie, da wird es komplizierter. Am besten alle Sprachen. Wenn die Kundschaft in Benelux sitzt, ist Englisch nicht prioritär. So bald man aber an internationalen Ausschreibungen teil nimmt, gibt es nur eine Sprache: Englisch! Fazit: man muss ein Berufsleben lang offen für Weiterbildung sein, und die Schulen müssen den Grundstock dazu legen.

  7. Vox Calaminae

    Hallooo? Was machen die Damen und Herren der CSP denn jetzt an der Saar? Sich über die schlechten Französisch Kenntnisse der Ostbelgier beklagen. Wie blöd ist das denn? He Leute bleibt doch im Lande und kümmert euch um die wahren Probleme.

  8. Ich bin sehr dafür, dass Fremdsprachen mehr gefördert werden. Es sollte die Auswahl an Sprachen vergrößert werden, warum nicht auch Spanisch, Russisch oder Chinesisch anbieten?
    Aber man soll sich bitte von dem Wahn verabschieden, dieses Programm allen aufzuzwingen, denn damit tut man keinem einen Gefallen.
    Man sieht es ja am Französischunterricht in OB, dieser ist für viele eine Quälerei, während die, die diese Sprache wirklich lernen wollen, unterfordert werden.

    • Die Wahrheit

      Chinesisch und Russisch sind eher wenig massentauglich…
      Ich habe bereits versucht Russisch sowie Japanisch zu lernen und beides ist schon ziemlich schwer.
      Und meines wissens unterscheidet sich Chinesisch schwierigkeitsmäßig nicht sonderlich von Japanisch.
      Jedenfalls kriegt keiner die masse dazu sowas zu lernen, auch wenn sie müssten, da gibt man fast von sicher alleine auf.
      Zummindest bei Chinesisch, Russisch ist noch machbar aber schon ziemlich böse was Rechtschreibung angeht.
      Jedenfalls würde ich mich weigern Chinesisch zu lernen…
      Und kurz nebenbei als kleine anmerkung an Herr Arimonts Kollegen bei der EU: Englisch ist SICHER NICHT außer mode, zummindest nicht in den Relevanten gebieten, oder seit wann ist Osteuropa sonderlich Relevant? (ist aber schön da ;) )

      • Alfons Van Compernolle

        Chinesisch nicht massentauglich ???? Nun, weit weit weit ueber eine Milliarde Menschen in China spricht Chinesisch, dazu kommen Chinesen, welche im Ausland leben. Russisch, weit ueber 100 Millionen spricht Russisch in Russland, dazu kommen die Russland-Auswanderer im Ausland. Die Kurse fuer Chinesisch und Russisch hier in Gent sind ueberlaufen, so, dass jetzt noch zusaetzliche Klassen eingerichtet werden muessen. Nicht masserntauglich dahingegen sind Deutsch (geschaetzt 100 Millionen Deutsch-sprachige welt-weit) und die 30 Millionen Nederlands – sprachige welt-weit!
        Wohl war, Chinesisch & Japanisch sind mit Abstand die schwerst-zu erlernenden Sprachen, alleine schon wegen ihren 7000 unterschiedlichen Schriftzeichen etc, wie mir ein Freund und Prof. an der Uni Gent erklaert hat. Diese Sprachen muessen nicht mehr „massentauglich“ werden, sie sind es schon sehr lange !!!

  9. Graf Ortho

    „Parlez-vous Français?“ schreibt da eine Hand an die Tafel.
    Antwort: „Non, je parle français.“
    Also, wenn das das Niveau des Sprachunterrichts ist…

    Dax hat Recht. Es kommt immer auf das Umfeld an. Nicht jeder braucht profunde Französisch-, Niederländisch oder Englischkenntnisse.
    Ich zum Beispiel hätte größte Schwierigkeiten, eine Unterhaltung auf Englisch zu führen, da mein Alltagswortschatz nicht weit über das Schulenglisch (Gréco-Latine – 1 Stunde pro Woche – „Tom is a boy, Elsa is a girl“) hinausreicht. Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn habe ich es auch nie gebraucht.

    Französisch dagegen ist mir zur zweiten Muttersprache geworden, durch Studium und, Beruf und Umfeld.

    Niederländisch haben wir auch nur während einer Wochenstunde gehabt, ich habe es aber im Beruf durch tägliche Praxis fast fließend verstehen und auch sprechen gelernt. Nur mit der Rechtschreibung ging es nie so gut.

    Dass die Wallonen durchgängig keine andere Sprache sprechen können/wollen, ist Unsinn. Im beruflichen Umfeld meiner Kinder können alle Englisch. Niederländisch braucht da keiner. Wer nun aber in Brüssel arbeitet, wird um diese Sprache kaum herumkommen.

    Oder sind etwa alle Deutschen perfekt zwei- oder mehrsprachig? Bei den meisten reicht es für ein paar Brocken Englisch, mit denen sie ihre schöne Sprache zersetzen.

    Wir haben seit einem Urlaub eine lockere Beziehung zu einer deutschen Familie aus Mainz. Sie Deutsche, er Franzose. Während er geläufig Deutsch (Määnzerisch eingefärbt mit französischem Akzent) spricht, kann sie kein Wort Französisch.

    Dass die Kenntnisse der Muttersprache oft geradezu katastrophal sind, kann man jeden Tag bis in die Qualitätsmedien hinein feststellen. Ursache? Die Basis, die während der Schulzeit nicht gekegt wurde, ist später nicht mehr aufzuholen. Was beileibe nicht nur in „Ostbelgien“ so ist.

    • Réalité

      Herr Graf von Ortho!
      Sie wären mit all Ihrem profunden Wissen, ganz sicher ein sehr guter Professor geworden!?_?_
      Auch wenn Sie eine lockere Beziehung zu einer Mainzer Familie pflegen, sollte dieses Einzelbeispiel nicht an einem ganzen Staate fest gemacht werden!?_?_

  10. Ekel Alfred

    @ Graf Ortho, Sie waren wahrscheinlich in der falschen Schule….Englisch lernte man nur, wie Zappel B. es schreibt in meinem geliebten College Patronne….und zwar bei Prof. Nijns, denn der kannte sich sehr gut mit Rip van Winkel, his wife, his son, his daughter and his little dog aus….
    @ Pascal Arimont, die zukünftigen Anzeigen im Kurier Journal und Wochenspiegel werden wohl eher die arabische Sprache beinhalten….

  11. Alfons Van Compernolle

    Ja, und wie ist es in Vlaanderen ?? Deutsch, ist hier irgendwie bekannt, schon mal gehoert, dass es diese Sprache geben soll. Deutsch lernen, wenn man will / kann / moechte mit max. 1 Lernstunde pro Woche, ansonsten nur an 2 Abendschulen an zwei Abenden pro Monat!
    Moderne Sprachen in Vlaanderen sind – Russisch-Spanisch-Portugisisch-Latain etc, aber Deutsch, wenn man will / kann / moechte 1 Unterrichtsstunde pro Woche und in der Abendschule an zwei Abenden pro Monat! Es stimmt „het Nederlands“ ist eine schwere germanische Sprache besonders in der Gramatika, die aus English-Franzoesisch-Deutsch und noch etwas anderem besteht.
    Die Aussprache ist dem jeweiligen Dialekt ( dieser alle 5 km ein anderer ist) unterworfen.
    In Nederland ist selbst die Gramatika eine andere und die halten uns in Vlaanderen fuer vorsintflutlich!
    Ich wohne in Gent und behersche het Nederlands (Niv.9) und ich gebrauche aus Protest nur noch das DEUTSCH, nach dem mir ein Gemeinderatsmitglied einmal gesagt hat „ich muss Nederlands reden“!
    Muss muss ich 1) hier und da etas Essen / irgend wann mal Sterben / und hier und da das WC begluecken! Und ansonsten kann ich, wenn ich will und moechte!!

    • @ Alfons Van Compernolle

      Im Gegensatz zum Flamen ist der Niederländer ein höflicher Mensch. In seinem Urlaubsdomizil in Österreich bemüht er sich seine Wünsche in der Landessprache zu äussern und die ist der Deutschen sehr ähnlich.
      Während es Frittenbuden an der belgischen Küste gibt in der Deutschsprachige gar nicht bedient werden ist mir dergleichen in den Niederlanden noch nie passiert.

      • Graf Ortho

        Wer in die Niederlande fährt, braucht kein Flämisch. Englisch ist dort Standard.

        Als wir mit unseren Flämischkenntnissen in einem Rotterdamer Hotel glänzen wollten und die Dame an der Rezeption uns dann auf Niederländisch antwortete, verstanden wir nur Bahnhof. Sie sah unsere verdutzten Gesichter und schaltete sofort auf Englisch um, das mein Sohn fließend spricht (siehe oben).

        An dem Brüsseler Sitz der internationalen Firma, bei der ich gearbeitet habe, wurde ein neuer Direktor ernannt. Der Mann stammte aus Westfriesland (kein Ostfriese!). Selbst die Flamen hatten Mühe, sein Niederländisch zu verstehen.

        Immer wieder amüsant: Die DVD mit dem Film „Age of Ice“, synchronisiert in Französisch, Niederländisch und Flämisch.

        Wer in Vaals auf den Wochenmarkt geht, kommt mit einer Mischung aus Flämisch, Deutsch und Platt ganz gut zurecht.

        Ich kenne „deutschsprachige“ Ostbelgier, die Mühe haben, ein paar Sätze im korrektem Hochdeutsch zu formulieren. Von wegen „geschliffenes Deutsch (Dr. Hans Zehetmair).

        Alles Einzelbeispiele, aber „Réalité“!

      • Alfons Van Compernolle

        Niemand hat behauptet, dass der Hollaender ein unfreundlicher Mensch ist. Was ich aber gesagt habe oder gesagt haben will ist, dass wenn man hinter der hollaendischen Fassade sieht, dass tue ich jede Woche in Holland schon aus familieaeren Gruenden, dann sieht es ganz anders aus.

  12. Pensionierter Bauer

    Würde man den Schülern eine nicht von Lehrern und Eltern beeinflusste Wahl zwischen Französisch und Englisch lassen, dann bin ich davon überzeugt das sich eine große Mehrheit von ihnen aus gutem Grund heraus für die Englische Sprache entscheiden würden. Denn die Jugend denkt und lebt heute viel internationaler als unsere Generation. Mit französisch kommt man im Gegensatz zum englischen eben nicht sehr weit in der Welt.

    • Graf Ortho

      „Würde man den Schülern eine nicht von Lehrern und Eltern beeinflusste Wahl zwischen Französisch und Englisch lassen, dann bin ich davon überzeugt das sich eine große Mehrheit von ihnen aus gutem Grund heraus für die Englische Sprache entscheiden würden.“

      Nein, da Schüler die Tendenz haben, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, würden sie sich für keine entscheiden, sondern in der Zeit lieber chatten, gamen, googeln, twittern, daddeln oder was auch immer…

      Spaß beiseite. Die deutschsprachige Minderheit in Belgien, als Teil der Region Wallonien (ja, das ist sie nun mal, auch wenn wir keine Wallonen sind) oder später deren direkte Nachbarin, wäre von allen guten Geistern verlassen, wenn sie nach einer gründlichen (!!!) Kenntnis ihrer Muttersprache das Französische nicht an die zweite Stelle setzen würde.

      Wer daneben noch Englisch lernt, kann als Jugendlicher durch die weite Welt trampen, die meisten werden sich aber anschließend in ihrer Heimat oder in den angrenzenden Regionen niederlassen, wo das Englische eher eine Nebenrolle spielen dürfte.

      Aus allen Ostbelgiern perfekte Mehrsprachler machen zu wolle, ist eine Utopie.

      • Pensionierter Bauer

        „Aus allen Ostbelgiern perfekte Mehrsprachler machen zu wolleN ist eine Utopie.“
        Richtig, denn nur ein Teil der Menschen kann wirklich mehrere Sprachen erlernen. Mir ist viel lieber ein jeder beherrscht einen Fachbereich richtig, als von allem ein klein wenig. Mehrsprachigkeit wird bei der „OB Elite“ sowieso total überbewertet.

  13. Marcel Scholzen eimerscheid

    Eine Fremdsprache lernt man nur in Grundzügen in der Schule. Der Alltag ist der beste Lehrmeister. Anstatt Geld auszugeben für irgendwelche pädagogischen Konzepte und Gutachten, sollte die DG Sprachaufenthalte finanzieren.
    Früher gingen viele in die Wallonie arbeiten und lernten so französisch.

  14. Ekel Alfred

    @ Graf Ortho, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen um sich werfen….Aus allen Ostbelgiern perfekte Mehrsprachler machen zu „WOLLE“, ist eine Utopie….wie wahr….

    • Graf Ortho

      Wenn Sie diesen harmlosen Tippfehler monieren „WOLLE“, um auch was zum Thema beisteuern zu können, dann will ich Ihnen das Vergnügen gerne lassen.

      Die korrekte Redewendung lautet übrigens: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
      Googeln Sie einfach mal!

  15. Die Diskussion wird in Nachbarland genauso geführt (Luxemburg).
    Wenn man von Luxemburg nach Belgien kommt, fühlt man sich im Französischunterricht um 6 Jahre versetzt. Und das bei einem Land, wo „Deutsch“ zwar gesetzlich verankert wird, aber sonst kaum respektiert wird. In Luxemburg gibt es 3 Standessprachen und die werden auch in der Schule gelehrt. Es ist peinlich für die DG, dass das Französisch-Niveau bei einer ähnlich langen Ausbildung trotzdem so mangelhaft ist. Das war aber bereits vor über 8 Jahren so, und das scheint sich bis heute ja wohl kaum zum positiven verändert zu haben wie man lesen kann.

    Zu dem ganzen „zuerst mal Muttersprache lernen“ und diesen unsinnigen Aussagen: Man kann auch mehrere Sprachen fördern, ohne gleich eine zu vernachlässigen. Wieso nicht gleich richtig Deutsch UND Französisch lernen? Zudem scheint es mir ein Rätsel wieso man als Argument die Wallonen nimmt um zu rechtfertigen, dass man selbst kein bisschen Französisch können möchte?

    • Lanquätsch

      In der DG wird weder Deutsch, noch Französisch richtig gesprochen. Es ist, überhaupt, eine belgische Eigenart, Sprachen nicht richtig zu beherrschen, und sie daher nicht korrekt zu nutzen. Schade, denn Mehrsprachigkeit „vor der Tür“ ist wirklich ein Plus. Nicht zuletzt weil sie auch die Hirnstrukturen fordert und fördert, und somit auch eine Art „Geistestraining“ darstellt. Es gibt verschiedene deutliche Erklärungen. Die allererste, die geographische Lage, bringt sowohl den Vorteil und den Nachteil mit sich. Eine vernünftige Politik würde dafür Sorgen, daß diese natürliche Begebenheit vorteilhaft genutzt würde. Vom ersten Schuljahr an könnte, sollten hier i der DG z Bsp D und FR gelehrt werden. Ein großer Fehler, der heute verbreitet ist, ist das „Sprechen, sprechen, sprechen“. Natürlich ist sprechen wichtig, handelt es sich doch um eine Sprache. Aber man kann nicht drauf los sprechen – höchstens Kinder, die noch nicht lesen, of course. Lesen und schreiben – dabei hat man mehr Zeit, man sieht quasi die Sprache, wie sie richtig funktioniert – sind die besten Wege, um eine Sprache zu lernen. Und mit und mit, parallel zur Lektüre und Schrift, sprachen. Eine Schande, daß die Sprachen so „ausverkauft“ werden. Aber es geht ja nur um eines: Sprache für den Beruf. Als sei das Leben auf einen „Beruf“ reduzierbar. Und dann wundert man sich, daß der Mensch immer mehr zur Maschine mutiert. Gerade in Deutschland, bzw. auch hier, wo man sich nach Deutschland richtet (zu Grunde richtet, eigentlich), ist es krass: Schule und Hochschule sind nur noch Fertigteilelieferant für die Wirtschaft. Punkt. Es gab einmal, bis in den 1980ern, die wunderbare Idee der „Humboldt’schen Universität“. Eine… deutsche Idee, eine Gute. Die wurde ersetzt durch die Tyrannei der sog. Chicago-Schule: Optimieren! Wirtschaft! Utilitarismus! Dollar! Dolar! Dollar!

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