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Große Corona-Sorgen fast überall in Europa: Gesundheitssysteme stehen mächtig unter Druck

09.10.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Mitarbeiter mit Mund-Nasen-Schutz wischt Tische einer Gastronomie auf der Einkaufsstraße Königsallee. Die Corona-Pandemie wird zunehmend zu einem Problem der Großstädte und Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Fast überall in Europa bereiten steigende Corona-Infektionszahlen den Regierungen neue Sorgen. In Ländern wie Frankreich und Spanien wird schon über die Verhängung des Notstands nachgedacht.

In Europa ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erstmals über die Marke von 100.000 gesprungen. Vielerorts sind die Intensivstationen von Krankenhäusern bereits am Limit. Regierungen verhängen strengere Maßnahmen, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen. Ein Überblick über die Entwicklung in der vergangenen Woche in wichtigen Ländern:

09.10.2020, Spanien, Madrid: Passagiere mit Mund-Nasen-Schutz warten auf einem Bahnhof. Das Innenministerium hat sofortige Kontrolleinsätze angeordnet, nachdem die spanische Regierung angesichts hoher Corona-Zahlen den Notstand über Madrid verhängt hat. Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa

SPANIEN ist mit 850.000 Infektionen besonders schlimm betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In einer Woche starben 1.330 Menschen. Der Anteil der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern steigt.

Landesweit gelten strenge Beschränkungen und Maßnahmen, auch Maskenpflicht im Freien. Viele Gebiete und Gemeinden sind abgeriegelt.

Über die Hauptstadt verhängte die spanische Regierung am Freitag den Notstand. In Madrid und einigen Vororten dürfen die Menschen ihre Wohngemeinde nur mit triftigem Grund verlassen – etwa für den Weg zur Arbeit oder für Arztbesuche. Betroffen sind knapp 4,8 Millionen Menschen. Der Notstand soll zwei Wochen gelten.

FRANKREICH hat in mehreren Großstädten bereits die höchste Corona-Warnstufe verhängt – unter anderem in Paris, Lyon und Marseille. Gesundheitsminister Olivier Véran warnt, dass es noch schlimmer wird. Sorge herrscht über die Lage in den Pariser Krankenhäusern. Dort nimmt der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen zu.

07.10.2020, Tschechien, Prag: Ein Mann mit Gehstöcken trägt einen Mund-Nasen-Schutz und geht über die Karlsbrücke. Die Infektionen durch die Covid-19-Pandemie in dem Land erreichten einen neuen Rekord und überstiegen zum ersten Mal 4.000 Fälle an einem Tag. Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Die Regierung reagiert etwa mit Schließungen von Bars in den Regionen, in denen die Lage besonders ernst ist. Generelle Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land sollen verhindert werden. Mit 18.746 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gab es am Mittwoch einen Tageshöchstwert.

TSCHECHIEN war mal ein Corona-Musterschüler, ist aber nach den jüngsten Zahlen der EU bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zum traurigen Spitzenreiter geworden. Im Schnitt steckten sich binnen 14 Tagen 374,6 Menschen je 100.000 Einwohner an.

Am Donnerstag wurden in dem 10,7-Millionen-Einwohner-Land 5.394 neue Fälle verzeichnet – der dritte Tagesrekord in Folge. Die Regierung hat Kultur- und Sportveranstaltungen verboten. Sollte die Kurve nicht abflachen, droht nach Ansicht von Experten bald ein dramatischer Engpass im Gesundheitssystem.

GROSSBRITANNIEN leidet ebenfalls stark: Mangel an Tests, ein Flickenteppich an Regelungen, marode Kliniken, Zehntausende Todesfälle. Der im Frühjahr selbst erkrankte Premier Boris Johnson steht zunehmend in der Kritik, ein schlechter Krisenmanager zu sein. Seine Regierung spricht von einer „gefährlichen“ Lage.

07.10.2020, Belgien, Brüssel: Ein Mann richtet gestapelte Stühle und Tische am Parvis de Saint-Gilles. Wegen den hohen Corona-Zahlen müssen Cafes und Bars in der belgischen Hauptstadt erneut schließen. Foto: Hatim Kaghat/BELGA/dpa

Besonders stark betroffen sind der Norden Englands, Schottland, Nordirland und Teile von Wales. Experten zufolge stehen vor allem in Nordengland die Kliniken vor dem Kollaps. Am Freitag meldeten die Behörden landesweit knapp 14.000 neue Fälle.

ITALIEN sorgt sich über den steilen Anstieg der Infektionsfälle in dieser Woche. Das Land, das im März Europas Corona-Hotspot war, registrierte am Freitag 5.372 neue Ansteckungen. Der große Unterschied: Jetzt sterben pro Monat so viele Menschen an Covid-19 wie damals an einem Tag.

Die Intensivstationen sind mit annähernd 400 Covid-Patienten nicht am Limit. Rom verschärft ständig die Maßnahmen – nun gilt eine Maskenpflicht auch im Freien. Besonders stark kletterten die Werte am Freitag in der Lombardei im Norden und in Kampanien im Süden.

In DEUTSCHLAND steigen die Corona-Zahlen wieder, vor allem in den Metropolen. Doch dagegen könne man etwas tun, sagt Kanzlerin Angela Merkel. Das Ergebnis: Bald könnte es vielerorts wieder strenge Regeln geben.

In deutschen Großstädten drohen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen neue Maskenpflichten, Sperrstunden und eine weitere Begrenzung für Veranstaltungen und private Feiern. Auf diese Maßnahmen einigte sich die Kanzlerin am Freitag mit den Bürgermeistern der elf größten Metropolen. Solche und ähnliche Beschränkungen sollen eingeführt werden, wenn die Gesundheitsämter in einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registrieren.

07.10.2020, Belgien, Brüssel: Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz sitzt an einer Bar hinter der ein Barkeeper, ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz trägt und ein Getränk serviert. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

In den NIEDERLANDEN wurden am Freitag knapp 6.000 Neuinfektionen gemeldet, ähnlich viele wie auch am Donnerstag. Die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt schnell. Kliniken haben die Versorgung für andere Patienten drastisch reduziert und Hunderte Operationen abgesagt.

Innerhalb von sieben Tagen infizierten sich zuletzt 841 Menschen je 100.000 Einwohner. Vergangene Woche wurden im Schnitt 16 Tote am Tag gemeldet. Bürger und Experten fordern deutlich strengere Maßnahmen. Masken sind für öffentliche Räume dringend empfohlen, bislang aber nicht Pflicht.

BELGIEN verzeichnete zuletzt ebenfalls rasch steigende Zahlen. Die 14-Tage-Inzidenz – die Zahl an Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb zwei Wochen – lag zuletzt bei 280,7. In der Hauptstadt Brüssel sind Cafés und Bars nun für einen Monat geschlossen. Die Regierung verschärfte auch die landesweiten Regeln: Bürger dürfen pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

49 Antworten auf “Große Corona-Sorgen fast überall in Europa: Gesundheitssysteme stehen mächtig unter Druck”

  1. Dr. M. oder wie ich lernte, Corona zu lieben.

    Ist doch völlig unmöglich. Laut ostbelgischem Corona-Experten Dr. Meyer, der vorschlägt, alle Corona-Maßnahmen zurück zu fahren und alle Hygiene-Regeln zu missachten, gibt es keine Pandemie.
    Es gibt allenfalls Infizierte aber kaum Erkrankte und es stirbt auch niemand daran.
    Ich denke es muss sich wohl um Fakenews und Panikmache handeln.
    Dr. Meyer, bitte melden!

    • Wäre ja alles dramatisch, wäre der Test etwas wert. Der Test ist aber an sich nutzlos, sagt nichts aus und es empfiehlt sich ein Blick nach Schweden um zu erkennen, Corona ist, wie all seine Vorgänger, harmlos!

    • Es ist fake news. Corona virus kann man heilen mit Paracetamol, wenn man Ibuprofen nimmt kann man davon sehr krank werden weil das ein Blutgerinsel macht. Die Menschen werden Krank durch die Maske weil die allen die CO2 inhaliert was gefährliche Bakterien hat.

      • @gaia: Falsch! Die meisten Menschen werden krank durch Popeln in der Nase! Dadurch werden gefährliche Popelpartikel gelöst und gelangen zunächst in die Atemwege und dann in die Blutbahn. In Wahrheit ist das auch der Ursprung von Corona. Das lässt sich aber prima durch einen Schluck Reisschnaps heilen, den die Chinesen als Entschädigung für das Virus auf Bestellung gratis liefern. Dadurch lassen sich auch die schlimmsten Folgen des Maskentragens beheben wie verfaulte Haut und Zähne. Und die Erde ist eine Scheibe.

        • Nein nicht falsch. Die WHO WORLD HEALTH ORGANISATION hat es selbst gesagt das das nur fake ist weil die wollen allen die NEW ORDER WORLD machen da werden Wir allen gechipt und wir allen Sklaven. Ein sehr bekannte Artz hat bei sich selbst getestet die Maske is tötlich weil man die CO2 einatmet und nicht ausatmet. Mehr als 20% weniger Sauerstoff und wenn jemand mit dem Herzen oder Lungen zu tun hat stirbt . Ich bin immer schlecht dran mit die blöde Maske die gar nicht hilft weil COVID19 so klein ist und durchkommt. Wenn sie ein blöde schaf werde ich nicht.

  2. Solche und ähnliche Beschränkungen sollen eingeführt werden, wenn die Gesundheitsämter in einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registrieren……..
    ?!??? Oh Mann ist das krass…. 50 Neuinfektionen auf 100000 Einwohner…. also bei 0,05%….. und von denen 0.05% werden vielleicht 5% Krank wenn überhaupt…… lachhaft der ganze Kram…..

  3. Mindestens können jetzt alle Corona Parienten sich freuen. sie müssen nicht mehr nach Lüttich zum Mont Légia, dort ist kein Platz mehr. In Eupen wurde die Corona Station wieder eröffnet. … also für die 0,05 % erkrankten

      • PLandemie

        Ganz einfach: Ich selber, und mehrere Freunde und Familienmitglieder, die ich kenne ebenfalls, kennen gerade mal eine Person, die erkrankt ist — mein Hausarzt hat ein paar Patienten gehabt, mehr nicht. Jedoch kenne ich vielleicht 10 Leute, die 2020 eine Grippe hatten. Eine Pandemie bliblischen Ausmaßes würde m.E. bedeutet, daß gleich in einer Straße 10 Leute gestorben sind. Fazit: Wir werden verarscht.

  4. Akneverkäufer

    Keine Panik. Vivant hat alles im Griff. Direkt Maßnahmen abschaffen. Genug Obst essen, um das Immunsystem zu stärken, und sich dann bei Dr. Meyer in St.Vith ein Attest geben lassen, dass man keine Maske braucht, und schon ist man geheilt. Das ist doch keine Krankheit, das ist nur ein Mittel um uns alle dem Staat gegenüber gehorsam zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Falls noch jemand ein Attest braucht, Dr. Meyer hat noch welche parat. Er verschickt die auch so, er muss seinen Patienten nicht gesehen haben. Warum auch, ist ja niemand krank. Anruf genügt. Erhältlich bei jedem Vivantler. Kein Witz. Schade dass wir nicht auch so nen „Arzt“ bei uns hier in Eupen haben… ;) ;) ;)

  5. Kritiker

    Es geht hier einzig und allein um das Gesundheitssystem eines Landes, das nicht überlastet werden darf. Dabei zählt vor allem die Anzahl an Hospitalisierungen inklusive Intensivstation.
    So ist es eben.

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