Notizen

Arztbesuch im Nachbarland: „IZOM-Abkommen muss erhalten bleiben“, sagt die CSP

Foto: Shutterstock

Die CSP hat in der Plenarsitzung des DG-Parlaments von Dienstag eine Resolution an die Regierung der DG und die föderale Regierung bezüglich des Erhalts des IZOM-Abkommens vorgeschlagen. In dieser fordern die Christlich-Sozialen konkrete Schritte, um der Bevölkerung des Grenzgebiets auch in Zukunft einen unkomplizierten Arztbesuch über die Grenzen hinweg zu ermöglichen.

„Das IZOM-Abkommen ermöglicht es den Menschen in unserer Gegend, sich im Krankheitsfall im Nachbarland von deutschsprachigen Fachärzten behandeln zu lassen – und das ohne große administrative Hürden. Das ist wichtig, auch weil es in unserer Region nicht in allen Bereichen ein bedarfsdeckendes Angebot an Fachärzten gibt. Darum müssen wir uns für seinen Erhalt einsetzen“, erklärt Robert Nelles, gesundheitspolitischer Sprecher der CSP-Fraktion, zum Hintergrund der CSP-Resolution.

Das Angebot des IZOM-Abkommens wird jährlich in rund 15.000 Fällen genutzt, womit es eine bedeutende Rolle in der medizinischen Versorgung der Region spielt. Allerdings werden die entstehenden Verwaltungskosten (Personalkosten) durch die deutschen Krankenkassen (zuletzt nur die AOK) getragen.

Robert Nelles, gesundheitspolitischer Sprecher der CSP-Fraktion. Foto: OD

Robert Nelles, gesundheitspolitischer Sprecher der CSP-Fraktion. Foto: OD

„Dass die INAMI sich aber nun in keiner Weise daran beteiligen will oder kann und somit das Abkommen wahrscheinlich kippt, ist eine Konsequenz der brutalen Sparpolitik der föderalen Gesundheitsministerin Maggie De Block. Wir erwarten von der DG-Regierung, dass sie sich dem entgegenstellt und die Interessen der Grenzbevölkerung vertritt“, so Robert Nelles.

In der Resolution fordert die CSP die DG-Regierung dazu auf:

– bei der belgischen Föderalregierung darauf hinzuwirken, die Mittel bereit zu stellen, die zur Absicherung der in dem beschriebenen IZOM-Abkommen enthaltenen Möglichkeiten nötig sind;
– mittelfristig mehr Anreize zu schaffen, dass deutschsprachige Fachärzte sich auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft niederlassen;
– kurz-, mittel- und langfristig die Dienstleister im Gesundheitswesen in unserer Region zu stärken, damit die Bürger der DG über die Möglichkeit verfügen, sich auch in Ostbelgien in ihrer Muttersprache fachärztlich behandeln bzw. betreuen zu lassen;
– den Krankenhäusern unserer Gemeinschaft die nötigen Mittel bereitzustellen, damit sie den eventuell negativen Begleiterscheinungen des IZOM-Abkommens begegnen können;
– alles dafür zu tun, damit das bisherige IZOM-Angebot und die unkomplizierte Grenzüberschreitung in der medizinischen Behandlung nach wie vor erhalten bleiben.

„Gerade in der Grenzregion hat das IZOM-Abkommen deutlich gemacht, dass die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg – auch im Gesundheitsbereich – einen deutlichen Mehrwert für die Bevölkerung darstellt. In diesem Sinne ist das Projekt ein Vorzeigeprojekt für viele Regionen in Europa, das absolut erhaltenswert ist, und das auch von der Föderalregierung als solches betrachtet werden sollte“, erklärte der EU-Abgeordnete Pascal Arimont.

12 Antworten auf “Arztbesuch im Nachbarland: „IZOM-Abkommen muss erhalten bleiben“, sagt die CSP”

  1. Ein Schelm der böses denkt

    So und noch einfacher muss es möglich sein, die EU und ihre Abgeordneten hätten es schon lange lösen müssen. Es muss ein Grundrecht sein, sich egal wo in der EU behandeln lassen zu können. EU darf nicht nur den Bürgern finanziell belasten, wir brauchen auch einen fühl und sichtbaren Mehrwert

  2. Wo bleibt der Auftrag der CSP an „ihren“ EU Abgeordneten Arimont sich für eine gesamteuropäische Lösung stark zu machen. Forderungen zu stellen Ohne einen Ansatz anzubieten ist schwach, sehr schwach.

  3. Standpunkt

    das wäre sehr traurig wenn das Izom Abkommen den Einsparungen der Föderalregierung zum Opfer fallen würde.
    Unsere Politiker prahlen mit einer schwarzen Null (siehe anderer Artikel in OD)vorrausichlichfür 2018.
    Sie prahlen ebenfalls das dies unter anderem möglich sei durch die Refinanzierung des Föderalstaats an die DG von 7 Millionen Euro pro Jahr.
    Die DG fordert immer mehr und wird finanziert vom Föderalstaat und der WR.Sie bombadiert uns mit Zahlen die sowieso manipuliert, verdreht…sind und von Laien auch nicht kontrolliebar sind und lässt uns im Glauben das alles in Ordnung sei und gut gewirtschaftet wird.
    Wir erreichen vielleicht die schwarze Null aber nur durch die Finazierungen seitens der Föderalregierung und der Wallonischen Region.
    Die Folgen unter anderem durch diese Finanzierungen spürt der Bürger hautnah. Jetz leidet das IZOM Abkommen, dann müssen Steuern wieder erhöht werdfen…unser Föderalstaat ist nicht mehr imstande die ganzen Schulden zu verwalten.

    WAnn sieht unserer DG ein, dass auch durch ihre Anforderungen, ….dass der ganze Apparat zu teuer ist,….das für 70000 Einwohner wir nicht diese ganzen Politiker Gebäuden…haben sollten,…
    Wenn wir alles mal auf ein Normalmass reduzieren würden , damit würden wir schon einen Anteil dazu beitragen der Föderalregierung zu helfen Schulden abzubauen…das würde den Bürgern helfen.

    Insgeheim bin ich der Überzeugung , dass auch fast jeder Politiker dies nachvollziehen kann aber die Gier nach Macht ,Geld und Pöstchen lässt kein normales menschliches Denken mehr zu solang man von diesem System profitieren kann. Schade dass das Gehirn von dieser Machtgier, Geldgier… so manipuliert werden kann.

  4. Johann Klos

    Der Aufschrei nach einer EU weiten freien Artz und Klinikwahl kommt im Zeitalter des wiederauflammenden Nationalismus etwas spät.
    Ein Abkommen zwischen einzelnen Ländern wie in diesem Fall zwischen B und D kann nur einwandfrei und gerecht funkionieren wenn der Kostenfaktor in diesem Fall der Eingenanteil des Patienten immer nach den Richtschnur des Heimatlandes berechnet wird. Ein deutscher Arbeitnehmer und Rentner zahlt im Laufe seines Lebens auch einiges mehr ein als sein belgischer Kollege. Somit für mich völlig unbegreiflich warum nicht von 2007 an hier schon alleine aus Solidarität mit alle denjenigen welche diesen grenzüberschreitenden Dienst nicht in Anspruch nehmen konnten die Zuzahlung nicht eingefordert wurde.
    Es dürfte wohl ein Klaks sein dies zu ändern und somit die sprachlichen Vorteile der Möglichkeit weiter ausschöpfen zu können.

  5. rudi nikklas

    Europa im Großen ist schon kaputt, jetzt werden die „Kleinigkeiten“ erledigt . . .
    Grüße an Schulz/SPD Laschat/CDU und an die anderen „Faselköppe“ . . .(wir wollen Europa !!)

  6. Harie's Kommentar

    @Klos: Ich wünsche Ihnen für das Neue Jahr eine gute Gesundheit, auf dass Sie niemals von dieser Erleichterung Gebrauch machen müssen.
    Es scheint auch, dass die Eupener Klinik massiv gegen die IZOM Vereinbarung vorgeht. Dem Spital laufen die Kunden weg!! Man kann sich dort als glücklicher Patient schätzen, wenn mal auf einen DEUTSCHsprachigen Arzt trifft und nicht in der Warteschlange der Notaufnahme steht. Ein Krankenhaus, das öffentliche Gelder aus der DG bezieht, geht lieber eine Kooperation auf FRsprachiger Ebene ein, als mit einer deutschsprachigen Uniklinik in der Grenzregion. Wem wundert es denn, wenn die Patienten laufen gehen.

    • immer wieder

      Stimme Ihnen voll und ganz zu. Gerade wenn es um ein so heikles Thema wie Gesundheit geht, ist man froh, auf einen Arzt zu treffen, der sich in der Muttersprache des Patienten ausdrücken kann. Außerdem muss man oft monatelang auf einen Termin bei einem Spezialisten warten … einfach ein Unding! In D bekommt man zwar auch nicht von heut auf morgen einen Termin, doch für wirklich dringende Fälle, gibt es bei den Ärzten, die ich bisher dort aufgesucht habe, Notfallsprechstunden. Für die hiesigen Ärzte oft ein Fremdwort. Ich wäre gerne dazu bereit, die Ärzte im Nachbarland zu den gleichen Bedingung wie in Belgien aufsuchen zu können, also mit Eigenbeteiligung. Da ich wirklich nicht aus Geldgründen deren Praxen aufsuche, sondern aus Gründen der besseren Information, Patienenfreundlichkeit, Kompetenz … usw. Bisher habe ich, seit mehr als 30 Jahren, mit den Ärzten/Krankenhäusern in Deutschland noch kein einziges Mal eine schlechte Erfahrung gemacht!

      • Senseless

        Auch ich stimme Harie´s Kommentar zu.
        Eupen hat 30 Jahre geschlafen. Es wurde zwar halbherzig in neue Gebäude investiert aber darüber wurde die Professionalisierung der Dienstleistungsqualität vergessen. Die Leitung des Krankenhauses, so scheint es, nimmt Beschwerden der „Kunden“ (denn nichts anders sind Patienten) nicht ernst. Die Beschwerden werden angehört und damit ist auch schon das Entgegenkommen erschöpft. Verändert wird nichts. Termine bei Fachärzten sind nur mit Vorlauf von einigen Monaten zu erhalten und ansonsten muss der Patient in die Notaufnahme. Dort erwartet ihn, wenn er Glück hat, zumindest deutschsprachiges Pflegepersonal. Von den Ärzten die dort Dienst tun, ist kaum jemand deutschsprechend…Patienten warten, Patienten werden ignoriert, Patienten werden abgefertigt,…Es gibt sicherlich andere Ansichten als meine denn jeder sieht es ja aus seiner Wahrnehmung. Aus meiner Wahrnehmung ist die Dienstleistungsqualität am St. Nikolaus Hospital bedenklich schlecht, in den Krankenhäusern St. Vith und Malmedy hingegen erfreulich gut. Und die Ärzte des Krankenhaus Eupen machen massiv mobil gegen das Izoom- Abkommen, das weiß ich von einem Arzt persönlich. Es ist allerdings ein Irrtum zu denken, dass die Patienten dann, wenn das Abkommen kippt, wieder brav ins Hospital Eupen traben…Ärzte und Direktion sollten sich jedenfalls nicht darauf verlassen…

    • Johann Klos

      Guten Morgen,

      Drücke ich mich so schlecht aus? Die amerikanische Armee hat seit jahrzehnten schon ihre Botschaften in eine Art Comicversion aufbereitet weil auch dort wohl keiner mehr lesen kann.

      Ich habe geschrieben das ich hundert Prozent für ein Fortbestand des Abkommens bin aber die Zuzahlungsbefreiung fur belgische Staatbürger einfach schwachsinnig war und ist. Unser verehrter Hausfrauenbekochungsgesundheitsminister hatte schon zwei Jahre Zeit genau hier regulatorisch einzuschreiten. Es wird wohl den einen oder anderen in seinem Kabinett geben welcher ein paar Brocken der so verhassten französischen Sprache beherrscht um das IZOM Abkommen auf gesunde finanzielle Grundlagen zu stellen.
      Auch Ihnen und ihren Fans ein gesundes 2017.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern