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Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet im Umfragetief – Nach #Laschetlacht kommt jetzt #Laschetschreibtab

17.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, lacht während Bundespräsident Steinmeier (nicht im Bild) ein Pressestatement gibt. Foto: Marius Becker/dpa

Die sich häufenden Pannen bei Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock waren für den Bewerber der Union, Armin Laschet, nur für kurze Zeit von Vorteil. Die Flut-Krise und neuerdings auch Fehler in seinem Buch bescheren dem Aachener knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl ein Umfragetief.

Zwar liegt die CDU/CSU bei den Demoskopen mit zuletzt 26 bis 30 Prozent weiterhin unangefochten auf Platz eins. Laschet selbst jedoch kämpft mit sinkenden Zustimmungswerten als potenzieller Bundeskanzler. In zwei aktuellen Umfragen wurde er gerade erst vom SPD-Anwärter Olaf Scholz überrundet, auch wenn dessen Partei erst hinter den Grünen auf dem dritten Platz liegt.

Als Krisenmanager im Überschwemmungsgebiet hat Laschet nach Einschätzung vieler Wähler keine besonders gute Figur gemacht.

20.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Bad Münstereifel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) und Armin Laschet (M, l), Ministerpräsident von Nordrehein-Westfalen, sprechen bei einem Rundgang durch die hochwassergeschädigte Kurstadt mit Opfern der Überschwemmungen. Foto: Christof Stache/AFP Pool/dpa

Auf die Frage, ob das Verhalten des Kanzlerkandidaten der Union und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten ihm im Wahlkampf eher nützen oder schaden werde, antworteten knapp 46 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, sein Agieren in der Krise werde ihm mit Blick auf die Wahl schaden.

Lediglich 7 Prozent der Deutschen vermuten demnach, dass Laschet hier Pluspunkte für den Wahlkampf sammeln konnte. 29 Prozent der Wahlberechtigten glauben, dass sein Verhalten in den Tagen nach der Katastrophe keine Auswirkungen auf die Bundestagswahl am 26. September haben wird. 18 Prozent der Befragten haben dazu keine Meinung.

Anders sieht es für Vizekanzler Olaf Scholz aus. Etwa 47 Prozent der Deutschen glauben, dass dem SPD-Kanzlerkandidaten sein Verhalten nach der Flutkatastrophe im Wahlkampf weder schaden noch nützen wird. Anders als bei Laschet vermuten bei ihm aber immerhin 18 Prozent der Befragten einen positiven und nur elf Prozent einen negativen Effekt.

Dass der Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, ihr Verhalten nach dem verheerenden Unwetter im Wahlkampf schaden wird, vermuten laut Umfrage rund 21 Prozent der Wahlberechtigten. Knapp 10 Prozent sind der Meinung, dass sich ihr Handeln positiv auf ihre Chancen bei der Wahl auswirken wird. Rund 45 Prozent der Befragten erwarten hier gar keinen Effekt auf den Wahlkampf.

22.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Armin Laschet spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Marcel Kusch/dpa

Als NRW-Ministerpräsident stand Laschet im Gegensatz zu Baerbock und Scholz nach der Flutkatastrophe vor Ort direkt mit in der Verantwortung.

Für Aufregung sorgte eine Szene während des Besuches von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Katastrophengebiet. Laschet lachte und scherzte mit Umstehenden, während Steinmeier angesichts der vielen Todesopfer sein Mitgefühl ausdrückte. Laschet sagte später, er bedauere sein unpassendes Verhalten. Im Netz musste er sich unter #Laschetlacht viel Kritik gefallen lassen.

Scholz hatte das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zusammen mit Parteikollegin Malu Dreyer, der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin, besucht. Baerbock hatte sich für einen Besuch ohne Pressebegleitung entschieden.

Der Kanzlerkandidat der deutschen Christdemokraten, Armin Laschet, hat Fehler in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ aus dem Jahr 2009 eingestanden und sich dafür entschuldigt.

In dem Buch fordert Laschet eine „dritte deutsche Einheit“

„Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt“, sagte Laschet am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.“

Es gebe in dem Buch offenkundig Fehler, die er verantworte, erklärte Laschet. „Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“

30.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Das Buch von Armin Laschet „Die Aufsteiger Republik – Zuwanderung eine Chancea steht auf einem Tisch. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Zuvor war auf Twitter ein Hinweis auf mögliche Parallelen zwischen einer Passage aus Laschets Buch und einer anderen Veröffentlichung publik gemacht worden.

In dem Buch forderte der heutige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen eine „dritte deutsche Einheit“: Nach der Eingliederung der Vertriebenen und der Wiedervereinigung stehe jetzt die Integration der Zuwanderer an.

Er habe das Werk in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst, sagte Laschet. „Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen.“ Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor.

Der Reinerlös des Buchs sei an das Integrationsprojekt «Coach e.V.» gespendet worden, das eng mit der Arbeit des Ministeriums verbunden gewesen sei, was seit 2009 bekannt sei.

Auf Twitter war die Kontroverse um Laschets Buch mit dem Hashtag #Laschetschreibtab (nach dem #Laschetlacht nach seinem Lachen während der Steinmeier-Rede) eines der Topthemen am Freitag. Die politischen Reaktionen fielen aber insgesamt verhalten aus.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erklärte im „Spiegel“ erwartungsfroh: „Ich bin gespannt, was da bei Laschet nach seiner Entschuldigung noch alles kommt.“ CDU-Parteikollege Friedrich Merz zollte Laschet Respekt für die prompte Entschuldigung und die Transparenz. (dpa/cre)

17 Antworten auf “Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet im Umfragetief – Nach #Laschetlacht kommt jetzt #Laschetschreibtab”

    • ein CDU-Wähler

      Dieser Mann ist einfach unmöglich. Wenn unsere alte Volkspartei nichts Anderes zu bieten hat, soll sie untergehen. Blöde grinsende Mittelmässigkeit darf das Kanzleramt nicht erobern.

    • besserwisser

      Laschet kann sich ja bei den nächsten Wahlen n Ostbelgien aufstzen lassen, so kann er bei den fröhlichen Oskantonler vielleicht Ministerpräsident werden.
      Hier lacht man gerne über Deutsche die „Pommes“(äpfel) anstatt Fritten essen.

  1. delegierter

    oh jee, ich habe vor 25 als Vereinsvorsitzender eine Grabrede gehalten.
    weil es die erste in meiner langen “ Dienstzeit “ war, habe ich einige Sätze aus einer Vorlage übernommen. Ich habe damals nicht die Quelle angegeben, muss die Leiche jetzt exhumiert werden und die rede neu gehalten werden ?

    • Walter Keutgen

      delegierter, Sie werfen eine grundsätzliche Frage auf. Gehen wir auf die vollständige Privatisierung aller Ideen zu? Ist das die Wissensgesellschaft? Man erinnere sich an die tausendjährige Vorherrschaft der Krieger, denn das waren die Adeligen, die zum Schutz gegen die Wikinger die Burgen erbauen ließen, ursprünglich. Nicht nur, dass die Wissenschaft uns unsere Art zu leben zuerst vorschlägt, dann vorschreibt, nein, sollen wir auch noch immer dafür Tribut zahlen, mit genauer Verteilung an den, der was geschrieben hat?

      „auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen.“ Ich dachte in Deutschland unterlägen die Schriften eines Beamten in Ausübung seines Amtes nicht dem Urheberrecht. Er wurde ja schon fürstlich dafür bezahlt. Wenn ein Minister die Ideen, die in auf seiner Weisung geschriebenen Berichten stehen, übernimmt, dann bedeutet das doch nur, dass er in der Öffentlichkeit für diese Ideen einsteht. Die Beamten dürfen nur dröge Berichte schreiben, die am Ende niemand in der Öffentlichkeit liest.

      Was solche Vergleichsprogramme mit mitunter ungenauen Vergleichen, d.h. die Ähnliches suchen, finden ist zufallsgesteuert, denn das Internet ist riesig und es gibt verschiedene Vergleichsalgorithmen. Und ist Deutschland eine Wissensinsel? Am deutschen Wesen … ?

  2. Hans Eichelberg

    Plagiatsprüfer Weber:
    „Mein Ergebnis ist entlastend für Laschet: Ich habe nach Durchsicht aller eingefärbten Textübereinstimmungen keine einzige Stelle gefunden, die ich als Plagiatsfragment bezeichnen würde.“

    Weber führte aus: „Eine einzige Stelle ist der Debatte (noch) nicht wert und deren Veröffentlichung verwässert eher das Problem. Bei der Plagiatsidentifikation geht es immer um die Suche nach einem Muster und nicht um Singularität.“ Das sei nicht mit dem von ihm untersuchten Buch Baerbocks zu vergleichen, die Fundstellen dort hätten „quantitativ und qualitativ hingegen ein völlig anderes Gewicht“.

    Der Titel des Buches von 2009 ist dagegen eindeutig von Armin Laschet (CDU) von 2009 – „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“.

    Aufgrund dieses Buches ihres CDU-Kollegen, Armin Laschet, hatte vermutlich Angela Merkel 2015 mehrere Millionen Unerkannte nach Deutschland einreisen lassen und wollte sie möglicherweise zu „Aufsteigern“ machen.
    Das Ergebnis ist täglich sichtbar. Vielleicht ist dieses Buch eine Falsch-Vorlage?

    • Franziska

      Spielt doch alles keine Rolle. Die Schlagzeile „Plagiat Laschet“ stand in allen Medien. Mehr lesen die meisten Wähler nicht. Weiter denken die meisten Wähler nicht. Damit ist Baerbocks Plagiat ausge“Merz“t. Laschet hat gelacht und Baerbock hat das N-Wort benutzt. Oh nein. Schlimm! Die Welt geht unter. Fassen wir zusammen. Das Wahlvieh ist so dem und reagiert auf jeden Furz. Bis September werden wir noch viele solcher Fauxpass serviert bekommen. Und die Gunst fällt und steigt und fällt und steigt

    • Hans Eichelberg

      Alles ändert sich heutzutage innerhalb von Stunden oder Tagen, es sieht nicht gut aus mit Armin Laschet:

      „Der österreichische Plagiatssucher Stefan Weber sieht beim Buch von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet von 2009 „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ nun doch Anlass für weitere Prüfung. Weber hatte zunächst erklärt, er erkenne nach einer eigenen Prüfung „keine weiteren Plagiate“. Ein Leserfund habe seine erste Einschätzung aber „beträchtlich“ geändert.

      Der Medienwissenschaftler Weber schrieb, Laschet habe „mutmaßlich“ fast die halbe Seite 177 seines Buchs vom bekannten Münchner Politologen und früheren bayerischen Kultusminister Hans Maier (CSU) unzitiert übernommen. In Laschets Buch findet sich ein Absatz, der stark einer Passage in einem Text Maiers ähnelt.“ (Welt, heute)

  3. Erleuchtung Jean

    Landrat Jürgen Pföhler (CDU), sei für die menschlichen Tragödien verantwortlich, hat ein Katastrophenforscher festgestellt.
    Er soll zu spät die Warnstufe 5 ausgerufen haben.
    Darüber lachen sollte man natürlich nicht.

    • Rob-Otter

      Richtig, Laschet ist unschuldig:
      „Der Katastrophenfall mit Warnstufe 5 sei laut der „Rhein-Zeitung“ erst um 23:15 Uhr ausgerufen. Zu dieser Zeit erging demnach auch die Meldung, die Gebäude 50 Meter rechts und links der Ahr zu evakuieren. Als Pföhler zu dieser Zeit an die Bevölkerung appelliert habe, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben, seien bereits Häuser von den Wassermassen mitgerissen worden.“

  4. Hiermit fordere ich mit Nachdruck das die Politikelite auch wie Manager in der Privatwirtschaft entschädigt werden! Wo ist bitte einer der DAX Manager mit „Gummistiefel“ hä? wo?……………….. Also mindestens das Gehalt der Top Aufsichträte also so bei 1 Mio. im Jahr von Vorstand sag ich ja gar nichts!

  5. Senseless

    Ob an den Plagiat-Vorwürfen etwas dran ist, wird geprüft. Resultat offen…
    Sein Verhalten kurz nach der Unwetter-Katastrophe ist unentschuldbar. Er steht vor zerstörten Häusern Menschen gegenüber, die vieles verloren haben, die verzweifelt sind, die möglicherweise in Trauer sind und sorgt dafür, dass sein Umfeld lacht. Sein Lachen war kein kleines Grinsen, es war ein Lachen, das man sonst nur sieht, wenn jemand einen richtig „guten Witz gerissen“ hat.
    Ich würde ihn nie wählen.

  6. Walter Keutgen

    Senseless, ob Laschet gegenüber den beschädigten Häusern, steht kann man nicht vom Bild schließen. Auch nicht, wer den Witz gerissen hat. Die Plagiatsvorwürfe sind von Grund auf lächerlich, wie ich es oben geschrieben habe. Gewöhnlich lacht derjenige, der einen Witz gerissen hat nicht oder am wenigsten. Frank Mandel stell in seinem, dem ersten Kommentar die richtige Frage.

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