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Teils verregneter Sommer hat Tourismus in Ostbelgien wenig geschadet

Ein Zeltlager im Regen. Illustrationsfoto: Shutterstock

Der teils verregnete Sommer 2014 hat der Entwicklung bei den Übernachtungs- und Besucherzahlen in der Ferienregion Ostbelgien kaum geschadet. Wie eine Partner-Umfrage der Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) ergab, fiel die Sommerbilanz im Bereich Unterkünfte und Ausflugsziele durchweg positiv aus.

Etwa 60 ostbelgische Betriebe hatten an der Online-Umfrage zum Ende der Hauptferiensaison teilgenommen. Im Bereich Hotel-Unterkünfte gaben 50% der Befragten an, dass sich die Belegungszahlen im Vergleich zum Vorjahr verbessert hätten. Für 44% der Befragen blieb das Niveau im Vergleich zu 2013 gleich.

Natürlich beeinflusst die Witterung die Gästezahlen, doch waren die Auswirkungen laut der Umfrage nicht nur negativ. „Sonniges Wetter hat einen positiven Einfluss auf kurzfristige Zimmer-Buchungen. Bei Regenwetter gehen die Gäste lieber ins Restaurant und genießen die hervorragende Gastronomie in unserer Region.

Eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Gäste sind Fahrrad- und Wandertouren, zum Beispiel auf der Vennbahn-Strecke. Foto: vennbahn.eu

Eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Gäste sind Fahrrad- und Wandertouren, zum Beispiel auf der Vennbahn-Strecke. Foto: vennbahn.eu

Für Hotel-Restaurant-Betreiber können so mögliche Umsatzverluste im Übernachtungsbereich kompensiert werden, sagte Martina Goire vom „Hotel-Restaurant Du Moulin“ in Ligneuville.

In diesem Sommer sorgte der Radtourismus weiter für einen deutlichen Aufschwung. Dies bestätigte auch die Betreiberin des „Du Moulin“ in Ligneuville: „Die Entwicklung Ostbelgiens zur Rad- und Wanderdestination hat dazu beigetragen, dass das Durchschnittsalter der Gäste sich verjüngt hat. Dazu hat vor allem der Radtourismus beigetragen“, lautete ihre Einschätzung.

Die meisten Urlauber kamen aus Flandern

Dies wurde auch bei der Umfrage deutlich: Das Durchschnittsalter liegt deutlich unter 50 Jahren. Neben dem Radtourismus, Wandern und Gastronomie bleibt die Formel 1 ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Die meisten Urlauber kommen nach wie vor aus Flandern (60%). Dahinter folgen Deutsche (12%), Wallonen (11%) und Niederländer (10%).

Viele Gäste ließen sich durch das nicht gerade berauschende Wetter in Ostbelgien nocht beirren. Foto: eastbelgium.com

Viele Gäste ließen sich durch das nicht gerade berauschende Wetter in Ostbelgien nocht beirren. Foto: eastbelgium.com

Die Buchungen in den ostbelgischen Hotels erfolgten größtenteils über Internet (33%). 31% der Befragten gaben an, direkt beim Hotelier zu buchen. Ein Großteil (44%) der Ostbelgien-Urlauber bucht eins bis drei Nächte (verlängertes Wochenende) für den Aufenthalt. Immerhin 22 % blieben mindestens vier Tage.

Bei den Ferienwohnungen hatte das Wetter wenig bis keinen Einfluss auf die Buchungen, da eher langfristig (50%) gebucht wird. Zwei Drittel der FeWo-Bucher sind niederländischsprachig. 100% der Besucher aus dieser Gruppe sehen Ostbelgien als Wanderregion und über 80% als Raddestination. Laut den Betreibern hat die Einführung von speziellen Qualitätslabels wie „bed+bike“ einen positiven Einfluss auf die Besucherzahlen.

Wesentlich stärker vom Wetter beeinflusst ist der Bereich Low-Budget, also Camping, Gästezimmer, Familien- und Jugendherbergen. Entsprechende unterschiedlich fielen die Rückmeldungen der Betreiber aus.

Ausflugsziele stark wetterabhängig

Die TAO-Partner im Bereich Ausflugsziele erwirtschafteten laut der Umfrage in den Ferienmonaten Juli und August bessere Umsätze als im Vorjahr. Hauptattraktionen in Ostbelgien waren besonders in der zweiten Hälfte des Sommers 2014 das Töpfereimuseum Raeren im Norden sowie das Malmundarium und das „Eastbelgium Action & Fun Center“ im Süden der Region.

Indoor-Ausflugsziele wie das Töpfereimuseum in Raeren standen in diesem Sommer besonders hoch im Kurs. (Fotos: Dominik Ketz/eastbelgium.com)

Indoor-Ausflugsziele wie das Töpfereimuseum in Raeren standen in diesem Sommer besonders hoch im Kurs. (Fotos: Dominik Ketz/eastbelgium.com)

Wegen des schlechten Wetters profitierten in diesem Jahr also eher die Anbieter von Indoor-Aktivitäten, während die Besucherzahlen an den Seen von Bütgenbach und Robertville sowie rund um das Hohe Venn hinter den Erwartungen zurück blieben.

Eine ähnliche Bilanz zogen auch die Tourist-Info-Stellen. Demnach verzeichneten sie vor allem im Juli hohe Besucherzahlen, während das Interesse im August bei schlechtem Wetter deutlich nachließ. Bei den meisten Besuchern handelte es sich um Eintagestouristen.

Insgesamt fällt die touristische Sommerbilanz für Ostbelgien also nicht ins Wasser. Dank der Vennbahn und des breiten Angebots für Aktivurlauber fanden verstärkt junge Menschen den Weg in die Ferienregion. Für die kommende Herbstsaison bleiben die Partner der Tourismusagentur Ostbelgien optimistisch: 63% der Hoteliers schätzen ihre Perspektiven für diese Saison mit „gut“ ein. (TAO)

Siehe auch Artikel „Neue Jugendherberge soll Jugendgruppen, Schulklassen und Familien nach Eupen locken“

 

5 Antworten auf “Teils verregneter Sommer hat Tourismus in Ostbelgien wenig geschadet”

  1. Réalité

    -Diese Lobeshymnen vom Turismusbüro u Verkehrsamt,die kennen wir schon sehr lange,u a schon von der Zeit des Herrn Dahmen!Damals war die hochgelobte Venn bahn das Zugpferd!Was hat es uns gebracht?Gar nichts,wohl viel Geld gekostet!Erinnere mich noch an einer Aussage des damaligen Ministers Bernd Gentges,der meinte/hoffte,dass Italienische Touristen zum Kleingliedstaate kämen!?
    Alles wurde immer gut geredet und gelobt und mit tollen Zahlen(?) hinterlegt!
    Ganz selten war etwas schlecht!Komisch?

  2. Mischutka

    Das glaube ich auch. Allein in diesem Sommer habe ich schon einen Italiener, ein Ehepaar aus Frankreich, einige Afrikaner, einen Amerikaner (der nach dem Weg nach Kelmis fragte) und 2 Japaner getroffen. In Eupen laufen sogar Männer herum, von überall herkommend, nur um Fussball zu spielen (bei der AS). Und die ziehen wiederum andere „Touristen“ an, aus allen Teilen der Region. Letztere sind so begeistert, dass sie sogar laut „Toooor“ brüllen, wenn diese spielenden Touristen eine Lederkugel in einen eckigen Kasten schiessen. Und in einigen Eupener Geschäften haben sogar Touristen Arbeit gefunden. Das erkennt man daran, dass diese kein Wort Deutsch sprechen. Da soll aber bitte keiner sagen, das Wetter hätte……..
    MfG.

    • Réalité

      -Sie haben recht,Mischutka!Das Wetter muss immer herhalten!Dass man das auch, der Deufel soll es holen,nicht im Griff bekommt!?
      Zum Glück haben wir ja noch die Strohmänner!
      Sind ja Dauergäste….dadurch auch die rentabelsten…

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